Von Schirach, Baldur

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Baldur von Schirach
Baldur von Schirach

Baldur Benedikt von Schirach (* 9. Mai 1907 in Berlin; † 8. August 1974 in Kröv an der Mosel, Rheinland-Pfalz) war ein Politiker der NSDAP während der Zeit des Nationalsozialismus und Reichsjugendführer.

Schirach gehörte zu den im Nürnberger Tribunal angeklagten Personen und wurde am 1. Oktober 1946 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leben

Schirach wuchs in einem konservativ- kaisertreuen Milieu auf. Sein sieben Jahre älterer Bruder Karl (* 1900) erschoss sich 1919 in Roßleben aus Gram über die Abdankung des Kaisers und den Abschluss des sogenannten Versailler Vertrages. Als 17-jähriger begegnete Schirach im Jahre 1925 Adolf Hitler und wurde zu dessen begeistertem Anhänger. Mit Erreichen der Volljährigkeit trat er in die NSDAP ein. 1928 wurde er Führer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbunds. Am 30. Oktober 1931 wurde er zum Reichsjugendführer der NSDAP ernannt und erhielt den Rang eines Gruppenführers in der SA. Am 17. Juni 1933 wurde er von Hitler zum Jugendführer des Deutschen Reiches ernannt. Ab 1936 machte die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend (HJ) zur Pflicht, sodass die HJ auf 6 Millionen Mitglieder anwuchs. Seine Bemühungen, die Kontrolle über die gesamte Jugenderziehung zu erlangen, führte zu einem Machtkampf mit Arthur Axmann. Schirach initiierte auch den Aufbau der sogenannten Adolf-Hitler-Schulen.

Einweihung der Potsdamer Reichsführerinnenschule des BDM durch "von Schirach"
Einweihung der Potsdamer Reichsführerinnenschule des BDM durch "von Schirach"

Bei Ausbruch des Krieges 1939 meldete sich Schirach freiwillig an die Front und nahm am Frankreichfeldzug teil. Axmann wurde am 1. Mai 1940 zunächst Schirachs Stellvertreter und am 7. August 1940 sein Nachfolger. Schirach behielt seinen Rang als Reichsleiter, wurde zum Beauftragten für die Inspektion der gesamten Hitler-Jugend und organisierte ab September 1940 die erweiterte Kinderlandverschickung, bei der etwa 2,5 Millionen Kinder aus den vom Luftkrieg bedrohten deutschen Städten in weniger gefährdete Teile des Reiches verbracht wurden.

Hauptamtlich wurde Schirach Gauleiter und Reichsstatthalter in Wien.

Der Text des Hitlerjugendliedes Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren stammte von Schirach und wurde in dem 1933 uraufgeführten Tonfilm Hitlerjunge Quex erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zudem war Schirach im Film Der Marsch zum Führer von 1940 zu sehen.

[bearbeiten] Nach 1945

Nach dem Untergang des Dritten Reiches wurde er 1946 in den Nürnberger Prozessen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Nach der gemeinsamen Entlassung mit Albert Speer im Jahre 1966 lebte er in der Pension Müllen in Kröv (Mosel) und veröffentlichte 1967 unter dem Titel Ich glaubte an Hitler seine Memoiren. Darin gab er an, von den angeblichen Massenmorden an Juden überhaupt nichts gewusst zu haben.

[bearbeiten] Literatur

  • Jochen von Lang: Der Hitlerjunge. Baldur von Schirach, der Mann, der Deutschlands Jugend erzog. Droemer Knaur, München 1991. (= Knaur; 4045; Sachbuch) ISBN 3-426-04045-X
  • Baldur von Schirach: Ich glaubte an Hitler. Mosaik-Verlag, Hamburg 1967
  • Michael Wortmann: Baldur von Schirach, Hitlers Jugendführer. Böhlau, Köln 1982. ISBN 3-412-05580-8

[bearbeiten] Verweise

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