Axel Springer AG

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Der von Axel Springer 1946 gegründete Verlag Axel Springer ist Deutschlands größter Zeitungsverlag und verlegt unter anderem Bild und Die Welt.

Der Sitz des Unternehmens ist Berlin. Weitere Niederlassungen bestehen in Hamburg und München.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Publikationen

siehe Publikationen der Axel Springer AG

Das Kerngeschäft der Aktiengesellschaft stellt immer noch der Verlag und Rollenoffsetdruck von Tageszeitungen und Zeitschriften dar. Hierbei sind neben der überregionalen Bild und Die Welt vor allem die Berliner und Hamburger Lokalzeitungen (B.Z., Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt) nennenswert.

Neben der Hörzu verlegt die AG die Fernsehzeitschriften Bild Woche, Funk Uhr, TV Neu und TV Digital. Auch in diesem Bereich wurden Redaktionen zusammengelegt, da der Verlag sich Synergieeffekte erhoffte.

[Bearbeiten] Eigentümerverhältnisse, Geschäftssituation, Strategische Ausrichtung

[Bearbeiten] Aktionärsstruktur

Aktionäre der Axel Springer AG, vor den Verkäufen 2006.

Die beinahte 33 Millionen[1] Aktien (Nennwert 3,00 Euro) des Unternehmens werden an der Frankfurter Börse unter den Wertpapierkennnummer 550135 und 575423[1] gehandelt. Einen Höchstwert von 153,50 Euro erreichte die Aktie im Jahr 2000, ihm folgte ein Aktiensplit im Verhältnis 1:10.

51,5 % (plus 10 Aktien) der Anteile werden von der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co.[1] gehalten. An dieser sind Friede Springer zu 90 % sowie Ariane und Axel Sven Springer zu je 5 % beteiligt. Friede Springer hält zudem direkt 5 % der Aktien und kontrolliert somit insgesamt 50,00003 %, also die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien.[2]

Ferner hält die Hellman & Friedman LLC 9,9 % der Aktien.[1] 7,4 % gehören der Aktiengesellschaft selbst. 25,8 % befinden sich in Streubesitz.

Vorsitzender des Vorstands ist Mathias Döpfner, Vorsitzender des Aufsichtsrats Giuseppe Vita. Einzelnen Zeitungsgruppen sind eigene Verlagsgeschäftsführer zugeordnet.

[Bearbeiten] Beteiligungen

siehe auch: Beteiligungen der Axel Springer AG

Neben dem Kerngeschäft ist die Axel Springer AG desweiter im Besitz von eigenen Druckereien und am Pressegroßhandel beteiligt. In den letzten Jahren wurden Beteiligungen an World-Wide-Web-Diensten erworben.

[Bearbeiten] Geschäftssituation und Beschäftigtenzahl

Im Geschäftsjahr 2006 hatte der Umsatz eine Höhe von 2,376 Mrd. Euro bei im Durchschnitt 9.733 Mitarbeitern. Der Jahresüberschuß steigerte sich um 26 Prozent auf 291 Mio. Euro.[3]

Für das Geschäftsjahr 2005 verzeichnete der Konzern einen Ergebnisanstieg. Zwar ging der Umsatz um 10 Mio. Euro leicht zurück auf 2,39 Mrd. Euro; Grund waren die Auslagerung des Tiefdruckbereichs in ein mit Bertelsmann und Gruner + Jahr betriebenes Ko-Unternehmen, die Prinovis Limited & Co. KG. Der Jahresüberschuß erhöhte sich jedoch um 56 Prozent auf 230,7 Mio. Euro. Pro Aktie sollen 1,70 Euro ausgeschüttet werden; im Vorjahr waren es 1,45 Euro.

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2004 betrug rund 2,40 Mrd. Euro, zusammengesetzt aus Umsätzen aus dem Vertrieb (1,17 Mrd. Euro), dem Anzeigengeschäft (0,95 Mrd. Euro) und übrigen Umsätzen (0,29 Mrd. Euro). [4] Der Konzern erwirtschaftet also rund die Hälfte seiner Umsätze mit dem Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften.

