Hottentottenkrieg

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Deutsch-Südwestafrika, Herero-Aufstand:
Oberstleutnant Ludwig von Estorff (zu Pferde), mit Mütze Hauptmann Franz Epp

Als Hottentottenkrieg (im politisch korrekten Sprachgebrauch „Hereroaufstand“) werden mehrere etwa zeitgleiche Aktionen einiger marodierender Negerbanden im Gebiet von Deutsch-Südwest während des „Herero- und Hottentottenkrieges 1904–1907“ bezeichnet.

Die Morde und Gewalttaten waren somit kein „Aufstand“ und auch nicht „der“ Herero, da einer der Stämme nicht daran teilnahm und drei weitere bei erster Gelegenheit kapitulierten. Die Schutztruppe, gemeinsam mit Marine-Infanteristen eines Seebataillons, verfolgte am Waterberg im Jahre 1904 Gewalttäter, um sie für vorherigen Mord und Plünderung zur Rechenschaft zu ziehen.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Südwest-Afrika Denkmünze mit drei Gefechtsspangen

Die Geschichte der deutschen Kolonie in Südwestafrika ist von Anfang bis Ende tendenziell eine endlose Kette schwarzafrikanischer Kriminalität und Gewalt, sowohl untereinander wie gegen weiße Siedler aller Art. In sieben Jahren vor dem Krieg sind selbst die hier gezählten 25 Kriegsgefechte nur ein unvollständiger Überblick. Die bewaffneten Konflikte waren also keine Überraschung, sondern eher kolonialtechnische Alltagsroutine, wären seine Schäden nicht so erheblich gewesen. Von einer angeblichen „Ausrottungsabsicht“ kann demnach nicht die Rede sein.

Nachdem es Gouverneur Theodor Leutwein gegen die Plünderer nicht gelungen war, Frieden in der Provinz sicherzustellen, wurde der für seine Entschlossenheit bekannte Lothar von Trotha an seiner Stelle im Auftrag des Generalstabs Kommandeur der Schutztruppen. Konkrete Anweisungen für sein Vorgehen hatte er aber nicht in Berlin erhalten. Indem sein „Schießbefehl“ von dort aus aufgehoben wurde und Gouverneur Leutwein vom Amt zurücktrat, wurde die Mißbilligung von Generalstab und Kolonialverwaltung gegenüber seinem Vorgehen ausgedrückt. Da v. Trotha in Briefwechseln und seinem Tagebuch widersprüchliche Absichten seines Vorgehens nannte, ist seine damalige Haltung nur schwer einschätzbar. Die Deutung seines Verhaltens als Einschüchterungsversuche gegenüber den Kriminellen ist plausibel. Für die angebliche Zustimmung der Reichsregierung wird ohnehin kein Beleg genannt.

Vor den entscheidenden Kämpfen hätte v. Trotha auch sicher keine Gefangenenlager bauen lassen, wenn es von vornherein seine Absicht gewesen wäre, die Gegner in der Wüste verschwinden zu lassen. Daß er hinterher versuchte, die Flucht und Folge des Scheiterns seiner Truppe umzudeuten als vorher geplantes Ziel, paßt allerdings zu dem Eindruck, den sein kritikresistenter Charakter auch sonst hinterließ.

Ausgangslage

Am 1. Januar 1903 wurden in Deutsch-Südwestafrika 4.640 weiße Siedler gezählt, von denen 973 niederländische Buren waren. Bei einer Gesamtbevölkerung von über 300.000 Menschen vor dem Krieg machten Deutsche etwa 1 % Anteil aus, die nicht mehr als 10 % der Landfläche bewirtschafteten. Auch im Jahr vor dem Krieg blieben die Eingeborenen in Deutsch-Südwest die Gruppe mit dem umfangreichsten Viehbesitz, was sie unter anderem auch durch Diebstahl erreichten.

Rinderseuche

Südafrika, 1897

Das Virus der Asiatischen Rinderpest (Murrain, Paramyxo), übertragen durch Ausscheidungen und erregerstabil bis zu fünf Monate im Freiland, wanderte über Ägypten (1864) durch einen italienischen Feldzug entlang des Nils bis Ostafrika (1892). Um 1896 tötete die Seuche in Südafrika Millionen von Rindern, weshalb im Februar das Robert-Koch-Institut in Berlin mit der Entwicklung eines Impfstoffs beauftragt wurde.

Während einer Dürrezeit mit Heuschreckenplage breitete sich die Seuche im April 1897 bis in das Gebiet der Herero aus, deren Wirtschaftsgrundlage in DSW bislang die Rinderzucht war. Im Juni führt eine Schutzimpfung durch Dr. Kohlstock in Otjimbingwe zum Tod von 43 % des geimpften Viehs. In Gewaltausbrüchen verweigerten die Hereros weitere Impfungen ihrer Rinder. Nachdem bis zu 70 % des Viehbestandes verloren gegangen waren, förderten Hunger und Stammeswanderungen zusätzlich die Ausbreitung der Pockenkrankheit, ab März 1898 einer Typhusepidemie.

