Zweig, Arnold

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Arnold Zweig (* 10. November 1887 in Glogau, Provinz Schlesien; † 26. November 1968 in Ost-Berlin) war ein jüdischer Schriftsteller.

Werdegang

Arnold Zweig (nicht verwandt mit Stefan Zweig) wurde am 10. November 1887 im schlesischen Groß-Glogau als Sohn eines jüdischen Sattlermeisters geboren, der vor polnischem Antisemitismus nach Deutschland geflohen war.[1] Er besuchte die Oberrealschule in Kattowitz, danach studierte er von 1907-11 Philosophie, Neuphilologie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Breslau, München, Berlin, Göttingen, Rostock und Tübingen. Von 1915-18 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Er war zunächst Armierungssoldat in Nordfrankreich, Serbien und vor Verdun, später Schreiber beim Kriegspressequartier der Heeresleitung „Ober-Ost“ in Kowno, in unmittelbarer Nähe des Stabes von Hindenburg und von Ludendorff (den er in seinem späteren Romanzyklus „Der große Krieg der weißen Männer“ unter dem Namen Oberst bzw. General „Schiefenzahn“ als „Maschinerie der Macht“ darstellte).

Aus dem Felde zurückgekehrt, wandte er sich der Schriftstellerei zu und lebte zunächst in Starnberg (Oberbayern) und von 1923-33 in Berlin-Grunewald. In Weimarer Zeit war er für marxistische und zionistische Organe aktiv.[2] Er war schon damals auch Mitglied des PEN-Klubs.

Im Jahre 1933 wanderte er über die Tschecho-Slowakei, die Schweiz, England und Frankreich nach Haifa in Palästina aus, wo er mit den Zionisten in Konflikt geriet. Die Emigrantenforscher Hans-Albert Walter und Günter Ochs berichten: „Wegen des zionistischen Nationalismus Pläne zur Weiterwanderung in die USA, am Geldmangel gescheitert; 1942 wegen einer in deutscher Sprache gehaltenen Rede von rechtsradikalen Zionisten in Tel Aviv tätlich angegriffen.“[1]

In der Sowjetzone bzw. DDR bewahrte Zweig kommunistische Linientreue. Er wirkte u. a. als Präsident der Akademie der Künste und als Volkskammer-Abgeordneter. Er erhielt von den Sowjets den Leninpreis und von Walter Ulbricht den „Nationalpreis“. Zum 70. Geburtstag des Kreml-Diktators sang er: Um Stalins Größe zu beschreiben „verläßt uns die Fähigkeit zu sprachschöpferischen Einfällen. Wir sagen einfach: Genosse J.W. Stalin und drücken mit dieser Schlichtheit und inneren Wärme aus, daß das Genie des Aufbauens und des unermüdlichen Einsatzes von Wachsamkeit, Mut und Menschenhilfe von den Eigenschaftswörtern nicht getroffen wird, mit denen unsere Sprache zu spielen gewohnt ist“.[1] Als das „Genie des Aufbauens“, der „Vormann der Völker, Perikles gleich, dem Lenker Athens“ (Zweig an anderer Stelle über Stalin) gestorben war, hielt der Literat eine Rede, die in dem Satz gipfelte: „An jeder mächtigen Eiche könnte das dankbare deutsche Volk ein Bild seines Befreiers befestigen! Ruhe in Frieden, Josef Stalin!“[1]

Als der Schriftsteller Arnold Zweig 1968 in Ostberlin gestorben war, hieß es im SED-Zentralorgan, seine Heimat sei die kommunistische Bewegung gewesen, betonte hingegen das Zionistenblatt „Jedioth Chadasboth“, er habe „seiner Sehnsucht nach dem schönen Israel noch kurz vor dem Tode Ausdruck verliehen“, und hieß es originellerweise in SpringersWelt“, er sei „einer der treuesten Söhne des deutschen Bürgertums“ gewesen.[1]

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag. ISBN 3-924309-63-9
  2. Arnold Zweig bekannte sich zum Zionismus und zur Sozialdemokratie.
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