Cremer, Erich

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U-Boot-As Peter Erich „Ali“ Cremer

Peter Erich „Ali“ Cremer (Lebensrune.png 25. März 1911 in Metz; Todesrune.png 5. Juli 1992 in Hamburg) war ein deutscher Offizier der Reichsmarine und U-Boot-Kommandant der Kriegsmarine, zuletzt Korvettenkapitän, Panzervernichtungstruppführer, Kommandant des Wachbataillons von Großadmiral Karl Dönitz im Sonderbereich Mürwik und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges. Sein Leitspruch schon während der Marineausbildung war stets „Alles kleine Fische“, weshalb auch das Turmwappen des Unterseebootes „U 333“ drei kleine Fische darstellte (das Boot mit den drei kleinen Fischen). Seine Erfolgsbilanz als U-Boot-Kommandant während neun Feindfahrten (367 Seetage) belief sich schließlich auf zwei Zerstörer, einen U-Jäger und elf feindliche Handelsschiffe mit 86.000 BRT sowie ein abgeschossenes feindliches Flugzeug.[1]

Leben

Ritterkreuzträger Peter Erich Cremer; den Spitznamen „Ali“ erhielt er, weil er zu Veranstaltungen mit Kostümzwang, insbesondere während der Faschingszeit, immer als Scheich verkleidet erschien. Der Name blieb hängen, sogar derart, daß U 333, nachdem das Boot von der Korvette „Crocus“ der Royal Navy im Kampf schwer beschädigt worden war, den Beinamen „Ali-Wrack“ erhielt.
Kommandant Cremer am Sehrohr mit den drei kleinen Fischen an der Schirmmütze.

Peter Erich Cremer wurde 1911 in Metz/Lothringen als Sohn eines Oberlandesgerichtsrates geboren. Seine Mutter, Amelie Louise Houle, war gebürtige Lothringerin und sorgte dafür, daß ihr Sohn zweisprachig aufwuchs. Nach dem Abitur mit 17 Jahren und anschließendem Jurastudium (einige Semester Jura an der französischen Universität Grenoble) trat Cremer 1932 in die Reichsmarine ein.

„[...] dabei hatte er schon als Schüler ‚maritime Neigungen‘, [...], auch hatte ein Freund der Eltern, der seinerzeitige Chef der deutschen Marineleitung, Admiral Hans Zenker (1870–1932), dem Jungen gelegentlich versichert: ‚Du kommst zu uns!‘. Der inzwischen verabschiedete Admiral Zenker gab dann noch kurz vor seinem Tode im August 1932 den endgültigen Anstoß dazu, daß Cremer sich um Annahme für die Seeoffizierslaufbahn bewarb, der Admiral stellte ihm dies als eine patriotische Pflicht dar, nachdem am 26. Juli 1932 das Segelschulschiff ‚Niobe‘ infolge einer Gewitterbö im Fehmarnbelt gekentert war und sich unter den 69 toten Besatzungsmitgliedern ein fast kompletter Jahrgang (Crew) des Seekadettennachwuchses der Reichsmarine befand.“[2]

Der Umstand, daß Cremer eine angelsächsische Großmutter hatte, die aus einer Offiziersfamilie der Royal Navy stammte, machte die 1932 erfolgte Bewerbung als Offizier bei der Reichsmarine nicht einfacher. Eigentlich war sein Eintritt im April 1933 als Teil der Crew 33 vorgesehen, aber ein Unglück machte es notwendig, daß eine neue Crew einberufen wurde. Am 26. Juli 1932 lag das Segelschulschiff „Niobe“ mit 109 Offizieren und Mannschaftsangehörigen acht Kilometer vor Fehmarn. Die „Niobe“ war fertig zum Auslaufen in die östliche Ostsee, ein Wasserflugzeug vom Typ „Do X“ zog am strahlend blauen Himmel seine Kreise, viele Schaulustige hatten sich eingefunden, um der Schonerbark zuzuwinken. Plötzlich zogen Gewitterwolken auf. Auf der „Niobe“ versuchte man noch, die Segel zu raffen, doch eine Windböe ergriff die Schonerbark, drückte sie auf die Seite, und in nur wenigen Minuten sank das Schulschiff. 69 Mann ertranken, darunter 27 Seekadetten und somit beinahe der komplette Jahrgang der ursprünglichen Crew 32, die im August 1932 durch Einberufung ersetzt wurden.

Cremer verbrachte seine Ausbildung auf den Kreuzern „Köln“ und „Deutschland“, es folgten drei Jahre bei der Marineartillerie.

Zweiter Weltkrieg

Wetzlarer Anzeiger vom 9.6.1942 (Werner Winter und Erich Cremer)

Bei der Entfesselung des Zweiten Weltkrieges gegen Deutschland durch Frankreich und England war er Artillerie- und II. Wachoffizier an Bord des Zerstörers „Theodor Riedel“ (Z 6 „Theodor Riedel“), der dann nach einigen Feindfahrten im April 1940 auch am Unternehmen „Weserübung“, dem Schutz Norwegens vor der geplanten englischen Invasion, teilnahm. Anschließend ging er zur U-Boot-Waffe und wurde zum Kommandanten von U 152 ernannt.

