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Schopenhauer, Arthur

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt den Philosophen Arthur Schopenhauer; für weitere Bedeutungen siehe Schopenhauer (Familienname).


Arthur Schopenhauer (Lebensrune.png 22. Februar 1788 in Danzig, Todesrune.png 21. September 1860 in Frankfurt) war ein deutscher Philosoph und gilt als der bedeutenste Vertreter des Pessimismus. Das wichtigste Thema seines Denkens ist veröffentlicht in seinem Hauptwerk ‚Die Welt als Wille und Vorstellung‘ (1819).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in der Freien Hansestadt Danzig geboren, verbrachte seine weitere Jugendzeit aber in Hamburg. Seine Eltern waren Heinrich Floris Schopenhauer, ein angesehener und wohlhabender Bürger aus einer Danziger Kaufmannsdynastie, und Johanna Schopenhauer, eine in ihrer Zeit erfolgreiche Schriftstellerin, durch welche er auch in Kontakt mit dem von ihm verehrten Johann Wolfgang von Goethe und dessen Farbenlehre sowie den Brüdern August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel kam.

Seine Schwester war die Schriftstellerin Adele Schopenhauer, zu der er - im Gegensatz zu seiner Mutter - zeitlebens ein gutes Verhältnis hatte.

In seinen Hamburger Jugendjahren absolvierte er anfänglich eine Kaufmannslehre, die er aber nach dem frühen Tode des Vaters im Jahre 1805 abbrach und sich für die akademische Laufbahn entschied. Im Jahre 1809 begann Schopenhauer in Göttingen sein Studium und setzte dieses von 1811 bis 1813 schließlich in Berlin fort. Nach einem unvollendeten Studium der Medizin, studierte Schopenhauer die Philosophie, sein besonderes Interesse galt dabei den Werken von Immanuel Kant – insbesondere dessen „Kritik der reinen Vernunft“ - und der altgriechischen Philosophie, im besonderen Plato. Seine Dissertation und erste Veröffentlichung „Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde“ erschien 1813.

Nach einer Italienreise begann er 1820 eine kurze Dozententätigkeit in Berlin. Schopenhauers eigentliches und berühmtes Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ veröffentlichte er Anfang 1819. Es verkaufte sich in den folgenden drei Jahrzehnten nur schlecht, und wurde erst mit Beginn der 1850er Jahre zunehmend bekannter. Dessen ungeachtet veröffentlichte er 1844 hierzu einen zweiten, ergänzenden Band. Sein letztes Werk, eine Sammlung von Abhandlungen und Aphorismen, „Parerga und Paralipomena“ (1851), förderte seine Bekanntheit, nicht zuletzt aufgrund der darin enthaltenden, populärer und bewusst eudämonologisch geschriebenen Abhandlung „Aphorismen zur Lebensweisheit“.

Universitätsphilosophie und zeitgenössische Philosophen

Den zeitgenössischen Philosophen sowie der Universitätsphilosophie, namentlich in Gestalt der Philosophieprofessoren, stand Schopenhauer entschieden ablehnend gegenüber[1]. Vor allen Hegel, aber auch Schleiermacher, Fichte und Schelling bezeichnete er in zahlreichen Polemiken und Schriftwechseln immer wieder als Scharlatane, Philister und Brotphilosophen.
Schopenhauer, sich auf die antiken Philosophen berufend, machte der Universitätsphilosophie im Ganzen zum Vorwurf, daß sie - im Gegensatz zur freien und damit eigentlichen Philosophie - niemals unabhängig vom jeweils herrschenden Staatssystem und dessen Interessen sein könne, wenn sie sich gleichzeitig von diesem bezahlen ließe; ein Umstand, der sich auch in der heutigen Zeit nicht geändert hat.

