Albanien

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Republik Albanien
Basisdaten
Albanien (Flagge).png
Flagge
Albanien (Wappen).png
Wappen
Staatsform: Parlamentarische Republik
Hauptstadt: Tirana
Fläche: 28.748 km²
Einwohner: 2.894.000 Ew.
(2014)
Politik
Staatsoberhaupt:
Regierungschef:
  • Ministerpräsident Edi Rama (seit 15.9.2013)

Albanien, amtlich Republik Albanien (albanisch: Shqipëri/Shqipëria oder Republika e Shqipërisë), ist ein Staat in Südosteuropa. Er grenzt im Norden an Montenegro und Kosovo, im Osten an Mazedonien sowie im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten der Adria und des Ionischen Meeres gebildet, wodurch das Land zu den Anrainerstaaten des Mittelmeers zählt.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung Albaniens bis 1900

Albanien wurde nach dem illyrischen Stamm der Albanoi benannt. Bis 1419 eroberten die Osmanen weite Gebiete. Der Widerstand Skanderbegs von 1443 bis 1468 brach gegen die osmanische Militärmacht zusammen und hielt die Orientalisierung bzw. Islamisierung nur unwesentlich auf.

Um 1900 zählten zum Gebiet Albanien 27 000 km²; gegenwärtig sind es etwa 1.000 km² mehr. Die Einwohnerzahl stieg von 900.000 auf 3,2 Millionen Einwohner. Religiös einzuordnen waren 1900 über 200.000 als Orthodoxe, zumeist Griechen und 100.000 Katholiken. Die Masse hing einer weniger radikalen Richtung des Mohammedanismus, dem Bektashiorden, an. Die wichtigsten Stämme sind die Gegen und Tosken. Die Gegen als Bergbewohner gelten als großgewachsen, rauh und kriegerisch; die Tosken als kleingewachsen, besonnen und diszipliniert.

Herausbildung eines Nationalstaates um 1900

Großmächte

Albanien.jpg

Die Entwicklungen auf dem Balkan um 1900 hingen von den Interessen der europäischen Großmächte ab und zeigten sich in der Vereinnahmung der albanischen Nationalbewegungen, um die Neuordnungspläne durchzusetzen. Dabei suchte man ein eigenes Klientelsystem am Balkan heranzuziehen. Keine Großmacht war in der Lage den ganzen Balkan zu kontrollieren, nachdem schon die Osmanen vor dem auch westlich inspirierten Nationalismus kapitulieren mußten und die Großmächte zu sehr gegeneinander arbeiteten.

Die Großmacht Deutsches Reich überließ den Österreichern das Feld und suchte Italien als Dreibundmitglied ruhig zu halten. Frankreich betonte die italienischen Ansprüche auf die albanische Küste um Italien vom Dreibundpartner Österreich-Ungarn zu entfremden. Großbritanniens Aktivitäten zu Albanien beschränkten sich auf die Fernhaltung des Serben bzw. der Russen. Beide wollte man nicht am Mittelmeer sehen. Für Rußland waren die albanischen Gebiete Belohnung für die montenegrinischen und serbischen Anhänger. Als erklärte Nichtslawen taugten die Albaner nicht für einen slawischen und russischkontrollierten Balkanbund. Die aktivste Albanienpolitik ging von den Großmächten Italien und Österreich-Ungarn aus. Daß man einige Zeit eigentlich Verbündeter im Dreibund war, interessierte da wenig.

Nachbarstaaten

Der griechische Klerus stand in Gegnerschaft zum albanischen Nationalismus. Sein Ziel war die Hellenisierung des Südens. Montenegro wollte eine territoriale Abrundung seines Gebietes und gleichzeitig ein erfolgloses Serbien. Serbische Ziele waren die Landnahme und die Zurückdrängung der immer stärker werdenden albanischen Bevölkerung im damaligen serbischen Gebiet Kosovo. Diese Besiedlung wurde durch das Osmanische Reich seit dem 17. Jahrhundert betrieben. Die mohammedanischen Albaner ersetzten hier die Türken als Staatsvolk gegen die Bulgaren, Griechen und Serben.