[Bearbeiten] Geschichte

Axel-Springer-Haus in Berlin.

Nach der Gründung im Jahr 1946 gab Springer in seinem Hamburger Verlag zunächst die Nordwestdeutschen Hefte, dann die Rundfunkzeitschrift Hörzu, die ursprüngliche Bild sowie Die Welt heraus. 1959 erwarb er die Mehrheit am Berliner Ullstein-Verlag und damit an der B.Z. und der Berliner Morgenpost.

Im Jahre 1966 wurde das Verlagshaus an der Berliner Mauer erbaut.

Die 68er-Bewegung protestierte mit der Kampagne „Enteignet Springer“ gegen die „Springerpresse“ – neben dem Meinungsmonopol warf man Bild vor allem die „reaktionäre Berichterstattung“ vor. Die Proteste verschärften sich nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 durch den als „rechtsextrem“ diffamierten Josef Bachmann. Zuvor wurde Rudi Dutschke von der Bild als „Staatsfeind Nr. 1“ bezeichnet und zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ aufgerufen. Bei den folgenden Kundgebungen kam es zu einer Qualität von linksterroristischen Ausschreitungen in der Geschichte der BRD.

Heinrich Böll veröffentlichte 1974 seine Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum, in der er die Boulevardpresse scharf kritisierte. Heinrich Böll geriet selbst in die Schußlinie der Springer-Blätter, wofür Günter Grass den Verlag scharf kritisierte und sich Jahrzehnte lang weigerte, dem Verlag Interviews oder Abdruckrechte zu erteilen, bis sich der Verlag bei dessen Familie entschuldige.[5]

1977 arbeitete Günter Wallraff dreieinhalb Monate lang als Redakteur bei der Bild-Zeitung. In seinem Erfahrungsbericht Der Aufmacher. Der Mann, der bei „Bild“ Hans Esser war weist er der Bild-Zeitung schwere journalistische Versäumnisse und unsaubere Recherchemethoden nach. Die Axel Springer AG verklagte Wallraff daraufhin mehrfach.

Nach dem Tod Axel Springers 1985 übernahm seine Witwe Friede die Konzernleitung und erweiterte die Geschäftstätigkeit in den 1990er-Jahren ins europäische Ausland.

1996 wird ein Teil der Berliner Lindenstraße umbenannt in „Axel-Springer-Straße“.

Der Medienunternehmer Leo Kirch schied 2002 endgültig aus dem Unternehmen aus.

Im Mai 2007 kaufte der Konzern zusammen mit der PubliGroupe AG die Zanox.de AG. Dafür wurden rund 214,9 Mio. Euro bezahlt.

Im Juni 2007 übernimmt das zu Springer gehörende Zürcher Unternehmen Jean Frey die Zeitschriften „Tele“, „TV4“ und „TV2“ vom Schweizer Ringier-Verlag.

Ebenfalls im Juni 2007 kaufte der Konzern 41,4 Prozent des französischen Frauen-Weltnetzportalbetreibers auFeminin.com. Dafür bezahlte Springer 284 Mio. Euro.

Springers Zustelldienst

Am 28. Juni 2007 wurde bekannt gegeben, daß Springer den privaten Zustelldienst PIN Group für 500 Mio. Euro übernimmt.

[Bearbeiten] Die gescheiterte Übernahme von ProSiebenSat.1

Anfang 2005 war die Springer AG nur am Hamburger Lokalsender Hamburg 1 sowie an zwei Produktionsgesellschaften beteiligt.

Im Sommer 2005 kündigte Springer an, sie wolle ihren bisherigen Anteil an der ProSiebenSat.1 Media AG (die TV-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1, N 24, 9Live) erheblich ausweiten und neben allen (stimmberechtigten) Stammaktien auch rund ein Viertel der Vorzugsaktien erwerben. Das Gebot des Springer-Konzerns an die Investorengruppe um den US-Amerikaner Haim Saban betrug 4 Mrd. Euro. Der Umstand entbehrte nicht einer gewissen Ironie: Saban hatte 2003 die TV-Gruppe für preisgünstige 500 Mio. Euro erworben; der Springer-Konzern war vor einer (damals viel billigeren) Übernahme zurückgeschreckt.

