Anderssen, Harry

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Harry Anderssen (*9. September 1881 in Breslau,† 26. September 1926 in Berlin) war ein Widerstandskämpfer gegen die Weimarer Republik und ein Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung.

Am 26. September 1926 bringt die nationalsozialistische Bewegung in Berlin ihr drittes Opfer. Der „Angriff" berichtet darüber erschütternd:

"Es ist am 17. August. Die wenigen Nationalsozialisten, die am roten Kreuzberg auf scheinbar aussichtslosern Posten kämpfen, haben zu einem Diskussionsabend in ein Lokal in der Stallschreiberstraße eingeladen. Der Bankbeamte Harry Anderssen, ein guter Redner in dieser Schar, kreuzt mit seinen Gegnern scharfe Klinge. Als die anderen Parteigenossen zu später Nachtstunde den Heimweg antreten, bitten die Kommunisten Anderssen, noch etwas zu bleiben, um mit ihnen weiter zu diskutieren. Anderssen bleibt allein im Lokal zurück. In dem guten Glauben, dass interessierte Zuhörer sich um den Tisch scharen, erzählt er von Hitler. Schließlich ist es aber auch für die anderen Zeit, nach Hause zu gehen. Er verabschiedet sich und tritt auf die Straße hinaus. Als er gerade sein Fahrrad, das vor dem Lokal steht, von der Kette löst, öffnet sich die Tür, mehrere Kommunisten treten aus dem Lokal heraus, bilden einen Kreis um ihn, und während einer von ihnen kurze, abgehackte Sätze zu ihm spricht, holt ein anderer mit einem eisernen Gegenstand zu einem wuchtigen Schlage aus, der dem nichts ahnenden SA.- Mann den ganzen Unterkiefer zerschmettert. Nicht genug damit, bearbeiten sie dann den Wehrlosen, den die Wucht des Schlages zu Boden geworfen hat, noch mit den Stiefelabsätzen, stehlen ihm, der in seinem Blute besinnungslos auf dem Pflaster liegt, das Rad und verschwinden im stockfinsteren Häusermeer am Moritzplatz. Als Anderssen nach kurzer Zeit wieder zu sich kommt, schleppt er sich unter Aufbietung der letzten Kräfte in das Lokal zurück. Er alarmiert das Überfallkommando.

Im Urban- Krankenhaus beginnt für ihn nun eine wochenlange, furchtbare Leidenszeit. Die schweren Verletzungen am Kopf und Magen verhindern eine direkte Ernährung, künstliche Nahrungszuführung lehnen die Ärzte aus unerklärlichen Gründen ab. So siecht Harry Anderssen, der schon im Felde vier Jahre seinen Mann gestanden hat, unter schrecklichen Qualen langsam dahin. Zweiundsiebzig Pfund wiegt er nur noch, als ihn nach fünf Wochen der Tod erlöste.

Im Jahre 1936 gab man dem derzeitigen Boecklerpark in Berlin zu Ehren des SA-Mannes Anderssen den Namen "Harry-Anderssen-Park", nach der Besetzung Deutschlands 1945 mußte er in Urbanpark umbenannt werden. 1951 erhielt er vorübergehend den Namen des ersten DGB-Vorsitzenden Boeckler.

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Literatur

  • A.K. Busch: Blutzeugen - Beiträge zur Praxis des politischen Kampfes in der Weimarer Republik, Nordland-Verlag Deutsche Stimme, ISBN-13: 978-3935102209
  • "Berlin 1920-1936: Historischer Führer zu den Stätten der Kampfzeit der NSDAP in der Reichshauptstadt", Winkelried-Verlag, ISBN 978-3-938392-09-6
  • Hermann Liese: "Ich kämpfe", München, Eher-Verlag 1943
  • Hans Weberstedt, Kurt Langner: "Gedenkhalle Für Die Gefallenen Des Dritten Reiches", Zentralverlag Der NSDAP Franz Eher, München. 1938
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