Europäische Politik

Auf dem Berliner Kongreß 1878 wurden osmanische Einlassungen zur Beachtung der ethnographischen Verhältnisse bei der Grenzziehung Albaniens ignoriert. Österreich-Ungarn unterstützte auf dem Kongreß ein nationales Albanien als Bollwerk gegen das Slawentum. Während des Ersten Balkankrieges 1912/13 waren sich Serben und Griechen einig, als Sieger im Waffengang den osmanischen Besitz Albanien unter sich aufzuteilen. Italien und Österreich-Ungarn wollten aber keine Slawen und damit die Russen an der Adria. Als Lösung wurde auf der Botschafterkonferenz in London Ende 1912 ein „selbstständiger“ Staat Albanien installiert.

Ende 1913 wurde der protestantische Prinz Wilhelm zu Wied als Herrscher vorgeschlagen und Turhan Pascha Përmeti (1908–13 osmanischer Botschafter in Petersburg) als Premierminister zu Seite gestellt. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. glaubte, Wied werde sich als deutscher Prinz da unten nur blamieren und versagte seine Unterstützung. Die Verwandtschaft zum griechischen Königshaus, die Königin war die Schwester Wilhelms, dürfte wohl ausschlaggebender gewesen sein. Zu Wied konnte seine Macht nicht über Durazzo/Durres/Durrës ausdehnen. Er scheiterte und gab September 1914 die Macht an die Kontrollkommission zurück.

Die kommunistische Ära

Rotfront formiert sich

Aus den vier kommunistischen Gruppen 1937 mit gerade 200 Mitgliedern – die Korca-Gruppe (Stadt im Südosten) mit Enver Hoxha war auf Kominternkurs – sind 1941 acht Gruppen geworden. Verstärkt durch Rückkehrer aus dem besetzten Paris waren nun auch zwei trotzkistische Gruppen darunter. Motiviert u. a. durch die Schwierigkeiten der jugoslawischen Kommunisten, Zellen im serbischen Kosovo zu gründen, sandte Tito Vertreter zu drei der kommunistischen Gruppen. Im November 1941 wurde dann in Tirana die Albanische Kommunistische Partei gegründet. Zum Sekretär des Zentralkomitees wurde Hoxha gewählt. Hoxha richte die Partei zentralistisch auf den traditionellen Marxismus-Leninismus aus und verurteilte den Trotzkismus. Die Gruppen wurden aufgelöst und Zellen aufgebaut. Im September 1942 gründete Hoxha mit einigen Stammesführern in Peza nach bewährter Volksfronttaktik die Nationale Befreiungsfront. Der militärische Hauptgegner wurde weder Italien noch das Deutsche Reich sondern der nationalistische Balli Kombetär.

Real existierender Kommunismus

Nach 1945 sorgte Hoxha unter dem Vorwand der Verfolgung von Kriegsverbrechern für die Liquidierung von tausenden Vorkriegsgrößen. Um die Macht der Stämme zu brechen, wurden viele der Stammesführer getötet und durch Familien mit niederem sozialem Status ersetzt. Teilnehmer an Blutfeden wurden summarisch hingerichtet, Eigentum, um das man stritt, wurde eingezogen. Der Sicherheitsdienst machte 3,5 % der Bevölkerung aus und verbrauchte 10 % der Staatseinnahmen.

In der ersten Nachkriegswahl wurden nur Kandidaten der Demokratischen Front Hoxhas aufgestellt. Da Albanien während des Zweiten Weltkrieges (1939–45) nie eine anerkannte Exilregierung besaß, konnten sich die Kommunisten den Schein einer Koalitionsregierung wie in einigen anderen Ostblockstaaten ersparen. Das erste Parlament von 1946 schaffte sogleich die Monarchie ab, rief die Volksrepublik aus und schuf eine stalinistische Verfassung nach jugoslawischem Muster. 1946 mußte Hoxha einem Freundschafts- und Zusammenarbeitsvertrag mit Jugoslawien zustimmen. Dazu gehörten wirtschaftliche Absprachen, Angleichung der Finanzsysteme, eine Zollunion, Preisangleichungen und jugoslawische Berater in Regierung, Verwaltung und Armee. Nachdem die Sowjetunion Titos Jugoslawien 1948 aus der Ostblockfamilie verstieß, konnte Hoxha nach Absprachen in Moskau die Zusammenarbeit mit den Jugoslawen beenden und die Pro-Jugoslawen in der albanischen KP beseitigen.

