Forster, Albert

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Albert Forster (1902-1952)
Albert Forster (1902-1952)

Albert Maria Forster (* 26. Juli 1902 in Fürth; † 28. Februar 1952 in Warschau (hingerichtet)) war von 1930 bis 1945 Gauleiter der NSDAP in Danzig und ab 1939 dortiger Reichsstatthalter.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Jugend

Albert Forster stammt aus Fürth, wo er als der jüngste von sechs Kindern am 26. Juli 1902 geboren wurde. Sein aus Ingolstadt stammender Vater war Gefängnisoberverwalter in Fürth. Forster besuchte von 1908 bis 1912 die dortige Volksschule, wechselte dann auf das Fürther Humanistische Gymnasium, das er 1920 mit der mittleren Reife verließ und erlernte Kaufmann und wird Bankbeamter.

[bearbeiten] Politische Laufbahn

Gauleiter Albert Forster
Gauleiter Albert Forster

1923 findet er in Nürnberg das von jeher eine Hochburg des Nationalsozialismus war, in die SA und am 7. November 1923, zwei Tage vor dem Marsch auf die Feldherrnhalle in München, wird er auf die Hakenkreuzfahne vereidigt und war nun NSDAP-Mitglied. Ihn konnte das Verbot der NSDAP nicht schrecken. Er hält die Fahne weiter hoch und die Organisation aufrecht. So verliert er dadurch am 30. Juni 1924 seine Stellung. Er betätigte sich als Zeitschriftenwerber für die Wochenzeitung Der Stürmer, mit dessen Herausgeber Julius Streicher er sich anfreundete. Er übernimmte dann das schwere und undankbare Amt eines reisenden Vertreters, blieb aber Führer der Ortsgruppe Fürth der NSDAP. Gleichzeitig wird er Werber und Redner für die Idee in den fränkischen Dörfern. Nach Wiederzulassung der NSDAP war er ab 26. Februar 1925 der Ortsgruppenleiter für Fürth. Im selben Monat lernte Forster Hitler in München kennen. Am 5. April 1925 trat er erneut unter Beibehaltung seiner alten Mitgliedsnummer der NSDAP bei (Mitglieds-Nr. 1.924) und bereits am 12. Juni 1926 der SS (Mitglieds-Nr. 158) bei. Bis 1927 war er Führer der von ihm gegründeten SS-Gruppe Nürnberg-Fürth. Forster wird als rhetorisch begabt geschildert, schon 1925 trat er als hauptamtlicher Redner für die NSDAP auf. Ab 1928 war er Bezirksführer der NSDAP im Bezirk Mittelfranken.

Ab dem 22. Februar 1928 arbeitete Forster in der Nürnberger Zahlstelle als Schalterbeamter des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes (DHV). Im Dezember 1929 wurde er nach Hamburg versetzt und wurde im April 1930 Kreisgeschäftsführer des DHV im Bezirk „Unterelbe“. Dieser Verband war zwar nach ihrer Satzung durchaus völkisch gewesen, aber dessen Führer schwamm im Fahrwasser des Systems und schlossen 1932 Albert Forster sogar aus dem Verband aus, da er mit Konsequenz Recht und Idee des Nationalsozialismus vertrat. Zunächst wurde er im Dezember 1929 vom DHV nach Hamburg versetzt und zum Kreisgeschäftsführer im April 1930 in Harburg ernannt.

Am 14. September 1930 wurde er als Kandidat für die Reichstagswahlen in Franken aufgestellt und gewählt. Wenige Wochen darauf, am 15. Oktober 1930 ernannte ihn Adolf Hitler zum Gauleiter von Danzig, nach dem sich die Schaffung eines eigenen Gaues in Danzig als notwendig erwiesen hat. Damit wird Albert Forster auf einen vorgeschobenen Vorposten gestellt. Er selbst erkennt das sehr bald und so ist es kein Zufall, daß aus sein Kampforgan „Danziger Beobachter“ in „Der Vorposten“ umbenannt wuirde. Die Zeitung wurde später ab dem 1. Juni 1933 in "Der Danziger Vorposten" umbenannt. Albert Forster – im Frankenland bewährt – bringt auch in Danzig die Bewegung bald in die Höhe und machte aus Zerfarenen und führerlosen Grüppchen bald eine geschlossene Gefolgschaft.

[bearbeiten] Drittes Reich

Als am 28. Mai 1933 die NSDAP auch in Danzig die absolute Mehrheit gewann und damit die Führung der Regierung erhält, konnte er das mit Stolz als sein Lebenswerk bezeichnen und die Danziger wussten das sehr wohl und sind ihm dankbar dafür gewesen. Im Mai 1933, nach der Übernahme der Gewerkschaften durch die NSDAP, wird Albert Forster zum Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten bestellt, in dem sämtliche deutschen Angestelltenverbände vereinigt sind. Aus 150 Einzelverbänden und Verbändchen schaffte er eine einheitliche große Angestelltenfront mit neuen Fachsäulen. Seinem bewährten Organisationstalent gelang es, diese Aufgabe reibungslos und ohne Schwierigkeiten durchzuführen. Bei Bildung des Großen und Kleinen Konvents der Deutschen Arbeitsfront wurde er in beide Gremien berufen und wirkt oft für das Wohlergehen der deutschen Angestelltenschafft. Sein glühender Freiheitswille, seine Bekenntnisfreudigkeit, sein Kampfesmut finden 1934 ihre Belohnung in der Ernennung Albert Forsters zum SS-Gruppenführer, nachdem er bereits vorher lange der SS angehört hatte. Albert Forster wurde am 11. Juli 1933 auch Mitglied des Preußischen Staatsrats, in dem er, der Bayer, den deutschen Osten vertritt. Ab 1. September 1935 war Forster Mitglied der Reichsarbeitskammer.

