Tirpitz, Alfred von

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Großadmiral Dr. h. c. mult. Alfred von Tirpitz (1849-1930); Im normalen Dienst trug er zumeist nur das Großkreuz des Roten Adlerordens mit der Krone und Eichenlaub en sautoir (am Hals). Wie auch in vielen anderen Staaten war es üblich, daß der zweithöchste Orden – soweit es sich um einen Schärpenorden handelt – am Hals dekoriert wurde. Da Tirpitz Träger der höchsten preußischen Auszeichnung, des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler, war, durfte er, so legten es die Statuten des Schwarzen Adlerordens fest, das Großkreuz des Roten Adlerordens, der lange Zeit der zweithöchste Orden des Königreichs Preußen war, am Halse dekorieren. Obgleich man den Orden mit dem Schwarzen Adlerorden zusammen verliehen bekommen konnte, wurde Tirpitz bereits früher mit diesem beliehen. An Bruststernen trägt er den brillantesten Stern des Schwarzen Adlerordens, den des österreich-ungarischen Großkreuzes des K.u. St.-Stephans-Ordens und des sächsischen Hausordens der Rautenkrone. Entgegen der Tragebestimmungen der Kaiserlichen Marine trägt Tirpitz den Stern des Schwarzen Adlerordens hier nicht an oberster Stelle, sondern den des St.-Stephans-Ordens. Dies mag hier einer persönlichen Präferenz der Ehrerbietung für den Schwarzen Adlerorden sein. Neben den Bruststernen ist das Denkzeichen zur Silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II., welches montiert ist auf dem Band des Großkreuzes des Roten Adlerordens. Dies deutet an, daß das Großkreuz des Roten Adlerordens die letzte preußische Auszeichnung war, die Tirpitz vor Verleihung des Denkzeichens erhielt. Auf der Ordensspange trägt Tirpitz das Dienstauszeichnungskreuz für Offiziere (25 Jahre), die Kriegsdenkmünze 1870/71, die Südwestafrika-Denkmünze, die China-Denkmünze, die Zentenarmedaille sowie die Carl-Anton-Erinnerungsmedaille. Bei der Spange handelt es sich nicht um eine Frackspange, sondern eine normale preußisch-deutsche Spange, die entsprechend der Laufrichtung des Revers ausgerichtet ist.

Alfred Peter Friedrich Tirpitz, seit 1900 von Tirpitz (Lebensrune.png 19. März 1849 in Küstrin; Todesrune.png 6. März 1930 in Ebenhausen bei München) war ein deutscher Offizier der Preußischen und Kaiserlichen Marine, zuletzt Großadmiral, von 1897 bis 1916 Nachfolger des Staatssekretärs des Reichsmarineamts Friedrich von Hollmann sowie Mitglied des Reichstages und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“. Der „Erschaffer“ und somit „Vater der deutschen Marine“ war Großkreuzritter zahlreicher deutscher wie internationaler Orden.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Militärische Laufbahn

Marinelegende Alfred von Tirpitz.jpg
Kaiser Wilhelm II. (links) im Gespräch mit dem Staatssekretär des Reichsmarineamts, Großadmiral Alfred von Tirpitz (Mitte), und Generalstabschef Helmuth von Moltke 1912
Großadmiral Alfred von Tirpitz.jpg