Nach Stalins Tod und der erneuten Annäherung Moskaus an Belgrad erwartete Moskau eine Liberalisierung Albaniens und die Rehabilitierung der 1948 getöteten jugoslawienhörigen Albaner als Gegenleistung für weitere kostspielige Zuwendungen an das finanzschwache Albanien. Hoxha suchte daraufhin sofort eine engere Anbindung an China. Abgesehen von der wesentlich geringeren finanziellen Hilfe Chinas brauchte Peking die Albaner, um auf der internationalen Bühne ein Sprachrohr zu haben. Als in den 1970ern die Einbindung Chinas in internationale Organisationen begann, wurde das chinesische Hilfsprogramm für Albanien 1978 eingestellt. 1967 begann Hoxha sein Projekt des ersten atheistischen Staates der Welt. Alle Kirchen wurden geschlossen, der Klerus wurde zerschlagen und religiöse Vornamen verboten. Die letzte große Säuberungswelle startete Hoxha 1981. Mehmet Shehu, Premierminister und Chef der Geheimpolizei Sigurimi, seine Familie und Verbündeten wurden getötet.[1]

Westliche Umsturzpläne 1948 bis 1954

1948 begann der britische Geheimdienst MI6 mit Planungen zum Sturz der Kommunisten in Albanien. Im Februar 1949 schlossen sich die VS-Amerikaner den Briten an. Der erste Leiter der Operation war der amerikanische Konsulatsmitarbeiter in Genua, James McCargar. Sein Stab bestand mehrheitlich aus Briten mit Albanienerfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Teilnehmende Albaner hatten in einem Lager in der britischen Besatzungszone und auf Malta ihre Ausbildung. Neben dem Kauf von Schiffen wurden Basen in Griechenland und Italien vorbereitet.

Am 3. Oktober 1949 wurden neun Albaner in der Nähe von Valona angelandet. Weitere elf Agenten landeten von einem zweiten Schiff. Von den zusammen zwanzig Mann wurden vier getötet der Rest entkam nach Griechenland. Trotz des Verdachts der Infiltration der Operation (selbst die VS-Presse berichtete Einzelheiten) wurden weitere drei Gruppen September bis November 1950 angelandet; fast alle Agenten wurden vom albanischen Geheimdienst Sigurimi (Sicherheit) getötet. Die Amerikaner wollten nun den Briten zeigen wie es richtig gemacht wird und setzten Fallschirmspringer ein. Dank einer Ausbildung weit schlechter als die der Briten wurden sieben von neun Agenten getötet, zwei entkamen nach Jugoslawien. Von den 60 Agenten der Amerikaner im Jahr 1951 überlebte niemand. Anfang 1952 zogen sich die Briten von der Operation zurück und die Amerikaner machten alleine weiter. Das Ende der Umsturzpläne wurde April 1954 eingeleitet, als ein Prozeß in Tirana gegen mehrere Agenten durchgeführt wurde. Ersichtlich wurde dabei, daß die Albaner und Sowjets die GB/VS-Operation von Beginn an unterwandert haben und den Briten in Zypern, den Amerikanern in Italien steuernde Informationen zuspielten. Mitte 1954 wurde daraufhin die Operation beendet, nachdem 200 Agenten auf der Strecke blieben und etwa 1.000 weitere Albaner (Kollateralschäden) getötet wurden.[2]

Literatur

  • Busch-Zantner, Richard: Albanien – Neues Land im Imperium. 1939.
  • Kacza, Thomas: Zwischen Feudalismus und Stalinismus – Albanische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 2007.
  • Schanderl, Hanns Dieter: Die Albanienpolitik Österreich-Ungarns und Italiens 1877–1908. 1971.
  • Skendi, Stavros (Hg.): Albania. 1957. (Free Europe Committee: East-Central Europe under the Communists).

Verweis

Fußnoten

  1. Bernd Fischer: Enver Hoxha and the Stalinist Dictatorship in Albania. In: Bernd Fischer (Hg.): Balkan Strongmen – Dictators and Authoritarian Rulers of South Eastern Europe. 2007. S. 239-268.
  2. Yuri Totrov: Western Intelligence Operations in Eastern Europe, 1945 – 1954. In: The Journal of Intelligence History. 1 (2005) S. 71-80.
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