Im November 2005 wurde die Übernahme vorläufig untersagt. Die Medienkommission KEK kritisierte ein Meinungsmonopol, wenn die Bild-Zeitung und ProSiebenSat.1 in einer Hand lägen. Als Kompromiß schlug sie einen Beirat vor, der die inhaltliche und wirtschaftliche Kontrolle über einen der beiden großen Sender ProSieben oder Sat.1 übernehmen sollte. In einem Zwischenbescheid des Bundeskartellamts im selben Monat wies dieses darauf hin, daß die Fusion aufgrund zu starker wirtschaftlicher Konzentration im Medienmarkt wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig sei. Springer wollte jedoch die volle wirtschaftliche Kontrolle über die Sender behalten und auch keinen von beiden veräußern. Im Gegenzug bot das Unternehmen an, sich von Überkreuzbeteiligungen mit dem Medienkonzern Bertelsmann zu trennen und ferner die fünf Programmzeitschriften des Verlags zu verkaufen.

Das Angebot bewertete die KEK als nicht genügend und gab darum am 10. Januar 2006 bekannt, daß sie die Springer-Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG als nicht medienkonzentrationsrechtlich unbedenklich bestätigen könne: Springer müsse sich entweder von der Bild-Zeitung trennen, oder einer der beiden großen TV-Sender (Sat.1 oder ProSieben) müsse vor einer Übernahme durch Springer aus dem Konglomerat herausgelöst werden. Darauf bot Springer am 11. Januar den Verkauf von ProSieben an, zog das Angebot aber am 16. Januar wieder zurück. Begründung: Springer könne vor der Übernahme keinen TV-Sender verkaufen, der ihm formaljuristisch ja noch gar nicht gehöre. Zudem schien dem Vorhaben Haim Saban ablehnend gegenüber zu stehen, der die TV-Sender nur im Komplett-Paket abzugeben bereit scheint.

Am 24. Januar 2006 verbot das Bundeskartellamt endgültig die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Springer-Konzern. Dagegen konnte Springer nur noch auf zwei Wegen vorgehen: mit einer Klage gegen das Bundeskartellamt oder mit der Einholung einer Ministererlaubnis, die innerhalb eines Monats nach einem definitiven Votum des Bundeskartellamts zu beantragen gewesen wäre. Der Ministerentscheid hätte dann innerhalb von vier Monaten ergehen müssen.

Gegen den negativen Bescheid der KEK konnte hingegen nicht Springer, sondern ausschließlich eine der Landesmedienanstalten Einspruch einlegen. Diesen kündigten die Landesmedienanstalten Bayern und Rheinland-Pfalz am 26. Januar an. (Ein KEK-Votum kann mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Stimmen der 15 Medienanstalten im Rahmen der Konferenz der Direktoren der Landesmedienanstalten aufgehoben werden).

Am 1. Februar 2006 erklärte der Springer-Konzern jedoch überraschend, daß er von seinen Übernahmeplänen endgültig Abstand nehme. Springer wolle sich nicht weiter einem langwierigen und in der Konsequenz unabsehbaren Prozedere unterwerfen. Man wende sich digitalen Märkten zu und wolle im Ausland expandieren. Dennoch gab das Verlagshaus am 24. Februar bekannt, daß es vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts Beschwerde einlegen werde. Das Verfahren solle Rechtssicherheit für künftige Akquisitionen schaffen, da das Unternehmen bei Aufrechterhaltung der Untersagungsgründe kaum noch Raum sähe für Zukäufe in Deutschland.

Die gescheiterte Übernahme von ProSiebenSat.1 kann als erste Niederlage von Springer-Vorstandschef Döpfner gesehen werden.

