1933

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[bearbeiten] Deutschland

Übrige Mitglieder der Reichsregierung:

Abends Fackelzug der gesamten Berliner SA durch das Brandenburger Tor und die Wilhelmstraße an Hindenburg und Hitler vorbei; auf dem Rückmarsch Sturmführer Hans Maikowski und der Oberwachtmeister Zauritz bei einem kommunistischen Überfall auf den Sturm 33 in Berlin-Charlottenburg ermordet (Staatsbegräbnis unter Teilnahme Hitlers und der Reichsregierung am 5. Februar: Trauerfeier im Berliner Dom; Maikowski auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt). Von Beginn ihres Kampfes bis zum 30. Januar 1933 hat die Bewegung mehr als 200 Tote zu verzeichnen >>> Siehe: Blutzeuge

  • 1. Februar 1933: Paul von Hindenburg löst den arbeitsunfähigen Reichstag auf Grund des Art. 25 der Reichsverfassung auf; Neuwahlen auf den 5. März anberaumt (durch Verordnung vom 2. Bildung von Splitterparteien unmöglich gemacht; die Auslandsdeutschen erhalten das Wahlrecht); Hitler spricht erstmalig im Rundfunk bei Verkündung des Aufrufes der Reichsregierung an das deutsche Volk (zwei große Vierjahrespläne für den Wiederaufbau).
  • 2. Februar 1933: Hitler spricht erstmalig vor dem Reichsrat. Wegen zahlreicher kommunistischer Terrorakte erläßt Hermann Göring Demonstrationsverbot für die Kommunisten in Preußen.
  • 4. Februar 1933: Der hannoversche Gauleiter der NSDAP Bernhard Rust zum kommissarischen preußischen Kultusminister ernannt. Der preußische Landtag und das Dreimännerkollegium lehnen Landtagsauflösung ab. Auflösung sämtlicher preußischer Kommunalvertretungen mit Wirkung vom 7. Februar; Neuwahlen auf den 12. März anberaumt. Verordnung zum Schutze des Deutschen Volkes (betr. Versammlungen, Demonstrationen, Presse).
  • 6. Februar 1933: Durch Hindenburgs Verordnung zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen (auf Grund des Art. 48 der Reichsverfassung) die preußische Hoheitsregierung Braun-Severing endgültig beseitigt; Vizekanzler v. Papen als Reichskommissar für Preußen mit den Befugnissen des bisherigen Staatsministeriums betraut; Auflösung des preußischen Landtages (Neuwahl zusammen mit der Reichstagswahl am 5. März).
  • 10. Februar 1933: Zur Eröffnung des Reichstagswahlkampfes spricht Hitlerin einer Riesenkundgebung der NSDAP im Sportpalast in Berlin; erstmalig Übertragung einer nationalsozialistischen Kundgebung durch den Rundfunk (über alle deutschen Sender).
  • 14. Februar 1933: Verordnung über den landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz.
  • 21. Februar 1933: Hitler warnt in einem Aufruf an die NSDAP vor Provokateuren.
  • 22. Februar 1933: Verordnung Görings über die Bildung einer Hilfspolizei in Preußen aus SA, SS und Stahlhelm (am 8. August zum 15. aufgelöst).
  • 24. Februar 1933: Göring ruft als kommissarischer preußischer Innenminister SA, SS und Stahlhelm in Preußen als Hilfspolizei (zum 15. August wieder aufgelöst) auf; die anderen deutschen Länder folgen diesem Beispiel.
  • 27. Februar 1933: Reichstagsbrand in Berlin; als Brandstifter der holländische Kommunist Marinus van der Lubbe am Tatort festgenommen; als der Mittäterschaft verdächtig am 28. der kommunistische Reichstagsabg. Torgler, am 9. März die bulgarischen Kommunisten Dimitroff, Popoff und Taneff verhaftet; gegen diese vom 21. September bis 23. Dezember der Brandstifterprozeß vor dem Reichsgericht in Leipzig (Bünger) durchgeführt; die Reichsminister Hermann Göring und Dr. Goebbels am 5. und 8. November als Zeugen vernommen; Lubbe wegen Brandstiftung und Hochverrat zum Tode verurteilt (am 10. Januar 1934 hingerichtet), die übrigen Angeklagten wegen Mangels an Beweisen freigesprochen.