Einsiedlerleben in Frankfurt am Main

Ab 1833 übersiedelte Schopenhauer im Alter von 45 Jahren nach Frankfurt am Main und entschied sich für ein zurückgezogenes Leben, dessen Unterhalt er durch finanzielle Rücklagen bestritt, die größtenteils noch aus dem stattlichen Erbteil seines Vater stammten. Erst in den letzten Frankfurter Jahren wurde er das Ziel vermehrter Aufwartungen seiner langsam anwachsenden Anhängerschaft; zeitlebens aber hatte sich Schopenhauer dennoch alleine und unverstanden in einer ihm unverwandten und ihn ignorierenden Menschheit gefühlt. Diese, bis an sein Lebensende anhaltende Einsamkeit unter Fremden hat der Philosoph selbst zum Ausdruck gebracht in seinem kleinen (unvollendeten) Gedicht An Kant, welches er mit dreizehn weiteren Gedichten an das Ende seines Gesamtwerkes stellte:

„Ich sah Dir nach in Deinen blauen Himmel,
Im blauen Himmel dort verschwand Dein Flug.
Ich blieb zurück in dem Gewimmel,
Zum Troste mir Dein Wort, zum Trost Dein Buch.-
Da such' ich mir die Oede zu beleben
Durch Deiner Worte geisterfüllten Klang:
Sie sind mir alle fremd, die mich umgeben,
Die Welt ist öde und das Leben lang.“


Arthur Schopenhauer starb am 9. September 1860 an den Folgen einer Lungenentzündung.

Von den verschiedenen Frankfurter Häusern, in denen er lebte, hat keines die alliierte Bombenbarbarei des Zweiten Weltkrieges überstanden.
Schopenhauer gilt als einer der einflußreichsten deutschen und weltweiten Philosophen und hatte enormen Einfluß auf zeitgenössische und spätere Philosophen, Künstler und Politiker, so z.B. Friedrich Nietzsche, Oswald Spengler, Richard Wagner, Adolf Hitler (Siehe Abschnitt „Aussagen bekannter Persönlichkeiten über Schopenhauer“), Wilhelm Busch, Ernst Wiechert, Hans Pfitzner. Diesen künftigen Einfluß vorausahnend setzte Schopenhauer als Schlußwort seiner letzten Verse und seines Schaffens folgenden Vers:

Finale
„Ermüdet steh' ich jetzt am Ziel der Bahn,
Das matte Haupt kann kaum den Lorbeer tragen:
Doch blick' ich froh auf das was ich gethan,
Stets unbeirrt durch das, was Andere sagen.“

Philosophie

Schopenhauer 3.jpg

Schopenhauer verstand sich als einzig wirklicher Fortführer des philosophischen Systems von Immanuel Kant. Wie dieser ging er davon aus, daß die Welt primär Vorstellung ist. „Die Welt ist meine Vorstellung“, lautet auch der erste Satz in seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Dem reflektierenden Menschen „wird deutlich und gewiß, daß er keine Sonne kennt und keine Erde; sondern immer nur ein Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand, die eine Erde fühlt“ usw. Es besteht demnach kein Objekt ohne ein erkennendes Subjekt und umgekehrt.

Schopenhauer beschränkte sich jedoch nicht auf dieses erkenntnistheoretische Modell, sondern er erkannte darüber hinausgehend, daß Kants „Ding an sich“, welches er kurz als „Wille“ bezeichnete, noch weitergehend bestimmt werden könnte: Als innerstes Wesen und einzige Wurzel des menschlichen und letztlich allen Daseins, als nur sich selbst kennender Trieb zum Leben und zum Dasein, immer wieder aufs neue erscheinend und leidend in endlosen Reihen von vorübergehenden Individuen. Als solches ist der Wille auf ewig angekettet an das Leiden und an den ewigen Wechsel von Geburt und Tod.