Am 9. Mai 1934 heirate Forster, mittlerweile gleichermaßen Ehrenbürger von Fürth und Danzig, Gertrud Deetz. Ort der Trauung war die Berliner Reichskanzlei, Hitler und sein Stellvertreter Rudolf Heß fungierten als Trauzeugen und nahmen an den Hochzeitsfeierlichkeiten teil. Am 23. August 1939 wurde Forster zum „Staatsführer“ der Freien Stadt Danzig gewählt und war damit für wenige Tage formelles Staatsoberhaupt: Denn am 1. September 1939, zeitgleich zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht, verfügte er ein „Gesetz der Wiedervereinigung Danzigs mit dem Großdeutschen Reich“, womit die Position eines Danziger Staatsoberhaupts abgeschafft wurde. Dieser Anschluss Danzigs an das Deutsche Reich wurde durch Reichsgesetz vom selben Tage in der Berliner Sitzung des Reichstages auch vollzogen.

[bearbeiten] Zweiter Weltkrieg

Am 19. September 1939 begrüßte Forster als gastgebender Gauleiter im Artushof Hitler im befreiten Danzig. Schon seit Monatsanfang war er Chef der Zivilverwaltung für das Gebiet Danzig, ab 8. September für den Militärbezirk Danzig-Westpreußen. Am 26. Oktober 1939 übernahm er den neugeschaffenen Reichsgau Danzig-Westpreußen als NSDAP-Gauleiter und Reichsstatthalter und den Wehrkreis XX (Danzig) als Reichsverteidigungskommissar. Im Verlauf des Krieges wurden Forster weitere Ämter im Gau übertragen: Am 15. November 1940 wurde er Gauwohnungskommissar als regionaler Vertreter des Reichswohnungskommissars Robert Ley, am 16. Mai 1941 Beauftragter für die städtebaulichen Maßnahmen in Danzig und am 6. April 1942 Beauftragter des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel. Als SS-Ehrenführer wurde Forster stetig befördert: So am 15. März 1933 zum SS-Oberführer, am 15. September 1933 zum SS-Brigadeführer, am 27. Januar 1934 zum SS-Gruppenführer und schließlich am 31. Dezember 1941 zum SS-Obergruppenführer.

Im Juni 1942 wurde Forster von Joseph Goebbels als Nachfolger des erkrankten Gauleiters von München, Adolf Wagner, vorgeschlagen. Er konnte sich jedoch nicht gegen Paul Giesler durchsetzen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Forster am 25. September 1944 zum Organisator und Führer des „Deutschen Volkssturms“ in seinem Gau ernannt. Er flüchtete vor der Roten Armee mit den Resten seines Stabes auf die Halbinsel Hela. Am 4. Mai 1945 setzte er sich mit dem Dampfer Zoppot nach Grömitz an der Lübecker Bucht ab.

[bearbeiten] Prozess

Bereits am 27. Mai 1945 wurde Forster von der britischen Besatzungsmacht in Hamburg verhaftet, anschließend im Lager Fallingbostel (bei Celle) interniert und wurde im Juli 1946 in einem britischen Kriegsgefangenenlager entdeckt und identifiziert und in Neuengamme bei Hamburg interniert. 12. August 1946 wurde er von der britischen Militärregierung an die Polnischen Behörden aufgrund eines Auslieferungsverfahrens überstellt und in die Strafanstalt Warschau I überführt. 25. August 1946 wurde ein Haftbefehls durch den Ersten Staatsanwalt des polnischen Nationalgerichts wegen „Massenmordes“ ausgestellt und wurde am 14. September 1946 in das Gefängnis Danzig überführt. Forsters Prozeß fand zwischen 5. bis 29. April 1948 vor dem Obersten Polnischen Nationalen Gerichtshof in Danzig statt. Ihm wurden zahlreiche Delikte und Verbrechen angelastet. Am letzten Verhandlungstag, dem 29. April 1948, erfolgte die Urteilsverkündung: Tod durch den Strang. In der darauf folgenden Zeit von etwa 3 – 4 Jahren rankten sich viele Gerüchte um Forsters Schicksal, die von „Liquidierung durch den kommunistischen Geheimdienst“ bis zur „Begnadigung“ reichten. Fest steht, dass Forsters Ehefrau, die nach der Vertreibung aus Danzig bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in Köln lebte und arbeitete, hatte ab 1949 jahrelang nichts mehr von ihrem Mann gehört hatte, bis die polnischen Behörden ihr 1954 lapidarisch mitteilten, dass Albert Forster inzwischen hingerichtet worden sei. Seit 2006 besteht kein Zweifel mehr über folgendes Ende in Forsters Leben: Nachdem er das Gericht, den polnischen Staatspräsidenten sowie westeuropäische Persönlichkeiten angeschrieben hatte und um ein milderes Urteil bzw. Gnade bat, wurde die Hinrichtung zunächst aufgeschoben. Am 28. Februar 1952 überschlugen sich aber plötzlich die Ereignisse: Forster wurde vormittags aus dem Danziger Gefängnis in das Warschauer Zentralgefängnis überführt, dort um 14.00 Uhr auf den Exekutionsplatz gebracht und eine halbe Stunde später war die Vollstreckung durch Erhängen vollzogen. Albert Forster starb gegen 14.30 Uhr des letzten Februartages 1952 am Galgen des Warschauer Zentralgefängnishofes im Alter von 49 Jahren.

[bearbeiten] Verweise

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