  • 28. Februar 1933: Den drohenden Ausbruch des kommunistischen bewaffneten Aufstandes, für dessen Beginn der Reichstagsbrand das Signal bilden sollte, verhindert Hermann Göring durch sofortige Verhaftung von 4000 kommunistischen Abgeordneten und Funktionären; Verbot der gesamten kommunistischen und sozialdemokratischen Presse. Verordnung zum Schutz von Volk und Staat (Todesstrafe für Volksverrat; Reichsregierung kann in die Befugnisse der Landesbehörden eingreifen); Verordnung gegen Verrat am Deutschen Volke und hochverräterische Umtriebe (verschärfte Strafen).
  • 4. März 1933: Tag der erwachenden Nation; Hitler spricht am Vorabend der Reichstagswahl von Königsberg aus im Rundfunk zum ganzen deutschen Volk (vom 15. Februar bis 4. März spricht Hitler auf seinem 5. Deutschlandflug in 10 deutschen Städten).
  • 5. März 1933: Reichstagswahl: NSDAP erringt bei einer Wahlbeteiligung von 88,8 % 17,27 Mill. Stimmen (43,9 %) und 288 von 647 Mandaten (bisher [Wahl vom 6. November 1932] 196 von 584 Mandaten). Die Nationalsozialisten verfügen zusammen mit der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (Deutschnationale und Stahlhelm), die 8 % der Stimmen und 52 Mandate erhält, über die absolute Mehrheit im Reichstag (340 von 647 Mandaten); da die 81 kommunistischen Abgeordneten nicht zugelassen werden, zählt der Reichstag praktisch nur 566 Abgeordnete. Gleichzeitig Neuwahl des preußischen Landtags: Die NSDAP erringt 10,51 Mill. Stimmen (44 %) und 211 von 474 Mandaten (bisher [Wahl vom 24. April 1932] 162 von 422 Mandaten). Nationalsozialisten und Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (43 Mandate) verfügen auch hier über die absolute Mehrheit (254 von 474 [ohne Kommunisten 411] Mandaten). Frick greift in den Tagen vom 5.-7. März in Hamburg, Bremen, Hessen, Baden, Württemberg, Sachsen und Schaumburg-Lippe ein und übernimmt die polizeilichen Befugnisse.
  • 8. März 1933: In Hamburg, Bildung einer nationalsozialistischen Regierung, unter Bürgermeister Krogmann (am 4. und 6. Rücktritt des bisherigen Senates unter Bürgermeister Petersen). Karl-Liebknecht-Haus in Berlin, die kommunistische Hochburg, zugleich mit der Hissung der Hakenkreuzfahne in Horst-Wessel-Haus umgetauft.
  • 9. März 1933: Infolge der bedrohlichen Lage in Bayern, wo das Kabinett Held-Stützel noch am Ruder ist, setzt Reichsinnenminister Frick Generalleutnant von Epp als Reichskommissar in Bayern ein, der am 10. März eine kommissarische Staatsregierung bildet; Heinrich Himmler kommissarischer Polizeipräsident von München; am 16. Rücktritt der Regierung Held; Epp kommissarischer Ministerpräsident.
  • 10. März 1933: Rücktritt der Regierung in Baden (Schmitt) und Sachsen (Walther Schieck|Schieck); hier SA-Obergruppenführer von Killinger als Reichskommissar eingesetzt.
  • 11. März 1933: Rein nationalsozialistische Regierung in Baden (Gauleiter Robert Wagner [seit 8. März Reichskommissar], Köhler, Wacker, Rupp).
  • 12. März 1933: Kommunalwahlen in Preußen: weitere große Erfolge der Nationalsozialisten; NSDAP erringt in Berlin 38,3 % (5. März: 34,6 %) der Stimmen und 86 von 225 Mandaten (zusammen mit der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot [27 Mandate] absolute Mehrheit [113 von 225, ohne Kommunisten 181 Mandaten]); am 15. März Dr. Lippert von Minister Göring als Staatskommissar zur besonderen Verwendung in Berlin eingesetzt; am 31. Mai durch Gesetz endgültig zum Staatskommissar bestellt. In 6 von den 12 preußischen Provinziallandtagen (Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Grenzmark, Niederschlesien, Schleswig-Holstein) erringt NSDAP absolute Mehrheit. Flaggenverordnung Hindenburgs: Schwarzweißrote Fahne und Hakenkreuzfahne bis zur endgültigen Regelung der Reichsfarben werden Reichsfahnen; am 14. für die Reichswehr Schwarzweißrote Kokarde und Reichskriegsflagge ohne Gösch eingeführt; am 8. April Gösch aus der Handelsflagge entfernt.