„Die Welt als Wille und Vorstellung“
(Erstausgabe von 1819)

Hoffnung und letzlich Erlösung aus dieser mißlichen Lage kann letztlich nur die beim Menschen sich zur Vernunft steigernde Erkenntnis – die Welt der Vorstellung – geben. Sie ist nach Schopenhauer das alleinige erlösende Prinzip, denn in ihr kann sich das in der Erscheinung des Menschen zum Bewusstsein gekommene Individuum zwar auch immer wieder zur Bejahung des Lebens entscheiden, aber auch – in Gestalt der Heiligen, also in Form von Mitleid und Selbstlosigkeit – für die Verneinung des eigenen Willens zum Dasein entscheiden. Diese erlösende Erkenntnis (Verneinung des Lebens) ist aber keinesfalls als rationale, sondern vielmehr als schauende Erkenntnis in Verbindung mit einem in moralischer Hinsicht sehr gutartigen, geläuterten Willen (also Kants „Ding an sich“) zu verstehen.
Eine zu einem wirklichen und gründlichen Verständnis der Schopenhauerschen Philosophie führende Darlegung ist an dieser Stelle nicht möglich, da seine Schriften durch eine sehr tiefschürfende Systematik gekennzeichnet sind, deren Meisterung letztendlich nur durch das Studieren seiner Schriften - Schopenhauer selbst empfahl sogar dringlich das zweimalige Lesen seiner Werke - möglich wird.

Bestätigung seiner Philosophie fand Schopenhauer vor allem im – von ihm erst in späteren Jahren entdeckten – Buddhismus, aber auch im Hinduismus und im eigentlichen, dem Entsagungsgedanken zugewandten und vom jüdischen Geist - dem „foetor Judaicus“ (übersetzt in etwa „übler Geruch des Judentums“) – befreiten Christentum. Das Judentum dagegen lehnte er als primitiv-monotheistische Lehre ohne Erlösungsgedanken ab und sprach ihr sogar den Religionsstatus ab, da er in der jüdischen Lehre keinerlei metaphysische Wahrheit erkennen konnte; mit Ausnahme der jüdisch-alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte vom Sündenfall, die er als zumindest allegorische metaphysische Wahrheit gelten ließ. Den „abscheulichen“[2] Islam lehnte er aus ähnlichen Gründen beinahe ebenso stark ab[3].

Schopenhauer schaffte mit seiner Philosophie die Grundlage und das System für den philosophischen Pessimismus.

Kurze Einführung in Schopenhauers Philosophie

Schopenhauers politische und gesellschaftliche Ansichten

Schopenhauer betrachtete politische Themen für sich selbst als Nebensache. Dennoch sind zahlreiche seiner politischen Überzeugungen und auch einige seiner Ansichten zu den politischen Enwicklungen seiner Epoche überliefert.

Monarchistische Grundhaltung

Als, aus grundsätzlichen Erwägungen heraus überzeugter Monarchist stand er dem zu seiner Zeit modern werdenden republikanisch-demokratischen Gedanken strikt ablehnend gegenüber.
Ganz in diesem Sinne schreibt Schopenhauer (in Parerga und Par. II §126):
„ ...Allerdings also ist das Volk souverain; jedoch ist es ein ewig unmündiger Souverain, welcher daher unter bleibender Vormundschaft stehn und nie seine Rechte selbst verwalten kann, ohne gränzenlose Gefahren herbeizuführen; zumal er, wie alle Unmündigen, gar leicht das Spiel hinterlistiger Gauner wird, welche deshalb Demagogen heißen.“
und im selben Buch (§127), seine Sympathie mit dem Führerprinzip ausdrückend, sagt er weiter:
„Überhaupt aber ist die monarchische Regierungsform die dem Menschen natürliche; ...“ und weiter „...überall muß Ein Wille der leitende seyn.“, weiterhin im Text: „...Hingegen ist das republikanische System dem Menschen so widernatürlich, wie es dem höhern Geistesleben, also Künsten und Wissenschaften, ungünstig ist.“.

