Clauß, Ludwig Ferdinand

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Prof. Dr. phil. Ludwig Ferdinand Clauß in einer Aufnahme aus dem Jahr 1936

Ludwig Ferdinand Clauß (Lebensrune.png 8. Februar 1892 in Offenburg; Todesrune.png 13. Januar 1974 in Huppert im Taunus) war ein deutscher Philosoph, Ethnologe, Ausdrucksforscher und Rassenpsychologe. Clauß war ein Schüler des jüdischen Philosophen Edmund Husserl. Nach Hans F. K. Günther war Clauß der wichtigste Referenzautor in der rassenpädagogischen Literatur und der „eigentliche Begründer“ der Rassenseelenkunde. Sein erfolgreichstes und meistverkauftes Werk war „Rasse und Seele“.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Clauß um 1931 in Tracht als Beduine
„Unter einer Artung oder Rasse verstehen wir demnach nicht einen Klumpen von ‚Eigenschaften‘ oder ‚Merkmalen‘, sondern einen Stil des Erlebens, der die Ganzheit einer lebendigen Gestalt durchgreift.“ — Clauß, in: „Die nordische Seele“

Nach dem Besuch eines Humanistischen Gymnasiums in Freiburg und Abitur ging Clauß, Sohn eines Landgerichtsrats, 1911 als Einjährig Freiwilliger zur Kaiserlichen Marine und wurde Seekadett. Anschließend studierte er in Freiburg Philosophie, Psychologie, englische und skandinavische Philologie sowie arabische Sprache. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Freiwilliger bei der Marine, warum er augenscheinlich beinahe zwei Jahre vor Ende des Krieges entlassen wurde, ist nicht bekannt.

Im Wintersemester 1917/18 ging es zurück an die Universität, wo er im November 1919 die Staatsprüfung für das Höhere Lehramt ablegte. Auch besuchte er schon im Frühjahr 1917 gemeinsam mit Gerda Walther den von Edith Stein in Freiburg organisierten „philosophischen Kindergarten“. Sie schrieb im Juni 1917:

„[…] es sind einige ganz vielversprechende Leute da, vor allem Herr Clauß, von dem ich später etwas auf sprachphilosophischem Gebiet erwarte.“

Als Vertreter der Nordischen Bewegung promovierte er 1921 bei Prof. Dr. phil. Edmund Husserl mit einer Arbeit über „Die Totenklagen der deutschen Minnesänger“, im selben Jahr erschien sein erstes Buch (über Lieder der Edda), und er hielt bereits 1921/22 seine ersten Vorlesungen zur Psychologie der Rasse an der Bismarck-Hochschule in Dresden.

Seinen Wunsch, mit „Die Nordische Seele“ (1923) zu habilitieren, wurde nicht entsprochen. Statt dessen schlug Husserl eine Arbeit über Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie (über dessen Gedanken über die menschliche Sprache, in den Worten Husserls, „am Lebendigen prüfen und phänomenologisch fruchtbar machen“) vor, die Clauß allerdings ablehnte, da er mit von Humboldts Auffassung, daß „auch ein Neger in seiner Weiterentwicklung ein wunderbarer Germane werden könne“, nicht einverstanden war. Nichtsdestoweniger sah Prof. Husserl, wie seine Briefe zeigen, lange Zeit Clauß als seinen Nachfolger an. In einem Brief von 1918 an Roman Ingarden erwähnt Husserl selbst die Mithilfe von Clauß bei der von Gerda Walther geleisteten Arbeit am Index zum ersten Band der „Ideen“. Später entschied sich Husserl bekanntlich für Martin Heidegger.

Im Januar 1927 brach er schließlich mit Unterstützung von Friedrich Wilhelm Prinz zur Lippe (1890–1938) zu einer Reise in den Nahen Osten auf. Mit seiner Assistentin Margarete Landé (die er während des Studiums bei Husserl kennengelernt hatte, sie war damals Studentin der Philosophie und Psychologie) lebte er vier Jahre als „Beduine unter Beduinen“ – so auch der Titel eines seiner späteren Bücher – in Palästina. Während dieser Reise soll er zum Islam übergetreten sein.