Verlagshaus in Hamburg

[Bearbeiten] Rechtschreibreform

Die Rechtschreibreform von 1996 wurde von vielen Journalisten des Verlags abgelehnt. Nachdem die Reform 1999 zunächst übernommen wurde, entschied man sich 2004 für eine eigene, an die „klassische Rechtschreibung“ angelehnte Hausorthographie. Diese wurde im August 2005 nochmalig erweitert, auf rund 350 Seiten. Zugleich wurde eine öffentlichkeitswirksame Kampagne gegen die Reform gestartet („Schlechtschreibreform“).

Am 7. März 2006 gab der Konzern bekannt, den Beschluß der Kultusministerkonferenz vom 2. März für die reformierte Rechtschreibung entsprechend der Vorschläge des Rats für deutsche Rechtschreibung ab den 1. August für alle Erzeugnisse zu übernehmen, jedoch bei optionalen Schreibweisen weitgehend die „klassische“ Rechtschreibung anzuwenden. Die frühere Ablehnung kommentierte Mathias Döpfner in der Süddeutschen Zeitung mit folgenden Worten: „Der Ansatz war völlig richtig. Wir haben aber die politische Wirkung unterschätzt. Das war naiv. Denn sofort begannen die Angriffe, ein Kartell habe sich Rechte angemaßt, was allein dem Parlament und dem Gesetzgeber zustehe. Warum haben Politiker eigentlich mehr Rechte als die, die von Sprache leben: Schriftsteller, Journalisten, Verleger?“ Schließlich teilte der Verlag am 28. Juni 2006 mit, bei allen Medien den Schreibempfehlungen des Duden zur reformierten Rechtschreibung zu folgen.[6]

[Bearbeiten] Ausbildung

Der Konzern betreibt seit 1986 in Hamburg und Berlin eine eigene Journalistenschule, die seit 2007 unter dem Namen Axel-Springer-Akademie firmiert, und bildet in mehreren kaufmännischen und technischen Berufen aus.

Der Axel Springer Verlag stiftet ein für zehn Jahre angelegtes Journalistenstipendium für deutsche und israelische Journalisten.[7]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Anlässlich des Treffens des Art Directors Club (ADC) in Berlin vergibt die Axel Springer AG seit 1993 jährlich einen „Journalistenpreis für wegweisende Printwerbung“.

[Bearbeiten] Personen mit Bezug zur Axel Springer AG

[Bearbeiten] Vorstände

[Bearbeiten] Aktionäre

(einschließlich ehemaliger Anteilseigner)

[Bearbeiten] Redakteure

[Bearbeiten] Kritiker

[Bearbeiten] Globalisierung

[Bearbeiten] Axel Springer AG - ProSiebenSat.1 Media AG

Der Springer-Vorstand Mathias Döpfner und die Investorengruppe unter Führung von Haim Saban, gaben am 5. August 2005 bekannt, das die Axel Springer AG die Mehrheit am ProSiebenSat.1 Media AG übernehme. Nach der Übernahme der Aktienmehrheit ist im zweiten Schritt auch die komplette „Verschmelzung“ der beiden Konzerne vorgesehen.

[Bearbeiten] Weitere

  • Der Springer-Verlag sucht neue Absatzmärkte für sein polnisches Boulevard-Blatt „Fakt“. Nach der erfolgreichen Etablierung der Tageszeitung in Polen soll sie auch in Großbritannien und Irland erscheinen, mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren. Auf den britischen Inseln lebten etwa zwei Millionen Polen sowie polnischstämmige Engländer und Iren, begründete der Verlag den Schritt.[8]
  • Der Springer-Konzern will seine Präsenz in Polen ausbauen. Springer konkurriert mit vier anderen Bietern um den 85-Prozent-Anteil des polnischen Staates an dem Unternehmen PWR, das knapp die Hälfte am Konzern der renommierten Zeitung „Rzeczpospolita“ und des Wirtschaftsmagazins „Parkiet“ hält. Die restlichen Anteile gehören der kriselnden britischen Mecom-Gruppe (siehe: David Montgomery). Springer besitzt in Polen bereits die Tageszeitung „Dzienni“ und die Magazine „Fakt“ und „Newsweek Polska“.[9]
  • Mathias Döpfner der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlags will sein Weltnetz-Angebot noch mehr ausbauen. Im September 2008 übernahm das Haus die Sport-Weltnetzseite transfermarkt.de. Springer übernahm 51 Prozent der Anteile an dem Medium.[10]
  • Der Axel Springer Verlag plant eine englischsprachige Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“. Das Blatt solle ab Februar 2010 einmal pro Woche erscheinen und 48 Seiten umfassen. Die Hälfte der Auflage soll in Flugzeugen ausliegen.[11]