Märzrevolution von 1848

So verwundert es nicht, daß Schopenhauer ganz folgerichtig der Märzrevolution von 1848 feindlich gegenüber stand. Während der Revolutionswirren und Barrikadenkämpfe im selben Jahr, gewährte er einem österreichischen Trupp von monarchistischen Soldaten freudig Einlaß in sein Haus, um von dort „die souveräne Kanaille“ besser beschießen zu können[5]. Einen der Anführer der Revolution, den von dem heutigen BRD-Fernsehhistoriker Guido Knopp (in einem Blum eigens gewidmeten Fernsehbeitrag) hochgeschätzen, demokratischen Paulskirchen-Abgeordneten Robert Blum, beschrieb Schopenhauer als einen „knotigen Kerl“ der sich „unterstanden hätte, das Deutsche Reich instandsetzen zu wollen. ...“, wobei er den Fürsten Windischgrätz lobte, von welchem er nur bedauerte, daß er Blum hatte erschießen lassen, anstatt ihn zu hängen[6] (Blum wurde 1848 auf Veranlassung Windischgrätz' statt durch - nach damaligen Begriffen ehrlosen - Erhängens, durch standrechtliche Erschießung hingerichtet).

Haltung zum damaligen Nationalismus

Der aufkommende damalige republikanische Nationalismus wurde - als Verfechter des Parlamentarismus und Gegner der monarchischen Systeme - von Schopenhauer im wesentlichen abgelehnt. In diesem Zusammenhang machte er auch folgende, heutzutage gerne von linken Kreisen zitierte Aussage:

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“

Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, daß zu Schopenhauers Zeit die besagten nationalgesinnten „erbärmlichen Tröpfe“ fast ausnahmslos in den Reihen des revolutionär-demokratischen Pöbels zu finden waren, die den Nationalismus dazu benutzten, die Massen gegen das monarchische System zu mobilisieren. Erst nach Schopenhauers Zeit begann die zunehmende Internationalisierung der Massen und ansteigende Nationalisierung der Eliten.

Testament

Schopenhauer bestimmte in seinem Testament eine bedeutende Summe an eine private Stiftung für die Hinterbliebenden der Soldaten, die 1848 in Berlin gefallen waren. Darüber empörten sich nach seinem Tode weite Teile innerhalb des linksliberalen Literatentums unter Führung des Salonschriftstellers Karl Ferdinand Gutzkow, welchen die Unterstützung dieser Opfer der Revolution nicht in ihr ideologisches Konzept passte[7][8].

Schopenhauers Meinung zum Judentum

Schopenhauers Urteile über das Judentum sind als ablehnend bis feindlich zu bezeichnen. Er beschrieb es „als großen Meister der Lüge“ und äußerte sich an mehreren Stellen[9] seiner Schriften recht deutlich:

„Der ewige Jude Ashaversus ist nichts Anderes, als die Personifikation des ganzen jüdischen Volkes. Weil er an dem Heiland und Welterlöser schwer gefrevelt hat, soll er von dem Erdenleben und seiner Last nie erlöst werden und dabei heimathlos in der Fremde umherirren. ...“ und weiter: „...Bis dahin lebt es (Anmerkung: das jüdische Volk) parasitisch auf den anderen Völkern und ihrem Boden, ist aber dabei nichtsdestoweniger vom lebhaftesten Patriotismus für die eigene Nation, den es an den Tag legt durch das festeste Zusammenhalten, wonach Alle für Einen und Einer für Alle stehen; so daß dieser Patriotismus sine patria (ohne Vaterland) begeisternder wirkt, als irgendeinanderer. Das Vaterland des Juden sind die übrigen Juden: daher kämpft er für sie, wie pro ara et focis (für Heimat und Haus), und keine Gemeinschaft auf Erden hält so fest zusammen, wie diese. Daraus geht hervor, wie absurd es ist, ihnen einen Antheil an der Regierung oder Verwaltung irgend eines Staates einräumen zu wollen. ....“[10]