1936 habilitierte Dr. Clauß und erhielt, unterstützt durch den NS-Studentenbund, eine Dozentur an der Berliner Universität. Mit dem Anthropologen Bruno Beger arbeitete Clauß in der SS-Stiftung „Das Ahnenerbe“. 1941 wurde er in ein Beamtenverhältnis übernommen. Im selben Jahr war er vom Reichserziehungsministerium für den Lehrstuhl der Psychologie und Pädagogik an der Reichsuniversität Posen vorgesehen, aber das Amt Rosenberg (ARo) widersprach wegen des von Walter Gross angestrengten Parteiausschlußverfahrens.

Zweiter Weltkrieg

Adolf Hitler befahl am 11. Juni 1941 in Weisung 32: „Vorbereitungen für die Zeit nach Barbarossa ausdrücklich eine Ausnutzung der arabischen Freiheitsbewegung für die deutschen Kriegsziele im Nahen Osten. Clauß machte auch im Islam-Projekt der Nationalsozialisten mit, das unter der Leitung des RSHA auf eine langfristige Allianz von Nationalsozialisten und Islamisten unter dem Mufti zielte. Heinrich Himmler schrieb an den Mufti Mohammed Amin al-Husseini am 2. November 1943:

„Die nationalsozialistische Bewegung Großdeutschlands hat seit ihrer Entstehung den Kampf gegen das Weltjudentum auf ihre Fahne geschrieben. Sie hat deshalb schon immer mit besonderer Sympathie den Kampf der freiheitsliebenden Araber, vor allem in Palästina gegen die jüdischen Eindringlinge, verfolgt. Die Erkenntnis dieses Feindes und der gemeinsame Kampf gegen ihn bilden die feste Grundlage des natürlichen Bündnisses zwischen dem nationalsozialistischen Großdeutschland und den freiheitsliebenden Mohammedanern der ganzen Welt. In diesem Sinne übermittle ich Ihnen am Jahrestag der unseligen Balfour-Deklaration meine herzlichsten Grüße und Wünsche für die glückliche Durchführung Ihres Kampfes bis zum sicheren Endsieg.“

Clauß war Kriegsberichter bei der SS-Standarte „Kurt Eggers“ und Sturmmann der Waffen-SS. Im November 1944 lieferte er einen Abschlußbericht über sein Wirken bei der 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1).

Noch im Februar 1945 verfaßte Clauß ein Dokument zur „Vorbereitung eines Einsatzes zur Gewinnung islamischer Völker“ für die Germanische Leitstelle beim SS-Hauptamt, die für die Weltanschauung der zu Führenden zuständig sein sollte. Reinhard Walz sollte die Koran-Deutung im Sinne der Nationalsozialisten betreiben. Unter anderem kam es noch im November 1944 zur Gründung einer Mullah-Schule in Dresden, zur Truppenbetreuung von Muslimen aus der Sowjetunion in der Wehrmacht und der SS.

Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit bemühte er sich um Rehabilitation, hatte auch zahlreiche renommierte Fürsprecher, es gelang ihm jedoch nicht mehr, im Hochschulwesen Fuß zu fassen.

„Gerechter unter den Völkern“

Fünf Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1979, wurde er in Israel aufgrund des Berichts von Margarete Landé (die er bis Ende des Krieges auf seinem Brandenburger Landgut versteckt hatte) als „Gerechter unter den Völkern“ mit einem Baum und einer Ehrentafel in Yad Vashem geehrt. 1996 nahm man diese „Ehrung“ jedoch wieder zurück.

Familie

Clauß hatte 1918 seine Verlobte, die Tochter eine Freiburger Universitätsprofessors, geheiratet, sich aber ein Jahr später wegen Ehebruchs der Frau (mit dem deutschen Philosophen Hans Lipps, der 1941 als Regimentsarzt an der Ostfront fiel) wieder scheiden lassen.[1] 1921 beging seine geschiedene Frau Suizid. 1935 heiratete er erneut, diesmal die Tochter eines ostpreußischen Offiziers aus altem Adel. Als die Ehe 1940 geschieden wurde, denunzierte die ehemalige Ehefrau ihn: Er habe während der Ehe eine Beziehung mit seiner „jüdischen“ (laut Anklage der geschiedenen Frau) Mitarbeiterin Margarete Landé unterhalten und somit „Rassenschande“ begangen. Im Januar 1943 wurde Clauß aus der Partei, die er seit 1933 angehörte, ausgeschlossen, im selben Jahr erfolgte seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis.

