Breker, Arno
Aus Metapedia
Arno Breker (* 19. Juli 1900 in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal); † 13. Februar 1991 in Düsseldorf) war ein deutscher Bildhauer und Architekt. Auf Grund seiner Rolle im Nationalsozialismus ist er heute umstritten. Der Großteil des Werkes von "Arno Breker ist bei Kriegsende 1945 in Berlin durch Bomben und absichtliche Zerstörung durch Soldaten der Siegermächte vernichtet worden. Manches ist als Kriegsbeute nach Ost und West verschwunden. Trotz dieses Schicksals hat Breker durch sein ungewöhnliches Schaffen weltweites Aufsehen und bleibendes Interesse erregt. Seine Popularität übertrifft bis in die Gegenwart einst bedeutende Zeitgenossen, wie etwa die Bildhauer Josef Thorak, Georg Kolbe, Fritz Klimsch, Josef Wackerle, Richard Scheibe u.a."[1]
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Leben und Wirken
[bearbeiten] Ausbildung
Arno Breker, geb 1900, durchlief an der Düsseldorfer Akademie die klassische Schule im Sinne Hildebrands. Er ging 1927 nach Paris, lernte die großen Bildhauer Despiau und Maillol Maillol, er nannte später Breker den Michelangelo des 20.Jahrhunderts. In der idealen Überhöhung und Harmonisierung der Formen zur Ganzheit des Ausdrucks erreicht er die zeitlose Gültigkeit einer zwingen- den plastischen Symbolik.
[bearbeiten] 1933–1945
1933 folgten Studienaufenthalte in Rom, Florenz und Neapel. Die hier aufgenommenen Anregungen von der Skulptur der Antike und der Renaissance – insbesondere Michelangelos – beeinflussten nachhaltig Brekers mittlere, sog. „klassische Periode“ zur Zeit des Nationalsozialismus.
1934 verließ Breker Frankreich und kehrte nach Deutschland zurück. Nach Brekers eigenem Bekunden war es das Drängen von Wilhelm Hausenstein, Grete Ring und Max Liebermann, das ihn dazu bewegte, Paris zu verlassen, um sich in Berlin niederzulassen. Liebermann vermittelte Breker am neuen Wohnsitz das Atelier von August Gaul. Es entstand eine Büste von Liebermann, nach dessen Tod 1935 nahm Breker ihm die Totenmaske ab.
Breker galt den Nationalsozialisten zunächst als dekadent und zu frankreichorientiert, und so führte er in der ersten Zeit nach seiner Rückkehr vor allem Porträtaufträge von Industriellen, Militärs oder auch Künstlerkollegen aus. 1935 erhielt er zwar schon erste öffentliche Aufträge: die Hoheitszeichen am Berliner Finanzministerium, Steinreliefs am Gebäude der Nordstern-Lebensversicherung Berlin-Wilmersdorf, figürlicher Schmuck am Hauptportal der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, die Plastik „Der Flieger“ für das Hauptgebäude der Dresdner Luftkriegsschule, doch erst im Jahre 1936 begann sein rasanter Aufstieg zum prominentesten Bildhauer des sog. Dritten Reiches. 1937 trat er der NSDAP bei.
Für die von 1936–1938 durchgeführten Umbauten der Gruft von Heinrich dem Löwen im Braunschweiger Dom fertigte Breker ein Löwenkopf-Relief.
Sein Entwurf, den er anläßlich eines Wettbewerbs zur Gestaltung der Torpfeiler der Dietrich Eckart-Freilichtbühne auf dem Reichssportfeld einreichte, wurde aufgekauft. Im Anschluß daran erhielt er den Auftrag für zwei Monumentalfiguren für das „Haus des Deutschen Sports“ („Zehnkämpfer“ und „Siegerin“), die insbesondere Hitlers Aufmerksamkeit erlangten. Für beide Figuren erhielt er bei der Olympischen Kunstausstellung in Berlin 1936 im Plastik-Wettbewerb die Silbermedaille des Internationalen Olympischen Komitees.
Mit den Olympischen Spielen 1936 war von offizieller Seite die stilistische Orientierung an der Antike beschlossen. Brekers Anlehnung an Plastiken der griechischen Antike kam diesen Bestrebungen entgegen. In Brekers Figuren sahen die Nationalsozialisten die ästhetischen Ideale ihrer Rassenlehre, den „gesunden, arischen Menschentyp“, versinnbildlicht.
