Arbeitslose

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Die Zahl der Beschäftigten mit Niedriglöhnen im Vergleich mit der Zahl der Arbeitslosen in der BRD von 2000 bis 2010.
Anmerkung: Rund 80 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten hat eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar einen akademischen Abschlußs
Quelle: Bundesagentur für Arbeit[1] und Hans-Böckler-Stiftung[2][3]

Im Unterschied zu den registrierten Arbeitslosen veröffentlicht das Statistische Bundesamt Deutschlands auch die Zahl der Erwerbslosen. Hier wird durch eine Telefonumfrage nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO, engl. ILO) Arbeitslosigkeit erfragt. Zur Unterscheidung von den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit wird hier von Erwerbslosen gesprochen. Als erwerbslos im Sinne der ILO-Statistik gilt, wer weniger als eine Stunde arbeitet, aber mehr arbeiten will. Die Gesamtzahl der Erwerbslosen wird anhand einer Stichprobe hochgerechnet. Damit ist die stille Reserve automatisch erfaßt, hingegen fallen geringfügig Beschäftigte heraus. Ebenso Arbeitsunwillige, die sich allein zum Bezug von Arbeitslosengeld arbeitslos gemeldet haben. Die Erwerbslosenzahl des Statistischen Bundesamtes liegt zumeist rund eine Million unter der von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitslosenzahl (Erwerbslose im Januar 2005: 3,99 Millionen, Arbeitslose 5,04 Millionen).

Im Gegensatz zu den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden hier also auch nicht gemeldete Arbeitssuchende erfaßt. Deshalb liegt die Erwerbslosenzahl für Jüngere, die oft keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, meist höher als die entsprechende Arbeitslosenzahl. Andererseits gilt bereits der als „erwerbstätig“, der mindestens eine Stunde in der Woche arbeitet, während Personen auch dann noch als „arbeitslos“ gelten können, wenn sie bis zu 15 Stunden pro Woche arbeiten. Vor allem aufgrund der restriktiven Definition (höchstens eine Stunde Arbeit pro Woche) liegt die Erwerbslosenzahl meist deutlich niedriger als die Arbeitslosenzahl.

Nach dem Labour Force Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO, engl. ILO) und so auch in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung setzen sich die Erwerbspersonen aus den Erwerbstätigen und den Erwerbslosen zusammen. Die Erwerbslosenquote, d. h. das Verhältnis von Erwerbslosen zu Erwerbspersonen (wobei das Statistische Bundesamt hierbei ausschließlich die Inländer berücksichtigt) hat sich in Deutschland seit 1970 wie folgt entwickelt:


Entwicklung der Erwerbslosenquote in Deutschland von 1970 bis 2006 – Quelle: Statistisches Bundesamt


Daneben ist erwerbslos auch einfach eine politisch korrekte Alternative zu arbeitslos, denn letztere Bezeichnung suggeriert, es sei die Arbeit, die einem Menschen fehle, wo es eigentlich nur das (Erwerbs-)Einkommen ist.

Erwerbslos September 2008

Die Empfänger von Arbeitslosengeld I und II haben im Vergleich zum Jahr 2005 um 441.000 zugenommen. Unter Bezug auf öffentliche Statistiken setzten sich die Arbeitslosenzahlen von insgesamt ca. 9.647.540 Erwerbslosen im September 2008 (vorläufig) wie folgt zusammen:

  • Arbeitslosengeld I – 807.222 und Arbeitslosengeld II – 4.897.834
  • Hinzu kommen Bezieher von Sozialgeld: 1.872.730
  • Ein-Euro-Jobber“: 329.745
  • und Menschen, die nach der „58er-Regelung“ automatisch aus der Statistik fallen: 140.000 (Juni 2008).

Sie werden statistisch sämtlich nicht mitgezählt.

  • 1,3 Mio. Menschen erhalten inzwischen zusätzlich zu ihrem Verdienst Arbeitslosengeld II.
  • Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist vom 5,5 Millionen im Jahr 2003 auf 7,02 Mio. im Jahr 2008 gestiegen.

