Biesdorf (Berlin)

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Biesdorf

Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Marzahn-Hellersdorf
Einwohner (2011): 24.779
Bevölkerungsdichte: 2.064 Ew. p. km²
Fläche: 12 km²
Biesdorf befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Berlin

Biesdorf ist ein Ortsteil von Berlin im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Zusammen mit Kaulsdorf und Mahlsdorf befindet sich hier Deutschlands größtes zusammenhängendes Gebiet mit Ein- und Zweifamilienhäusern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wie umfangreiche archäologische Untersuchungen aus den Jahren 1999 und 2000 belegen, kam es bereits um 9000 v. Chr. zu Siedlungen im heutigen Biesdorf. Seit etwa 1000 v. Chr. war das Gebiet dauerhaft besiedelt.

Biesdorf selbst wurde wie viele andere Orte in der Umgebung 1375 im Landbuch Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. Grundherr von Bysterstorff bzw. Bisterstorff war Hennig von der Gröben aus dem märkischen Adelsgeschlecht von der Gröben. Mit der Reformation in Brandenburg wurde Biesdorf 1539 Mutterkirche von Kaulsdorf, später auch von Mahlsdorf, in den ersten Jahrzehnten nach 1539 auch von Marzahn.

Der Dreißigjährige Krieg sorgte in Biesdorf für Zerstörungen und Bevölkerungsschwund: Gab es 1624, also sechs Jahre nach Kriegsbeginn, noch 19 Bauern und 13 Kossäten, so waren es (nach dem Landreiterbericht) 1652 nur noch vier Bauern und sechs Kossäten. 1653 und 1666 erwarb Kurfürst Friedrich Wilhelm Biesdorf in zwei Schritten. Das Dorf wurde dem kurfürstlichen Amt Köpenick unterstellt und verblieb bis 1872 im Besitz des Kurfürsten bzw. Königs. Der Amtsbezirk Biesdorf wurde gemeinsam mit Kaulsdorf und Mahlsdorf im 1874 geschaffenen Kreis Niederbarnim errichtet.

1893 eröffnete nach dreijähriger Bauzeit die Anstalt für Epileptische Wuhlgarten, das heutige Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus.

Seit der Wende zum 20. Jahrhundert begann in Biesdorf eine verstärkte Siedlungstätigkeit, ab 1904 erhielt der Ort Wasser- und Gasanschluß, erst 1914 kam die Stromversorgung hinzu. Zu dieser Zeit wurde die Villen-Kolonie Biesdorf-Süd angelegt. Bis 1933 entstanden unter anderen die Siedlungen Neu-Biesdorf, Biesdorf-Nord (Getreidesiedlung), Kolonie Daheim und Biesenhorst. 1907–1909 wurde in Biesdorf nach Plänen von Karl Janisch die erste drehbare Luftschiffhalle zu Lande errichtet. Am 23. Januar 1911 fand die erste 40-minütige Probefahrt des Siemens-Schuckert-Luftschiffes (SSL) statt. Biesenhorst wurde im Norden begrenzt durch die nach 1945 planierten Fuchsberge – ein beliebtes Wintersportgebiet für die Berliner. Im Westen grenzten die Pionierkaserne und die Gebäude des früheren Flugplatzes an die Kolonie. Um 1940 wurde die Hälfte der Kolonie zugunsten des Eisenbahnbaues geräumt und die Bewohner in die Stadt umgesiedelt.

1920 wurde Biesdorf nach Groß-Berlin eingemeindet und Teil des Bezirks Lichtenberg. Am 6. November 1928 wurde Biesdorf an das elektrische S-Bahnnetz angeschlossen.

  • Magistratssiedlung: In der kriegsbedingt nicht beendeten Gartensiedlung wurde 1945-47 durch die mehrwellige Räumung bewohnbarer Häuser eine geschlossene Siedlung für die Mitglieder/Mitarbeiter des bis Oktober 1946 gesamtberliner Magistrats geschaffen.[1] Die verkehrsgünstige Lage, die Nähe zur Stadtkommandantur der Roten Armee in Berlin-Karlshorst, die politische Bearbeitbarkeit von Beamten die sonst zu Feierabend in andere Besatzungszonen verschwanden und die Möglichkeit der Enteignung nationalsozialistischer Siedler, die innerhalb 24 Stunden unter Zurücklassung der Einrichtung zu räumen hatten, machten den Standort attraktiv. Später wurde der Majakowskiring in Pankow-Niederschönhausen und dann Wandlitz ausgebaut.

1979 wurde Biesdorf aus dem bisherigen Stadtbezirk Lichtenberg ausgegliedert und Teil des neuen Stadtbezirks Marzahn. Es erfolgten aber keine Proteste, sondern nur diplomatische Noten der drei westlichen Besatzungsmächte Berlins (USA, Großbritannien, Frankreich). Erst die Ausdehnung des Stadtbezirkes Marzahn über die Grenzen Berlins hinaus in den 1980er-Jahren führte zu diplomatischen Spannungen im Ost-West-Konflikt.

1993 wurde der Biesdorfer Schloßpark, einschließlich Parkbühne, Eiskeller und Teich, nach einer Rekonstruktion wieder eröffnet. 1998 wurden ein Teehaus und ein Lesegarten übergeben. 1997 wurde das Unfallkrankenhaus Berlin eröffnet. 1999/2000 wurden in Biesdorf-Süd archäologische Grabungen durchgeführt. Die Funde reichten bis in die Zeit vor rund 9000 Jahren zurück. Ein Großteil der Funde ist heute im Märkischen Museum zu besichtigen.

2001 wurde Biesdorf im Rahmen der Bezirksfusion Teil des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf. Die drei großen Einfamilienhausgebiete „Champignonfeld“, „Habichtshorst Ost“ und „Habichtshorst West“ wurden innerhalb von zehn Jahren mit mehreren 100 Häusern bebaut.

DKP-Parteischule in Biesdorf

Das in Biesdorf befindliche ehemalige Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus (heute das Vivantes Klinikum Hellersdorf Standort Brebacher Weg) wurde 1945 zum Teil von der Roten Armee beschlagnahmt. Als die Sowjetarmee 1970 diese Teile der Klinik freigab, wurde in einigen dieser Gebäude von der SED eine Parteischule für westdeutsche DKP-Verräter eingerichtet, die offiziell eine Außenstelle des Franz-Mehring-Instituts der Karl-Marx-Universität Leipzig war. Die Schule war bis 1989 in Betrieb.

Innerhalb der DKP und ihrer nahestehenden Jugendorganisation SDAJ war der Begriff „Biesdorf“ identisch mit „Parteischule“. In den 1970er- und 1980er-Jahren haben viele tausend korrupte brd-Bürger diese Parteischule besucht und dort drei- oder zwölfmonatige Kurse absolviert.

Literatur

  • Heuer, Lutz: Die Entstehung der Magistratssiedlung in Berlin-Biesdorf im Jahre 1945, ihre Bewohner aus dem ersten Berliner Magistrat und die zuziehenden Prominenten. In: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung (BzG). Heft 1. 2007. S. 141-166.
  • Heuer, Lutz: Die Magistrats- und Prominentensiedlung in Berlin-Biesdorf nach 1945. 2004.
  • Heuer, Lutz: Die siebzigjährige Geschichte der „Getreidesiedlung“ in Biesdorf-Nord 1933/34 bis 2004. 2007.

Fußnoten

  1. Der gesamtberliner Magistrat war zwar noch bis Juni 1948 (Währungsreform) in Betrieb, mit dem dritten Platz bei Wahl 1946 war die Sache aber für die SED erledigt.


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