Apotheose

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Apotheose (von altgr. ἀποθεοῦν apotheoun „vergöttern“; gebildet aus θεός theós „Gott“) bezeichnet die Erhebung eines Menschen zur Gottheit (Vergötterung). Die Apotheose war im Altertum bei vielen Völkern Teil des politisch-religiösen Lebens.

Bei den alten Griechen fand eine Apotheose in der ältesten Zeit nur in der Form der Heroisierung statt. Männer, die sich um den Staat verdient gemacht hatten, wurden nach ihrem Tode als Heroen (Halbgötter) verehrt. Regelmäßig wurde den Männern, unter deren Führung eine Kolonie gegründet worden war (Oikisten), von deren Bewohnern diese Ehre zu teil. Seit dem Ende des Peloponnesischen Krieges erwies man mächtigen Heerführern und Fürsten schon bei ihren Lebzeiten nicht bloß heroische, sondern auch göttliche Ehren. Das erste Beispiel gaben einige griechische Staaten Kleinasiens, indem sie dem lacedämonischen Feldherrn Lysander wie einem Gott Opfer darbrachten und Feste feierten. Danach wurden Alexander dem Großen, der sich als einen Sohn des Zeus bezeichnen ließ, vielfach göttliche Ehren erwiesen, ebenso seinen Nachfolgern, den sogenannten Diadochen.

Bei den alten Römern findet sich, abgesehen von der mythischen Zeit (der als „Quirinus“ verehrte Romulus ist nicht ein vergötterter Mensch, sondern ein durch die Sage vermenschlichter Gott), die Apotheose, hier Consecratio genannt, zuerst bei Julius Cäsar. Ihm wurden schon zu Lebzeiten gewisse göttliche Ehren erwiesen, nach seinem Tode wurde er durch einen Senatsbeschluß als „Divus Julius“ unter die Zahl der Götter aufgenommen. Dies geschah dann ebenso für Augustus und die meisten späteren Kaiser, während die Verehrung der Kaiser als Götter bei ihren Lebzeiten nur in den Provinzen, nicht aber in Rom selbst, wenigstens nicht von Staats wegen, stattfand.

Die mit der Christianisierung erfolgende Ausscheidung des Bösen aus den Götterbildern und Götteranrufungen, zählt zu den religiösen Ursachen satanischer Rituale. Wüste Narrentänze, Maskenfeste, Flagellantenprozessionen und dergleichen mehr repräsentieren keinen Niedergang von Religion, sondern sind Kompensationshandlungen unterdrückter Gläubigkeit. Die Vergöttlichung des Unreinen, Sexuellen und Exstatischen war immer Teil religiöser Tradition, der unter der Herrschaft der christlichen Dogmatik jedoch ins Folkoristische und Außenseiterische abgleitet, ohne tatsächlich oberflächlich oder asozial zu sein.

Literatur

  • Gerhard Zacharias: Satanskult und Schwarze Messe. Ein Beitrag zur Phänomenologie der Religion. Limes-Verlag, Wiesbaden 1970 [keine ISBN zugewiesen, Erstausgabe: 1964].