Zitate

  • „Denn Rasse ist nicht wie noch heute in Laienkreisen vielfach geglaubt wird, ein Klumpen von vererbbaren Eigenschaften (z. B. Begabungen: musikalische Begabung, Organisationstalent, Intelligenz, usw.), sondern ein vererbbares Gestaltgesetz, das sich in allen Eigenschaften, welche immer der Einzelne haben mag, auswirkt und ihnen Stil verleiht. Nicht am Haben bestimmter Eigenschaften erkennt man die Rasse eines Menschen, sondern an dem Stile, in dem er diese Eigenschaften gebraucht.“ — In seinem Buch „Rasse und Charakter“
  • „Wo aber ein Mensch abfällt von seinem eingeborenen Stilgesetz, da wird er zwar nicht ein anderes gewinnen, aber sein eigenes verzerren und entwerten. Eine solche Seele, die nicht im Einklang lebt mit ihrem eigenen Gesetz, führt ein Zwieklangleben: Sie gerät zwischen ihr eigenes und das fremde Gesetz und fühlt sich heimlich minderwertig in den Augen beider, wenn auch dieser Wertverlust bei weitem nicht immer ins Bewußtsein tritt. Der ‚Stil‘ (oder Unstil), in dem sie nun lebt, ist ein Zerrbild ihres eingeborenen Stiles.“ — In seinem Werk „Die nordische Seele“ (1939)
Aus „Die Nordische Seele“

Schriften (Auswahl)

  • Lieder der Edda. Altheldischer Sang in neues Deutsch gefasst, Lehmann und Schulze, 1921
  • 96-book.png PDF Rasse und Seele. Eine Einführung in die Gegenwart, J. F. Lehmanns Verlag, München 1926, später mit dem Untertitel Eine Einführung in den Sinn der leiblichen Gestalt
  • Von Seele und Antlitz der Rassen und Völker. Eine Einführung in die vergleichende Ausdrucksforschung, J. F. Lehmanns Verlag, München 1929
  • 96-book.png PDF Die nordische Seele. Eine Einführung in die Rassenseelenkunde, J. F. Lehmanns Verlag, München 1932
  • Als Beduine unter Beduinen, Herder, Freiburg im Breisgau 1933
  • Rasse und Charakter – das lebendige Antlitz, M. Diesterweg, Frankfurt am Main 1936
  • Rasse ist Gestalt, Franz Eher Verlag, München 1937
  • Semiten in der Wüste unter sich. Miterlebnisse eines Rassenforschers, Büchergilde Gutenberg, Berlin 1937
  • Rassenseele und Einzelmensch, J. F. Lehmanns Verlag, München 1938
  • Araber, Luken & Luken, 1943
  • Umgang mit Arabern des Ostens, Luken & Luken, 1949
  • Thuraja, Kompass-Verlag, 1950, Roman
  • Verhüllte Häupter, C. Bertelsmann, Gütersloh 1955, Roman
  • Die Wüste macht frei, C. Bertelsmann, Gütersloh 1956, Roman
  • Die Seele des Andern. Wege zum Verstehen im Abend- und Morgenlande, B. Grimm, Verlag für Kunst und Wissenschaft, 1958, Roman
  • Die Weltstunde des Islam, Neues Forum, 1963

Liste der auszusondernden Literatur

Nach Kriegsende wurden Clauß’ Schriften Rasse ist Gestalt (Eher, München 1937), Rassenseele und Einzelmensch (Lehmann, München 1938), Die nordische Seele (Lehmann, München 1940), Rasse und Charakter (Diesterweg, Frankfurt a. M. 1942) und Rasse und Seele (Lehmann, München 1943) in der Sowjetischen Besatzungszone auf die sogenannte „Liste der auszusondernden Literatur“ gesetzt.[2]

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Lipps entfremdete dabei von Husserl, seine Habilitationsversuche scheiterten, und er wurde von seiner Geliebten in eine Vaterschaftssache mit einem langwierigen Prozeß verwickelt.
  2. Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur
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