[Bearbeiten] Volksfeindlichkeit

Die polnischen Medien aus dem Berliner Verlagshaus Axel Springer sind bekannt für ihre antideutsche Stimmungsmache.[12] (Siehe: Bild-Zeitungs- KlonFakt“)

[Bearbeiten] Drohen und Einschüchtern - Methoden der Springer-Presse (Auswahl)

Video

Wer sich „Bild“ verweigert, bekommt es oft mit „Bild“ zu tun. Diese Erfahrung machen zahlreiche Prominente, Sportler und Politiker, die mit „Bild“ nicht zusammenarbeiten oder erst gar nicht in dem Blatt vorkommen wollen. Das Boulevardblatt reagiert häufig mit Druck, verletzenden Schlagzeilen und eben schlimmstenfalls mit einer Kampagne. Über die Methoden der „Bild“-Zeitung.
  • Vor ihrer für den 30. Juni 2001 in London geplanten Hochzeit verunglückte das Fahrzeug von Charlotte Roches Mutter in Belgien auf dem Weg zur Feier. Roches drei Brüder starben dabei, ihre Mutter wurde schwer verletzt. Daraufhin soll ein Journalist, der sich Roche gegenüber als Bild-Mitarbeiter vorstellte, versucht haben, ein Interview mit ihr zu erzwingen, indem er damit drohte, anderenfalls einen negativen Bericht über Roche zu veröffentlichen. Trotz der Weigerung von Roche, ein Interview zu geben, gab es zumindest direkt im Folgenden keine negative Berichterstattung, vielmehr bestritt „Bild“, daß sie mit den Vorkommnissen etwas zu tun habe.[13][14]
  • Kampagne der „Bild-Zeitung“ gegen Familienministerin Kristina Köhler. Die Zeitung habe eine Berichterstattung unter dem Motto „Erkennt der Frau den Doktortitel wieder ab“ geplant. Hintergrund sei ihrer Meinung nach, daß sie „nicht in das Bild einer Familienministerin hineinpasse“. Die Familienministerin hatte die Zeitung im Dezember 2009 nach einem Interview anwaltlich anschreiben lassen und damit gedroht, „mit allen rechtlichen Mitteln, einschließlich einer Gegendarstellung, gegen eine unzulässige, rechtswidrige oder tendenziöse Berichterstattung vorzugehen.“ Der Chefredakteur der Zeitung, Kai Diekmann, hatte den Anwaltsbrief auf seiner privaten Weltnetzseite veröffentlicht.

