Chronologie der Gewalt in Israel (1948–2010)
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[bearbeiten] 1948-1949
«An Nakba»
Der Unabhängigkeitskrieg endet im Juli 1949 mit einem Waffenstillstand; Israel hat West-Jerusalem erobert und kontrolliert nun 77% des ehemaligen britischen Mandatsgebiets. Hunderttausende von Palästinensern fliehen oder werden vertrieben («An Nakba» = die Katastrophe); nur wenige dürfen zurückkehren. Ägypten verwaltet den Gazastreifen; Jordanien das Westjordanland.
[bearbeiten] 1948-1957
Neue Einwanderer
Der grösste Teil der jüdischen Einwohner der arabischen Länder flieht oder emigriert freiwillig nach Israel. Auch die Immigration aus Europa, vor allem aus Rumänien und Polen, nimmt zu. Insgesamt kommen in kurzer Zeit rund 790.000 Einwanderer ins Land.
[bearbeiten] 1956
Suez-Krise
Als Antwort auf die Verstaatlichung des Suez-Kanals und die Sperrung der Strasse von Tiran durch den ägyptischen Präsident Nasser greifen israelische, britische und französische Truppen im Oktober Ägypten an. Trotz militärischer Erfolge endet das Unternehmen in einem Fiasko: Die Supermächte zwingen die Koalition zum Rückzug. Nassers Position ist gestärkt; die Sowjetunion gewinnt an Einfluss in der Region.
- 29. Oktober 1956 - Als Antwort auf Kairos Entscheidung, die Kontrolle des für die internationale Schifffahrt wichtigen Suezkanals zu übernehmen, greift Israel Ägypten an. Nach Ablauf eines von Ägypten nicht akzeptierten Ultimatums greifen auch Großbritannien und Frankreich in den Krieg ein. Unter dem Druck der USA werden die Kämpfe am 7. November eingestellt. Im Januar 1957 räumt Israel den Sinai, im März 1957 den Gazastreifen.
[bearbeiten] 1964
Die PLO tritt auf den Plan
Aus verschiedenen palästinensischen Widerstandsbewegungen geht die PLO («Palestine Liberation Organisation») hervor, die ab 1969 von Fatah-Chef Jassir Arafat geführt wird. Bis 1997 vertritt die PLO offiziell die Doktrin von der Vernichtung Israels.
[bearbeiten] 1967
Sechstagekrieg
Nachdem Ägypten die Strasse von Tiran gesperrt und an der Grenze zu Israel Truppen massiert hat, schlägt die israelische Luftwaffe am 5. Juni zu. Die ägyptischen, syrischen und jordanischen Truppen werden vernichtend geschlagen. Israel erobert Ost-Jerusalem, das Westjordanland, die Golanhöhen, den Gaza-Streifen und den Sinai >>Karte Erneut fliehen hunderttausende Palästinenser.
- 5. Juni 1967 - Der Sechs-Tage-Krieg bricht aus, nachdem Ägypten die für Israel wichtige Wasserstraße von Tiran am Eingang zum Golf von Akaba südlich des israelischen Hafens Eilat blockiert hatte und auf dem Sinai aufmarschiert war. Die Israelis erobern in nur sechs Tage im Dreifrontenkrieg erneut die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland, die Golan-Höhen und die Altstadt von Jerusalem. Über eine Million Palästinenser geraten unter israelische Besatzung, wieder fliehen Hunderttausende. Nach jahrelangen Scharmützeln und weiteren vereinzelten Angriffen wird schließlich im August 1970 formell die Feuereinstellung vereinbart.
[bearbeiten] 1968-1970
Illegale Siedlungen
Der Sieg im Sechstagekrieg verwandelt Israel in eine Besatzungsmacht. In den neu eroberten Gebieten entstehen – von der Regierung geduldet und zunehmend gefördert – erste jüdische Siedlungen, die den israelisch-palästinensischen Konflikt verschärfen und komplizieren.
[bearbeiten] 1970
Schwarzer September
Die Palästinensische Volksfront entführt im September drei Flugzeuge nach Jordanien, darunter eine Swissair-Maschine. Im gleichen Monat scheitert ein palästinensischer Anschlag auf König Hussein. Die jordanische Armee vertreibt darauf die PLO nach blutigen Kämpfen aus dem Königreich; die Palästinenser müssen ihre Stützpunkte in den Libanon verlegen.