  • 13. März 1933: In Hessen rein nationalsozialistische Regierung (unter Staatspräsident Dr. Werner: vom 18. September 1933 bis 28. Februar 1935 Philipp Wilhelm Jung einziger hessischer Staatsminister).
  • 15. März 1933: In Württemberg Gauleiter Wilhelm Murr (seit 8. März Reichskommissar) zum Staatspräsidenten gewählt. Regierung aus Nationalsozialisten (Mergenthaler) und Deutschnationalen gebildet.
  • 16. März 1933: Schacht an Luthers Stelle Reichsbankpräsident.
  • 18. März 1933: Neuer Senat in Bremen aus Nationalsozialisten und Deutschnationalen unter Bürgermeister Dr. Richard Markert (seit 6. März Reichskommissar), seit 23. Oktober 1934 unter Bürgermeister Otto Heider.
  • 18. März 1933: Gründung der SS-Leibstandarte Adolf Hitler.
  • 21. März 1933: Vormittags feierliche Eröffnung des Reichstages durch Staatsakt in der Garnisonkirche zu Potsdam (ohne Beteiligung der sozialdemokratischen Fraktion); Ansprachen Paul von Hindenburgs und Adolf Hitlers; nachmittags Zusammentritt des Reichstages in der als Reichstagsplenarsaal hergerichteten Krolloper in Berlin; Hermann Göring wieder zum Reichstagspräsidenten gewählt. Amnestie für Straftaten nationaler Kämpfer verkündet; Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung.
  • 21. März 1933: Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung (Strafen für unbefugtes Tragen und Besitzen von Uniformen der nationalen Verbände).
  • 22. März 1933: Zusammentritt des neugewählten preußischen Landtages; der bisherige nationalsozialistische Landtagspräsident Hans Kerrl wiedergewählt; Wiederherstellung der alten Geschäftsordnung; Wahl des Ministerpräsidenten vorläufig verschoben.
  • 23. März 1933: Adolf Hitlers Regierungserklärung im Reichstag; scharfe Entgegnung Hitlers auf die Rede des soz.-dem. Parteivorsitzenden Wels; Annahme des von der NSDAP und der Kampffront eingebrachten verfassungsändernden Ermächtigungsgesetzes (Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, gültig bis 1. April 1937; Aufhebung des Größten Teiles der Weimarer Verfassung) mit 441 gegen 94 (sozialdemokratische) Stimmen; sofortige Zustimmung des Reichsrates. Änderung der Reichstagsgeschäftsordnung. preuß. Landtagspräsident Kerrl kommissarischer preußischer Justizminister.
  • 29. März 1933: Auflösung des Reichswirtschaftsrates; Neubildung beschlossen. Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todesstrafe (bei Verbrechen gegen die öffentliche Sicherheit).
  • 31. März 1933: 1. Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich (Neubildung der Länderparlamente und Kommunalvertretungen außerhalb Preußens nach den Ergebnissen der Reichstagswahl vom 5. März unter Ausschaltung der Kommunisten.
  • 1. April 1933: Boykott gegen die jüdischen Geschäfte, Ärzte, Rechtsanwälte usw. in Deutschland (unter Leitung des fränkischen Gauleiters der NSDAP Julius Streicher) zur Abwehr der jüdischen Greuelpropaganda im Auslande reibungslos durchgeführt. -- Der Nationalsozialist Fritz Reinhardt zum Staatssekretär im Reichsfinanzministerium ernannt. -- Gründung des Außenpolitischen Amtes der NSDAP (unter Alfred Rosenberg).
  • 4. April 1933: Einigung des deutschen Bauerntums unter Darré (seit 12. Januar 1934 Reichsbauernführer). -- Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten.
  • 5. April 1933: Übernahme des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände durch die Reichsjugendführung.
  • 7. April 1933: 2. Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich (Reichsstatthaltergesetz); der Reichsstatthalter (in Preußen der Reichskanzler) ernennt und entläßt die Landesregierung und unmittelbaren Staatsbeamten, verkündet Landesgesetze, hat Begnadigungsrecht. Dadurch Gewährleistung der Reichseinheit und Unabhängigkeit der Landesregierungen von den Landtagen. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.
