Afghanistan

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Flagge Afghanistan.png
Amtssprache Paschtunisch und Dari (Persisch)
Hauptstadt Kabul
Staatsform Islamische Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt Präsident
Aschraf Ghani
Regierungschef Ministerpräsident
Abdullah Abdullah
Fläche 652.864 km²
Einwohnerzahl 32.564.342 (Schätzung Juli 2015)
Bevölkerungsdichte 50 Einwohner pro km²
Währung Afghani (AFN)
Gründung 1747 (Entstehung des Durrani-Reichs, des Vorgängerstaats des modernen Afghanistan)
Unabhängigkeit 19. August 1919 (vom Vereinigten Königreich; faktisch nie kolonisiert)
Nationalhymne Milli Tharana
Zeitzone UTC+4:30
Kfz-Kennzeichen AFG
ISO 3166 AF, AFG, 004
Weltnetz-TLD .af
Telefonvorwahl +93
ISAF.png

Afghanistan ist ein gescheiterter Vielvölkerstaat an der Schnittstelle Zentral- und Südasiens, der an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, die Volksrepublik China und Pakistan grenzt. Drei Viertel des Landes bestehen aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen. Die vorherrschende Religion ist der Mohammedanismus, zuvor war das Land über Jahrhunderte buddhistisch geprägt.

Inhaltsverzeichnis

Namensgebung

Der Name Afghanistan bedeutet wörtlich Land der Afghanen. Das Wort Afghane ist hierbei nicht im modernen Sinne als Staatsbürger Afghanistans zu verstehen, sondern bezieht sich speziell auf das indogermanische Volk der Paschtunen, die im persischen und turksprachigen Raum „Afghanen“ genannt wurden.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Afghanistans

Bevölkerung

Zusammensetzung

Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat. Mit 42 % stellen die Paschtunen unter den Afghanen die größte Bevölkerungsgruppe, gefolgt von den Tadschiken (27 %), den Hasaren (Hazara) und Usbeken (jeweils 9 %), den Aimaken (4 %), den Turkmenen mit 3 % und den Baloch mit 2 %. Die restlichen 4 % teilen sich auf verschiedene andere ethnische Splittergruppen auf.

Sprachen

Amtssprachen Afghanistans sind Paschto und Persisch. Ersteres ist die Muttersprache der Paschtunen, als Zweitsprache jedoch nicht weit verbreitet. Muttersprache der Tadschiken, Hasaren und Aimaken ist Persisch, welches in Afghanistan oft Dari genannt wird. Usbekisch und Turkmenisch haben keinen offiziellen Status, können aber in den Gebieten, wo sie vorherrschend gebraucht werden, z. B. als Unterrichtssprache verwendet werden. Als Sprache mit dem größten Prestige und frühere Hof- und Kultursprache dient Persisch, sie ist die lingua franca zur stammesübergreifenden Kommunikation. Auch Paschtunen, die früher als die eigentlichen Afghanen bekannt waren, bedienen sich dafür (oftmals etwas widerwillig) des Persischen als Zweitsprache.

Ferner gelten unter Linguisten der Pamirraum, Nordostafghanistan und Nordpakistan als eine der sprachreichsten Gegenden der Welt überhaupt. Oftmals finden sich in benachbarten Bergtälern grundverschiedene Sprachen aus einer der vielen Durchzugsbewegungen traditionell konserviert.

Konfessionen

80 % der Afghanen sind Sunniten, 19 % Schiiten und 1 % gehört anderen Glaubensrichtungen an. Dem Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerkes Open Doors zufolge gehört Afghanistan zu den zehn Ländern, in denen Christen den größten Verfolgungen ausgesetzt sind (Stand 2012).[1] Der Abfall vom Islam wird mit dem Tode bestraft und kommt dementsprechend selten vor. Konvertiten machen ihren Glaubenswechsel deshalb so gut wie nie öffentlich.

Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur

Die Bevölkerung Afghanistans wächst jährlich um 2,471 %. Die Netto-Einwanderungsrate beträgt 4,24 Einwanderer pro Jahr auf 1.000 Einwohner, die Geburtenrate liegt bei 5,5 Kindern pro Frau und ist damit die dreizehnthöchste der Welt. 43,6 % der Afghanen sind 14 Jahre und jünger, 54 % zwischen 15 und 64 Jahren alt, 2,4 % 65 und älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei den Männern bei 44,45 Jahren, bei den Frauen bei 44,87 Jahren. Das Medianalter beträgt 18 Jahre.