Zum jüdischen Glauben äußerte Schopenhauer sich u.a. in Folgendem:

...Ihre Religion, von Hause aus mit ihrem Staate verschmolzen und Eins, ist dabei keineswegs die Hauptsache, vielmehr nur das Band, welches sie zusammenhält, der point de ralliement (Sammelpunkt) und das Feldzeichen, daran sie sich erkennen. ...“ und weiter:

...Demnach ist es eine höchst oberflächliche und falsche Ansicht, wenn man die Juden bloß als Religionssekte betrachtet: wenn aber gar, um diesen Irrthum zu begünstigen, das Judenthum, mit einem der Christlichen Kirche entlehnten Ausdruck, bezeichnet wird als 'Jüdische Konfession'; so ist Dies ein grundfalscher, auf das Irreleiten absichtlich berechneter Ausdruck, der gar nicht gestattet sein sollte. Vielmehr ist 'Jüdische Nation' das Richtige. Die Juden haben gar keine Konfession: der Monotheismus gehört zu ihrer Nationalität und Staatsverfassung und versteht sich bei ihnen von selbst.“ und als letztes Beispiel:

Während alle anderen Religionen die metaphysische Bedeutung des Lebens dem Volke in Bild und Gleichnis beizubringen suchen, ist die Judenreligion ganz immanent und liefert nichts als ein bloßes Kriegsgeschrei der Bekämpfung anderer Völker ... Übrigens ist der Eindruck, den das Studium der Septuaginta bei mir nachgelassen hat, eine herzliche Liebe und innige Verehrung des großen Königs Nabuchodonosor (Nebukadnezar), wenn er auch etwas zu gelinde verfahren ist mit einem Volke, welches sich einen Gott hielt, der ihm die Länder seiner Nachbarn schenkte und verhieß, in deren Besitz es sich dann durch Rauben und Morden setzte, und dann dem Gott einen Tempel darin baute. Möge jedes Volk, das sich einen Gott hält, der die Nachbarländer zu 'Ländern der Verheißung' macht, rechtzeitig seinen Nebukadnezar finden und seinen Antiochos Epiphanes dazu, und weiter keine Umstände mit ihm gemacht werden!

Schopenhauer fasste allerdings das Judentum noch als eine bloße Geisteshaltung und kaum in einem rassischen Zusammenhang auf, womit er eine zu seiner Zeit weit-geläufige Betrachtung vertrat.

Denkmal in den Frankfurter Wallanlagen
Grabstelle von Arthur Schopenhauer auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main

Sonstiges

Schopenhauer übersetzte im Jahre 1832 aus dem Spanischen das bekannte „Hand-Orakel“ von Baltasar Gracián und gab ihm als „Kunst der Weltklugheit“ die im Deutschen bis heute gültige Form. Er begründete damit in Deutschland den Ruhm des Spaniers, obwohl die Übersetzung erst nach Schopenhauers Tod veröffentlicht wurde.