  • 8. April 1933: Appell der gesamten deutschen und österreichischen SA, zu der Adolf Hitler durch Rundfunk vom Berliner Sportpalast aus spricht. Besichtigungen der SA durch Adolf Hitler oder Stabschef Ernst Röhm: 7. Mai: Kiel (Gruppe Nordmark), 18. Juni: Erfurt und Frankfurt a. d. O. (Gruppen Thüringen und Ostmark), 9. Juli: Dortmund und Koblenz (Gruppe Westfalen und rheinische Motor-SA), 16. Juli: Leipzig (Gruppe Sachsen), 6. August: Berlin (Gruppe-Berlin-Brandenburg), 8. Oktober: Breslau (Gruppe Schlesien); 24. September: Stahlhelmtag in Hannover. 11./13. August: Aufmarsch der SS-Gruppe Ost in Döberitz u. Berlin. 25. März 1934: Dresden (SA-Gruppe Sachsen).
  • 10. April 1933: Hermann Göring preußischer Ministerpräsident, Innenminister und stellvertretender Reichsstatthalter; Rücktritt Papens als Reichskommissar für Preußen. Epp Reichsstatthalter Bayerns.
  • 12. April 1933: Ernennung der bayrischen Regierung,: Ludwig Siebert Ministerpräsident; Gauleiter des Gaues München-Oberbayern Adolf Wagner Innenminister; Führer des Bundes Nat.-soz. Deutscher Juristen Dr. Hans Frank Justizmin. (bis 19. Dezember 1934); Gauleiter des Gaues Bayer. Ostmark und Gründer des Nat.-soz. Lehrerbundes (NSLB; 1927 i. Hof gegründet) Hans Schemm († März 1935) Kultusminister; Herman Esser Minister ohne Geschäftsbereich, dann Wirtschaftsminister (1. März 1934 bis 21. März 1935).
  • 17. April 1933: Adolf Hitler betont in seiner Abrüstungsrede, daß die SA und SS nicht als militärische Formationen zu betrachten seien.
  • 20. April 1933: Adolf Hitler an seinem 44. Geburtstage zusammen mit Paul von Hindenburg zum Ehrenbürger Bayerns ernannt.
  • 21. April 1933: Ernennung der Preußenregierung: Rust Kultusminister, Kerrl Justizminister, Popitz Finanzminister; die von dem Reichsminister Hugenberg kommissarisch verwalteten Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerien bleiben vorläufig unbesetzt.
  • 22. April 1933: Der bayrische Justizminister Dr. Frank zum Reichsjustizkommissar für die Erneuerung der Rechtsordnung und die Gleichschaltung der Justiz in den Landern ernannt (bis 19. Dezember 1934).
  • 26. April 1933: 8 neue SA- und SS-Dienstgrade eingeführt.
  • 27. April 1933: Adolf Hitler ernennt den Vorsitzenden der politischen Zentralkommission Rudolf Heß zu seinem Stellvertreter (seit dem 29. Juni 1933 nimmt er an den Sitzungen des Reichskabinetts teil); Reichsminister Seldte tritt zur NSDAP über.
  • 29. April 1933: Gründung des Reichsluftschutzbundes (RLB).
  • 1. Mai 1933: Tag der nationalen Arbeit; große wirtschaftsprogrammatische Rede Adolf Hitler vor 1 1/2 Millionen Menschen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Mitgliederaufnahmesperre für die NSDAP.
  • 2. Mai 1933: Die nat.-soz. Betriebszellenorganisation (NSBO) übernimmt unter Führung von Dr. Robert Ley sämtliche Gewerkschaftshäuser der freien Gewerkschaften (die christlichen, liberalen und nationalen Gewerkschaften unterstellen sich am 3. Hitlers Führung); Gründung der Deutschen Arbeitsfront durch Dr. Ley (Organ: Der Deutsche).
  • 3. Mai 1933: Hitler erkennt die NS-Volkswohlfahrt (NSV) unter Hilgenfeldt als die für das Gebiet der Volkswohlfahrt und Fürsorge zuständige Parteiorganisation an (April 1932 in Berlin als Verein gegründet, Oktober 1932 bis April 1933 der Hauptabt. III des Gaues Groß-Berlin der NSDAP unterstellt).
  • 3./4. Mai 1933: Gründung der Reichsstände des deutschen Handwerks und des deutschen Handels unter Dr. Theodor Adrian von Renteln.