Alfred Tirpitz begann seine militärische Laufbahn am 24. April 1865 in der Preußischen Marine im Range eines Kadetten, am 24. Juni 1866 wurde er zum Seekadetten ernannt. Die darauf folgende Karriere dieses Marineoffiziers und Politikers im wilhelminischen Reich war atemberaubend. Auf den Eintritt in die Marine des Norddeutschen Bundes am 24. Juni 1869 wurde er am 22. September 1869 zum Unterleutnant zur See befördert, es folgten am 25. Mai 1872 der Leutnant zur See, am 18. November 1875 der Kapitänleutnant, am 17. September 1881 mit 32 Jahren vorzeitig der Korvettenkapitän und schließlich am 24. November 1888 der Kapitän zur See. Schon 1877 wurde er mit der Entwicklung der Torpedowaffe betraut. 1892 wurde er zum Stabschef der Marine ernannt. Drei Jahre später übernahm er das Amt des Staatssekretärs im direkt Kaiser Wilhelm II. unterstellten Marineamt. Am 13. Mai 1895 erreichte er den Rang des Contreadmiral, dieser Titel entsprach nach der Eindeutschung zum Jahresbeginn 1899 dem Konteradmiral. 1898 wurde er preußischer Marineminister. Am 5. Dezember 1899 wurde er zum Vizeadmiral ernannt, am 14. November 1903 zum Admiral befördert. Sein eigentliches Lebenswerk jedoch gipfelte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg im Aufbau einer deutschen Schlachtflotte.[1]

Mit Allerhöchster Kabinettsorder (AKO) erhielt Tirpitz am 27. Januar 1911 den Rang und Titel eines Großadmirals verliehen, wobei ihm aber kein Großadmiralstab verliehen wurde und er auf den Schulterstücken nicht die gekreuzten Marschallstäbe, sondern stattdessen vier Rangsterne tragen durfte. Die Erlaubnis, den Rang „Großadmiral“ zu führen, war als Auszeichnung für seine Verdienste beim Aufbau der Marine gedacht; die vollen Insignien eines Großadmirals blieben ihm jedoch aufgrund der Tatsache, daß er nie ein Seekommando als Flottenbefehlshaber geführt hatte, verwehrt.[2] Seine militärische Karriere beendete er am 15. März 1916 mit dem Eintritt in den Ruhestand.

Großadmiral Alfred von Tirpitz gilt als Begründer der deutschen Hochseeflotte und somit der ersten deutschen Seemacht nach der Hanse. Ziel war es, eine Flotte zu schaffen, die der britischen Flotte Paroli bieten sollte.

Meinungsverschiedenheiten mit Wilhelm II. über den Einsatz der Flotte im Krieg führten zum Ausscheiden des Großadmirals aus dem militärischen Dienst bei der Kaiserlichen Marine.

In seinen Lebenserinnerungen schreibt Tirpitz hinsichtlich des Kieler Matrosenaufstandes 1918, daß der korrupte Italiener oder Franzose im Gegensatz zum korrupten Deutschen zumindest nicht soweit geht, daß er sogar Landesverrat begehen würde.[3] Dies würde nach Tirpitz Ansicht, die Angehörigen dieser Völker voneinander unterscheiden. Wenn er diese Ansicht äußert, dann dürfte sie auf Erfahrungswerten beruhen, die er im Rahmen der verschiedenen von ihm ausgeübten Tätigkeiten gesammelt hat. Aus dieser Sicht spricht die große Enttäuschung über das Verhalten der Soldaten seiner Marine, allerdings verkennt der Großadmiral seinerzeit die Tatsache, daß in der Geschichte der Franzosen und Italiener zahlreiche Epochen des Vaterlandsverrates existieren, als diese Länder durch Revolution, Putsch und Umsturz in Chaos gestürzt wurden.

Tirpitz Name stand auf der Liste derjenigen Personen, die Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg an die Feindmächte ausliefern sollte. England forderte seine Auslieferung.[4]

