Bodelschwingh, Friedrich von (der Jüngere)

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Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere.jpg

Friedrich „Fritz“ von Bodelschwingh (Lebensrune.png 14. August 1877 in Bethel; Todesrune.png 4. Januar 1946 ebenda) war ein evangelischer Geistlicher im Deutschen Reich.

Leben

Fritz von Bodelschwingh war der Sohn des gleichnamigen Gründers der Heil- und Pflegeanstalten in Bethel. Er studierte evangelische Theologie und trat 1904 in den Dienst der Anstalten von Bethel. 1933 wurde er von den evangelischen Landeskirchen zum Reichsbischof gewählt. Mit Hinweis auf die fehlende Kirchenverfassung lehnte die nationalsozialistische Führung seine Wahl ab, worauf Bodelschwingh zurücktrat. Fortan stand er, von der Regierung ungewollt, dem Nationalsozialismus feindlich gegenüber. Seine Anstalt blieb während des Krieges unter weitgehender Selbstverwaltung innerhalb des Deutschen Reiches; die zahlreichen Opfer gingen auf das Konto britischer Bomberverbände.[1]

Neue Deutsche Biographie

B. studierte Theologie in Bonn, Basel, Tübingen und Greifswald; von seinen Lehrern machte Adolf Schlatter den stärksten Eindruck auf ihn. 1904 wurde er als Gehilfe seines Vaters nach Bethel gerufen und 1910 zu dessen Nachfolger gewählt. Er widmete sich ganz dem weiteren Ausbau der Anstalt, deren tiefere Ausgestaltung zu einem Gemeinwesen christlicher Liebestätigkeit im Geiste seines Vaters sein eigenstes Anliegen war. In der Umwandlung der Arbeitslosenfürsorge zum Arbeitsdienst sah er eine wichtige Aufgabe. Als er am 27.5.1933 durch die Vertreter der deutschen evangelischen Landeskirchen zum Reichsbischof bestimmt wurde, begrüßte ihn die volle Zustimmung der Gemeinden; nach der Einsetzung eines Staatskommissars gab er jedoch seinen Auftrag einen Monat später dem Kirchenausschuß zurück. In der Folgezeit wurde sein Rat von den verschiedensten Seiten erbeten. In dem Kampf gegen die Tötung des „lebensunwerten Lebens“ gelang ihm in zähen Auseinandersetzungen, vor allem mit Hitlers Leibarzt Brandt, die Rettung seiner Kranken vor der drohenden Vernichtung. Sein letztes Werk war die Wiedereröffnung der 1939 verbotenen Theologischen Schule am Reformationstag 1945. Die besondere Begabung B.s lag in der Befähigung zum seelsorgerlichen Gespräch. In einem seiner Kernworte liegt das Geheimnis seiner Wirkung „Zu Gott hinaufgehobenes Leid kommt in Ordnung“.[2]

Siehe auch

Fußnoten

  1. Prominente ohne Maske – Drittes Reich, FZ-Verlag 1998, ISBN 3924309296
  2. Bodelschwingh, Friedrich von, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 351 f.