  • 5. Mai 1933: Aufruf Hitlers zur Stiftung für die Opfer der nationalen Arbeit. Ernennung der Reichsstatthalter für Sachsen (Gauleiter Martin Mutschmann), Württemberg (bisheriger Staatspräsident und Gauleiter Wilhelm Murr; Ministerpräsident wird Mergenthaler), Baden (bisheriger Ministerpräsident und Gauleiter Robert Wagner; Ministerpräsident wird Walter Köhler), Thüringen (bisheriger Ministerpräsident und Gauleiter Fritz Sauckel; Ministerpräsident wird Wilhelm Marschler) Hessen (Gauleiter Jakob Sprenger), Braunschweig-Anhalt (Gauleiter Wilhelm Friedrich Löper, † 23. Oktober 1935), Bremen-Oldenburg (Gauleiter und bisheriger Ministerpräsident Carl Röver: oldenbürgischer Ministerpräsident wird Georg Joël); am 16. Mai die Reichsstatthalter von Hamburg (Gauleiter Karl Kaufmann), Lippe und Schaumburg-Lippe (Gauleiter Dr. Alfred Meyer) und am 26. von Mecklenburg und Lübeck (Gauleiter Friedrich Hildebrandt) ernannt; am 26. Mai von Paul von Hindenburg vereidigt.
  • 6. Mai 1933: Ernennung der sächsischen Regierung (unter Ministerpräsident von Killinger; bis 28. Februar 1935).
  • 10. Mai 1933: Beschlagnahme des Vermögens der Sozialdemokratischen Partei und des Reichsbanners.
  • 15. Mai 1933: Bäuerliches Erbhofrecht in Preußen (Anerbenrecht) (aufgehoben durch das Reichserbhofgesetz vom 29. September 1933).
  • 17. Mai 1933: Hitlers Reichstagsrede über die Abrüstung (auf alle deutschen und zahlreiche ausländische Sender übertragen); er verkündet den Friedenswillen der Regierung und des gesamten Volkes; der Reichstag billigt einstimmig Hitlers Erklärung.
  • 18. Mai 1933: Der preußische Landtag und Staatsrat beschließt ein Ermächtigungsgesetz (Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Land) für die preußische Staatsregierung.
  • 19. Mai 1933: Gesetz über Treuhänder der Arbeit (aufgehoben durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934). Gesetz zum Schutz der nationalen Symbole.
  • 28. Mai 1933: Neuwahl des am 13. April aufgelösten Danziger Volkstages: NSDAP erhält 109029 Stimmen (51,1 %) und mit 39 und seit 2. Mai 1934 41 (bisher [Wahl vom 16. November 1930] 12) von 72 Mandaten die absolute Mehrheit; am 20. Juni Bildung einer nationalsozialistischen Regierung unter Senatspräsident Dr. Rauschning (am 23. November 1934 zurückgetreten). Direkte Verhandlungen zwischen Danzig und Polen zur Herstellung besserer Beziehungen führen zu den Abkommen vom 5. August und 18. September 1933, 6. August 1934 (u. a. betr. Ausnutzung des Danziger Hafens).
  • 29. Mai 1933: Durch Reichsgesetz (mit Wirkung vom 1. Juni) Tausend-Mark-Gebühr für Einreise nach Österreich eingeführt.
  • 1. Juni 1933: Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit; 21. September: 2. Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Beginn der planmäßigen Arbeitsschlacht; bis zum Beginn des Winters Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 2 1/4 Millionen (Höchststand am 15. Februar: 6047000 Arbeitslose; 30. November: nur noch 3714000 Arbeitslose; 31. Januar 1935: 2974000 Arbeitslose). Gründung der Deutschen Rechtsfront in Hamburg.
  • 7. Juni 1933: Der von Benito Mussolini am 19. März vorgeschlagene Viermächtepakt zwischen Deutschland, Italien, England und Frankreich paraphiert; am 15. Juli in Rom unterzeichnet.
  • 12. Juni 1933: Eröffnung der am 27. Juli ergebnislos beendeten Weltwirtschaftskonferenz in London; deutsche Delegation unter Führung des reichsaußenministers von Neurath. Ausweisung des Presseattachés bei der deutschen Gesandtschaft in Wien Theo Habicht (zugleich Landesinspekteur der NSDAP für Österreich [bis zum 26. Juli 1931]).
  • 16. Juni 1933: Adolf Hitler eröffnet die Reichsführerschule der NSDAP in Bernau.
  • 17. Juni 1933: Hitler ernennt den Reichsjugendführer der NSDAP Baldur von Schirach zum Jugendführer des Deutschen Reiches; 8. Juli: Errichtung der Dienststelle des Jugendführers.
  • 17. Juni 1933: Hitler ernennt Reichsjugendführer von Baldur von Schirach zum Jugendführer des Deutschen Reiches.