[bearbeiten] 1972
Massaker in München
Ein palästinensisches Kommando, das sich «Schwarzer September» nennt, entführt und ermordet an den Olympischen Spielen in München elf israelische Athleten. Eine Sondereinheit des israelischen Geheimdiensts Mossad tötet darauf in den folgenden Jahren zwei der drei überlebenden Terroristen und weitere beteiligte – aber auch unschuldige – Palästinenser.
[bearbeiten] 1973
Jom-Kippur-Krieg
Ein überraschungsangriff von Ägypten und Syrien am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur bringt die überheblich gewordene israelische Armee in Bedrängnis. Die israelische Regierung muss deswegen im April 1974 zurücktreten. Obwohl der Krieg schliesslich für Israel militärisch günstig endet, wird er in der arabischen Welt als Sieg gefeiert. Die Opec setzt erstmals die «ölwaffe» (ein öl-Embargo) ein, was zur ölkrise von 1973 führt.
- 6. Oktober 1973 - Der Jom-Kippur-Krieg beginnt und der Mythos militärischer Unbesiegbarkeit Israels beginnt zu verblassen. Am Tag des jüdischen Versöhnungsfestes Jom Kippur überschreiten die Ägypter den Suezkanal, während die Syrer am Golan angreifen. Nur unter schweren Verlusten kann Israel den Angriff abwehren. Am 25. Oktober tritt eine Waffenruhe in Kraft. Nach dem Krieg werden Ansätze eines Friedensprozesses eingeleitet. So kommt es 1979 zum Friedensschluss mit Ägypten, Israel zieht sich 1982 vom Sinai zurück.
[bearbeiten] 1978
Frieden mit Ägypten
Der israelische Premierminister Menachem Begin und der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat unterzeichnen in Camp David ein Friedensabkommen. Im März 1979 folgt der israelisch-ägyptische Friedensvertrag. Israel zieht sich bis 1982 aus dem Sinai zurück; Ägypten anerkennt den Staat Israel. 1994 schliesst Israel auch mit Jordanien ein Friedensabkommen.
[bearbeiten] 1981
Als Wahlkampagne wurden militärische Aktionen durchgeführt. Menachem Begin bombardierte während der 1981er Wahlkampagne den irakischen Atomreaktor. Als Shimon Peres behauptete, dies sei eine Wahltrick, schrie Begin bei einer Wahl-Ralley: „Juden, glaubt ihr wirklich, dass ich unsere tapferen Jungs in den Tod schicken würde oder schlimmer noch, sie von menschlichen Tieren zu Gefangenen nehmen ließe, nur um die Wahlen zu gewinnen?“ Begin gewann.[1]
[bearbeiten] 1982
1. Feldzug im Libanon
Am 6. Juni 1982 dringen israelische Truppen in den Libanon ein, in dem seit 1975 ein Bürgerkrieg tobt. Beirut wird besetzt; die PLO, die im Süden des Libanons einen Staat im Staat errichtet hat, wird vertrieben. Im September verüben christliche Milizen unter den Augen der israelischen Armee ein Blutbad in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila. Von 1985 bis Ende Mai 2000 hält Israel einen Sicherheitsstreifen im Südlibanon besetzt.
- 6. Juni 1982 - Israelische Truppen dringen im Rahmen der Operation «Frieden für Galiläa» in den Libanon ein. Die im Lande stationierten syrischen Truppen können sie nicht aufhalten. Ziel Israels ist die Schaffung einer Pufferzone gegen Terrorangriffe der PLO. PLO-Chef Jassir Arafat und Tausende seiner Kämpfer müssen den Libanon verlassen. Im Mai 1983 unterzeichnen Israel und der Libanon ein Abkommen über die Sicherheitszone und den israelischen Truppenrückzug.
[bearbeiten] 1987-1993
«Krieg der Steine»
In der Ersten Intifada («Intifada» = Aufstand) setzen sich die Palästinenser vor allem mit zivilem Ungehorsam gegen die israelische Besatzung zur Wehr. Bilder von Jugendlichen, die Steine gegen schwer bewaffnete Soldaten werfen, kosten Israel viele Sympathien. Ab 1991 nimmt die Gewalt ab; 1993 endet die Intifada mit der Unterzeichnung des Vertrags von Oslo. Im Zuge der Ersten Intifada wird die Hamas gegründet.