So wurde Brekers Ausdrucksform als „gestaltete Gesinnung, formgewordene Weltanschauung“, als richtungweisend für den „neuen deutschen Stil“ proklamiert. Rückblickend bezeichnete Breker selbst das Jahr 1936 als „Wendepunkt“ seiner Existenz. In der Folgezeit wurde er von der Regierung zum „bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart“, gar zum Vorkämpfer der nationalsozialistischen Revolution stilisiert, schienen seine monumentalen Figuren doch hervorragend geeignet den Kampf des „Neuen Reiches“ gegen die Verfallserscheinungen in der Kunst („Entartete Kunst“), als auch in der Gesellschaft visuell faßbar zu machen.
Breker gewann zunehmend Einfluß in kunstpolitischen Gremien. So war er Juror für die Abteilung Plastik der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung, die erstmals im Juli 1937 (dann jährlich bis 1944) im „Haus der Deutschen Kunst“ (München) stattfand. An der Seite des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Adolf Ziegler, nahm Breker die Auswahl der plastischen Werke vor. Zugelassen wurden nach staatlicher Anweisung ausschließlich Künstler, die nicht im Sinne der „entarteten Kunst“ arbeiteten. Breker selbst war auf der Ausstellung mit vier Plastiken vertreten. Bis Kriegsende konnte er zweiundvierzig seiner Werke auf dieser bedeutendsten Ausstellung nationalsozialistischer Kunst zeigen. So paßte Breker seinen eigenen Stil dem künstlerischen Ideal der staatlichen Führung an und förderte in seiner Eigenschaft als Juror diejenigen Künstler, die im Sinne des staatlichen Ideals arbeiteten.
Weitere öffentliche Aufträge folgten: Für die Großplastik „Prometheus“ vor dem „Haus der Deutschen Kunst“ (München), den „Ikarus“ für die Dresdner Luftkriegsschule, die „Rosseführer“ für die Bauten der Wehrmacht in Dessau, für die Stadt Hannover die „Löwen“ am Maschsee. Im Jahre 1937 schuf Breker Skulpturen für den von Albert Speer konzipierten Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris. Arbeiten, die von Josef Stalin bewundert wurden, sodaß er bei einem Besuch des Deutschen Pavillons den Wunsch äußerte, Breker zu engagieren – ein Angebot, das im Jahre 1946 wiederholt worden sein soll. Weitere Staatsführer, die seine Arbeit in Anspruch nahmen, waren Benito Mussolini und Haile Selassie. Im selben Jahr wurde Breker Professor einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und heiratete die Griechin Demetra Messala. Ende 1937 erhielt er den Auftrag zu den beiden Monumentalfiguren „Partei“ und „Wehrmacht“ für den Ehrenhof der „Neuen Reichskanzlei“ (Einweihung am 9. Januar 1939). Gleichzeitig arbeitete er an fünf Figuren („Wager“, „Wäger“, „Anmut“, „Psyche“, „Eos“) und zwei Marmorreliefs („Genius“, „Sieger“) für den so genannten „Runden Saal“ dieses Gebäudes. Diese Aufträge bildeten den Beginn der engen persönlichen Zusammenarbeit zwischen dem Bildhauer und Albert Speer, dem am 30. Januar 1937 ernannten Generalbauinspektor/GBI für die Reichshauptstadt Berlin, der die „Neugestaltung Berlins zur Hauptstadt des Großgermanischen Reiches“ planen und durchführen sollte. Breker wurde die Aufgabe übertragen, die Neubauten mit seinen Plastiken zu schmücken. Gefördert wurde Brekers Aufstieg vermutlich von Wilhelm Kreis, Brekers ehemaligem Lehrer für Architektur an der Düsseldorfer Kunstakademie, mit dem Breker zeitlebens eine enge Freundschaft verband. Es entstanden Entwürfe Brekers für den „Brunnen am Runden Platz“, Reliefs für die geplante „Soldatenhalle“, für einen 240 Meter langen Relieffries an der geplanten Nord-Süd-Achse eine Reihe heroisierender Darstellungen mit den Titeln „Fackelträger“, „Opfer“, „Rächer“, „Wächter“ und „Vergeltung“, „Kameraden“, dann Reliefs für den „Grossen Triumphbogen“ und den „Führerbau“.
Für diese „große und dringliche“ Aufgabe wurde ihm in Berlin-Dahlem durch Hans Freese ein Großraumatelier eingerichtet. 1939 bis 1942 entstand das „Ateliergebäude am Käuzchensteig“, welches 1990 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Im Frühjahr 1938 wurde in Warschau und Krakau die Schau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ mit Breker, Georg Kolbe und Richard Scheibe ein großer Erfolg. 1940 erhielt Breker als erster bildender Künstler den „Mussolini-Preis“ der Biennale in Venedig. 1941 wurde Breker Vizepräsident der Reichskulturkammer der Bildenden Künste. Im Mai 1942 eröffnete die französische Regierung eine Arno-Breker-Einzelausstellung in der Orangerie des Tuileriengartens in Paris mit einem Staatsakt – in Anwesenheit von Abel Bonnard, Fernand de Brion, Jacques Benoist-Méchin und Georges Scapini. Weitere Einzelausstellungen während des Krieges fanden statt: 1943 im „Haus der rheinischen Heimat“ in Köln, dann von Juni bis September 1944 im Potsdamer Garnisonsmuseum Lustgarten – veranstaltet vom Generalbauinspektor/GBI für die Reichshauptstadt, Albert Speer und vom Gauleiter für die Mark Brandenburg, Oberpräsident Emil Stürtz.