  • 19. Juni 1933: Der österreichische christlich-soziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß verbietet die NSDAP und SA in Österreich; Beginn schärfster Unterdrückungsmaßnahmen gegen die nationalsozialistische Bewegung in Österreich. Die deutsche Abordnung (unter Dr. Ley) verläßt die Internationale Arbeitskonferenz in Genf.
  • 21. Juni 1933: Verbot und Auflösung der Kampfringe der Deutschnationalen Front, und der Bismarckjugend, in die zahlreiche Kommunisten und Sozialdemokraten aufgenommen sind; Eingliederung des Bundes Scharnhorst in die Hitler-Jugend.
  • 21. Juni 1933: Eingliederung des Jungstahlhelm in die SA zwischen Hitler und dem 1. Stahlhelm-Bundesführer Seldte vereinbart (Jungstahlhelmführer Elhard von Morozowicz [† 31. Januar 1934] tritt zum Stabe des Obersten SA-Führers; Eingliederung am 31. Oktober abgeschlossen). Im Anschluß daran die Brigade Ehrhardt dem Reichsführer der SS als selbständige Gliederung innerhalb der SS unterstellt (Januar 1934 aufgelöst und der SS oder SA eingegliedert).
  • 22. Juni 1933: Verbot der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland.
  • 26. Juni 1933: Gründung der Akademie für Deutsches Recht.
  • 27. Juni 1933: Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens: Reichsautobahnen; am 23. September eröffnet Hitler den Bau der ersten Reichsautobahn (Frankfurt-Heidelberg). 19. Mai 1935: Hitler eröffnet die erste Reichsautobahnstrecke (Frankfurt-Darmstadt). Selbstauflösung der Deutschnationalen Volkspartei (seit 3. Mai: Deutschnationale Front); Rücktritt Hugenbergs als Reichsminister und kommissarischer preußischer Minister.
  • 28. Juni 1933: Selbstauflösung der Staatspartei.
  • 29. Juni 1933: Die Reichsminister Darré und Schmitt zu preußischen Landwirtschafts- und Wirtschaftsministern, der Nationalsozialist Gottfried Feder zum Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium (bis 4 Dezember 1934) ernannt.
  • 1. Juli 1933: Grundlegende Neugliederung der Hitler-Jugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM). Schaffung der 5 Obergebiete (Gauverbände) Ost, Nord, West, Mitte, Süd (mit 21 Gebieten [Obergauen]) und des selbständigen Gebietes (Obergaues) 22 (Deutsch-Österreich) sowie der HJ-Banne (die bisherigen Banne werden Oberbanne) und der Untergaue des BDM als neuer Einheiten. Vereinheitlichung der Uniformen der HJ und des BDM.
  • 1./3. Juli 1933: SA-Führertagung in Bad Reichenhall; der gesamte Stahlhelm der Obersten SA-Führung unterstellt; 31. Juli: Seldte zum SA-Obergruppenführer befördert.
  • 3. Juli 1933: Gründung der NSKOV (Kriegsopferversorgung) unter Hans Oberlindober.
  • 4. Juli 1933: Selbstauflösung der Deutschen und Bayrischen Volkspartei.
  • 5. Juli 1933: Selbstauflösung des Zentrums.
  • 6. Juli 1933: Hitler erklärt die nat.-soz. Revolution für beendet.
  • 7. Juli 1933: Alle Mandate der sozialdemokratischen Partei und die mit sozialdemokratischer Hilfe erworbenen Mandate anderer Parteien (Staatspartei) für ungültig erklärt. Die Abgeordneten der übrigen Parteien treten im Reichstag, in den Landtagen und Kommunalvertretungen der Fraktion der NSDAP als Hospitanten bei. Neue Einteilung der gesamten SA in 8 Obergruppen (I-VIII) und 21 Gruppen.
  • 8. Juli 1933: Abschluß des Konkordats zwischen Deutschland und dem Römischen Stuhl; am 20. Juli von Vizekanzler Franz von Papen und Kardinalstaatssekretär Pacelli unterzeichnet (Einflußsphären des Staates und der Kirche gegeneinander abgegrenzt; Verbot der politischen Betätigung der Geistlichen; Treueid der Bischöfe).
  • 10. Juli 1933: Wegen des Massenandrangs Aufnahmesperre für die SA (vom 1.-5. November 1933 vorübergehend aufgehoben) und SS (im September 1934 vorübergehend aufgehoben).
  • 14. Juli 1933: Gesetz über die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche. Gesetz gegen die Neubildung von Parteien (unter Strafe gestellt). Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (Erbgesundheitsgerichte). Gesetz über Volksabstimmung.
