Birgel, Willy

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Willy Birgel (1891-1973)
Willy Birgel (1891-1973)

Willy Birgel (* 19. September 1891 in Köln, † 29. Dezember 1973 in Dübendorf bei Zürich), deutscher Schauspieler.


Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Jugend

Wilhelm Maria (Willy) Birgel wird als Sohn des Goldschmieds und Graveurs Johann Heinrich Birgel und seiner Frau Henriette (geb. Dreyers) in Köln geboren.

Nach einer Lehre bei seinem Vaters, der ihn für die Nachfolge an der Spitze des Betriebs vorsieht, studiert er an der Städtischen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Köln. Währenddessen spielt er heimlich in ersten Komparsenrollen am Kölner Theater, statt sein Kunst-Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie nach dem Willen seines Vaters fortzusetzen.

Im Ersten Weltkrieg leistet er Kriegsdienst bei der Artillerie in Serbien, wo er verwundet wird, und nach seiner Genesung in der Divisions-Fernmeldeabteilung an der Westfront.

Nach Kriegsende geht Birgel zum Stadttheater Aachen.

Im Jahr 1924 schließt er sich dem Ensemble des Mannheimer Nationaltheaters an und entwickelt sich zum populärsten Akteur dieser Bühne. Seine größten Erfolge feiert er hier als Faust, Mephisto, Franz Moor, Hamlet und Richard III.


[bearbeiten] Drittes Reich

1934 ist Birgel in seiner ersten Leinwandnebenrolle in Paul Wegeners "Ein Mann will nach Deutschland" zu sehen. Er spielt einen englischen Offizier, der sich im Ersten Weltkrieg dagegen sträubt, ein Lager mit internierten Deutschen zu bewachen.

Neben seiner ersten Hauptrolle in "Fürst Woronzeff" erhält er fortan zahlreiche Filmrollen bei der Universum-Film-AG (Ufa) und verkörpert darin zumeist den Charakter des ritterlichen Aristokraten und Grandseigneurs. Er spielt in Unterhaltungsfilmen an der Seite von bekannten Persönlichkeiten wie Gustaf Gründgens und Heinrich George in "Das Mädchen Johanna" (1935) oder Zarah Leander in "Zu neuen Ufern" (1937). Als Prototyp des gepflegten und kultivierten Deutschen paßt Birgel in die ästhetischen Filme des im Dritten Reich, darunter "Unternehmen Michael" (1937), "Feinde" (1940) und "Kameraden" (1941).

Von Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels wird er 1937 zum Staatsschauspieler ernannt.

1941 folgt die Hauptrolle in "...reitet für Deutschland" unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt (1905-1993), die ihm den Ruf als "Herrenreiter des deutschen Films" einträgt. Der Film handelt von einem Rittmeister, der nach schicksalhaften Rückschlägen seine und die deutsche Ehre beim Turnier um den "Großen Preis von Europa" wiederherstellt. Von der Filmprüfstelle erhält der Film das Prädikat staatspolitisch besonders wertvoll.


[bearbeiten] nach 1945

Die Besatzer erteilen Birgel nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Aufführungs- und Spielverbot.

Willy Birgel stirbt am 29. Dezember 1973 an Herzversagen in Dübendorf bei Zürich.

[bearbeiten] Videos

Gespräch mit Willy Birgel von 1964:

[bearbeiten] Filme

  • Fürst Woronzeff (1934)
  • Ein Mann will nach (1934)
  • Barcarole (1934/1935)
  • Schwarze Rosen (1935)
  • Einer zuviel an Bord (1935)
  • Das Mädchen Johanna (1935 )
  • Verräter (1936)
  • Schlußakkord (1936)
  • Ritt in die Freiheit (1936)
  • Menschen ohne Vaterland (1936/1937)
  • Zu neuen Ufern (1937)
  • Verklungene Melodie (1937/1938)
  • Unternehmen Michael (1937 )
  • Fanny Elßler (1937)
  • Hotel Sacher (1938/1939)
  • Geheimzeichen LB 17 (1938)
  • Der Fall Deruga (1938)
  • Der Blaufuchs (1938)
  • Maria Ilona (1939)
  • Kongo-Express (1939)
  • Der Gouverneur (1939)
  • Das Herz der Königin (1939/1940)
  • Feinde (1940)
  • ...reitet für Deutschland (1940/1941)
  • Kameraden (1941)
  • Musik in Salzburg (1942-1944)
  • Diesel (1942 )
  • Der dunkle Tag (1942)
  • Du gehörst zu mir (1942/1943)
  • Ich brauche Dich (1943/1944)
  • Der Majoratsherr (1943/1944)
  • Mit meinen Augen (1944/1948)
  • Leb' wohl, Christina (1944/1945)
  • Die Brüder Noltenius (1944/1945)
  • Zwischen gestern und morgen (1947)
  • Vom Teufel gejagt (1950)
  • Das ewige Spiel (1950/1951)
  • Wenn die Abendglocken läuten (1951)
  • Mein Herz darfst Du nicht fragen (1952)
  • Heidi (1952)
  • Der Kaplan von San Lorenzo. (Mea Culpa) (1952/1953 )
  • Sterne über Colombo (1953)
  • Die blonde Frau des Maharadscha (1953-1954/1962)
  • Die Gefangene des Maharadscha (1953/1954)
  • Rittmeister Wronski (1954)
  • Konsul Strotthoff (1954)
  • Heidi und Peter (1954/1955)
  • Rosenmontag (1955)
  • Ein Mann vergißt die Liebe (1955)
  • Die Toteninsel (1955)
  • Zwischen Zeit und Ewigkeit (1956)
  • Rosen für Bettina (1956)
  • Johannisnacht (1956)
  • Ein Herz kehrt heim (1956)
  • Impressionen aus einem Theater (1957)
Sprecher
  • Frauenarzt Dr. Bertram (1957)
  • Die Heilige und ihr Narr (1957)
  • Liebe kann wie Gift sein (1958)
  • Geliebte Bestie (1958/1959)
  • Der Priester und das Mädchen (1958)
  • Wenn die Glocken hell erklingen (1959)
  • Arzt aus Leidenschaft (1959)
  • Frau Cheneys Ende (1961)
  • Romanze in Venedig (1962)
  • Ein Sarg aus Hongkong (1964 )
  • Schonzeit für Füchse (1965/1966)
  • Agent 505 - Todesfalle Beirut (1965/1966)
  • Sommersprossen (1968)

[bearbeiten] Verweise

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