Aussagen bekannter Persönlichkeiten über Schopenhauer

  • „Lieber Freund, 'gut schreiben' berechtigt doch wahrhaftig nicht, eine Kritik des Schopenhauerschen Systems zu schreiben: im übrigen kannst Du Dir von dem Respekt, den ich vor diesem 'Genius ersten Ranges' habe, gar keine Vorstellung machen, wenn Du mir die Fähigkeit zutraust, jenen besagten Riesen über den Haufen zu werfen.“ - Friedrich Nietzsche
  • „In der großen Innenhalle in der Bibliothek in Linz werden später einmal Kant, Schopenhauer und Nietzsche stehen, unsere größten Denker, denen die Engländer, Franzosen oder Amerikaner nichts, aber auch gar nichts Gleichwertiges an die Seite stellen können... ...Auf seiner (Kants) erkenntnistheoretischen Grundhaltung baute Schopenhauer auf, dem wir außerordentlich viel verdanken. Er war es, der die reine Zweckphilosophie eines Hegel überwand, so daß von ihr nichts mehr übrigblieb. Den ganzen Weltkrieg (Anmerkung: Gemeint ist hier der Erste Weltkrieg) über habe ich die fünf Bände der Werke Schopenhauers im Tornister mit mir herumgeschleppt. Ich habe viel von ihm gelernt.“ - Adolf Hitler[11]
  • „Schopenhauer hat jedenfalls die ernstliche Absicht deutlich zu sein, sonst wäre seine Schreibeweise nicht so bündig, wie sich's ein Mathematiker nur wünschen könnte. Zudem ist er, mein' ich, immer intereßant, obgleich er stets daßelbe Thema variirt; denn dieses Thema ist ja unser Fleisch und Blut“ - Wilhelm Busch
  • „Wissen Sie, was der diesjährige Sommer für mich bedeutet hat? Ununterbrochene Begeisterung für Schopenhauer und eine Reihe geistiger Genüsse, die ich niemals zuvor erfahren habe... ...Ich weiß nicht, ob ich meine Meinung einmal ändern werde, jetzt jedenfalls bin ich überzeugt, daß Schopenhauer der genialste aller Menschen ist... ...Wenn ich ihn lese, ist mir unbegreiflich, weshalb sein Name unbekannt bleiben konnte. Es gibt höchstens eine Erklärung, eben jene, die er selber so oft wiederholt, nämlich daß es auf dieser Welt fast nur Idioten gibt.“ - Leo Tolstoi
  • „Schopenhauer hat die Menschheit mit dem Kainsmal seiner Verachtung gezeichnet...er hat das Ungeheuerlichste an Skeptizismus vollendet, das jemals unternommen worden ist. Er hat mit seinem Hohn alles durchpflügt und alles ausgehöhlt. Und heute noch leben im Geist selbst derer, die ihn schmähen, seine Gedanken fort.“ - Guy de Maupassant
  • „Kennen Sie Schopenhauer? Ich lese zwei Bücher von ihm. Idealist und Pessimist. Das paßt mir.“ - Gustave Flaubert
  • „Sprachliche Änderungen vorzunehmen sind nur die größten Denker eines Volkes berufen! In der Zeit vor uns wäre ein einziger zuständig gewesen: Schopenhauer! Inwieweit man einem Gedankenflug mit den vorhandenen Worten noch gerecht wird, das kann nur ein Genie abwägen!“ - Adolf Hitler[12]
  • „Er war ein tiefsinniger Mann, vielleicht der tiefsinnigste von allen. Er durchschaute das Elend des Lebens und die Nichtigkeit des Erdenlebens“ - August Strindberg
Karikatur von Schopenhauer, gezeichnet von Wilhelm Busch

Siehe auch

Werke

  • Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde (1813, Dissertation Schopenhauers; zweite, sehr verbesserte Auflage 1847); (PDF-Datei)
  • Ueber das Sehen und die Farben (1816; zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1854) (PDF-Datei)
  • Theoria colorum (1830, lateinische Fassung der überarbeiteten Farbenlehre)
  • Die Welt als Wille und Vorstellung, erster Band (1819; zweite, vermehrte Auflage 1844; dritte, verbesserte und beträchtlich vermehrte Auflage 1859, zweiter Band (1844) Ausgabe 1859 (PDF-Datei, 11MB)
  • Ueber den Willen in der Natur (1836; zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1854)
  • Die beiden Grundprobleme der Ethik: Ueber die Freiheit des menschlichen Willens, Ueber das Fundament der Moral (1841; zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1860)
  • Parerga und Paralipomena, zwei Bände (1851, enthalten die Aphorismen zur Lebensweisheit, Ueber die Universitäts-Philosophie, Ueber Schriftstellerei und Stil u. v. a. m.): Band 1 (PDF-Datei), Band 2 (PDF-Datei)