  • 15. Juli 1933: Generalrat der Wirtschaft gebildet.
  • 15. August 1933: Ostpreußen von Arbeitslosen frei.
  • 25. August 1933: Der am 11. Januar 1923 (Tag des Ruhreinbruchs) von Fritz Kloppe gegründete national-revolutionäre Kampfverband Der Wehrwolf, der sich mit allen Gliederungen am 14. Juli der Obersten SA-Führung unterstellt hat, in die SA eingegliedert.
  • 27. August 1933: Große Kundgebung am Tannenbergdenkmal in Hindenburgs und Hitler Gegenwart (Ostland-Treuefahrt).
  • 31. August 1933 bis 3. September: 5. Reichsparteitag (Parteitag des Sieges) der NSDAP (die 1930/32 fälligen Parteitage fanden wegen starker Beanspruchung der Partei durch Wahlen und sonstige politische Aufgaben nicht statt); Appell von 150000 Amtswaltern (auf der Zeppelinwiese), 60000 Hitlerjungen (im Stadion) und 100000 SA-, SS-Männern und Stahlhelmern (im Luitpoldhain); Reden Hitlers über Kultur und Rasse und Volk und Rasse.
  • 2. September 1933: 5. Reichsparteitg der NSDAP in Nürnberg. Appell von 60000 Hitlerjungen im Stadion. Ansprache Hitlers.
  • 3. September 1933: 5. Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg; Hitler verleiht im Luitpoldhain der SA 118 Standarten und der SS 8 Standarten und 150 Sturmfahnen; wegen des starken Anwachsens der SA und SS dürfen nur Abordnungen jeder Formation am Parteitag teilnehmen; 100000 SA- und SS-Männer und Stahlhelmer marschieren an Hitler auf dem Adolf-Hitler-Platz (früher: Hauptmarkt) vorbei.
  • 13. September 1933: Bildung des Reichsnährstandes unter Reichsminister Darré. Reichsminister Dr. Goebbels verkündet den Plan des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes (Kampf gegen Hunger und Kälte). Im Winter 1933/34 werden 358 Millionen Reichsmark an Geld- und Sachspenden aufgebracht.
  • 15. September 1933: Hermann Göring eröffnet in Berlin den von ihm durch Gesetz vom 8. Juli geschaffenen neuen Preußischen Staatsrat.
  • 21. September 1933: Eingliederung der evangelischen Jugendverbände in die HJ abgeschlossen.
  • 22. September 1933: Die Reichsregierung beschließt die Schaffung einer Reichskulturkammer; am 15. November vom Präsidenten, Reichsminister Dr. Goebbels, in Berlin eröffnet.
  • 28. September 1933: Reichsminister Dr. Goebbels spricht vor der internationalen Presse in Genf.
  • 1. Oktober 1933: Erntedankfest auf dem Bückeberg bei Hameln; Rede Hitlers. Verkündung des Reichserbhofgesetzes (vom 29. September).
  • 4. Oktober 1933: Schriftleitergesetz (am 1. Januar 1934 in Kraft getreten).
  • 13. Oktober 1933: Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens (verschärfte Strafen für Angriffe aus politischen Gründen auf SA, SS und Stahlhelm).
  • 14. Oktober 1933: Da Deutschland die Gleichberechtigung auf der Abrüstungskonferenz in Genf nicht zugestanden wird, beschließt das Reichskabinett Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund (am 19. Oktober notifiziert); Aufruf Hitlers an das deutsche Volk; Hitler begründet in einer Rundfunkrede, die von allen deutschen und zahlreichen ausländischen Sendern übertragen wird, vor der ganzen Welt diesen Schritt von höchster politischer Bedeutung; Auflösung des Reichstages (Neuwahlen zugleich mit der Volksabstimmung über Hitlers Politik auf den 12. November angesetzt) und sämtlicher deutschen Länderparlamente (ohne Neuwahlen).
  • 15. Oktober 1933: Rudolf Heß verfügt, daß keinem Mitglied der NSDAP aus seiner Einstellung zur Kirche und Religion ein Nachteil erwachsen darf. Adolf Hitler legt in München den Grundstein für das Haus der deutschen Kunst (an Stelle des am 6. Juni 1931 niedergebrannten Glaspalastes).
  • 24. Oktober 1933: Hitler eröffnet den Reichstagswahlkampf im Sportpalast in Berlin; seine Rede auf alle deutschen Sender übertragen (25. Oktober bis 9. November: 6. Deutschlandflug Hitlers; er spricht in 10 Städten).