[bearbeiten] 1989-1995
Russische Einwanderung
Ab 1989 wandern Juden aus der UdSSR nach Israel aus. Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Supermacht 1991 schwillt die Zahl der Immigranten aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion an; bis 1995 strömen insgesamt rund 600.000 Juden nach Israel.
[bearbeiten] 1993
Hoffnungsschimmer
Mit dem Oslo-Abkommen, das den Abzug der israelischen Armee aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen vorsieht, wird eine palästinensische Selbstverwaltung in diesen Gebieten möglich. Arafat kehrt im Juli 1994 aus dem Exil zurück und bildet die Palästinensische Autonomiebehörde. Im Dezember erhalten Arafat, Shimon Peres und Jitzhak Rabin gemeinsam den Friedensnobelpreis.
[bearbeiten] 1995
Rabin ermordet
Am 4. November 1995 wird der israelische Premierminister nach einer Rede an einer grossen Friedensdemonstration in Tel Aviv von einem fanatischen jüdischen Siedler erschossen. Nach seinem Tod gerät der Friedensprozess ins Stocken, auch wenn die PLO 1998 offiziell das Existenzrecht Israels anerkennt.
[bearbeiten] 1996
Operation „Trauben des Zorns“
Als Wahlkampagne wurden militärische Aktionen durchgeführt. Während der 1996er-Kampagne befahl Schimon Peres die Invasion in den Libanon. (Die Operation „Trauben des Zorns“). Jeder war davon überzeugt, dass er dies getan hatte, um die Wahl zu gewinnen. Der Krieg war ein Fehlschlag, und Peres verlor die Wahlen und Binyamin Netayahu kam ans Ruder.[1]
[bearbeiten] 2000-2005
Zweite Intifada
Nachdem Arafat und der israelische Premierminister Ehud Barak in Camp David keine Einigung erzielen und der Oslo-Friedensprozess endgültig gescheitert ist, nimmt die Gewalt wieder zu. Ein provokativer Besuch von Ariel Scharon auf dem Tempelberg löst einen bewaffneten Aufstand militanter Palästinenser aus – die Zweite oder al-Aqsa-Intifada, die durch Selbstmordattentate und gezielte Tötungen von palästinensischen Führern durch die israelische Armee geprägt ist.
[bearbeiten] 2002
- 29. März 2002 - Nach einem Selbstmordanschlag in einem Hotel in Netanja rückt die israelische Armee mit Panzern in Ramallah ein und stürmt den Amtssitz des damaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. In der Operation «Schutzwall» besetzt Israel binnen einer Woche die meisten Städte des Westjordanlandes.
- Im April 2002 marschieren israelische Truppen in das palästinensische Flüchtlingslager Dschenin ein. 23 Soldaten und eine unbekannte Anzahl Lagereinwohner finden den Tod. Die Weltpresse spricht zunächst von einem Massaker, doch eine Uno-Untersuchung stellt fest, dass dies nicht der Fall ist.
- 19. Juni 2002 - Panzer rollen in Dschenin, Nablus und Kalkilia im Westjordanland ein, nachdem ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf eine Bushaltestelle in Jerusalem verübt hat.
- 25. Oktober 2002 - Die Israelis reagieren mit einem Einmarsch in die Stadt Dschenin im Westjordanland auf einen Selbstmordanschlag auf einen Bus bei Hebron.
- 22. November 2002 - In der Operation «Kettenreaktion» besetzt Israel unter anderem Bethlehem. Damit kontrolliert es alle Autonomiestädte des Westjordanlandes außer Jericho. Der Vorstoß ist eine Reaktion auf einen Anschlag in einem Linienbus in Jerusalem.
[bearbeiten] 2003
«Die Mauer»
Israel beginnt mit dem Bau einer umstrittenen Sperranlage, die das Eindringen von Selbstmordattentätern verhindern soll. Der Zaun, der in einigen Abschnitten eine Mauer ist, verläuft zum grössten Teil auf palästinensischem Gebiet und verbindet die Mehrzahl der jüdischen Siedlungen mit dem israelischen Kernland. Oft trennt der Zaun palästinensische Bauern von ihrem Land und unterbricht Verkehrswege.
