Benoist, Alain de

Aus Metapedia

(Weitergeleitet von Alain de Benoist)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alain de Benoist

Alain de Benoist (Pseudonyme u. a.: Fabrice Laroche oder James Barney, Robert de Herte, Lebensrune.png 11. Dezember 1943 in Saint-Symphorien) ist ein französischer Publizist, der als wichtiger Vordenker der europäischen Neuen Rechten gilt.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Werk

Mütterlicherseits stammt Alain de Benoist von einfachen Leuten ab, väterlicherseits stammt er aus einer der ältesten französischen Adelslinien her. Er ist der Großneffe von Gustave Moreau (1826–1898),[1] einem der wichtigsten Maler des Symbolismus. Seine Großmutter war langjährig Sektretärin von Gustave Le Bon, dem vielseitigen Forscher, der das klassische Werk zur Massenpsychologie („Psychologie der Massen,“ 1905) veröffentlichte.[2]

Alain de Benoist ist Chefredakteur der Zeitschriften „Nouvelle École“ und „Krisis“ und gilt als führender Theoretiker der französischen Nouvelle Droite (Neuen Rechten). In der BRD ist er besonders als Autor in vielen Zeitungen aus dem rechten Spektrum wie Junge Freiheit, Europa Vorn und Nation und Europa hervorgetreten. Im Besatzungskonstrukt-BRD wurden Benoists Bücher vor allem im Grabert-Verlag herausgegeben. Seit den 1990er Jahren wurde der Verlag der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, für die er auch regelmäßig schreibt,[3] zu seinem Hausverlag.

Der Verteidiger des in einem weltanschaulichen Polytheismus und Nominalismus verankerten „Rechts auf Differenz“ hat nicht nur die Ideologie einer „Neuen Rechten“ entworfen – in der Soziobiologismus, Regionalismus, europäischer Nationalismus mit antimodernen, traditionellen Elementen synkretistisch verknüpft sind – und tagespolitische Kommentare und Polemiken verfaßt, sondern auch eine solide wissenschaftliche, nicht zuletzt bibliographische Arbeit geleistet.

Zitate

  • „Der Totalitarismus ist zwar eine moderne Erscheinung, aber seine Vorläufer liegen weit zurück. Der Egalitarismus, der Rationalismus, der Universalismus, die Idee vom absoluten Bösen (und Guten), die Idee von einer einzigen Wahrheit, mit der übereinzustimmen alle berufen sind, und schließlich die Idee von der finalisierten Geschichte – all dies verweist auf eine bestimmte Ideologie: auf die Ideologie der Bibel. (...) Er ist die letzte Verwandlung des Monotheismus.“[4]
  • „Immer schon habe ich mich weitaus mehr als Europäer gefühlt denn als Franzose.“[5]
  • „Meine Großeltern mütterlicherseits waren einfache Leute. Schlichte Gemüter, wie es manchmal heißt. Dank ihnen und ihrem Bekanntenkreis war es mir möglich, auch mit den unteren Schichten in Berührung zu kommen. Allerdings begriff ich dank ihnen auch sehr bald die Realität der Klassenbeziehungen. Was mich am meisten schockierte, waren nicht die sozialen Ungleichheiten als solche, sondern die herablassende, verachtungsvolle Art, mit der die Menschen aus dem einfachen Volk allzuoft behandelt wurden. Das Verhalten meiner Großmutter väterlicherseits löste in dieser Hinsicht regelmäßig Empörung in mir aus. Wie viele Menschen aus ihrer Schicht war sie in der Vorstellung aufgewachsen, sie sei dem ›einfachen Volk‹ überlegen. Das Wort ›Volk‹ hatte aus ihrem Mund fast immer einen negativen Beiklang. In ihrem Schloß in Avanton redete sie die Dienstmädchen, die ihr als Hausangestellte dienten, in einem Ton an, den ich als unerträglich empfand. Bei ihr war überhaupt keine Bösartigkeit im Spiel, eher schon Paternalismus, aber die Art und Weise, wie sie gesellschaftliche Unterschiede hervorhob, schockierte mich zutiefst. [...] Später habe ich [...] auch beim französischen Bürgertum ständig miterlebt, daß Untergebene und Bedienstete ohne Gewissensbisse als minderwertige Menschen oder gar als reine Objekte behandelt werden. Diese Arroganz und Verachtung haben in mir stets ebensoviel Zorn wie Abscheu ausgelöst.“ — Mein Leben. Wege eines Denkens[6]

Bücher (Auswahl)