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

Wie der Generalstab unter Schlieffen das Feldheer, so rüstete Tirpitz die deutsche Flotte zu höchster Schlagkraft. Lange Jahre hindurch hatte man ihr kein großes Augenmerk gegönnt. Und doch war sie unentbehrlich, sobald das Reich sich entschloß, mit seinem Handel über die Meere zu gehen. Wilhelm II. hat sie geplant, und ein einziger Mann, Admiral Tirpitz, hat sie in einem einzigen Menschenalter geschaffen. In schweren Kämpfen mit Reichstag und Presse hat Tirpitz den Bau beinahe jedes einzelnen Schiffes erstritten und so die Flotte an Tonnenzahl, Schlagkraft, Bestückung zu einer Waffe von höchsten militärischen Werte erhoben. Man kann erörtern, ob Flottenpolitik überhaupt ratsam gewesen sei. Doch keiner kann darüber streiten, daß man, als Krieg auch mit England losbrach, die prächtig geschulte Waffe bis zum Letzten einsetzen mußte.
Am Skagerrak hatte sie über die stärkste Flotte der Welt einen Seesieg erfochten, wie die Geschichte keinen anderen kennt. Dann aber lag sie, fiebernd vor Ungeduld, tatenlos in den Häfen, und nur die U-Boote führten in aller Welt ihren einsamen Krieg. Tatenlos stand auch ihr Schöpfer beiseite, in zornigem Schmerz, daß man die Waffe nicht einzusetzen wagte. Er hatte rastlos zur Tat gedrängt: da war er in Ungnade gefallen, ausgeschaltet vom großen Geschehen, brachliegender Wille, dessen Rat nicht mehr Gehör geschenkt wird.[5]

Chronologie einer Militär- und Politikkarriere

  • 24. April 1865 Eintritt als Kadett in die Preußische Marine
  • 15. Mai 1865 Korvette „Arkona“
  • Mitte Juni 1865 Segelschulschiff Fregatte „Niobe“
  • 24. Juni 1866 Seekadett
  • Juli-September 1866 Fregatte „Gazelle“
  • Oktober 1866 - April 1867 Segelschulschiff Brigg „Musquito“
  • Frühjahr 1867 Stammdivision Ostsee
  • Juli-August Fregatte „Gefion“
  • August 1867 - Juni 1868 Fregatte „Thetis“
  • 3. August 1868 - 1. Juli 1869 Marineschule Kiel
  • 22. September 1869 Unterleutnant zur See
  • Kanonenschiff „Barbarossa“
  • Oktober 1869 Stammdivision Ostsee
  • Mai 1870 - Januar 1871 Panzerfregatte „König Wilhelm“
  • Juli 1871 - September 1872 Erster Offizier auf Kanonenboot „Blitz“
  • 25. Mai 1872 Leutnant zur See
  • Oktober 1872 - April 1874 Wachhabender Offizier (W.O.) auf der Brigg „Musquito“
  • Juni - Oktober 1874 Korvette „Nymphe“
  • Oktober 1874 - Mai 1876 Marineakademie und Übungen als Artillerieoffizier
  • 18. November 1875 Kapitänleutnant
  • Mai - August 1876 Artillerieoffizier auf der Panzerfregatte „Kronprinz“
  • September 1876 Artillerieoffizier auf der Panzerfregatte „Kaiser“
  • 18. Dezember 1877 Versetzung in den Admiralstab
  • ab 1. Januar 1877 wiederholt Kommandos zur Dienstleistung bei der Admiralität/Dezernat T/Torpedoangelegenheiten kommandiert
  • 17. September 1881 Korvettenkapitän
  • 1884 - 1887 (Sommermonate) Chef der Torpedoboots-Flottille
    • 16. März 1886 Inspekteur des Torpedowesens der Marine
  • 24. November 1888 Kapitän zur See
  • 12. März 1889 Kommandant des Panzerschiffs „Preußen“
  • 10. März 1890 Kommandant des Panzerschiffs „Württemberg“
    • 10. September 1890 mit Außerdienststellung der „Württemberg“
  • 30. November 1890 Chef des Stabes des Kommandos der Marinestation der Ostsee
  • 20. Januar 1892 Chef des Stabes des Oberkommandos der Marine
  • 13. Mai 1895 Konteradmiral
  • 31. März 1896 Chef der Kreuzerdivision
  • 31. März 1897 Vertreter des beurlaubten Staatssekretärs des Reichsmarineamts
  • 15. Juni 1897 Staatssekretär des Reichsmarineamtes
  • 25. Juni 1897 Bevollmächtigter zum Bundesrat
  • 28. März 1898 Staatsminister und Mitglied des Staatsministeriums
  • 5. Dezember 1899 Vizeadmiral
  • 14. November 1903 Admiral
  • 5. April 1908 Berufung ins Herrenhaus des Preußischen Landtages auf Lebenszeit
  • 27. Januar 1911 Großadmiral
  • 15. März 1916 Rücktritt als Staatssekretär des Reichsmarineamtes
  • September 1917 Erster Vorsitzender der Deutschen Vaterlandspartei
  • 1924 Reichstagsabgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei
  • 1928 Abschied aus dem Reichstag und Rückzug aus der politischen Arbeit

