Bea, Augustin

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Jesuit Augustin Bea

Augustin Kardinal Bea (geb. 28. Mai 1881 in Riedböhringen / Baden); gest. 16. November 1968 in Rom) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Jesuit und Kurienkardinal der katholischen Kirche. Er lieferte den Text des sogenannten Ökumene-Dekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965). Das Konzil hatte auch und besonders das forcierte Einschwenken der katholischen Kirche auf den Judaismus zum Thema, welches die Erklärung „Nostra Aetate“ hervorbrachte.

Werdegang und Posten

Nach dem Abitur studierte Bea von 1900 bis 1902 an der Universität Freiburg i. Br. katholische Theologie. 1902 trat er in den Jesuitenorden ein, welcher damals im Deutschen Reich (bis 1917) offiziell verboten war. Es folgten Studien der Philosophie in den Niederlanden (1904–1907), 1913 sprachwissenschaftliche und pädagogische Studien an der Universität Berlin.

Von 1914[1] bis 1917 war er zunächst Superior am Jesuitenkolleg in Aachen. 1917 erhielt er eine Professur in Valkenburg in den Niederlanden, welche die Auslegung von Schriften aus dem jüdischen Altertum zum Gegenstand hatte („Alttestamentliche Exegese“). Später, als Provinzial der oberdeutschen Provinz des Jesuitenordens mit Sitz in München, begegnete er dem damaligen Päpstlichen Nuntius in Deutschland, dem späteren Papst Pius XII. – der Beginn seines Aufstiegs zu hohen Ämtern.

Seit 1924 befaßte sich Bea in Rom mit der akademischen Unterweisung angehender Kleriker (Professur an der päpstlichen Universität Gregoriana). Während des von England 1939 entfesselten europäischen Krieges, den die in den USA tonangebenden Kreise durch Kriegseintritt des Landes zum Weltkrieg machten, widmete er sich einer neuen lateinischen Übersetzung des Psalters, des Buchs der Psalmen im Alten Testament. Wie alle Bischöfe, wurde Bea Mitglied verschiedener Kongregationen, herausgehobene Stellungen waren die eines Konsultors des Heiligen Offiziums und die eines Papstberaters. 1959 stieg er zum Kurienkardinal auf.

Vor und während des Konzils 1962–65

1960 berief man den Jesuiten Bea zum Leiter des Sekretariats für die Einheit der Christen. Das sogenannte Ökumene-Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965), ein höchst wichtiges Dokument der damals leitungsseitig dringend angestrebten „Öffnung der katholischen Kirche für den Dialog mit der Welt (Aggiornamento)“, entstand als päpstliches Auftragswerk in Beas Sekretariat.[2]

Rabbiner Abraham Joshua Heschel (links) bei einer Besprechung mit Kardinal Bea

Die thematisch zugehörige Neuausrichtung des kirchlichen Verhältnisses zu den Juden gipfelte in der Erklärung „Nostra Aetate“ vom Oktober 1965. Es gibt zum Gesamtkomplex eine große Zahl von Veröffentlichungen. Manche Autoren vertreten die Ansicht, dem Zweiten Vatikanischen Konzil habe, außer dem katholischen und damit per se weltweiten Anspruch, eine letztlich globalistische Geheimagenda zugrunde gelegen. Diese sei auf ein zukünftig intensiveres und abgestimmtes Zusammenwirken mit den wichtigsten Protagonisten der Neuen Weltordnung gerichtet gewesen. Hierzu sollten, getreu dem Grundsatz des Abbaus jeglicher Grenzen, Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, die im Verhältnis der Kirche zu den Juden, zu anderen Religionen und zwischen christlichen Konfessionen bestanden – sozusagen eine Politik des religiösen Freihandels. Wegen zu erwartender Widerstände gegen eine umfassende Ökumene in diesem Sinn habe es eines im Kern konspirativen Vorgehens bedurft, so daß – bei Gegebenheit einer geheimen Agenda – entsprechende Berichte über die Vorgänge in Einzelheiten naturgemäß nicht immer vollständig belegt sein können.

