Biden, Joseph
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Joseph Robinette „Joe” Biden, Jr. (* 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Der Professor für Rechtswissenschaft ist Mitglied des US-Senats für Delaware. Am 23. August 2008 wurde bekannt, dass Barack Obama Biden als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen 2008 ausgewählt hat.[1]
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[bearbeiten] Frühe Karriere und Familie
Biden wurde in Scranton (Pennsylvania), als Sohn von Joseph R. Biden, Sr. und Catherine Eugenia "Jean" Finnegan geboren. Er hat zwei Brüder, James Brian Biden und Francis W. Biden, und eine Schwester, Valerie (Biden) Owens. Bidens Familie übersiedelte nach Claymont als er 10 Jahre alt war, wo er im vorstädtischen New Castle County aufwuchs. Bidens Vater arbeitete als Autoverkäufer. Im Jahre 1961 schloss Biden die katholische Archmere Academy in Claymont, Delaware ab, und im Jahre 1965 graduierte er an der University of Delaware in Newark in den Schwerpunkten Geschichte und Politikwissenschaft. Biden promovierte 1968 am College of Law der Syracuse University zum Doktor der Rechte und arbeitet seit 1969 als Anwalt in Delaware. Seit 1991 leitet er ein Seminar über US-amerikanisches Verfassungsrecht an der Widener University School of Law.
Am 27. August 1966 heiratete Biden seine Highschool-Liebe Neilia Hunter in Skaneateles, New York. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Joseph Robinette III (* 1969), Robert Hunter (* 1970) und Naomi Christina (* 1971). Am 18. Dezember 1972 kamen Neilia und Naomi bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben, als ein Lastwagen mit ihnen kollidierte. Die beiden Söhne, die ebenfalls im Wagen waren, überlebten verletzt. Am 17. Juni 1977 heiratete Biden in New York City Jill Tracy Jacobs, mit der er eine weitere Tochter hat, Ashley Blazer Biden (* 1981). Sowohl Joe als auch Jill Tracy sind Mitglied der römisch-katholischen Kirche.
[bearbeiten] Politische Karriere
Biden trat 1973 zu seiner ersten Amtszeit als US-Senator an und hat seitdem fünf weitere Wahlen gewonnen. Als regelmäßiger Bahnfahrer vertritt er dort die Interessen von Amtrak und sieht sich als Interessenvertreter der Dover U.S. Airforce Base und der Hühnerverarbeitungsindustrie Delawares. Als Redner ist er bekannt für seine artikulierten und emotionalen, wenn auch oft langen Reden. Derzeit (2006) sitzt er im United States Senate Committee on the Judiciary und United States Senate Committee on Foreign Relations, in letzterem ist er Vorsitzender.
Im Justizausschuss war er von 1987 bis 1995 Vorsitzender und von 1981 bis 1987 sowie von 1995 bis 1997 als Ranking Minority Member. In seine Amtszeit als Vorsitzender fielen die stark umstrittenen Ernennungen der konservativen Supreme-Court-Richter Robert Bork (1987) und Clarence Thomas (1991).
Er war maßgeblich am Violent Crime Control and Law Enforcement Act (1994) beteiligt, der Waffenbesitz einschränkte, die Todesstrafe auf Bundesebene ausweitete und eine Reihe neuer Verbrechen in den Bereich der Bundesbehörden definierte wie bestimmte Immigrationsverbrechen, Hate Crimes, Bandenverbrechen oder Sexualverbrechen. Teil des Gesetzes war der Violence Against Women Act, der die Rechte von Frauen ausweitete. Ebenso war er 2003 Autor des RAVE Acts (Reducing Americans' Vulnerability to Ecstasy Act), der aufgrund seiner sehr umfassenden Maßnahmen Kritik der elektronischen Musikszene auf sich zog.
Als Vorsitzender des International Narcotics Control Caucus verfasste Biden die Gesetze, die den US-"Drogenzar" etablierten, welcher die Anti-Drogenpolitik der USA koordiniert. Als Mitglied des Ausschusses setzt sich Biden für weitere Maßnahmen gegen Flunitrazepam, MDMA (Ecstasy), Ketamin oder Steroide ein.
Außenpolitisch war er bereits früh Anhänger einer aktiven und notfalls gewaltsamen US-Außenpolitik im Balkan. Er nannte Slobodan Milošević schon früh einen Kriegsverbrecher, setzte sich dafür ein, das Waffenembargo gegen die Gegner der Serben aufzuheben und bosnische Muslime militärisch zu trainieren. Sein Einsatz für Lufteinsätze der NATO war mit ausschlaggebend, Bill Clinton von dieser Option zu überzeugen.
Nach den Anschlägen vom 11. September unterstützte Biden US-Präsident George W. Bush und forderte mehr Bodentruppen in Afghanistan; ebenso pflichtete er der Einschätzung bei, dass Saddam Hussein eliminiert werden müsse. Im Senat stimmte er der endgültigen Resolution zum Irak-Krieg zu, bereut diese Entscheidung wie andere führende Demokraten (z.B. Hillary Clinton) aber heute.[2]
[bearbeiten] Präsidentschaftskandidaturen
- Hauptartikel: Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008
Bei den Präsidentschaftswahlen 1988 stieg Biden aus dem Rennen aus, nachdem Plagiatsvorwürfe gegen ihn erhoben wurden. Er hatte eine Rede des britischen Labour-Vorsitzenden Neil Kinnock kopiert, die Einzelheiten zum persönlichen Leben enthielt, die in Kinnocks Fall stimmten, bei Biden aber nicht. Für die Präsidentschaftswahlen 2008 galt er seit 2004 als potenzieller Kandidat der Demokraten und erklärte am 27. März 2006, dass er kandidieren würde. Nachdem er bei den Vorwahlen der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa nur ein knappes Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, erklärte Biden seinen Ausstieg aus dem Rennen um die US-Präsidentschaftswahlen 2008.