Kriege in Afghanistan

1893 zogen die Briten mit der sogenannten „Durand-Linie“ eine Grenze mitten durch das Siedlungsgebiet der Paschtunen, nachdem ihr Versuch gescheitert war, das Paschtunenland ihrer Kolonie Britisch-Indien zuzuschlagen.[2]

Krieg mit der Sowjetunion

Die letzte Schlacht des Kalten Krieges fand in Afghanistan statt. Nachdem sich 1978 Kommunisten mit Hilfe der kommunistisch geprägten Afghanischen Armee an die Macht geputscht und die Demokratische Republik Afghanistan ausgerufen hatten, ließ Weihnachten 1979 der Kremlchef Leonid Breschnew seine Truppen in Afghanistan einmarschieren, um die kommunistische Regierung in Kabul einerseits auf moskautreue Linie zu bringen und sie andererseits bei ihrer „Revolution“ zu unterstützen. Der amerikanische Geheimdienst CIA und Pakistan unterstützten infolgedessen fatalerweise die aufständischen Mudschaheddin mit geheimen Geld- und Waffenlieferungen, aus denen sich später die Taliban entwickeln sollten.

Zwischen dem 24. und 27. Dezember 1979 wurden über 6.000 Mann sowjetische Luftlandetruppen nach Kabul und Bagram eingeflogen. Am 25. Dezember traten starke Panzerverbände aus der Tadschikischen Sowjetrepublik den Marsch auf Afghanistan an. Binnen weniger Tage hatte die Sowjetunion die wichtigsten Städte und Verkehrsknotenpunkte ihres südliches Nachbarlandes besetzt und einen neuen Regierungschef eingesetzt.

Mit dem „eng befristeten“ Einsatz wollte der sowjetische Präsident Leonid Breschnew die Herrschaft der dortigen, in sich stark zerstrittenen, kommunistischen Partei sichern. Die politischen Flügelkämpfe hatten das Land an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht. In Moskau wuchs die Angst vor einer islamischen Revolution nach iranischem Vorbild. Ein weiterer Gottesstaat hätte vermutlich auch die südlichen moslemischen Sowjetrepubliken destabilisiert.

Doch anstatt Ruhe in die Region zu bringen, wuchs der Widerstand der afghanischen Bevölkerung gegen das „gottlose“ Kabul sprunghaft an. Die Rebellen waren zunehmend religiös motiviert, und die afghanische Regierung verlor den letzten Rückhalt in der Bevölkerung. Die kommunistische Regierung hatte ab den späten Achtziger Jahren nur mehr in großen Städten wie Kabul und Kandahar die Staatsgewalt inne. Dem Aufruf zum heiligen Krieg folgten auch Tausende arabische Freiwillige. Unter ihnen war der saudische Milliardärssohn Osama bin Laden.

Angesichts der Invasion löste sich die afghanische Armee praktisch selbst auf. Mindestens die Hälfte der Soldaten – etwa 40.000 Mann – desertierten oder schlossen sich samt Waffen den Guerilla-Gruppen der Mudschaheddin an. Fast zehn Jahre lang lieferten sich Sowjetarmee und Mudschaheddin einen blutigen Kampf.

Der neue sowjetische Präsident Michail Gorbatschow sprach 1986 vom Afghanistankrieg als „offener Wunde“. Obwohl sich bis dahin ein Gleichgewicht des Schreckens zwischen der kommunistischen Regierung und den islamistischen Widerstandskämpfern gebildet hatte, was im Westen viele zur Annahme hinreißen ließ, die von den Russen unterstützte Kabuler Zentralregierung sitze auf dem längeren Ast, änderte sich die Situation dramatisch mit dem Abzug der russischen Soldaten 1989. Bereits 1986 lieferten die VSA erstmals Stinger-Raketen an den afghanischen Widerstand. Ohne die massive Unterstützung durch Rußland befand sich die Kabuler Regierung, die inzwischen jede weltanschauliche Nähe zum Kommunismus leugnete und eine Regierung der nationalen Einheit ausrief, auf dem unaufhaltsamen Rückzug. 1992 schließlich wurde sie von den Mudschaheddin gestürzt, der Bürgerkrieg endete jedoch erst mit der Machtergreifung der Taliban in Kabul 1996, die mit einem radikalislamischen Herrschaftsstil für Frieden sorgten, wenn auch unter Verletzung zahlreicher grundlegender Menschenrechte.