Reibungen

Viele der Herero-Nomaden wurden durch die Not gezwungen, ihren Lebensunterhalt durch seßhafte Arbeit bei deutschen Bauern zu verdienen. Ihre Führer (Kapitäne) reagierten auch mit vermehrtem Viehdiebstahl bei den weißen Siedlern, mit Verkauf ihres Nutzlandes und mit Zuhälterei an Arbeitskräften zu persönlichem Profit. Weiße behaupteten zurecht, daß skrupellose Herero-Häuptlinge wie Samuel Maharero rücksichtslos das Land ihrer Leute verschleuderten, während dieser konterte, daß skrupellose weiße Händler seinem Volk Kredit aufdrängten und dann die Schuldzahlung durch ihr Land und Vieh wieder lukrativ eintrieben. Daß auch dieses Vorbringen nicht ohne Grund war, belegt ein Kreditgesetz der Kolonialverwaltung vom 7. Juni 1902, das den ruinösen Landverkauf zur Schuldentilgung eindämmen sollte durch einjährige Verjährung. Bis zum Inkrafttreten der Bestimmung zum Schutz der Eingeborenen versuchten die Händler allerdings noch rücksichtsloser, ihre Außenstände bei ihnen einzutreiben. Zur Empörung trug auch das Gerichtswesen bei, das häufig Prügelstrafen für Eingeborene verhängen mußte.

Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage

Die bisher auf Landwirtschaft konzentrierten weißen Bauern wurden durch die steigenden Rinderpreise sowie das Überangebot an billigem Land und Arbeitern dazu verlockt, sich auf die Rinderzucht zu verlegen. Die Arbeitsteilung weißer Land- und schwarzer Viehwirtschaft verschob sich damit ebenso wie das Gesellschaftsgefüge. Die Verlierer, deren Sozialprestige sich bisher aus dem Viehbesitz definiert hatte, mußten ihre typische Lebensweise aufgeben und jahrelang Streit um Schuldentilgungen führen. Aber noch 1903 wurde festgestellt, daß Eingeborene mit 50.000 Stück Rind weiterhin 10.000 mehr als weiße Siedler besaßen. Gleichwohl führten die Umwälzungen traditioneller Lebensweisen zu steigender Gewaltbereitschaft unter den Eingeborenen und ständigen Übergriffen gegen die Einwanderer.

Die Behauptung, die Siedler hätten den Schwarzen Land und Vieh weggenommen, also sei der Aufstand ein Befreiungskrieg gewesen, ist unsinnig. Es war vielmehr umgekehrt so, daß die Schwarzafrikaner typische Viehdiebe waren. Dies lag an ihrem traditionell anarchistischen Eigentumsbegriff und wurde begünstigt durch ihre nomadische Lebensweise ohne Verantwortungsstruktur bei geringem Tatrisiko. Als die Rinderpest ihnen Lebensgrundlage und Wertmaßstab für innergesellschaftliches Sozialprestige raubte, stahlen sie lieber fremdes Vieh, als ihre freie Lebensweise gegen die Lohnarbeit einzutauschen.

Unruhen

Maschinengewehrstellung
„Medaille zur Erinnerung an die Aufstände in Deutsch-Südwest-Afrika“

Schon Jahre vor der fraglichen Schlacht am Waterberg waren Kämpfe aller Art übliches Jahresprogramm der deutschen Schutztruppen in einem Land, wo die Eingeborenen auch ohne Weiße Streitigkeiten oder Wunsch nach mehr Besitz vorzugsweise durch Gewalt regelten. Entgegen heute gängigen Behauptungen schonten die aufständischen Negerkrieger nicht immer gegnerische Frauen und Kinder, und weiße Männer wurden vor den Augen der Familie auf bestialische Weise abgeschlachtet. Alleine am 12. Januar 1904 ermordete eine Bande unter dem einstigen deutschen Verbündeten Samuel Maharero 119 deutsche Männer, vier Frauen und ein Säugling.

Im neuen Kommandeur der Schutztruppen von Trotha, der in scharfem Gegensatz zu seinem Vorgänger Leutwein stand, fand diese schwarzafrikanische Gewaltkultur schon bald darauf einen Gegenpart, der zumindest verbal bekräftigte, Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen. Spätestens ab Januar 1904 verbreiteten sich Ahnungen deutscher Behörden, daß sich ein Herero-Krieg anbahnt. Herero wurden immer häufiger beim Schmuggel von Waffen und Munition aus dem britischen Betschuana-Land beobachtet. Nach schweren Gewaltausbrüchen mit vielen Opfern unter den weißen Einwanderern wurde im selben Monat der Kriegszustand verhängt.

