Braunschweig
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| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| | ||
| Staat: | BRD | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | |
| Einwohner: | 246.012Ew. (2009) | |
| Fläche: | 192,13 km² | |
| Kfz-Kennzeichen: | BS | |
Braunschweig ist eine kreisfreie Stadt und die Hauptstadt eines Bezirks in Niedersachsen, an der Oker. Die Gemeinde gehört zum Landesteil Braunschweig.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Bevölkerung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1880 | 75.038 |
| 1939 | 196.068 |
| 2007 | 245.467 |
[Bearbeiten] Geschichte
Braunschweig war bis 1918 die Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig.
Nach der Sage wurde Braunschweig 861 von Bruno, dem Sohn des Herzogs Ludolf von Sachsen, gegründet und nach ihm Brunswich (vom althochdeutschen wich, "Flecken") genannt. Ludolfs Bruder Dankwarth gründete nach derselben Sage das nach ihm benannte Dankwarderode. Ottos des Erlauchten Sohn Heinrich soll den Ort mit Mauern umgeben haben. In Urkunden erscheint die Villa Brunswich zuerst 1031.
Bis zum Tod Ekberts II. (1090) blieb sie im Besitz der Brunonen, kam dann durch Heirat an den späteren König Lothar und von ihm an das Haus der Welfen (1137). Heinrich der Löwe befestigte Braunschweig und erbaute den Dom. Ihre Treue gegen Heinrich den Löwen bewährte die Stadt 1189 und 1192, indem sie König Heinrich VI. und dann den Bischöfen von Hildesheim und Halberstadt tapfern Widerstand leistete.
Ebenso wurde sie 1227 von einem Reichsheer vergeblich belagert. Die Freiheiten, die der erste Herzog von Braunschweig, Otto, der Stadt verlieh, förderten ihre Macht ungemein, ebenso der Beitritt zur Hanse. Braunschweig wurde eine hansische Quartierstadt und vermittelte besonders den Handelsverkehr zwischen den Seestädten und dem Binnenland; doch hat es die Rechte einer Reichsstadt nie erlangen können.
Mit Unterstützung Bugenhagens wurde 1528 die Reformation hier durchgeführt, und 1531 trat die Stadt dem Schmalkaldischen Bund bei. Mit Waffengewalt wahrte sie das neue Bekenntnis gegen Herzog Heinrich den Jüngeren und unterwarf sich 1553 erst, als dieser die Religionsveränderung anerkannte. Nach dem Verfall der Hanse hatte ihr Handel durch die Messen, für welche Herzog Heinrich der Ältere kaiserliche Privilegien ausgewirkt hatte, neuen Aufschwung genommen.
Doch mißlangen auch im 17. Jahrhundert alle Versuche der Stadt, sich der Hoheit der Herzöge zu entziehen; 1671 wurde sie von dem celleschen Feldmarschall Georg Friedrich von Waldeck durch eine Belagerung zur Übergabe gezwungen. Sie nahm eine herzogliche Besatzung auf und erhielt dafür Bestätigung ihrer Privilegien, jedoch blieben die städtischen Besitzungen seitdem im Besitz der Herzöge, und die wichtigsten Befugnisse des frühern Rats gingen an herzogliche Behörden über, Zustände, welche erst 1858 durch Vergleich geregelt wurden.
Herzogliche Residenz der braunschweigischen Fürsten war Braunschweig 1753 wieder geworden. Das Schloß empfing 1813 den alten Fürstenstamm zurück und wurde, nach den Bränden von 1830 und 1863, - bis 1918 - einer der prachtvollsten Fürstensitze Deutschlands.