Darüberhinaus wurde Schopenhauers handschriftlicher Nachlaß herausgegeben von Arthur Hübscher und Volker Spierling:

  • Der handschriftliche Nachlaß in fünf Bänden. Vollständige Ausgabe in sechs Teilbänden. Hrsg. von Arthur Hübscher. München: DTV 1985; unveränderter Nachdruck der historisch-kritischen Edition, Frankfurt a. M.: Waldemar Kramer 1966–75. (Im Einzelnen: Frühe Manuskripte 1804–11, Kritische Auseinandersetzungen 1809–18, Berliner Manuskripte 1818–30 (inkl. Eristische Dialektik und Kunstgriffe der eristischen Dialektik), Die Manuskriptbücher der Jahre 1830–52, Letzte Manuskripte/ Gracians Handorakel (inkl. Ueber die, seit einigen Jahren, methodisch betriebene Verhunzung der deutschen Sprache), Randschriften zu Büchern)
  • Philosophische Vorlesungen, 4 Bde. Aus dem handschriftlichen Nachlaß. Hrsg. und eingel. von Volker Spierling. Piper, München 1987–90. (Im Einzelnen: Theorie des gesammten Vorstellens, Denkens und Erkennens, Metaphysik der Natur, Metaphysik des Schönen, Metaphysik der Sitten)
  • Ludger Lütkehaus (Hrsg.): Das Buch als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauers Briefwechsel mit Friedrich Arnold Brockhaus. C.H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40956-3

Sekundärliteratur

Folgende Publikationen sind nach 1945 erschienen und sollten von daher kritisch gelesen werden:

  • Walter Abendroth: Arthur Schopenhauer in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1967. ISBN 3-499-50133-3.
  • Sabine Appel: Arthur Schopenhauer, Leben und Philosophie, Artemis&Winkler, Düsseldorf 2007, ISBN 3-538-07241-8.
  • Alfred Estermann: Schopenhauers Kampf um sein Werk. Der Philosoph und seine Verleger. Insel, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-17252-1.
  • Margot Fleischer: Schopenhauer. Herder, Freiburg 2001, ISBN 3-451-04931-7.
  • Margot Fleischer: Schopenhauer als Kritiker der Kantischen Ethik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2470-2.
  • Wilhelm Gwinner: Arthur Schopenhauer aus persönlichem Umgang dargestellt 2. Auflage. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt 1987, ISBN 3-7829-0349-8 (Diese Biographie wurde kurz nach Schopenhauers Tod verfasst.).
  • Arthur Hübscher: Arthur Schopenhauer, ein Lebensbild. 3. Auflage. Brockhaus, Mannheim 1988, ISBN 3-7653-0418-2.
  • Arthur Hübscher: Denker gegen den Strom. Schopenhauer: Gestern - Heute - Morgen, Bouvier, Bonn 1973.
  • Arthur Hübscher: Schopenhauer. Gesammelte Briefe; 2., verb. u. erg. Aufl., Bouvier Verlag, Bonn 1987, ISBN 3-416-01901-6
  • Ferdinand Laban: Die Schopenhauer-Literatur. Versuch einer chronologischen Übersicht derselben. Nachdruck der Ausgabe von 1880. Franklin, New York, NY 1970.
  • Bryan Magee: The Philosophy of Schopenhauer. Oxford University Press, Oxford 1997, ISBN 0-19-823722-7.
  • Chise Onuki: Schopenhauers Willensmetaphysik. Eine Einführung zum Verständnis Schopenhauers und darüber hinaus. ISBN 978-3-638-92290-6.
  • Rüdiger Safranski: Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie. Hanser, München 1987, ISBN 3-446-14490-0.
  • Georg Simmel: Schopenhauer und Nietzsche. Ein Vortragszyklus. Mit einem Nachwort von Klaus H. Fischer „Über Simmel, Schopenhauer und Nietzsche“, Schutterwald/Baden 2001, ISBN 978-3-928640-14-5.
  • Walther Schneider: Schopenhauer. Werner Dausien, Hanau 1985, ISBN 3-7684-4552-6.
  • Volker Spierling: Arthur Schopenhauer zur Einführung. 2., überarbeitete Auflage. Junius, Hamburg 2006, ISBN 3-88506-367-0.
  • Ralph Wiener: Der lachende Schopenhauer, Militzke Verlag, Leipzig 1996, ISBN 3-86189-081-X
  • Robert Zimmer: Arthur Schopenhauer. Ein philosophischer Weltbürger. Biografie dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-24800-6.

