Amalasuntha

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Amalasuntha (auch Amalaswintha, Amalasuentha, Amalasuintha, Todesrune.png April 535 auf der Insel Martana im See von Bolsena, Latium) war eine ostgotische Königin.

Leben

Amalasuntha war die Tochter des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen und Andafledas, der Schwester Chlodwigs. Sie wurde 515 mit Westgoten Eutharich aus dem Hause der Amaler verheiratet und gebar diesem einen Sohn, Athalarich, den Theoderich zu seinem Nachfolger bestimmte, und eine Tochter, Matasuentha (auch: Mataswintha, Matasuntha).

Seit 522 Witwe, führte sie nach dem Tode Theoderichs im Jahre 526 die Regierung für ihren minderjährigen Sohn mit Tatkraft und gelegentlicher Klugheit, begünstigte aber, ihre germanische Herkunft verkennend, die römische Bevölkerung und ließ den jungen König nach Römersitte erziehen. Auf Anstiften gotischer Großen entzog sich jedoch Athalarich der strengen Zucht und starb 534 infolge seiner Ausschweifungen. Hierauf machte Amalasuntha ihren Vetter Theodahad (auch: Theodat) zum Mitregenten (nicht, wie manchmal behauptet, zu ihrem Ehemann; seine Frau lebte noch), behielt sich aber die führende Rolle in der Regierung vor.

Kaum sah sich Theodahad auf dem Thron, als er, gereizt durch die Verachtung, die ihm Amalasuntha zeigte, und durch Herrschsucht, die Königin auf einer Insel im Vulsinischen See gefangen setzen und 535 im Bad erdrosseln ließ. Dies gab Justinian den Vorwand zu dem Angriff auf das ostgotische Reich, der - nach wechselhaftem Kriegsverlauf - am Ende dessen Untergang zur Folge hatte.

Den Großteil der überlieferten Informationen zur Person von Amalasuntha liefern Briefe von Cassiodor, Oberminister und literarischer Berater Amalasunthas, und die historischen Berichte von Prokop und Jordanes.

Beurteilung

Amalasuntha zeigt sich der Nachwelt als ein kennzeichnender Vertreter der leider immer wieder auftretenden, unerfreulichen Beispiele im Germanentum. Wenn auch während ihrer Regierungszeit durchaus organisatorisch begabt, zeigte bei ihr sich doch ein Hang zum Verrat und zur Selbstverleugnung, wie er immer wieder in der germanischen Geschichte anzutreffen ist. Eine dumme Begeisterung für das - damals bereits im Mark verfaulte - fremde romanische Wesen entwickelnd, verleugnete sie ihr eigenes gotisches Volk und damit die Grundlagen derjenigen Kraft, die zur Erhaltung des geerbten Reiches notwendig gewesen wären. Erst zu ihrem Ende hin zeigte sich bei ihr eine gewisse Erkenntnis dieses Fehlers.

Literatur

  • Felix Dahn: Ein Kampf um Rom - Historischer Roman (1876, 983 S.)
  • Felix Dahn: Ein Kampf um Rom (Zweiter Band) - Historischer Roman (1888, 1815 S., Scan, Fraktur)
  • Reinhard Wenskus: Amalaswintha. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 1, Berlin 1973, S. 245f.



Vorgänger Amt Nachfolger
Athalarich 526 Königin der Ostgoten Theodahad 534-536
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