Gefecht am Waterberg

Als „Gefecht am Waterberg“ werden zusammenfassend einzelne Scharmützel in Deutsch-Südwest während des Hottentottenkrieges bezeichnet, die am Waterberg am 11. August 1904 ihren Höhepunkt fanden.

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Aufruf an das Volk der Herero

Theodor Leutwein trat anschließend wegen grundsätzlicher Differenzen mit dem Truppenkommandeur als Gouverneur zurück.

Opfer

Über die Zahl der umgekommenen Neger gibt es stark abweichende Angaben.

Der Missionar Friedrich Bernsmann beispielsweise hatte kurz vor Ausbruch des Aufstandes die Gesamtzahl der Herero auf 35.000 geschätzt und meinte weiter, daß von diesen 23.000 bis 25.000 den Aufstand überlebt hätten.[1]

Dies würde bedeuten, daß etwa 10.000 Opfer unter den Negern zu beklagen waren, wobei etwa ein Viertel davon auch direkt den militärisch organisierten und bewaffneten Terroreinheiten angehörten. 1.749 Deutsche wurden im Verlauf der Kämpfe ermordet. Etwa 1.000 Herero gelang mit ihrem Häuptling Samuel Maharero die Flucht ins Betschuanaland. Einige Reste der Herero kehrten zurück und ergaben sich.

Fazit

Das Deutsche Reich war Schlußlicht unter den europäischen Kolonialmächten. Sofern wirtschaftlicher Erfolg erzielt wurde, beschränkte er sich auf die Profite einiger Privatunternehmer. Das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika war zwar die größte Kolonie, aber wegen minderen wirtschaftlichen Nutzens auf dem Wühltisch der anderen Kolonialmächte liegengelassen worden. Eine schwer überschaubare Zahl von Eingeborenenvölkern unterschiedlicher Sprache und Kultur konnte hier mangels Vermögen kein aussichtsreicher Handelspartner werden, kam aber ständig in Konflikt mit den Kolonialbehörden. Als die Not einer Viehseuche vorhandene Spannungen in einer Kette von Konflikten entlud, wurde mit von Trotha ein Truppenkommandeur aus Berlin geschickt, der zwar wenige Fragen stellte, aber den Erwartungen der frustrierten deutschen Siedler besser gerecht wurde als der gerechte Gouverneur Leutwein.

Der große Schlag von Trothas gegen marodierende Hereros, die offenbar Verabredungen mit der konkurrierenden Kolonialmacht England hatten, schlug fehl. Indem der tumbe Militär-Karrierist seine Gefechtsniederlage nachträglich umfrisierte als angeblichen Verjagungsplan mit Wüstenbereinigung, schuf er den Kristallisationskeim für eine Geschichtslegende, mit der heute eine lebende Volksleiche vor Gericht Genugtuung für ihren Tod verlangt.

Immerhin führt dies dazu, daß die Gewaltlatenz dieser Gruppe und ihre früheren barbarischen Untaten heute als würdiger Freiheitskrieg geehrt werden. Die geschickte Flucht der Hereros hin zum Asyl ihrer Waffenlieferanten folgte damals zwar einem pfiffigen Plan, doch hatten sie die Schrecken der Wüste ebenso unterschätzt wie von Trotha seine Gegner. Solche Wüstenopfer kann man jedoch leicht auf deutsche Konten buchen, es wird noch immer allseits wohlwollend gefördert.

Wer einen Krieg beginnt, hier mit vorheriger britischer Waffenhilfe und Asylzusage, muß mit Opfern rechnen. Da beweisen also die Opfer der Angreifer keine Absichten der Angegriffenen.

Was auch immer die tatsächlichen Pläne von Trothas gewesen sein mögen: Sein Erlaß wurde innerhalb von 70 Tagen öffentlich widerrufen und in der Praxis nie angewendet. Eine unbekannte, vielleicht große Zahl der Herero kam im britischen Asyl an, unter ihnen ihr Kapitän Maharero. Wer nicht in der Wüste umkam, kapitulierte und wurde wie auch sonst vorher eben nicht von Schutztruppen erschossen. Indem die Herero auf dem Zug durch die Omaheke zum britischen Asyl in Betschuanaland alle Wasserstellen hinter sich vergifteten, um Verfolgung zu verhindern, machten sie deutlich, daß sie auch keine Absichten zur Rückkehr hatten.

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Der Große Wendig, Band 5: Völkermord an den Herero in Deutsch-Südwestafrika? (Das Kapitel als PDF-Datei)
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