  • Die entscheidenden Jahre. Zur Erkennung des Hauptfeindes, Grabert-Verlag, Tübingen 1982, ISBN 3-87847-060-6
  • Heide sein zu einem neuen Anfang. Die europäische Glaubensalternative. Grabert-Verlag, Tübingen 1982, ISBN 3-87847-056-8
  • Aus rechter Sicht. Eine kritische Anthologie zeitgenössischer Ideen. Zwei Bände. Aus dem Französischen übertragen von Patrick de Trevillert, Grabert-Verlag, Tübingen 1983, ISBN 3-87847-065-7 [484 S.]; 1984, ISBN 3-87847-074-6 [501 S.]
  • Kulturrevolution von rechts. Sinus-Verlag, Krefeld 1985
  • Demokratie: Das Problem. Aus dem Französischen von Patrick Trevillert. Hohenrain-Verlag, Tübingen/Zürich/Paris 1986, ISBN 3-89180-011-8 (französische Originalausgabe: 1985)
  • Totalitarismus. Kommunismus und Nationalsozialismus – die andere Moderne. 1917-1989. Aus dem Französischen von Claude Michel. Mit einem Vorwort von Ernst Nolte, Verlag Junge Freiheit, Berlin 2001, ISBN 3-929886-08-1
  • Die Wurzeln des Hasses. Verlag Junge Freiheit, Berlin 2002, ISBN 3-929886-11-1
  • Aufstand der Kulturen. Europäisches Manifest für das 21. Jahrhundert. Aus dem Französischen von Claude Michel. Verlag Junge Freiheit, Berlin 2003, ISBN 3-929886-04-9
  • Die Welt nach dem 11. September. Hohenrain-Verlag, Tübingen 2003, ISBN 3-89180-065-7
  • Schöne vernetzte Welt - Eine Antwort auf die Globalisierung. Hohenrain-Verlag, Tübingen 2003, ISBN 3-89180-062-2
  • Die Schlacht um den Irak. Die wahren Motive der USA bei Ihrem Kampf um Vorherrschaft. Verlag Junge Freiheit, Berlin 2003, ISBN 3-929886-14-6
  • Carl Schmitt. Bibliografie seiner Schriften und Korrespondenzen. Akademie Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05003-839-X
  • Kritik der Menschenrechte. Verlag Junge Freiheit, Berlin 2004, ISBN 3-929886-19-7
  • Carl Schmitt und der Krieg. Edition JF, Berlin 2007, ISBN 978-3929886283
  • Wir und die anderen. Aus dem Französischen von Silke Lührmann. Verlag Junge Freiheit, Berlin 2008, ISBN 978-3-929886-32-0.
  • Abschied vom Wachstum. Für eine Kultur des Maßhaltens. Edition JF, Berlin 2009, ISBN 3929886332
  • Am Rande des Abgrunds. Eine Kritik der Herrschaft des Geldes, Edition JF, Berlin 2012
  • Mein Leben: Wege eines Denkens, Edition JF, Berlin 2014, ISBN 978-3929886467

Aufsätze (Auswahl)

  • Schmitt in France, in: Telos, 2003, n. 126, p. 133-153.
  • On the French Right - New and Old. An Interview with Alain de Benoist, in: Telos, 2003, n. 126, p. 113-133.
  • Zur Verharmlosung des Kommunismus, in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 2002, j. 50, n. 1, p. 24-28.
  • The 20th Century ended September 11, in: Telos, 2001, n. 121, p. 113-134.
  • The first Federalist. Johannes Althusius, in: Telos, 2000, n. 118, p. 25-59.
  • What is Sovereignty?, in: Telos, 1999, n. 116, p. 99-119.
  • Über die Mauer hinweg. Der Mauerabbau kündigt die Heilung Europas an, in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 1990, j. 38, n. 1, p. 6.
  • Welcher Weg führt aus Jalta? Zu Möglichkeiten der Überwindung der Spaltung Europas, in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 1987, j. 35, n. 1, p. 1-8.

Siehe auch

Literatur

  • Michael Böhm: Alain de Benoist und die Nouvelle Droite. Ein Beitrag zur Ideengeschichte im 20. Jahrhundert. Mit einem Vorwort von Frank-Lothar Kroll. LIT-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1711-4.
  • Michael Böhm: Alain de Benoist, die Nouvelle Droite und das Problem des Extremismus. Eine Replik auf Hartwig Schmidts "Der Nichtnazi". In: Berliner Debatte Initial 06/2006.

Verweise

Fußnoten

  1. Vgl. auch Michael Böhm: Alain de Benoist und die Nouvelle Droite. Ein Beitrag zur Ideengeschichte im 20. Jahrhundert. Mit einem Vorwort von Frank-Lothar Kroll. LIT-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1711-4, S. 47
  2. Vgl.: Michael Böhm: Alain de Benoist und die Nouvelle Droite. Ein Beitrag zur Ideengeschichte im 20. Jahrhundert. Mit einem Vorwort von Frank-Lothar Kroll. LIT-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1711-4, S. 51
  3. Siehe Impressum.
  4. Kulturrevolution von rechts (1985), S. 87
  5. Junge Freiheit, 41/14, S. 13
  6. Alain de Benoist: Mein Leben. Wege eines Denkens. Junge Freiheit Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-929886-46-7, S. 39f.
Meine Werkzeuge