Verweise

Fußnoten

  1. Vgl. auch: Ueber die Universitäts-Philosophie. In: Parerga und Paralipomena I, Erster Teilband
  2. Vgl.: Hinweisung auf die Ethik. In: Arthur Schopenhauer. Kleinere Schriften. Band III, S. 477 (Suhrkamp 1986)
  3. Schopenhauer: „Man betrachte z. B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu begründen, das metaphysische Bedürfniß zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzungen verloren gehn; aber ich habe keinen einzigen werthvollen Gedanken darin entdecken können.“ - Die Welt als Wille und Vorstellung II, Erster Teilband, Kapitel 17, S. 188 ff. (Ausgabe Diogenes 1977 ISBN 3 257 20430 2)
  4. (PDF-Datei) Für Nicht - VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  5. In einem Brief an Julius Frauenstädt vom 2. März 1849 schreibt Schopenhauer u.a.: „...denken Sie sich, am 18. September eine Barrikade auf der Brücke und in der Fahrgasse, dessen Gegenstücke das Haus erschüttern: plötzlich Stimmen und Geboller an meiner verschlossenen Stubenthüre: ich, denkend, es sei die souveräne Kanaille, verrammle die Thür mit einer Stange: jetzt geschehn gefährliche Stöße gegen dieselbe: endlich die feine Stimme meiner Magd: »es sind nur einige Oesterreicher!« Sogleich öffne ich diesen werthen Freunden: 20 blauhosige Stockböhmen stürzen herein, um aus meinen Fenstern auf die Souveränen zu schießen; besinnen sich aber bald, es gienge vom nächsten Hause besser. Aus dem ersten Stock rekognoscirt der Officier das Pack hinter der Barrikade: sogleich schicke ich ihm den großen doppelten Opernkucker, mit dem Sie einst den Ballon sahn; - ...“ (Briefauszug, Schreibung im original. Veröffentlicht in: Arthur Hübscher: Arthur Schopenhauer. Gesammelte Briefe, 2., verbesserte und ergänzte Auflage, Seite 234, Bouvier Verlag Herbert Grundmann, Bonn 1987
  6. Unterhaltungen mit Robert von Hornstein 1855-59
  7. Oswald Spengler in: Jahre der Entscheidung, 45.-60. Tsd., C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München, Seite 86 unten
  8. Spengler: „Aus dem selben Geist stammt das Mitleid mit dem bolschewistischen Massenmörder Trotzki, als ihm die »bürgerlichen« Regierungen Westeuropas den staatlichen Schutz für den Besuch eines Kurortes verweigerten.“
  9. Alle Zitate Schopenhauers zum Judentum aus: Parerga u. Paralipomena II, §132
  10. vgl. auch: Alfred Rosenberg: Tradition und Gegenwart. Reden und Aufsätze 1936-1940. Blut und Ehre, IV. Band (1941); PDF-Datei
  11. In: Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944 - die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann, Wilhelm Heyne Verlag, München 1980; Gespräch vom 19. Mai 1944, ISBN 3-453-01600-9
  12. In: Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, - die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann, Wilhelm Heyne Verlag, München 1980; Gespräch vom 07. März 1942


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