Beckerle, Adolf

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Adolf Beckerle (1902-1976)
Adolf Beckerle (1902-1976)

Adolf Heinz Beckerle (* 4. Februar 1902 in Frankfurt am Main; † 3. April 1976 in Frankfurt am Main) war in der Zeit des Nationalsozialismus als deutscher Gesandter in Sofia an der Internierung und Umsiedlung von Juden beteiligt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leben

[bearbeiten] Jugend

Adolf Beckerle wurde am 4. Februar 1902 als Sohn eines Post-Oberamtmanns in Frankfurt am Main geboren. Der Frankfurter Realgymnasiast erlebte als Primaner den Zusammenbruch und Ende des zweiten Reiches, er erlebte den Einmarsch der Franzosen, erlebte was es hieß, den Feind im eigenen Land zu halten. So wurde er schon sehr frühzeitig zu politischen Denken angeregt.

[bearbeiten] Weimarer Republik

1921 und 1922 war er neben dem Studium Zeitfreiwilliger bei der Reichswehr. Beckerle unterbrach sein Studium mehrfach. Schon als Student in Frankfurt fand er Fühlung mit den verschiedenen politischen Bünden unter anderem war er Mitglied im Verband nationalgesinnter Soldaten und im Bund Wiking Am 29. August 1922 trat er die NSDAP (Mitglieds-Nr. 7.197) und gleichzeitig in die SA ein. Nach Abschluß seiner Studien als Diplomvolkswirt war er mehrere Jahre in kaufmännischen, industriellen und Bankbetrieben tätig. Außerdem machte er vierzehn Monate als Offizieranwärter bei der preußischen Schutzpolizei Dienst, bis er aus politischen Gründen aus der Schutzpolizei wieder ausscheiden mußte. Er hatte Gelegenheit, Auslandsreisen nach Nord- und Südamerika zu machen und seinen Blick für wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu schärfen. Er war ein Jahr in Argentinien und Paraguay tätig, immer aber blieb er Nationalsozialist und immer behielt er Fühlung mit seinen Kameraden in Frankfurt am Main. Wieder im Lande übernahm er die Führung des Sturms 68 in Franfurt am Main, vom 1. Januar 1930 bis zum 13. April 1932 leitete er als SA-Standartenführer die dortige SA-Standarte II. Von Juli 1931 bis April 1932 übernahm er zusätzlich die Führung der SA-Untergruppe Hessen-Nassau-Süd. Im April 1932 wurde Gruppenführer Adolf Heinz Beckerle in den Preußischen Landtag gewählt, im November 1932 in den Reichstag, dem er seitdem angehört.

Ein zuvor aufgenommenes Jurastudium brach er 1932 ab. Im Juli 1932 wurde Beckerle Gauführer des „NS-Reichsbundes für Leibesübungen“ in Hessen-Nassau.

[bearbeiten] Drittes Reich

Nach der Machternennung der Nationalsozialisten wurde Beckerle am 1. März 1933 zum SA-Gruppenführer und am 9. November 1937 zum SA-Obergruppenführer befördert. Vom 1. Juli 1933 bis zum 31. Januar 1942 übernahm er die Führung der SA-Gruppe Hessen. Ab 14. September 1933 war er vertretungsweise Polizeipräsident von Frankfurt, von Februar 1934 bis Juni 1941 übernahm er diese Funktion endgültig. Im Zusammenhang mit dem „Röhm-Putsch“ im Juli 1934 wurde er als Polizeipräsident kurzzeitig seines Amtes enthoben. Am 27. Februar 1935 heiratete Beckerle Silke Edelmann. Nach dem Polenfeldzug übernahm Adolf Heinz Beckerle im Oktober und November 1939 die Funktion des Polizeipräsidenten im polnischen Łódź. 1939 und 1940 war er als Kriegsfreiwilliger an der Westfront, aus der Wehrmacht wurde er als Leutnant der Reserve entlassen. Beckerle gehörte zusammen mit Hanns Ludin und Manfred von Killinger zu einer Gruppe höherer SA-Führer, die nach der Kritik Hitlers an den deutschen Berufsdiplomaten in den südosteuropäischen Ländern von Außenminister Ribbentrop dort als neue Gesandte eingesetzt wurden. Von seinen Funktionen in Frankfurt wurde Beckerle im Februar 1941 urlaubsbedingt entbunden; ab 28. Juni 1941 war er Deutscher Gesandter in Sofia.

[bearbeiten] Nachkriegszeit

Am 18. September 1944 wurde Beckerle von der Roten Armee in Swilengrad im Süden Bulgariens gefangengenommen. Beckerle wurde von einem sowjetischen Militärgericht zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Während seiner Gefangenschaft wurde Beckerle von der Zentralspruchkammer in Hessen am 22. März 1950 in der Entnazifizierung als „Hauptschuldiger“ eingestuft. Am 13. Oktober 1955 gehörte er zu den letzten deutschen Kriegsgefangenen, deren Freilassung zuvor bei einem Besuch Konrad Adenauers in Moskau vereinbart worden war. Von der Stadt Frankfurt erhielt er eine Entschädigung von 6.000 DM; von 1956 bis 1966 war er als Prokurist in Neu-Isenburg tätig. Im November 1966 wurde Beckerle wegen seiner Beteiligung an den Judendeportationen in Bulgarien verhaftet. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch am 19. August 1968 eingestellt, da Beckerle krankheitsbedingt verhandlungsunfähig war.

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