Bethmann Hollweg, Theobald von

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Theobald von Bethmann-Hollweg (1856-1921)

Theobald Theodor Friedrich Alfred von Bethmann Hollweg (Lebensrune.png 29. November 1856 in Hohenfinow, Provinz Brandenburg; Todesrune.png 2. Januar 1921 ebenda) war ein deutscher Politiker und Reichskanzler.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Der Bankierssohn Theobald von Bethmann Hollweg wurde 1899 Oberpräsident von Brandenburg, 1905 preußischer Innenminister, 1907 Staatssekretär des Reichsamts des Inneren und ab dem 7. Juli 1909 als Nachfolger Bernhard von Bülows Reichskanzler.

Innenpolitisch suchte er den Ausgleich zur Sozialdemokratie und erreichte mit wechselnden Mehrheiten den Ausbau der Sozialpolitik.

In der Julikrise 1914 drängte er Wien zu militärischem Vorgehen gegen Serbien, um den Konflikt zu lokalisieren. Sein Wort vom „Unrecht an Belgien“ hat Deutschland laut Hans von Liebig ungeheuren Schaden zugefügt. Dabei wies z. B. Ernst zu Reventlow nach, daß die belgische Neutralität eine durchlässige und ein Durchmarsch durch dieses Land demnach durchaus zulässig ist. Außerdem wäre die belgische Neutralität von England nur deshalb geschaffen worden, um sie gegen Frankreich auszunützen. Seinerzeit galt dieses Land England als die Macht die es in Schach zu halten galt. Nachdem Frankreich sich 1898 während des Faschoda-Konfliktes England unterworfen hatte, setzte England dieses Mittel dann einfach gegen Deutschland ein. Dies war dem Kanzler auch nicht entgangen. Bethmann Hollwegs Wort von der belgischen Neutralität als einem Fetzen Papier sei ihm falsch ausgelegt worden. Gemeint habe er damit, daß die belgische Neutralität für England nur ein Fetzen Papier sei, also nur ein bloßer Vorwand um in den Krieg gegen Deutschland eintreten zu können.

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges zog er sich dann ganz auf die Innenpolitik zurück. Aber schon in der Friedenszeit habe er auch dort nur Unheil angerichtet. Die Verfassung für Elsaß-Lothringen ermöglichte es dem Reichsland z. B. im Bundesrat nur gegen Preußen abzustimmen. Die militärische Führung schätze die Lage dermaßen ein, daß sich Deutschland in Elsaß-Lothringen praktisch in Feindesland befinden würde. Bethmann-Hollweg stärkte die Umsturzparteien, womit er eine Mitverantwortung für die Novemberrevolte trägt.

Zuvor war er aber durchaus in der Lage sich gegen die militärische Führung durchzusetzen. Mit seiner Polenpolitik stellte er diese vor vollendete Tatsachen und machte einen möglichen Separatfrieden mit Rußland zunichte. Es gelang ihm auch die Wiederaufnahme des uneingeschränkten U-Bootkrieges solange hinauszuzögern bis er um einen großen Teil seiner Wirksamkeit beraubt war. Die Schuld an diesen Mißerfolgen wurde später der Obersten Heeresleitung gegeben. Bethmann Hollweg wurde damit entschuldigt, daß er sich gerade nicht gegen die militärische Führung durchgesetzt habe. Damit wurden die Tatsachen aber auf den Kopf gestellt. Laut Hans von Liebig war es genau umgekehrt. Bethmann Hollweg hat sich zu oft durchgesetzt. Er „klebte“ auch an seinem Stuhl und wollte diesen nicht für einen besseren Mann z. B. Alfred von Tirpitz freimachen. Darin habe er ein erstaunliches Beharrungsvermögen gezeigt.

Er galt auf Grund seiner mangelnden Entschlußfähigkeit als politischer Schwächling und Totengräber der Nation. Hans von Liebig teilte letztere Einschätzung Bethmann Hollwegs. Laut Liebig war der Kanzler aber sehr wohl in der Lage sich tatkräftig zu verhalten, wenn es darum ging gegen Mitglieder des Alldeutschen Verbandes und allgemein gegen die nationalen Kreise Deutschlands zuzuschlagen. Bethmann Hollweg war unerbittlich wenn es um Zensurmaßnahmen gegen dieselben ging. Außer Liebig war davon z. B. auch Wolfgang Kapp betroffen. Wenn es gegen Junius alter ging überschlug sich Bethmann Hollweg im Reichstag geradezu mit seinen Angriffen auf denselben.

Unter dem Druck von drohenden Streiks und Hungerunruhen war Bethmann Hollweg 1917 zu einem Verständigungsfrieden bereit. Laut Liebig war Bethmann-Hollweg immer schon zu einem solchen bereit. Ein solcher wäre aber einer Unterwerfung unter den Willen von Deutschlands Gegnern gleichgekommen. Bethmann Hollwegs Nachgiebigkeit stärkte demnach den Siegeswillen der Entente. Es entstand ein Bündnis von nationalliberalen und Zentrumspolitikern einerseits, der Obersten Heeresleitung, dem Kronprinzen und den konservativen Parteien, die seine Politik ohnehin scharf ablehnten, andererseits. Liebig macht diesen Kreisen den Vorwurf, daß sie Bethmann Hollweg viel zu lange gewähren haben lassen. Die Friedensresolution des Reichstages habe Bethmann Hollweg nur deshalb befürwortet, weil er sie für ein gutes Mittel gegen die Alldeutschen hielt. Am 13. Juli 1917 trat er zurück.

Zitat

  • „Es war ein Verhängnis, daß unser Volk seinen Daseinskampf[1] ausfechten mußte unter der Reichskanzlerschaft eines philosophierenden Schwächlings. Hätten wir an Stelle eines Bethmann Hollweg einen robusteren Volksmann als Führer besessen, würde das Heldenblut des gemeinen Grenadiers nicht umsonst geflossen sein.“ - [2]

Werke

Literatur

Verweise


Amt Vorgänger Regierungszeit Nachfolger
Preußischer Ministerpräsident Bernhard von Bülow 1909-1917 Georg Michaelis
Deutscher
Reichskanzler
Bernhard von Bülow 1909-1917 Georg Michaelis

Fußnoten

  1. Gemeint ist der Erste Weltkrieg.
  2. Adolf Hitler in: Mein Kampf, 22. Auflage 1944, S. 481
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