Der Kampf um das täglich Brot wird an der Armutsküchenfront ausgetragen, die die 800.000 Bedürftigen kaum noch versorgen kann. Allerdings besteht keinerlei Gefahr, daß die Quellen der Steuer-Milliarden für Bank- sowie andere Wirtschaftskriminelle, Kriegseinsätze und Steuererleichterungen für Chaosverursacher, nicht auch weiterhin fröhlich sprudeln würden.[4]

Erwerbslos September 2010

  • 2,945 Millionen Arbeitslose
  • 6,6 Millionen Hartz-IV-Empfänger
  • Ende September gab mehr als 7,3 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigte, die bis zu 400 Euro abgabenfrei verdienen konnten.[5]

Kritik

  • Die Bundesanstalt für Arbeit (Arbeitsamt) sollte zur Bundesagentur für Arbeit (BA) (Arbeitsvermittlung) umgestaltet werden. Roland Berger hatte mit Beraterverträgen von der Bundesagentur für Arbeit 12,4 Millionen Euro kassiert. Mit weiteren vier Unternehmen (u. a. McKinsey) hatte die Agentur bis zu 60 Millionen Euro für die Aufträge ausgegeben und sogar Experten in der Hartz-Kommission vermittelt. Der damalige BA-Chef Bernhard Jagoda mußte nach Mißwirtschaft und nach der Affäre um gefälschte Vermittlungsstatistiken zurücktreten, sein Nachfolger Florian Gerster hielt trotz Kritik weiter an den Beraterverträgen fest.[6] Seit Kürzung des Arbeitslosengeldes und Einführung von Hartz IV verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit, jedes Jahr Milliarden Euro Gewinne.[7] Durch Rücklagen verfügt die BA 2008 über mehr als 16 Milliarden Euro Reserven.
  • Die Agentur hat nach eigenen Angaben 2008 einen Überschuß von rund einer Milliarde Euro erwirtschaftet, dies sei auf dem Rücken der Arbeitslosen geschehen. Behördenmitarbeitern werde vorgegeben, eine bestimmte Zahl von Arbeitslosen zu bestrafen, damit diesen Geld gekürzt werden könne. Man spricht von einer unmenschlichen Vorgehensweise.[8]

Filmbeitrag

  • Geschönte Statistik: Wie die Regierung die Arbeitslosenzahl herunterrechnet. ARD, „Panorama“, 4. Juni 2009.
In Zeiten von Wirtschaftskrise und Wahlkampf gibt es kaum Wichtigeres als die neuen Arbeitsmarktzahlen. Und bei der Verkündung der neuen Arbeitslosenstatistik konnte die Regierung einen Erfolg feiern. Weniger Arbeitslose - trotz Krise.
Doch dahinter steckt auch ein statistischer Kniff. Denn weniger Arbeitslose, das heißt noch lange nicht, dass mehr Bürger einen Job haben. Tatsächlich hat sich die Zahl der Menschen in Lohn und Brot kaum verändert. Die Regierung hat lediglich die Zählweise geändert, rechnet immer mehr Arbeitslose aus der Statistik heraus. Ein Arbeitsloser weniger ist etwa Wolfgang K. Die Arbeitsagentur hatte ihn zu einem privaten Arbeitsvermittler geschickt. Das reichte aus, um ihn aus der Hauptsumme der Arbeitslosen herauszurechnen, ohne dass er einen Job oder eine Ausbildung bekommen hat. Alle zwei Wochen hat er jetzt einen Termin beim privaten Vermittler.
Schon seit Jahren hat die Arbeitslosenstatistik immer weniger Aussagekraft. Panorama zeigt, welche Tricks sich die Regierung vor der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes hat einfallen lassen.

Galerie

Siehe auch

Literatur

Verweise

Karikatur

Fußnoten

  1. Arbeitslosenzahl in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1991 bis 2013 (in Millionen)
  2. Deutscher Gewerkschaftsbund: Streitzeit: Mehr Niedriglöhne auch im Aufschwung, 13.09.2012
  3. Spiegel: Studie: Fast ein Viertel aller Beschäftigten erhält Niedriglohn, 09.06.2013
  4. Und hier eine Sondermeldung aus dem Hauptquartier der Arbeitsagentur, 30. Oktober 2008
  5. Bundesagentur für Arbeit: Das sind fast 1,6 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2003.
  6. Roland Berger optimiert den Geschäftsprozess Hartz IV, 12. Oktober 2006
  7. Bundesagentur verzeichnet 2008 Plus von einer Milliarde Euro, de.reuters.com, 3. Januar 2009
  8. Erwerbslose - Arbeitsmarkt: Milliardengewinne für Arbeitsagentur, rbb-online.de, 05. Januar 2009
  9. Berliner Kurier, 18. November 2010: Linke-Bundesvorsitzenden Klaus Ernst
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