Agnon, Samuel

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Samuel Joseph Agnon, auch: Shai Agnon; eigentlich Samuel Josef Czaczkes (* 17. Juli 1888 in Butschatsch, Galizien, heute Ukraine; † 17. Februar 1970 in Rechowot bei Tel Aviv) war ein jüdischer Schriftsteller.

Werdegang

Samuel Josef Agnon wuchs in einer wohlhabenden jüdischen Kaufmanns- und Schriftgelehrtenfamilie in Galizien auf, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Sein Vater Mordechai Czaczkes war Pelzhändler und chassidischer Rabbiner, und der Sohn erhielt durch ihn und die Talmudschule die klassische jüdische Gelehrtenausbildung; über seine Mutter Esther, eine gebildete Frau, lernte er die deutsche Literatur kennen.

Er hielt sich von 1909 bis 1913 in Palästina, von 1914 bis 1924 in Deutschland und dann wieder in Nahost auf. Zunächst schrieb er jiddisch, wechselte dann aber zum Neuhebräischen.[1]

Seine Werke spiegeln die religiösen und geistigen Traditionen der Chassidim und dem Alltag des östlichen Judentums wider und sind in ihrer Darstellung Franz Kafkas vergleichbar. 1966 erhielt er zusammen mit Nelly Sachs als erster hebräischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur „für seine tiefgründige charakteristische Erzählkunst mit Motiven aus dem jüdischen Volk.” Seine bekanntesten Werke sind „Die Tage der Anbetung” und „Das Krumme wird gerade”. Seine Anthologie religiöser jüdischer Feiertagsgebräuche, Jamim Noraim („die Furcht gebietenden Tage”), konnte 1938 in Berlin erscheinen.[1]

Als bedeutendster hebräischer Prosaschriftsteller des 20. Jahrhunderts („Chronist der jiddischen Welt Osteuropas”) wird vielfach Samuel Josef Agnon gewürdigt.[1]

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
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