- 6. März 2003 - Mit einem Panzervorstoß gegen das Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen sowie in das Westjordanland reagiert Israel auf einen Selbstmordanschlag in einem Linienbus in Haifa.
[bearbeiten] 2004
Arafat stirbt - ermordet?
- Am 11. November 2004 stirbt nach einer Vergiftung der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, in einem französischen Krankenhaus in der Nähe von Paris. Sein Nachfolger als PLO-Chef wird Mahmud Abbas, genannt Abu Mazen. Abbas wird im Januar 2005 als Kandidat der Fatah auch zum Präsidenten der Autonomiebehörde gewählt. Bei 6 verschidenen Gelegenheiten versuchte der Mossad, den PLO-Führer Jassir Arafat im Libanon und Tunesien zu ermorden. Jedes Mal entkam Arafat im letzten Moment. Es gab ein Misstrauen in Mossad, daß ein „Maulwurf“ die Pläne verraten haben könnte - was nie nachgewiesen wurde. [2]
[bearbeiten] 2005
Abzug aus Gaza
Der israelische Premierminister Ariel Scharon setzt im August gegen starken Widerstand aus dem nationalistischen Lager die Räumung aller 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen durch. Die radikalislamische Hamas feiert den Abzug als ihren Sieg. Scharon verlässt im November 2005 den Likud und gründet eine neue Partei, die Kadima.
[bearbeiten] 2006
Die Hamas siegt
- Am 26. Januar 2006 gewinnt die Hamas in den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Mehrere westliche Staaten machen darauf ihre weitere finanzielle Unterstützung der Autonomiebehörde davon abhängig, dass die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennt. Der fortgesetzte Beschuss israelischer Ortschaften aus dem Gaza-Streifen heraus enttäuscht jedoch die Hoffnungen auf eine friedliche Entwicklung nach dem israelischen Abzug.
- 28. Juni 2006 - Die israelische Armee rückt zur Befreiung des am 25. Juni verschleppten Soldaten Gilad Schalit mit Bodentruppen in den im Sommer 2005 geräumten Gazastreifen ein.
- 12. Juli 2006 - Den gut einen Monat langen zweiten Libanonkrieg sieht Israel rückblickend als Misserfolg. Bei einem Angriff der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz vom Libanon aus auf den Norden Israels werden zwei israelische Soldaten entführt und drei weitere getötet. Israelische Truppen überschreiten daraufhin die Grenze. Die verschleppten Soldaten werden nicht befreit, die Hisbollah wird nicht erheblich geschwächt. Die nach massiver öffentlicher Kritik in Israel eingerichtete Winograd-Kommission lastet Ministerpräsident Olmert und Verteidigungsminister Amir Perez 2007 «schwere Fehler» an.
2. Feldzug im Libanon - Krieg
Auf die Entführung von israelischen Soldaten im Gaza-Streifen und später im Libanon an der israelischen Grenze reagiert die Regierung Olmert im Juli 2006 mit einer massiven Militäraktion: Truppen dringen in den Gaza-Streifen und nach heftigen Bombenangriffen auch in den Süden des Libanon ein. Der Raketenbeschuss von Nordisrael durch die Hisbollah kann jedoch nicht gestoppt werden. Beim Waffenstillstand gilt die Hisbollah daher als Gewinner.
- 6. Juli 2006 - Bei den schwersten Kämpfen seit Beginn der israelischen Offensive «Sommerregen» sterben beim Einsatz von Bodentruppen im Norden des Gazastreifens mindestens 15 Palästinenser und ein israelischer Soldat.
- 12. Juli 2006 - Um den Beschuss israelischer Grenzorte zu unterbinden, weitet die israelische Armee ihre Operation aus und rückt mit Bodentruppen in das Zentrum des Gazastreifens vor. Mindestens sechs Palästinenser kommen ums Leben.
- 1. November 2006 - Die Armee tötet bei bis zum 7. November anhaltenden Kämpfen von Bodentruppen mit Luftunterstützung in Bet Hanun im nördlichen Gazastreifen mindestens 34 Palästinenser.