Waffenlieferungen der CIA

Washington erkannte bald seine Gelegenheit, den großen Widersacher mit einem Stellvertreterkrieg am Hindukusch zu schwächen. In aller Stille beauftragte VS-Präsident Jimmy Carter die CIA mit der Organisation von Hilfsmaßnahmen für die afghanische Bevölkerung. Der Geheimdienst arbeitete von Pakistan aus. Die CIA-Agenten lieferten zunächst nur leichte Waffen und Geld an die afghanischen Widerstandskämpfer.

In den 1980er Jahren weitete Ronald Reagan die Einsätze deutlich aus. Seither trainierten CIA-Agenten die afghanischen „Gotteskrieger“ in Pakistan an modernsten Stinger-Boden-Luft-Raketen.

Viele der Taliban, die mit Hilfe amerikanischer Geheimdienste (CIA) in Pakistan für den Kampf gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan ausgebildet wurden, waren arme Bauernsöhne ohne weitere Bildung.

Untergang der Sowjetunion

Am 15. Februar 1989 überschritt Oberbefehlshaber General Boris Gromow als einer der letzten sowjetischen Soldaten die Grenze zur Sowjetunion. Die CIA feierte den vermeintlichen Sieg als Triumph ihrer Strategie.

Die Niederlage der Sowjetarmee trug zum raschen Untergang der Sowjetunion bei. Der Kommunismus setzte seinen in Afghanistan begonnen Rückzug bald in Ost- und Mitteleuropa fort. 1989 zogen die letzten sowjetischen Panzer ab. Die Bilanz von neun Jahren Krieg: mehr als eine Million Tote, viele Millionen Flüchtlinge und – wie sich zeigen sollte – eine schwere Hypothek für die Zukunft.

Terrornetzwerk Al-Qaida

Nach deren Abzug im Februar 1989 eroberten zunächst die Truppen der Stammesführer aus dem Norden die Hauptstadt. Ein blutiger Bürgerkrieg folgte. Die Taliban wurden im September 1996 als Ordnungsmacht begrüßt.

Schließlich kehrte Osama Bin Laden nach Afghanistan zurück, um diesmal gegen die Amerikaner zu kämpfen.

Der aus Saudi-Arabien stammende Osama bin Laden war als Kämpfer gegen die sowjetische Besatzung gekommen. Später genoß er Gastfreundschaft des Taliban-Führers Mullah Omar und entwickelte von Afghanistan aus sein nunmehr gegen die „Ungläubigen“ im sogenannten „Westen“ gerichtetes Terrornetzwerk, bis nach dem Schlag gegen Neu York die VSA im Oktober 2001 Afghanistan überfielen. Die VSA mit ihren Vasallen konnten mit ihrer irrsinnigen Kriegsmaschinerie zwar das Taliban-Regierung stürzen – aber anstatt ihnen die Stiefel zu lecken, wie es das VS-amerikanische Regime z. B. von den BRD-Deutschen gewohnt waren, setzten ihnen die Paschtunen genauso wie zuvor den britischen und sowjetischen Imperialisten einen erbitterten Widerstand entgegen, der auch von den VS-Besatzern nicht gebrochen werden konnte.

In Afghanistan, wo Stammeszugehörigkeit immer noch die stärkste Bindung ist, kann nur an Einfluß gewinnen, wer es versteht, Allianzen zu schmieden.

VS-Aggressionskrieg

Der von der VSA geführte NATO-Aggressionskrieg von 2001 gegen Afghanistan wurde scheinbar gedeckt durch den Artikel 51 der UN-Charta, weil ein Mitgliedsland der NATO, die VSA (nach den Anschlägen am 11. September 2001), angeblich von Afghanistan aus „angegriffen“ worden seien und man nun verpflichtet sei, ihnen militärisch beizustehen.