In solchen Veröffentlichungen wird unter anderem behauptet, der Jesuit Malachi Martin sei Kurier zwischen seinem jesuitischen Sekretariatsleiter Bea und den jüdischen Kreisen in den USA gewesen, die auf eine positive, nachhaltige Orientierung der katholischen Kirche hin zum Judaismus gewirkt hätten, insbesondere das American Jewish Committee sowie B'nai B'rith.[3] Der 1958 als Papst installierte Angelo Giuseppe Roncalli – 2014 von dem Jesuiten Franz mit speziell erleichterten Voraussetzungen heiliggesprochen – sei bereits mit dieser Agenda angetreten und habe anläßlich der Einberufung des Konzils 1962 Bea mit der Umsetzung dieser Wünsche in entsprechende Beschlußpapiere beauftragt. Eigentlicher Autor bzw. Vorflüsterer Beas zum noch weitaus stärkeren Einschwenken auf den Judaismus als bisher sei der französische Jude Jules Isaac gewesen.

Malachi Martin[4] veröffentlichte nach 1965 einige Bücher aus katholisch-traditionalistischer Sicht. In „The Jesuits, the Society of Jesus, and the Betrayal of the Roman Catholic Church“ (1987) beschrieb er Begebenheiten aus diesen Jahren. Die Jesuiten, und zwar international, hatten sich für ihn als eine verschworene Bande von Marxisten entpuppt, die sich unter dem Deckmantel der Religion für den Kommunismus stark machten. Malachi Martin brach nach dem Konzil mit seinem Orden, möglicherweise, doch das ist keineswegs sicher, weil ihm angesichts des Erlebten das Gewissen schlug. Er ließ sich in den Laienstand zurückversetzen und ging in die VSA.[5]

Auszeichnung

Nach dem Abschluß des Vatikanischen Konzils ehrte man Bea 1966 für seine Verdienste als Modernisierer und Vordenker des Ökumenismus mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Dieser Preis zeichnet Personen aus, die sich bei der Förderung des Globalismus hervorgetan haben oder deren Auszeichnung selbst globalistischen Zielen dient,[6] vergleichbar dem Karlspreis. Beas Erwählung spricht dafür, daß er sich bei einem NWO-Projekt nützlich gemacht hatte.

Ihm als Preisträger zur Seite gestellt wurde der Protestant Willem Adolf Visser’t Hooft, bis 1966 erster Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der das sogenannte Stuttgarter Schuldbekenntnis des Rates der Evangelischen Kirche vom Oktober 1945 mit herbeigeführt hatte. Das Schuldbekenntnis war seitens der sich damals in Aufstiegsposition bringenden evangelischen Kirchenfunktionäre ein Initiativbeitrag und Vorschuß auf ihre tatkräftige Beteiligung an der beginnenden Umerziehung. Den Deutschen sollten – außer der obligatorischen christlichen Erbsündelast – zusätzlich dauerhaft schuldmasochistische Gefühle aufgeladen werden.

Visser’t Hooft war während des Zweiten Weltkrieges reichsfeindlicher Spitzel gewesen, der in Genf ein Büro des holländischen und englischen Geheimdienstes geführt hatte.[7] Seitdem hatte er starken Einfluß auf dafür höchst offene evangelische Kirchenleute wie Martin Niemöller. Der ÖRK war letztlich von einer Geheimdienstorganisation der Vereinigten Staaten gesteuert, dem Office of Strategic Services (OSS), einem Vorläufer der CIA.

Siehe auch

Schriften (Auswahl)

  • De Pentateucho, 1928
  • Die Kirche und das jüdische Volk, 1966
  • Friede zwischen Christen, 1966

Englischsprachige Literatur

  • E. Michael Jones: The Catholic Church and the Jews. Fidelity Press, 2016, ISBN 978-0929891163 [„rechts“-katholisch]
  • Léon de Poncins: Judaism and the Vatican: An Attempt at Spiritual Subversion, Bloomfield Books, 1992, ISBN 978-0904656220 [199 S.]

Verweise

Englischsprachig

Fußnoten

  1. 1914 laut dem Eintrag zu Bea, Augustin Kardinal in dem im Weltnetz geführten Internationalen Biographischen Archiv von Munzinger, Stand August 2016, dies entgegen der Tatsache, daß der Jesuitenorden bis 1917 im Deutschen Reich verboten war
  2. Joseph Roddy: How the Jews Changed Catholic Thinking, Erstveröffentlichung: Look Magazine, 25. Januar 1966
  3. John Grasmeier: Malachi Martin’s Double Agent Status Documented, angelqueen.org, Juni 2007
  4. Artikel über Malachi Martin, angelqueen.org
  5. Siehe zum Ganzen den Aufsatz von Revilo P. Oliver: How They Stole The Church, Erstveröffentlichung: August 1991 in Liberty Bell
  6. Vgl. Preisträgerliste
  7. Der Große Wendig, Band 2: Das Stuttgarter Schuldbekenntnis von 1945, S. 692–696 (692)