[bearbeiten] 2007
Bruderkrieg in Gaza
Der seit längerem schwelende Konflikt zwischen Hamas und Fatah eskaliert. Im Februar 2007 einigen sich die beiden Parteien auf die Bildung einer Einheitsregierung, doch die Waffenruhe wird ständig wieder durch Schiessereien unterbrochen. Im Juni besiegt die Hamas in Gaza die Fatah – die faktische Zweiteilung der Palästinensergebiete in ein «Hamastan» (Gaza) und ein «Fatahstan» (Westjordanland) wird Realität. Präsident Abbas löst die Einheitsregierung auf und ruft den Notstand aus.
- 5. Juli 2007 - Die israelische Armee stößt mit Panzern auf zwei Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen vor. Mindestens elf Palästinenser werden getötet.
Friedens-Show in Annapolis
Die Nahostkonferenz in Annapolis (US-Staat Maryland) soll Ende November die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Konfliktparteien bis Ende 2008 alle ihre strittigen Fragen bereinigen. Präsident Bush möchte den Konflikt bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 lösen. Doch die ohnehin vagen Hoffnungen verfliegen bald.
[bearbeiten] 2008
Kassams auf Sderot
Immer häufiger beschießen militante Palästinenser aus dem Gaza-Streifen heraus Sderot mit Kassam-Raketen, die von mobilen Rampen aus gestartet werden. Die israelische Kleinstadt 70 km südlich von Tel Aviv liegt innerhalb der Reichweite der nicht sehr zielgenauen Geschosse. Israel reagiert zunächst mit einer Blockade des Gazastreifens, doch der Raketenhagel auf Sderot verstärkt den innenpolitischen Druck auf die Regierung Olmert, eine Bodenoffensive in Gaza durchzuführen.
- 15. Januar 2008 - Beim blutigsten Militäreinsatz im Gazastreifen seit mehr als einem Jahr töten israelische Bodentruppen mit Luftunterstützung mindestens 19 Palästinenser.
- 1. März 2008 - Als Reaktion auf den ständigen Raketenbeschuss israelischer Grenzorte startet die Armee die Operation «Heißer Winter». Bei den Kämpfen im Gazastreifen auch mit israelischen Bodentruppen sterben mehr als 100 Palästinenser. Israelische Medien nennen den zweitägigen Einsatz «nur eine Generalprobe».
Hamas gegen Fatah
Der Konflikt zwischen Hamas und Fatah flammt Ende Juli 2008 erneut auf. Nach schweren Kämpfen im Gaza-Streifen mit elf Toten gewährt im August ausgerechnet Erzfeind Israel über 150 flüchtenden Fatah-Mitgliedern temporäres Asyl. Ein Teil der Flüchtlinge darf sich ins Westjordanland begeben, da ihr Leben im Gaza-Streifen bedroht ist.
Angriff auf Gaza
Nachdem die Hamas Ende Dezember den sechsmonatigen Waffenstillstand aufgekündigt hat und weiterhin Ziele in Israel beschießt, bombardiert die israelische Luftwaffe Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen. Bei den massiven Luftangriffen kommen innerhalb von 24 Stunden rund 280 Menschen ums Leben, 600 werden verletzt. Israel beruft 6500 Reservisten ein. Die Anzeichen verdichten sich, dass eine israelische Bodenoffensive bevorsteht.
[bearbeiten] Siehe auch
- Chronologie der Gewalt in Israel (132–1943)
- Chronologie der Gewalt in Israel (1944–1946)
- Chronologie der Gewalt in Israel (1947)
- Chronologie der Gewalt in Israel (1948)
[bearbeiten] Fußnoten
- ^ a b Uri Avnery: „Geschmolzenes Blei“. Ihn „Wahlkampfkrieg“ zu nennen, wäre genauer, weltexpress.info, 03. Januar 2009
- ^ Uri Avnery: 'Wenn Arafat noch am Leben wäre …' - Wie starb Arafat? Wurde er ermordet? Wenn ja, von wem?, weltexpress.info, 27. Januar 2007
[bearbeiten] Quellen
- Dauerkrise im Heiligen Land: Der Nahostkonflikt, 20min.ch
- Chronologie: Israelische Bodenoffensiven, weltexpress.info (stand: Berlin, 04.01. 2009)
- Hintergrund: Der siebte Krieg im Nahen Osten, weltexpress.info (stand: Berlin, 04.01. 2009)