Familie

Alfred von Tirpitz war der Sohn des königlich preußischen Geheimen Justizrats Rudolf Tirpitz (1811–1905) und der Malwine geb. Hartmann (1815–1890). Er heiratete am 18. November 1884 in Berlin Marie Auguste Lipke (1860–1948), Tochter des Politikers Gustav Lipke (1819-1889); das Paar hatte vier Kinder, darunter Wolfgang von Tirpitz, welcher nach der Versenkung der SMS „Mainz“ in englische Kriegsgefangenschaft geriet und Ilse, die 1912 den späteren Diplomaten Ulrich von Hassell heiratete.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Großadmiral von Tirpitz war Großkreuzritter zahlreicher deutscher wie internationaler Orden. Besonders zu nennen wäre hier die Verleihung des preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler mit Brillanten, der höchsten preußischen, und des St.-Andreas-Ordens, der höchsten russischen Auszeichnung. Ungewöhnlich ist sicherlich auch die Verleihung des Kommandeurskreuzes der französischen Ehrenlegion an einen deutschen Staatsbürger. Die Orden des Großadmirals sind heute ausgestellt im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg (IMMH). Hierbei sind leider einige Stücke entweder verloren gegangen oder nicht ausgestellt.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde das Tragen der französischen, königlich britischen, königlich rumänischen und kaiserlich russischen Orden und Ehrenzeichen untersagt.

Warnung an England, 1915
Ordensnachlaß des Großadmirals, einer der höchstdekorierten militärischen Führer der Militärgeschichte.

Weitere (zeitlich nicht einzuordnen)

Ehrungen

Mitgliedschaften (Auswahl)

Werke

Literatur

  • Ulrich von Hassell: Tirpitz: sein Leben und Wirken mit Berücksichtigung seiner Beziehungen zu Albrecht von Stosch, Stuttgart (1920) (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Adolf von Trotha: Alfred von Tirpitz, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hrsg.): Die großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Vier Bände, Propyläen Verlag, Berlin 1935–1937, Bd. 4, S. 513–526
  • Franz Uhle-Wettler: Alfred von Tirpitz in seiner Zeit, Verlag Mittler & Sohn, Hamburg-Berlin-Bonn 1998 (Kurzeinführung in das Buch)
  • Emil O. Huning: Tirpitz, der „Reichsverderber“ Betrachtungen zu seinen „Erinnerungen“ und Gedanken über sein Wirken (1919)

Verweise

Tondateien

Fußnoten

  1. http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/352002/
  2. Baron v. Mirbach, Ernst Dietrich: Prinz Heinrich von Preußen, Köln, Weimar u. a. 2013, S. 311.
  3. Tirpitz: Erinnerungen, S. 34
  4. Liste des personnes désignées par les Puissances Alliées pour être livrées par l'Allemagne en exécution des articles 228 à 230 du Traitè de Versailles et du Protocole du 28 juin 1919, S. 14 (PDF-Datei)
  5. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden. Lehmanns-Verlag, München, 1937.
  6. Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder: Internationales Freimaurerlexikon, Überarbeitete und erweiterte Neuauflage der Ausgabe von 1932, München 2003, 951 S., ISBN 3-7766-2161-3
  7. Famous Freemasons Alfred von Tirpitz, Homepage: Grand Lodge of Britisch Columbia and Yukon (Abgerufen am 3. Mai 2012)
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