VS-Finanzierung

Die monatlichen Ausgaben des VS-Krieges von fast anderthalb Milliarden Euro (2 billion US-$ – 2009), sollen jährlich um etwa 60 Prozent steigen. Zu den 2008 angekündigten 17.000 VS-Soldaten sollen weitere 4.000 Mann nach Afghanistan entsandt werden. Damit steigt die Zahl der VS-Besatzer auf 59.000. Großbritannien leistet mit fast 9.000 Soldaten den größten europäischen Beitrag zur „Internationalen Schutztruppe“ (ISAF), gefolgt von der BRD (Bundeswehr) und Frankreich. Zusätzlich will der VS-amerikanische Präsident Barack Obama 21.000 VS-Soldaten ab Herbst 2009 als Ausbilder und Militärberater nach Afghanistan schicken.[3]

Die VSA möchten 2009 zur Festigung ihres Machtbereiches, für die kommenden fünf Jahren 1,5 Milliarden Dollar jährlich für Pakistan zur Verfügung stellen lassen. Als Kriegsziel legte Obama die „Zerschlagung von Al Kaida“ fest. Dazu sei die Stärkung der Regierungen in Afghanistan und Pakistan erforderlich.[4] Bis 2011 solle Afghanistans Armee auf 134.000 und die Polizei auf 82.000 Mann wachsen, damit sie für Sicherheit im Sinne der VSA sorgen könnten.[5]

Militärische Verluste

Bis zum 30. Dezember 2009 verloren 312 VSA-Militärangehörige ihr Leben, 2008 waren es 151. Auch andere Staaten, die sich an der Internationalen Besatzungstruppe für Afghanistan (ISAF) beteiligen, erlitten 2009 schwere Verluste: Großbritannien traf es mit 109 Toten am härtesten, Kanada beklagte 32 getötete Soldaten. Die anderen Truppensteller verloren insgesamt 59 Soldaten.[6]

Rückzug

Der schrittweise Rückzug der VS-amerikanischen Militärs nebst seiner Vasallen, obwohl weiterhin Teile des Landes unter quasi feindlicher Kontolle stehen, offenbarte das Scheitern dieser Okkupation und ließ das von diesen installierte afghanische Regime im Stich. Mit einer Zeremonie in Kabul am 29. Dezember 2014 beendeten die NATO-Besatzungstruppen ihren Kampfeinsatz, der vom BRD-Regime lange Zeit nicht als solcher bezeichnet wurde. An die Kampfmission ISAF schloß sich ab Januar 2015 nahtlos der „Ausbildungseinsatz“ mit dem Namen „Entschlossene Unterstützung“ („Resolute Support“) an. Die Taliban kündigten hierauf an, ausländische Truppen im Land weiterhin und so lange zu bekämpfen, bis der letzte ausländische Militärbesatzer das Land verläßt. Die NATO war in den 13 Jahren Besatzung mit bis zu 140.000 Soldaten in Afghanistan, darunter mehr als 5.000 Bundeswehrsoldaten, wovon 55 dort ihr Leben verloren. Insgesamt wurden rund 3500 Isaf-Söldner in den Kämpfen und bei Anschlägen getötet. Für eine neue Mission zur Ausbildung der afghanischen Streitkräfte sollen weiterhin 12.000 Söldner im Land bleiben, unter ihnen wiederum 850 Soldaten der BRD.

Drogenproduktion

Größter Opiumproduzent der Welt

Afghanistan ist der größte Opiumproduzent der Welt. Jeder achte Bewohner Afghanistans ist am Anbau von Mohn, aus dem Opium hergestellt wird, beteiligt. Afghanistan produzierte 92 % des weltweit gehandelten Opiums und Heroins. Die Anbaufläche für Mohn in Afghanistan beträgt ca. 193.000 Hektar. Insgesamt habe das 2007 in Afghanistan produzierte Opium einen Wert von vier Milliarden VS-Dollar gehabt – mehr als ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes von Afghanistan.[7][8]