[Bearbeiten] Liste der Persönlichkeiten der Stadt Braunschweig (Auswahl)
- Georg Friedrich Wilhelm Alers (1811-1891), Forstsachverständiger, Erfinder der Flügelsäge, Schriftsteller und Stifter des Clarabads in Bad Helmstedt
- August Wilhelm (Braunschweig-Bevern) (1715-1781), preußischer Generalleutnant
- Georg Baesecke (1876-1951), Germanist, Altphilologe, NSDAP-Mitglied, in der NS-Zeit Schwerpunkt Runenkunde, nach Entnazifizierung erneute Professur
- Ewald Banse (1883-1953), Geograph, Völkerkundler, Orientalist und Schriftsteller, NSDAP-Mitglied, gemäßigtes Frühwerk
- Gerhard Bohne (1902-1981), Jurist, SS-Hauptsturmführer
- Walter Dötzer (1911-?), Hygieniker und SS-Arzt
- Karl Fiehler (1895-1969), Politiker der NSDAP, SS-Obergruppenführer und Münchner Oberbürgermeister in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945
- Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker mit einem breit gefächerten Feld an Interessen
- Otto Harder (1892-1956), Fußballspieler und Aufseher in verschiedenen Konzentrationslagern
- Friedrich von Hellwig (1775-1845), Husar; preußischer Offizier und General, erster Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse
- Ricarda Huch (1864-1947), deutsche Dichterin und frühe Emanze
- Heinrich Illers (1908-1986), Jurist, NSDAP-Mitglied seit 1932, SS-Hauptsturmführer, stellvertretender Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD im besetzten Frankreich, nach 1945 bis 1972 Senatspräsident des Landessozialgerichts Niedersachsen
- Gustav Knuth (1901-1987), Schauspieler
- Wolfgang Kubicki (* 1952), deutscher Politiker (FDP)
- Willy Lages (1901-1971), während des Zweiten Weltkriegs SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes Reichsführer SS in Amsterdam
- Johannes Lieff (1879-1955), parteiloser braunschweigischer Innenminister (1924–1927), NSDAP-Mitglied seit 1935, Polizeipräsident (1931–1937) und Präsident des braunschweigischen Verwaltungsgerichtshofs (1938–1945)
- Heinrich Mack (1867-1945), Historiker und Braunschweiger Stadtarchivar bis 1934
- Oskar Johannes Mehl (1875-1979), Evangelischer Theologe und Autor liturgischer und völkischer Publikationen
- Andreas Molau (*1968) nationaler Politiker (DVU)
- Paul Rehkopf (1872-1949), Schauspieler
- Frank Rennicke (*1964), Liedermacher der nationalen Bewegung
- Rolf Rosenthal (1911-1947), NSDAP, SA, SS-Obersturmführer, Arzt in mehreren Konzentrationslagern, 1942 Lagerarzt im KZ Ravensbrück, 1943 verurteilt wegen u.a. militärischen Ungehorsams und Abtreibung, Ausschluss aus der SS, im ersten Ravensbrück-Prozess 1947 zum Tode verurteilt
- Norbert Schultze (1911-2002), Komponist ( u. a. von „Lili Marleen“, „Nimm' mich mit, Kapitän, auf die Reise“; Opern u. a. „Schwarzer Peter“; „Das kalte Herz“) und Dirigent, in der NS-Zeit Komponist zahlreicher Kriegs- und Propagandalieder
- Walter Troppenz (1897-1974), Erfinder, Schriftsteller und Journalist, , veröffentlichte in der Weimarer Republik Arbeiterliteratur und -Bühnenstücke, in der NS-Zeit unter Pseudonym Kriminalromane und Science Fiction
- Hans Weinert (1887-1967), deutscher Anthropologe, Okt. 1933 - April 1935 und ab Dezember 1937 NSDAP-Mitglied, teilweise ambivalente Tätigkeiten im Sinne der Rassenforschung, Hochschullehrer in Kiel, zahlreiche Veröffentlichungen
- Solms Wilhelm Wittig (1897-?), Bauingenieur, Hochschullehrer, Unternehmer, verantwortlich für die Planung und den Betrieb des KZ Schandelah 1944, verurteilter Kriegsverbrecher
