Görlitzer, Artur
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Artur Görlitzer (* 22. Juni 1893 in Frankfurt (Oder), † 25. April 1945 in Berlin) war als Politiker der NSDAP Mitglied des Reichstags und stellvertretender Gauleiter von Berlin.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Jugend
Er wurde am 22. Juni 1893 als Sohn eines Eisenbahnbeamten in Frankfurt an der Oder geboren. Zwischen 1899 und 1910 besuchte er zunächst die Seminarschule in Neuzelle, dann eine Gemeinde- und eine Realschule in Berlin. Bis 1914 arbeitete er als Beamtenanwärter und Gemeindebeamter im damals noch selbstständigen Lankwitz.
[Bearbeiten] Erster Weltkrieg
Er meldete sich bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig beim Grenadier-Regiment 12. Im Oktober 1914 kam er mit dem Infanterie-Regiment 205 nach Flandern. Wenige Tage darauf, am 29. Oktober 1914, wurde er bei Dirmuiden durch Halsschuß schwer verwundet. Am nächsten Tag fiel sein einziger Bruder, der der gleichen Kompanie wie er angehörte. Im Februar 1915, nachdem er ausgeheilt war, kam er mit dem Infanterie-Regiment 208 abermals nach Flandern und wieder wurde er nach wenigen Tagen, am 20. Februar 1915, durch Granatsplittersteckschuß verletzt. Nach seiner Genesung ging er im Juni 1915 zum dritten Mal ins Feld und wurde im gleichen Monat in Galizien durch Schuß in die linke Hüfte verwundet. Seine Unerschrockenheit und sein Draufgängertum waren es, die ihm die mehrfachen Verwundungen einbrachten. Artur Görlitzer kam dann wieder an die Westfront. Er verdiente sich u.a. das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse und wurde im Januar 1917 zum Leutnant befördert. Beim Abwehrkampf am Chemin des Dames 1917 geriet er in französischer Kriegsgefangenschaft. Im Gefangenlager machte er noch das Kriegsabitur.
[Bearbeiten] Weimarer Republik
Artur Görlitzer beschäftigte sich schon vor dem kriege mit den Schriften Theodor Fritsch und las seine Monatsschrift „Der Hammer“. 1920 wurde er Beamter bei der Berliner Vorortgemeinde Lankwitz und nach der Schaffung von Groß-Berlin in den Berliner Kommunaldienst übernommen. 1922 trat er als Obersteuersekretär in den Dienst der Reichssteuerverwaltung über. Nicht zuletzt seine Beobachtungen im Berufsleben als Steuerbeamter führten ihn zu der Erkenntnis, daß die Lösung des Judenproblems eine entscheidende Lebensfrage des deutschen Volkes ist. 1928 schloß er sich der NSDAP als Mitglied an. Er wurde Zellenobmann, Ortsgruppenschriftwart, Ortsgruppenleiter, schließlich Bezirksleiter und Gauinspekteur. Wegen seiner politischen Tätigkeit wurde er 1930 seines Amtes in der Reichsfinanzverwaltung enthoben; ein im November 1931 eingeleitetes Dienststrafverfahren wurde im August 1932 eingestellt. Vom 24. April 1932 bis zum 14. Oktober 1933 war er preußischer Landtagsabgeordneter.
[Bearbeiten] Drittes Reich
Nach der Machternennung der Nationalsozialisten wurde Görlitzer 13. März 1933 zum stellvertretender Gauleiter des Gaues Berlin der NSDAP bestellt. Gauleiter von Berlin war Joseph Goebbels, der sich jedoch wegen zahlreicher anderer Ämter als Gauleiter auf repräsentative Aufgaben und letzte Entscheidungen, insbesondere in Personalfragen, beschränkte. Am 11. Juli 1933 wurde Görlitzer zum Preußischen Staatsrat ernannt, ab 12. November 1933 war er zudem Mitglied des Reichstags. In der SA wurde Görlitzer am 9. November 1938 zum SA-Gruppenführer befördert. Am 20. Juli 1934 wurde Artur Görlitzer Ratsherr in Berlin, ab 1941 war er Vorstand und Betriebsführer der dortigen Deutschlandhalle AG und Aufsichtsratsmitglied der reichseigenen Deutsche Revisions- und Treuhand AG. Ab Anfang 1944 wechselte Görlitzer als Mitarbeiter ins Ostministerium unter Reichsminister Alfred Rosenberg. In dieser Funktion war er im Frühjahr 1944 kurzzeitig Generalkommissar des Generalbezirks Shitomir im Reichskommissariat Ukraine. Dieses Amt hatte jedoch keine praktische Bedeutung, da das Gebiet bereits von der Roten Armee zurückerobert worden war. Als Artur Görlitzer am 25. April 1945 in Berlin Selbstmord verübte, war die Stadt bereits von der Roten Armee eingeschlossen.