15 Millionen Menschen sind von diesem Stoff abhängig. Das weitaus meiste Heroin und Opium, das in Afghanistan hergestellt wird, geht in die EU – 19 %. 15 % landen in Rußland, weitere 15 % im Iran. Afghanistan produziert ca. 6.900 Tonnen Opium, der Stoff, aus dem auch Heroin gemacht werden kann – viel mehr als der weltweite Bedarf, der stagniert bei etwa 5.000 Tonnen. Die Vorräte in Afghanistan wurden 2009 auf etwa 10.000 Tonnen geschätzt. 6,4 % der afghanischen Bevölkerung sind in den illegalen Drogenhandel verstrickt.[9] Weltweit kommen rund 80 % der afghanischen Drogen bei den Drogenhändlern und Verbrauchern an. Allein in den NATO-Ländern sterben jährlich 10.000 Menschen an ihrer Unfähigkeit, mit Heroin umgehen zu können. Am weltweiten Drogenhandel verdienen die Machthaber in Afghanistan zwischen 90 und 160 Millionen VS-Dollar pro Jahr.[10]

Cannabis

Afghanistan stellt jährlich zwischen 1.500 und 3.500 Tonnen Haschisch her, es wird pro Hektar 145 Kilogramm Harz (Haschisch) von zur Verwendung für Betäubungsmittel geeigneten Hanf-Gattungen produziert.[11] UNODC-Generaldirektor Antonio Maria Costa erklärt: „Während andere Länder noch mehr Cannabis anbauen, entwickelte sich Afghanistan dank einer außergewöhnlichen Ernte zum größten Haschisch-Hersteller der Welt.“[12]

Drogennetzwerk der CIA

Nachdem die VS-Armee und ihre Vasallen das Land besetzt hatten, stieg die Produktion von Opium in Afghanistan sprunghaft an. Die CIA ist mit Billigung der Regierungen der VSA einer der gewichtigen Protagonisten am internationalen Drogenhandel. Über das Kosovo und Albanien – zwei „Mafia-Staaten“, die unter dem Schutz der VS-Armee und der CIA stehen –, wird das aus dem afghanischen Opium gewonnene Heroin in Europa vertrieben. Die 5.000 Tonnen Opium, die im von der NATO besetzten Afghanistan jährlich geerntet werden, bringen bei einem Preis von 16.000 Dollar pro Kilo Erlöse von 80 Milliarden Dollar jährlich. Dieses Schwarzgeld regiert seit Jahrzehnten die Welt.[13]

Der ehemalige General der russischen Streitkräfte in Afghanistan, Mahmut Gareev, sagte in einem Interview mit Russia Today:

„Die Amerikaner stoppen nicht die Drogenproduktion in Afghanistan, vielmehr finanzieren sie sich damit. [...] Die Amerikaner geben zu, daß sie Drogen oftmals in ihren eigenen Flugzeugen außer Landes bringen. Der Drogenhandel bringt ihnen im Jahr 50 Milliarden Dollar ein. Sie tun nichts, um den Drogenhandel zu stoppen. Sie antworten nur militärisch, wenn sie angegriffen werden. Es gibt keinen militärischen Plan, die Mujahedin zu eliminieren. Vielmehr wollen sie die Taliban zu mehr Aktivitäten in den angrenzenden Ländern ermuntern. Die Amerikaner wollen die gesamte Region destabilisieren, um die militärische Oberhoheit in diesem Teil der Welt zu erringen.“[14][15]

Unterstützer bei „Aufbau und Entwicklung“

Die EU hat den Wiederaufbau Afghanistans seit 2001 bis 2009 mit 9 Milliarden Euro unterstützt.[16] Die BRD unterstützt die „Sicherheitskräfte“ (finanziert u. a. 134.000 Polizisten) und die Ausbildung privater Milizen in Afghanistan.[17] Die Deutsche Entwicklungshilfe finanziert Afghanistan mit 600 Million Euro im Jahr.[18]

Situation 2014/15

Die afghanische Regierung ist weiterhin nicht dazu in der Lage, die Kontrolle über das ganze Land auszuüben. Die Macht der vergangenen Regierungen stützte sich entscheidend auf die Unterstützung der von den VSA angeführten NATO-Besatzer. Nach dem Abzug der westlichen Truppen ist damit die weitere Entwicklung des Landes wieder völlig offen. Bereits Ende 2014 konnte die Regierung nur in afghanische Großstädten wie Mazar-i-Sharif, Herat, Kandahar und der Hauptstadt Kabul ihre Macht durchsetzen. Die Taliban erwarten, ihre Macht zukünftig massiv ausweiten zu können.[19] Im September 2015 eroberten die Taliban die Stadt Kundus – nachdem ein erster Versuch noch im Juni zuvor gescheitert war –, in der die Bundeswehr von 2003 bis 2013 ein Feldlager unterhielt.[20]

