Bürckel, Josef

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Josef Bürckel (1895-1944)
Josef Bürckel (1895-1944)

Josef Bürckel (* 30. März 1895 in Lingenfeld (Pfalz); † 28. September 1944 in Neustadt an der Weinstraße) war einer der wichtigeren nationalsozialistischen Gauleiter.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leben

[bearbeiten] Jugend und erster Weltkrieg

Josef Bürckel, der Sohn eines Handwerkers, wurde in der Pfalz am 30. März 1895 in Lingenfeld bei Germerheim geboren und besuchte dort auch die Schule. Er ging dann von 1909-1914 auf die Lehrbildungsanstalt in Speyer. In den ersten Augusttagen 1914 meldet er sich kriegsfreiwillig und machte den ganzen ersten Weltkrieg an der vordersten Front mit.

[bearbeiten] Weimarer Republik

Für ihn, den Grenzlanddeutschen, war aber nach den Waffenstillstand und dem Friedensschluß naturgemäß der erste Weltkrieg noch nicht zu Ende. Die französische Besatzung rückte in die Pfalz ein und liebäugelte mit dem Separatistengesinndel, das davon träumte, eine „Rheinrepublik“ zu errichten, die natürlich nichts anderes darstellen sollte als eine Kolonie von Frankreichs Gnaden. Dagegen wehrte sich die Pfalz mit allen Kräften. Besonders hart wurde um Pirmasens gekämpft. Durch Verrat war es hier den Separatisten gelungen, das Bezirksamt zu besetzen. Der Pfälzische Selbstschutz umzingelte das in eine kleine Festung umgewandelte Gebäude, warf Brandfackeln hinein und beriet die Separatisten in ihrer eigenen Festung. Bei dieser Erstürmung hat auch Josef Bürckel eine besondere Rolle gespielt. Mit dieser Schlacht in Pirmasens war auch die separatistische Bewegung endgültig abgeschlagen. Josef Bürckel wendet sich jetzt mehr und mehr dem politischen Kampf zu. 1920 bestand er die Staatsprüfung für das Lehramt und war anschließend als Lehrer tätig. Bürckel schloß sich 1921 einer nationalsozialistischen Gruppe an. Und wird Ortsgruppenleiter in der NSDAP, der er schon seit 1922 angehört und 1925 zum Gauleiter der Pfalz ernannt. Er gibt jetzt sein Lehramt, daß er seit 1920 ausgeübt hatte, auf. Aus den wenigen im Lande bestehenden Ortsgruppen und Stützpunkten baut er bald einen großen Gau auf. 1925 trat er nach der Neuorganisation und der Widergründung der NSDAP bei. 1926 Er schafft sich in der Zeitung „Der Eisenhammer“ ein eigenes Kampfblatt, das seinen Namen zu Recht trägt. Mit diesem „Eisenhammer“ hat Josef Brückel das Pfalzerland bearbeitet, unermüdlich, nie erlahmend, stets von neuem angreifend. Und wenn das Blatt auch häufig verboten wurde und Josef Bürckel unzählige Strafverfahren angehängt wurden, das Blatt blieb seinem Namen treu, Josef Bürckel sieht sein zähes Ringen um die Seele des Pfälzers bald durch zählbare Erfolge bei den Wahlen belohnt. 1930 wird er in den deutschen Reichstag entsandt, und nun beginnt der Endkampf um die Macht. Das Zentrum, macht es seinem gefährlichen Konkurrenten Josef Brückel bestimmt nicht leicht, und die bayerische Heldregierung tut, was sie kann, um mit kleinlichen Polizeischikanen die Propagandatätigkeit der NSDAP zu unterbinden.

[bearbeiten] Dritte Reich

Aber nach dem 30. Januar 1933 ist die Rolle dieser Herrschaften ausgespielt, und die wahre Volksstimmung kommt in den Wahlergebnissen vom 5. März und 12. November 1933 zum Ausdruck, die Adolf Hitler auch in der Pfalz ein eindeutiges Vertrauensvotum aussprechen.

Der politische Kampf um die Eroberung der Macht ist für den Pfälzer Gauleiter Josef Brückel zu Ende. Er hatte danach die Aufgabe, die Organisation der NSDAP im Grenzland so auszubauen und so zum Kern des ganzen Pfälzer Landes zu machen, daß die Pfalz für immer ein festes Grenzbollwerk bleibt und sich an Reichstreue niemanden übertreffen lässt. Josef Brückel war der Pionier des Nationalsozialismuses in der Pfalz und eine einzigartige Verkörperung zu gleich.

Josef Bürckel wurde zum kommissarischen Leiter des Gaues Saarland ernannt. 1935 wurde der Gau Saarland mit dem Gau Rhein-Pfalz zum Gau Saarpfalz zusammengeschlossen, der 1942 um Lothringen zum Gau Westmark erweitert wurde. Sitz der Gauleitung war zunächst Neustadt an der Weinstraße, ab 1940 Saarbrücken. Bürckel war Gauleiter bis zu seinem Tod 1944. Daneben war Bürckel seit 1936 SA-Obergruppenführer und ab 1937 SS-Gruppenführer. Seit 1934 war er Saarbevollmächtigter der Reichsregierung und 1935 Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlands, anschließend ab 1936 Reichskommissar für das Saarland, d. h. Regierungschef im Saargebiet. 1938 erhielt Bürckel den Auftrag, die seit 1934 in Österreich verbotene NSDAP zu reorganisieren und das Plebiszit zum Anschluß an das Deutsche Reich vorzubereiten. Nach der Abstimmung wurde er "Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich", und ab 1939 war er Reichsstatthalter in Österreich (Ostmark). 1939 wurde er zum Reichsverteidigungskommissar (RVK) im Wehrkreis XVII ernannt und war ab 1940 Chef der Zivilverwaltung in Lothringen, ab 1941 dann Reichsstatthalter in der Westmark. In Lothringen organisierte er die Deportation der nach 1918 zugezogenen französischen Familien und der alteingesessenen "Franzosenfreunde" nach Innerfrankreich.

Bürckel starb am 28. September 1944 unter ungeklärten Umständen wahrscheinlich durch Selbstmord.

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