Am 30. Juni 1940 – wenige Tage nach dem Waffenstillstand mit Frankreich – nahm Breker im Gefolge von Adolf Hitler, zusammen mit den Architekten Albert Speer und Hermann Giesler, an einer nur wenige Stunden dauernden Visite von Paris teil. Besichtigt wurden Pariser Oper, Champs Elysées, Trocadero, Eiffelturm, Invalidendom (Grabstätte Napoleons I), Pantheon und Sacré Coeur. 1940 erhielt Breker zu seinem vierzigsten Geburtstag das zur Gemeinde Eichwerder (in Wriezen) gehörende ehemalige Rittergut Jäckelsbruch von Hitler geschenkt, als Ausdruck der „dankbaren Anerkennung seiner schöpferischen Arbeit im Dienste der deutschen Kunst“. Die Schenkung umfaßte nicht nur das Schloß mit Park, sondern auch die gesamte Ausstattung des Hauses sowie ein vom Architekten Friedrich Tamms neu erbautes Atelier. In Wriezen/Oder selbst befand sich seit Mitte 1941 ein großes Werksgelände mit Gleisanschluß und Kanalhafen – die Steinbildhauerwerkstätten Arno Breker GmbH.
Bei den Steinbildhauerwerkstätten handelte es sich um eine Einrichtung der GBI , wodurch Speer die Möglichkeit erhielt, Aufträge ganz gleich welchen finanziellen Umfangs – ohne Genehmigungsverfahren – direkt an Breker zu vergeben. Aufgabe dieser Werkstätten war die Ausführung von Bildhauerarbeiten für die Neugestaltung Berlins sowie der Bauten auf dem Parteitagsgelände in Nürnberg. Die Werkstätten wurden in den folgenden Jahren mit Millionenbeträgen kontinuierlich ausgebaut. Gegen Ende des Krieges wurden bis zu 50 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter für Arbeiten an den Figuren eingesetzt. 1944 erhielt Breker den Ruf an die damals Preussische Akademie der Künste als Vorsteher eines Meisterateliers und wurde in den Senat der Akademie aufgenommen. Ebenfalls 1944 wurde über Breker der Dokumentarfilm „Arno Breker – Harte Zeit, starke Kunst“ gedreht. (Regie: Arnold Fanck, Hans Cürlis; Produktion: Riefenstahl-Film GmbH, Berlin). Angesichts dieser zahlreichen Aktivitäten wurde der Bildhauer auf die Liste der „unersetzlichen Künstler“ gesetzt, was für ihn die Freistellung vom Kriegsdienst bedeutete.
Von den Monumentalplastiken wurden viele durch Kriegseinwirkung zerstört, andere Werke verschwanden in Depots oder befinden sich in privaten Sammlungen, einige seiner Werke stehen jedoch nach wie vor auf Sockeln in Museen, in Parks oder an Portalen und Plätzen, ohne auf den ersten Blick als Plastiken von Arno Breker erkannt zu werden.
Zahlreiche Bildbände und Fotopostkarten sind in dieser Zeit entstanden. Fotografiert wurden Brekers Werke von Charlotte Rohrbach.
[bearbeiten] Video
Arno Breker in der Deutschen Wochenschau
[bearbeiten] Werke (Auswahl)
[bearbeiten] Zitate über Breker
- Jean Cocteau, 1928: "Arno Breker ist der vitalste unter den Bildhauern der Zeit und die größte Zukunftshoffnung."
- Charles Despiau, 1937, Weltausstellung Paris: "Breker eröffnet neue Dimensionen in der Darstellung des Menschen."
- Aristide Maillol, 1942: "Breker ist der deutsche Michelangelo des XX. Jahrhunderts."
- Ernst Fuchs, 1972: "Arno Breker ist der wahre Prophet des Schönen."
- Salvador Dali, 1975: "Gott ist die Schönheit und Arno Breker sein Prophet."
- Roger Peyrefitte, 1980: "Breker ist ein Leuchtturm in der Kunst, der weit in das neue Jahrtausend strahlt."
[bearbeiten] Literatur
- Dominique Egret: Arno Breker. Ein Leben für das Schöne, ISBN 3-87847-157-2