Am 23. August erklärte Barack Obama ihn zum Vizepräsidentschaftskandidaten.[3]
[bearbeiten] Schriften
- Administration’s Missile Defense Program and the ABM Treaty: Hearing Before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, December 2004) ISBN 0-7567-1959-3
- Examining The Theft Of American Intellectual Property At Home And Abroad: Hearing before the Committee On Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, May 2004) ISBN 0-7567-4177-7
- Hearings to Examine Threats, Responses, and Regional Considerations Surrounding Iraq: Hearing before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, November 2003) ISBN 0-7567-2823-1
- Strategies for Homeland Defense: A Compilation by the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, September 2003) ISBN 0-7567-2623-9
- Putin Administration's Policies toward Non-Russian Regions of the Russian Federation: Hearing before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, September 2003) ISBN 0-7567-2624-7
- Threat of Bioterrorism and the Spread of Infectious Diseases: Hearing before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, September 2003) ISBN 0-7567-2625-5
- How Do We Promote Democratization, Poverty Alleviation, and Human Rights to Build a More Secure Future: Hearing before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, June 2003) ISBN 0-7567-2478-3
- Political Future of Afghanistan: Hearing before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, January 2003) ISBN 0-7567-3039-2
- International Campaign Against Terrorism: Hearing before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, January 2003) ISBN 0-7567-3041-4
- Halting the Spread of HIV/AIDS: Future Efforts in the U.S. Bilateral & Multilateral Response: Hearings before the Comm. on Foreign Relations, U.S. Senate edited by Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, 2002) ISBN 0-7567-3454-1
- Hague Convention On International Child Abduction: Applicable Law And Institutional Framework Within Certain Convention Countries Report To The Senate by Jesse Helms, Joseph R. Biden Jr. (Diane Publishing, April 2000) ISBN 0-7567-2250-0
- Homeland security law and policy edited by William C. Nicholson with a foreword by Joseph Biden (C. C Thomas, 2005) ISBN 0-398-07582-4
[bearbeiten] Verweise
- Joseph Biden auf der offiziellen Weltnetzseite des Senats der Vereinigten Staaten
- Wahlkampfsite von Joseph Biden
- Shalom-TV Interview, erklärte Senator Biden: "Ich bin ein Zionist" (PDF-Datei) 28.03.2007
[bearbeiten] Video
Joe Biden Another 'Israeli Firster' Zionist / „Ich bin ein Zionist, auch wenn ich kein Jude bin“
Joe Biden Gaffe (With Subtitles) Mark My Words... Barack Obama
Am 19.Oktober 2008 spricht der Kandidat für das US-Vizepräsidentenamt der "Demokraten", Joe Biden, vor Finanziers des Wahlkampfs.
Es wird eine einzige düstere Prophezeihung, in der er bereits jetzt um Unterstützung für eine kommende schweren "Test" des neuen Präsidenten wirbt, welcher "wirklich harte Entscheidungen" in einer "internationalen Krise" werde treffen müssen - in den ersten 6 Monaten seiner Amtszeit.
Biden zieht einen Vergleich zwischen Obama und Kennedy, benennt "4 oder 5 Szenarios", ausdrücklich Russland, Pakistan, den Nahen Osten, Iran sowie Bin Laden der im Grenzgebiet zwischen Afghanisten und Pakistan lebe und laut der CIA "gesund und wohlauf" sei.
"Die Welt schaut auf uns. Wir werden einen brillianten 47 Jahre alten Senator zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wählen. Erinnert Euch daran wie ich das gesagt habe, hier stehend, auch wenn Ihr alles andere vergessen habt was ich gesagt habe.
Seht mal, wir werden eine internationale Krise haben, eine erzeugte Krise, um den Mumm von diesem Kerl zu testen. Und er wird ein paar wirklich harte - ich weiss nicht was die Entscheidung sein wird, aber ich verspreche Euch dass es passieren wird.
Als ein Geschichtsstudent, der unter 7 Präsidenten gedient hat, ich garantiere Euch es wird passieren. Ich kann Euch 4 oder 5 Szenarios nennen von wo es vielleicht ausgeht."[4]
[bearbeiten] Galerie
Joseph Biden 2008
Barack Obama benennt Joseph Biden als Vize |
[bearbeiten] Fußnoten
- ^ USA: Joseph Biden – ein alter Hase der US-Außenpolitik 23.08.2008
- ^ Walker's World: The world and Joe Biden 25.08.2008
- ^ USA: Obama wählt Joseph Biden zum Vize-Kandidaten 23.08.2008
- ^ Nach Biden jetzt Palin über Iran: "Strategien um diesen Krieg zu gewinnen", 3. Oktober 2008
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