[Bearbeiten] Kritik

  • Kritiker werfen dem Verlag ein Agenda Setting vor, das Wahlwerbung der Linken aus den Publikationen ausschließt, was vor allem den Volksparteien Deutschlands zugute käme. Ebenso wird die Tatsache kritisiert, daß der Verlag durch die Vielzahl seiner Publikationen (inklusive der großen, und ebenfalls vielfach kritisierten Bild-Zeitung) zu viel Einfluß auf die Meinung des Volkes in Deutschland ausübt. Forderungen wie „Zerschlagt Springer“ oder „Enteignet Springer“ waren nicht nur in der Zeit der größten Proteste Ende der 60er und in den 70ern auf Demonstrationen und in Publikationen zu hören und zu lesen, sondern sind auch im Jahre 2008 noch aktuell. [15]
  • Schleichwerbung durch die Bildzeitung: „Kaum steht bei RTL oder Sat.1 eine neue TV-Sendung vor der Einführung, gibt es im Hause Axel Springer eine breit gestreute Berichterstattung. Als ob das TV-Programm bei RTL und Sat.1 Pro7 das Maß aller Boulevard-Nachrichten wäre! Das Zusammenspiel zwischen Deutschlands größten privaten TV-Sendern und der größten deutschen Boulevardzeitung nimmt immer unerträgliche Formen an. – Schleichwerbung ist an der Tagesordnung!“ [16]
  • Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner wolle im sogenannten „Springer-Tribunal“ die Stasi-Enthüllungen zum Tod Benno Ohnesorgs dazu nutzen, die Studenten-Bewegung als vom Osten gesteuert darzustellen. Bei einer neuen Aufarbeitung der Studentenproteste von 1968 dürfe aber nicht der Springer-Konzern federführend sein, kritisierte der Autor Günter Wallraff. Über die damalige Rolle des Verlags, sei vom Springer-Konzern leider eine demagogische Demonstration zu befürchten.[17] Daniel Cohn-Bendit hatte das „Springer-Tribunal“ als „scheinheilig» bezeichnet. „Wenn die „Bild“-Zeitung den Kanzler ruft oder die Kanzlerin, dann haben sie zu kommen“. „So mag das sein in der großen Politik, aber nicht mit uns.“ Er selbst „habe dazu einfach keine Lust“.[18]

[Bearbeiten] Literatur

  • Claus Jacobi: 50 Jahre Axel-Springer-Verlag. 1946 - 1996. Axel-Springer-Verlag, Berlin und Hamburg 1996
  • Hans Dieter Müller: Der Springer-Konzern. Eine kritische Studie. P. Piper Verlag, München 1968

[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] eigene

[Bearbeiten] andere

[Bearbeiten] Geschäftsbericht

[Bearbeiten] Zur gescheiterten Übernahme von ProSiebenSAT.1

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 finanzen.net: Aktienchart Axel Springer AG
  2. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich: Axel Springer AG Stand 11.10.2007
  3. Axel Springer AG Konzernkennzahlen von 2003 bis 2007
  4. Axel Springer AG: Lagebericht 2004
  5. Holger Dohmen: „‚Springer und die 68er‘ - ein Dialog nach 40 Jahren“. In: Hamburger Abendblatt, 19. Juni 2006
  6. Pressemitteilung: Axel Springer stellt Rechtschreibung zum 1. August 2006 um, 28. Juni 2006
  7. Nachruf auf Ernst Cramer - Ein Mann, der mit 92 Jahren zu googeln begann, morgenpost.de, 19. Januar 2010
  8. Deutschlandradio Kultur - Springer testet polnische Zeitung „Fakt“ in Großbritannien und Irland, Deutschlandradio Kultur, 19. September 2008
  9. Springer will sich bei der „Rzeczpospolita“ in Polen einkaufen, Deutschlandradio Kultur, 02. Januar 2009
  10. Deutschlandradio Kultur - Springer-Verlag kauft Internet-Seite transfermarkt.de, Deutschlandradio Kultur, 24. September 2008
  11. Springer kündigt englischsprachige Ausgabe von „Die Welt“ an, Deutschlandradio Kultur, 06. Juli 2009
  12. Springer Presse: Deutsche stehlen mehr als Polen, polskaweb.eu, 21. November 2009
  13. tagesspiegel.de: Gegendarstellung zum Bericht über Recherchegewohnheiten der BILD-Zeitung, 15. November 2004
  14. bildblog.de: „Bild“ schockiert über „Bild“-Methoden“, 24. Oktober 2006
  15. „Eine „neue feine Adresse“ in Berlin“ digitaz, Sonderseite zur Benennung der Rudi-Dutschke-Straße am 1. April 2008
  16. Internetpranger.org (vom Netz), 30. Januar 2009
  17. Wallraff erwartet von geplantem „Springer-Tribunal“ nur Demagogie, Deutschlandradio Kultur, 04. Juli 2009
  18. Cohn-Bendit hatte «einfach keine Lust» aufs Springer-Tribunal, pr-inside.com, 24. August 2009
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