  • 6. November 1933: Bisheriger Kernstahlhelm wird SA-Reserve I (neben SA und SS) (unter Oberstlandesführer von Stephani), deren Organisation (Oberlandes- und Landesverbände) der der SA (Obergruppen und Gruppen) angeglichen wird. Kyffhäuserbund, Regimentsvereine usw. werden SA-Reserve II (unter Oberst a. D. Wilhelm Adolf Reinhard).
  • 7. November 1933: Ernennung von SA- und SS-Führern zu Sonderbevollmächtigten, bzw. -beauftragten des Obersten SA-Führers bei den Regierungsstellen Preußens und dann auch anderer deutscher Länder zur Beratung (am 4. Juli 1934 abberufen).
  • 8./9. November 1933: Zehnjahresfeier der Erhebung von 1923 in München.
  • 9. November 1933: Vereidigung der SS Leibstandarte Adolf Hitler am 10. Jahrestag der Erhebung von 1923 von der Feldherrnhalle in München auf Hitler.
  • 10. November 1933: Während der einstündigen, von allen deutschen und zahlreichen ausländischen Sendern übertragenen Rede Hitlers. Für Gleichberechtigung und Frieden vor der Arbeiterschaft in den Siemenswerken in Berlin ruht in ganz Deutschland die Arbeit.
  • 12. November 1933: Volksabstimmung über Hitlers gesamte Innen- und Außenpolitik (einschließlich des Austritts aus dem Völkerbund): bei einer Wahlbeteiligung von 96,3 % werden 40,6 Mill. Ja-Stimmen (95,1 %) und 2,1 Mill. Nein-Stimmen (4,9 %) abgegeben. Gleichzeitig Reichstagswahl: bei einer Wahlbeteiligung von 95,2 % werden für die Einheitsliste der NSDAP 33.64 Mill. Stimmen (92,2 %) (am 5. März 1933 43,9 %) abgegeben; damit sind 661 Abgeordnete gewählt (639 Mitglieder der NSDAP und 22 Gäste).
  • 24. November 1933 bis 27. Januar 1934: Der Kommandeur der Politischen Polizei in Bayern (seit 3. April 1933) Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, wird zum Kommandeur der Politischen Polizei von Hamburg, Mecklenburg, Lübeck, Württemberg, Baden, Hessen, Anhalt, Thüringen. Bremen, Oldenburg, Sachsen und Braunschweig ernannt; 20. April 1934: Hermann Göring ernennt Heinrich Himmler zum Leiter der Preußischen Politischen Polizei und des preußischen Geh. Staatspolizeiamtes; Zentralisierung der gesamten deutschen Politischen Polizei.
  • 27. November 1933: Organisation der Freizeit Kraft durch Freude; Umgestaltung der Arbeitsfront als Trägerin dieser Organisation.
  • 28. November 1933: Stiftung des SA-Sportabzeichens, am 15. Februar 1936 durch Hitler neugestiftet.
  • 1. Dezember 1933: Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat; NSDAP wird eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes (mit eigener Disziplinargerichtsbarkeit).
  • 1. Dezember 1933: Durch das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat (NSDAP eine Körperschaft öffentlichen Rechts) wird der Stabschef der SA Ernst Röhm als Minister ohne Geschäftsbereich Mitglied der Reichsregierung (am 3. Juli 1934 diese Vorschrift aufgehoben); Einführung der SA-Gerichtsbarkeit (bereits am 28. April 1933 vom Reichskabinett beschlossen).
  • 12. Dezember 1933: Eröffnung des Reichstages; Hermann Göring wieder Reichstagspräsident; der bisherige preußische Landtagspräsident Kerrl 1., der bisherige bayr. Landtagspräsident Esser 2. Reichstagsvizepräsident.
  • 13. Dezember 1933: Verkündung des deutschen Rechtsstandes unter Reichsjustizkommissar Dr. Frank.
  • 15. Dezember 1933: Neues preußisches Gemeindeverfassungsgesetz; Aufhebung sämtlicher Preußischen Provinziallandtage und Kommunalvertretungen. -- Vereinigung von Mecklenburg- Schwerin und -Strelitz (zum 1. Januar 1934 unter Ministerpräsident Engell, seit 26. Oktober 1934 unter Staatsminister Dr. Scharf).
  • 21. Dezember 1933: Eingliederung des evangelischen Jugendwerkes in die Hitler-Jugend vollzogen.
  • 31. Dezember 1933: 4,06 (1932: 5,77) Mill. Arbeitlose in Deutschland.

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