Hitchens, Christopher

Aus Metapedia

(Weitergeleitet von Christopher Hitchens)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christopher Eric Hitchens (* 13. April 1949 in Portsmouth, England; † 15. Dezember 2011 in Houston, Texas) war britischstämmiger, in den VSA naturalisierter Autor, Journalist, Redner und Literaturkritiker.

Er begann publizistisch als radikaler Linker noch in den späten 1960er Jahren, und wandte sich — etwa zur selben Zeit, als er kurz vor dem Krebstod seiner Mutter von seiner eigenen jüdischen Herkunft erfuhr — im letzten Lebensabschnitt den Bush-Bellizisten zu, was ihm die scharfe und langanhaltende Ablehnung seitens seiner ehemaligen marxistischen Freunde in England eintrug. Als Propagandist eines kämpferischen Atheismus´ erreichte Hitchens (auch aufgrund seiner einzigartigen und fast beispiellosen rednerischen Hochbegabung) einen ähnlich starken Einfluß auf öffentliche Debatten, wie zur selben Zeit der Evolutionsbiologe Richard Dawkins.

Sein eigener Krebstod 2011, der den lebenslustigen, kräftigen Kettenraucher in ein Wrack von erschütternd siechem Aussehen verwandelte, spielte sich in aller Öffentlichkeit ab, da er in jeder Krankheitsphase — und auch ganz bis zuletzt — sich bei Gesprächen und Vorträgen photographieren und filmen ließ.

Seine Autobiographie „The Hitch“, die nahezu zeitgleich mit dem Erscheinen der Originalausgabe auf Deutsch erschien, ist ein Weltbestseller und kann schon heute als eine der eindringlichsten zeithistorischen Schilderungen überhaupt der politisch-kulturellen Entwicklungen des letzten halben Jahrhunderts gelten.

Hitchens äußerte u. a. folgendes über Henry Kissinger:

Wie sicher bald deutlich werden wird, und um es gleich vorwegzunehmen: Der folgende Text ist von einem politischen Gegner Henry Kissingers verfaßt worden. Dennoch war ich immer wieder erstaunt darüber, wieviel feindseliges und diskreditierendes Material ich mich bemüßigt fühlte wegzulassen. Ich möchte nur auf jene Vergehen Kissingers eingehen, die als Grundlage für eine Strafverfolgung dienen könnten und sollten: wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen wider die Menschlichkeit und Vergehen gegen Gewohnheitsrecht oder internationales Recht, darunter Verschwörung zum Mord, Entführung und Folter.
Ich hätte erwähnen können, wie Kissinger die irakischen Kurden rekrutierte und dann verriet, als er sie irreführenderweise ermutigte, 1972 bis 1975 die Waffen gegen Saddam Hussein zu erheben, wie sie dann absichtlich belogen und ihrem Schicksal überlassen wurden, um in ihren Bergen der Ausrottung entgegenzusehen, als Saddam Hussein einen diplomatischen Deal mit dem Schah von Persien einging. Die Schlußfolgerungen des Berichts des Kongreßabgeordneten Otis Pike sind immer noch schockierend und enthüllen Kissingers gefühllose Gleichgültigkeit, wenn es um Menschenleben und Menschenrechte geht. Doch dies fällt in die Kategorie einer verkommenen Realpolitik; irgendwelche Gesetze scheinen dabei nicht verletzt worden zu sein.[1]

Werke

  • Die Akte Kissinger. (The Trial of Henry Kissinger). Aus dem Englischen von Peter Torberg und Jürgen Bürger. DVA, Stuttgart 2001, ISBN 9783421051776; Netzversion bei Harper's Magazine.
  • Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet. Blessing Verlag, München 2007, ISBN 978-3-896-67355-8
  • The Hitch. Geständnisse eines Unbeugsamen. Aus dem Englischen von Yvonna Badal. Karl Blessing Verlag, München 2011, ISBN 978-3-89667-414-2
  • [als Herausgeber:] Thomas Paine: Die Rechte des Menschen (in der Reihe: Bücher, die die Welt veränderten; Originalausgabe: Thomas Paine´s Rights of Man, 2006). Aus dem Englischen von Wieland Grommes; dtv, München 2007, ISBN 978-3-423-34432-6

Verweise

Fußnoten

Meine Werkzeuge