Beheim-Schwarzbach, Martin

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Martin Beheim-Schwarzbach (* 27. April 1900 in London; † 7. Mai 1985 in Hamburg) war ein jüdischer Schriftsteller und Offizier der britischen Control Commission for Germany.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Martin Beheim-Schwarzbach wurde als Sohn eines Würzburger Schiffsarztes jüdischer Herkunft[1] auf einem Schiff im Hafen von London geboren und besaß daher die britische Staatsangehörigkeit „by birth“. Er behauptete, zu seinen Vorfahren hätte der Nürnberger Globus-Erfinder Martin Behaim gehört. Beheim-Schwarzbach wuchs „in vertrackten Familienverhältnissen“ im Haus eines Hamburger Großkaufmanns am Mittelweg auf. Sein Stiefvater heiratete nach dem Tod der Mutter die Tante, so daß Vettern und Kusinen zu Halbgeschwistern wurden. Pflege und Erziehung der vier Kinder verschiedener Väter und Mütter besorgten in ständigem Wechsel Kindermädchen. Beheim-Schwarzbach besuchte das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Hamburg.[2] Den 1. Weltkrieg machte er nach dem Notabitur 1918 noch als Soldat auf deutscher Seite mit. Nach Kriegsende absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. Danach war er in verschiedenen kaufmännischen Berufen tätig, versuchte sich aber auch als Schauspieler, Bienenzüchter und Redakteur, bevor er sich ganz auf das Schreiben einließ.

Mit dem märchenhaft-legendären Novellenband „Die Runen Gottes“ machte Beheim-Schwarzbach erstmals 1927 als Schriftsteller auf sich aufmerksam. Ungeachtet seiner jüdischen Herkunft gelangten zur Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Werke aus seiner Feder auf den deutschen Buchmarkt,[1] beispielsweise der Roman „Der Gläubiger“ (1934), „Das Buch vom Schach“ (1934), der Gedichtband „Die Krypta“ (1935), die Erzählung „Die Todestrommel“ (1935), die Novelle „Der Schwerttanz“ (1938), der Roman „Die Verstoßene“ (1938). Seine Übersetzung von Margaret Mitchells „Vom Winde verwehrt“ ins Deutsche kam 1937 heraus. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges ging er (er hatte wegen seines Geburtsortes den britischen Paß) nach London.[1] Dort war er in der BBC-Rundfunkpropaganda tätig.[1] 1946 kam er als „Control Officer“ zurück. U. a. kontrollierte er die Redaktion der WELT.[1] 1950 schied Martin Beheim-Schwarzbach aus dem britischen Staatsdienst aus und wurde freier Schriftsteller in Hamburg. Neben zahlreichen Übersetzungen machten ihn seine jugendgemäßen Bearbeitungen klassischer Stoffe bekannt. Er starb 1985 in Hamburg.

Zitat

  • „Das Schmökern im Lexikon gleicht einem Schlendern in der Landschaft, wo einem auf Schritt und Tritt Überraschendes begegnet.“

Auszeichnungen

Werke

Neben zahlreichen Erzählungen, Novellen, Biografien und Romanen wurde sein Œuvre durch Sachbücher und Übersetzungen ergänzt. Hier eine Auswahl:

Belletristik

  • "Die Runen Gottes". Novellen. Ph. Reclam, Leipzig 1927
  • "Die Michaelskinder". Roman. Insel, Leipzig 1930
  • "Herren der Erde". Roman. Insel, Leipzig 1931
  • "Der magische Kreis". Erzählungen. Bermann-Fischer, Stockholm 1940
  • "Die Krypta". Gedichte. Dulk, Hamburg 1946
  • "Die diebischen Freuden des Herrn von Bisswange-Haschezeck". Rowohlt, Reinbek b. H. 1952
  • "Der Mitwisser". Rütten & Loening, Berlin 1961
  • "Die Goldmacher". Phantastische Geschichten. Thorbecke, Sigmaringen 1984
  • "Der Paradiesvogel". Märchen, Legenden und phantastische Geschichten / [Hrsg. und in Zusammenarbeit mit dem Autor revidiert von Volker Michels]. Thorbecke, Sigmaringen 1991. ISBN 3-7995-1663-8
  • "Die schönsten Rittersagen". Bertelsmann, München 2005. ISBN 3570215687
  • "Das verliehene Buch. Versuch einer Typologie des Bücherschnorrers". Essay. ISBN 3926360011

Übersetzungen

Sachbücher

  • Das Buch vom Schach, (EA Leipzig 1934), Hans Dulk, Hamburg ²1948
  • Knaurs Schachbuch. Ein Jahrhundert Schach in Meisterpartien. München: Droemersche Verlagsanstalt, 1953. ISBN 3426270269
  • Knut Hamsun in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, 1958
  • „Die grossen Hirten der Menschheit“. Blüchert, 1958
  • (mit Paul Flora), Streng geheim. Über Spione Spitzel und Agenten,. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1966
  • Christian Morgenstern. rororo-Monographien 97, Rowohlt, ²2006. ISBN 3499500973
  • Paulus. Der Weg des Apostels. Verlag Die Pforte, Dornach / Basel. 4. Auflage 2000. ISBN 3-85636-136-7

Herausgaben

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 David Korn: Wer ist wer im Judentum? FZ-Verlag. ISBN 3-924309-63-9
  2. Martin Beheim-Schwarzbach wurde als Sohn eines Arztes in London geboren, siedelte aber noch als Kleinkind mit seiner Familie im Jahr 1904 nach Hamburg über. Dort wuchs er im Stadtteil Harvestehude auf und absolvierte eine Lehre als kaufmännischer Angestellter.
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