Backe, Herbert

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Herbert Backe (1896-1947)
Herbert Backe (1896-1947)

Herbert Ernst Backe (* 1. Mai 1896 in Batumi, Georgien; † 6. April 1947 in Nürnberg) war ein deutscher Politiker. Er war Reichsminister für Ernährung in der Endphase des Dritten Reichs, SS-Obergruppenführer im Rasse- und Siedlungshauptamt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leben

[bearbeiten] Jugend

Herbert Backe stammte aus dem Kaukasus, wo er in Batum am 1. Mai 1896 als zweiter Sohn des ausgewanderten Kaufmanns und preußischen Reserveleutnants Albrecht Backe geboren wurde. Mütterlicherseits stammte er von einem nach dem Kaukasus abgewanderten schwedischen Bauerngeschlecht ab. In Tiflis wächst er auf und besuchte dort das russische Gymnasium bis zur Oberprima.

Dann bricht 1914 der erste Weltkrieg aus. Herbert Backe wurde als preußischer Staatsangehöriger verhaftet und im Uralgebiet interniert. Seine mannhafte und standhafte Haltung bringt ihn immer wieder in Konflikt mit dem russischen Behörden und er wurde mehrmals strafversetzt, bis es ihm schließlich im April 1918 gelang nach Petersburg zu fliehen und nach Deutschland ausgetauscht zu werden. Kaum in Deutschland angekommen, meldete er sich bereits freiwillig zum Heeresdienst, wurde aber nicht mehr eingestellt.

[bearbeiten] Weimarer Republik

Das väterliche Vermögen wurde von den Bolschewisten enteignet, so ging er – völlig mittellos- als Industriearbeiter ins Ruhrgebiet. Neben der schweren Arbeit bereitet er sich auf das Abiturium vor und trotz stärkster Widerstände machte er schließlich am Realgymnasium Sterkrade die Reifeprüfung. Im Herbst 1919 war er schon wieder erwerbslos. Dann fand er endlich Arbeit als Drainagearbeiter im Uchtermoor, eine harte und ungewohnte Arbeit. Im Frühjahr 1920 fand er Stellung als landwirtschaftlicher Lehrling auf einem größeren Bauernhof. Mit dem Wintersemester 1920 läßt er sich im landwirtschaftlichen Institut der Universität in Göttingen immatrikulieren und verdiente sich als Hauslehrer und Werkstudent seinen Lebensunterhalt. Schon 1922 fand er den Weg in die SA. Im Juni 1923 machte er sein Staatsexamen als Diplomlandwirt und übernahm dann in Hessen-Nassau die Verwaltung eines Hofes. Im Frühjahr 1924 wurde er wissenschaftlicher Assistent im Geographischen Seminar der Technischen Hochschule Hannover. Inzwischen war es ihm gelungen, seine Mutter und seine drei Schwestern aus Rußland zu retten und nach Deutschland zu bringen. Zwar war die Not noch groß und die Inflationszeit zwang seinen Geschwistern, als Hausgehilfinnen ihr Brot zu verdienen. Am 1. April 1927 ging Herbert Backe wieder in die praktische Landwirtschaft und wurde bald darauf Oberinspekteur des Ritterguttes Gtzelsitz in Pommern. Im Herbst 1928 übernahm er die preußische Domäne Hornsen bei Alfeld in Hannover. Dann gelang es ihm endlich, seiner Familie günstigere Lebensbedingungen zu schaffen und seinen Bruder, der als Offizier den Krieg auf deutscher Seite mitmachte, ein Studium zu ermöglichen. Beim Volksbegehren gegen den Youngplan tratt er zum ersten Male wieder aktiv als Redner für die NSDAP auf. Er wurde Führer der Ortsgruppe Lamspringe. Der leiter des Agrarpolitischen Apparats der NSDAP, Darré, wurde auf ihn aufmerksam und zieht ihn zur Mitarbeit heran. Ferner wurde er landwirtschaftlicher Fachberater für den Regierungsbezirk Hildesheim. Am 24. April 1932 war Herbert Backe unter den 162 Nationalsozialisten, die als maßgebender Faktor in den Preußischen Landtag einziehen. Als Walter Darré daran ging, den Reichsnährstand zu schaffen, war Herbert Backe einer seiner wichtigsten und wertvollsten Mitarbeiter.

[bearbeiten] Drittes Reich

Im Oktober 1933 wurde er Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, um dort ein Jahr später die sog. Erzeugungsschlacht einzuführen. Dabei ging es darum, durch eine Erhöhung der Lebensmittelproduktion die Importe so niedrig wie möglich zu halten und so das Ideal einer autarken Wirtschaft anzustreben. Gleichzeitig wurde er am 1. Oktober 1933 zum SS-Sturmbannführer ernannt (SS-Mitgliedsnummer 22.766) und dem Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes zugewiesen. 1936 wurde er Leiter der Geschäftsgruppe Ernährung im Rahmen des Vierjahresplans und damit Hermann Göring direkt verantwortlich. Aufgrund seiner Erfahrungen galt er auch als Russlandexperte und folgte daher am 23. Mai 1942 Richard Walther Darré als Leiter des Landwirtschaftsministeriums. Seine Hauptaufgabe dabei war es, für den Nachschub an Lebensmitteln im Krieg gegen die Sowjetunion zu sorgen. Ende 1943 ernannte Hitler ihn zum Reichsminister und Reichsbauernführer und am 1. April 1944 schließlich zum Reichsernährungsminister. Diesen Posten behielt er sowohl in Hitlers politischem Testament als auch im darauf folgenden Regierung Dönitz.

[bearbeiten] Nachkriegszeit

Am 6. April 1947 erhängte sich Backe im Nürnberger Kriegsverbrechergefängnis. Er hätte sich im so genannten Wilhelmstraßen-Prozess vom 4. November 1947 - 14. April 1948 verantworten müssen.

[bearbeiten] Auszeichnungen

Persönliche Werkzeuge