Siehe auch

Verweise

Karikaturen

Fußnoten

  1. Weltverfolgungsindex 2012, S. 4–7, Abruf am 20. September 2012
  2. Taliban – die Geister, die die USA einst förderten, euronews.net, 19. August 2009
  3. Neue Strategie wird teuer, euronews.net, 27. März 2009
  4. Obama legt Schwerpunkt auf Training der Afghanen, euronews.net, 27. März 2009
  5. Mehr Soldaten und neue Konzepte für Afghanistan, Der Tagesspiegel, 28. März 2009
  6. Afghanistan – Zahl toter US-Soldaten verdoppelt, 20min.ch, 31. Dezember 2009
  7. Immer mehr Opiumanbau in Afghanistan, Der Tagesspiegel, 29. Februar 2008
  8. Jeder siebte Afghane baut Drogen an, 20min, 1. März 2008
  9. Rauschgift ist immer noch das Opium des Volkes, euronews.net, 2. September 2009
  10. Opium-Handel in Afghanistan blüht, euronews.net, 22. Oktober 2009
  11. Afghanistan Spitzenreiter bei Haschisch-Produktion, RIA Novosti, 31. März 2010
  12. Eine 2010 erstellte Studie stützt sich auf Angaben aus 1.634 Dörfern in 20 Provinzen des Landes.
  13. Das weltweite Drogennetzwerk der CIA, principiis-obsta.blogspot.com, 8. Mai 2009
  14. RussiaToday.com, 20. August 2009
  15. Ihr seid nur finanzielles Kanonenfutter für die Bankster, National Journal, 31. August 2009
  16. EU-Außenminister suchen nach gemeinsamer Strategie für Afghanistan, euronews.net, 5. September 2009
  17. Der Tagesspiegel, 2. Dezember 2011: Ausbildung der afghanischen Polizei, ANP, die um 23.000 auf 157.000 Mann verstärkt werden soll, und der afghanischen Armee, ANA, für die bis 2014 mehr als 250.000 Soldaten ausgebildet werden sollen. Zu den größten lokalen Milizen zählen die ALP, die ANAP und die APPF. Im Jahr 2011 flossen aus der BRD mindestens 30 Millionen Euro in die Schulung und Unterstützung der ANP und inoffizieller Sicherheitstruppen. Afghanistan selbst trägt nur drei Prozent der Kosten für die Ausbildung seiner Polizei. Mindestens 25.000 Menschen, so steht es in dem Bericht des Bundes, wurden bislang für Hilfspolizeitruppen rekrutiert. Derzeit finanziert Deutschland rund 134.000 offizielle Polizisten in Afghanistan. 2006 hatte man noch mit 62.000 geplant, nun soll die Zahl bis 2014 auf 157.000 aufgestockt werden. Laut UN gibt es zahlreiche Beschwerden über Menschenrechtsverletzungen durch die afghanische Polizei. Immer wieder würden bewaffnete Sicherheitskräfte rauben und Frauen vergewaltigen. In Berichten des Pentagons heißt es, etliche Polizisten seien drogenabhängig oder durch kriminelle Handlungen aufgefallen. Nur einem Bruchteil der Hinweise werde aber überhaupt nachgegangen.
  18. ZDF, 18. Mai 1012: Die Bundesregierung will auch nach dem Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan 2014 um die 430 Millionen Euro pro Jahr in Wiederaufbau und Entwicklung des Landes investieren. „Wir wollen die Unterstützung zunächst auf dem bisherigen Niveau fortsetzen“, sagt Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) vor den Gipfeltreffen der G8 und der Nato in den USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Kabul bereits 150 Millionen Euro im Jahr für die Streitkräfte zugesagt. Zusammen mit der zivilen Hilfe kommen etwa 600 Million Euro im Jahr zusammen.
  19. Junge Freiheit, 2/15, S. 9
  20. Taliban erobern Kundus, Junge Freiheit, 28. September 2015
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