Im Juli 1941 übernahm er mit U 333 ein Front-U-Boot vom Typ VII C. Am 27. Dezember 1941 lief er von Kiel zur ersten Feindfahrt in den Atlantik aus. Im U-Boot-Stützpunkt La Pallice bei La Rochelle gehörte U 333 mit den drei kleinen Fischen am Turm zu der dort stationierten 3. U-Boot-Flottille. Während seiner ersten 45tägigen Feindfahrt versenkte Cremer drei britische Schiffe und irrtümlich den als norwegischen Dampfer „Elg“ getarnten deutschen Blockadebrecher „Spreewald“ auf großer Fahrt von Ostasien nach Bordeaux. U 333 feuerte zwei Torpedos, die das Schiff mittschiffs trafen, worauf es brennend sank. Als die deutsche Marine-Führung von der Versenkung der „Spreewald“ erfuhr, wurden neben U 333 auch U 575 (das die „Spreewald“ nach Bordeaux begleiten sollte), U 123 (das einen erkrankten Seemann an den Blockadebrecher abgeben sollte), U 701, U 582, U 332 und U 105, sowie fünf Focke-Wulf Fw 200 „Condor“ Langstreckenaufklärer zur Suche nach Überlebenden eingesetzt. Das auf dem Rückmarsch befindliche beschädigte U 105 unter Kapitänleutnant Heinrich Schuch fand 25 Besatzungsmitglieder und 55 Kriegsgefangene in drei Rettungsbooten und drei Flößen. Die Suche nach einem weiteren Rettungsboot wurde nach drei Tagen erfolglos abgebrochen. Bei dem Versuch, einen Schwerverletzten vorzeitig vom Boot zu evakuieren, machte die dazu eingesetzte Dornier Do 24 eine Bruchlandung bei schwerer See. U 105 konnte aber die Besatzung an Bord nehmen. Von den 152 Mann an Bord der „Spreewald“ fanden 72 den Tod.

Cremer kam deswegen wegen „Ungehorsam in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und Wehrmittelbeschädigung“ vor ein Kriegsgericht, wurde aber freigesprochen, da nachgewiesen werden konnte, daß der Blockadebrecher „Spreewald“ den Befehl, seine jeweiligen Standorte zu melden, nicht befolgt hatte, das Seegebiet früher als erwartet erreicht und damit das Mißverständnis ausgelöst hatte.

Am 30. März 1942 lief er zum nächsten Einsatz aus. Über die zweite Feindfahrt von U 333 meldete der Wehrmachtbericht am 11. Mai 1942:

„Unterseeboote versenkten, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, in amerikanischen Gewässern, in der Karibischen See und im Golf von Mexiko 21 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 118.000 BRT. Bei diesen Erfolgen hat sich das Unterseeboot des Kapitänleutnants Cremer, das trotz schwerer Beschädigungen vier große Schiffe mit 35.000 BRT versenkte, besonders ausgezeichnet.“

Nach der Torpedierung des Tankers „Halsey“ wurde dem U-Boot der Oberteil des Turmes abgerissen, das Angriffssehrohr zerstört und ein schwerer Wassereinbruch verursacht. Dennoch konnte das Boot am 26. Mai 1942 seinen Heimathafen La Pallice erreichen. U 333 hatte mit dieser Fahrt eine Versenkungsbilanz von insgesamt sieben Schiffen mit 59.500 BRT, wofür Erich Cremer das Ritterkreuz verliehen wurde.

Nach 77 Tagen Werftzeit war U 333 wieder einsatzfähig, so daß es Mitte August 1942 erneut auf Feindfahrt gehen konnte. Dabei geriet das Boot am 6. Oktober 1942 in ein Überwassergefecht mit der britischen Korvette „Crocus“, wobei der Erste Wachoffizier und zwei Mann der Besatzung fielen und ein weiteres Besatzungsmitglied sterbend über Bord ging. Der Kommandant selbst wurde von zehn Splittern und Geschossen getroffen. Nach anderen Quellen fielen sieben Mann (darunter der I. WO), mehrere wurden verwundet, wobei die „Milchkuh“ U 459 (nach vier Tagen Vollfahrt zum befohlenen Rendezvous) einen Wachoffizier abgeben mußte, um Cremer bei der Rückfahrt zu unterstützen (Dönitz befahl auch den Sanitätsoffizier der U 459 auf U 333). Am 23. Oktober 1942 lief U 333 in La Rochelle ein, wo für den Kommandanten ein monatelanger Lazarettaufenthalt begann.

Während der fünften Feindfahrt, die von Anfang Juni bis Ende August 1943 dauerte, gelang es Cremers Besatzung, eine „Vickers Wellington“ mit 9-cm-ASV-IV-Radar und „Leigh Light“ (extrem starke Scheinwerfer für Nachtangriffe auf U-Boote) bei ihrem ersten Versuchseinsatz abzuschießen. Mitte September 1943 ging Cremer mit U 333 erneut auf Feindfahrt. Das Boot hatte inzwischen eine verstärkte Flak-Armierung durch 2-cm-Vierlingskanonen und eine halbautomatische 3,7-cm-Kanone bekommen, zudem war die Brückenpanzerung verstärkt worden, und es befanden sich die modernen Zaunkönig-Torpedos an Bord. Dabei versenkte das Boot einen Zerstörer. Am 18. November 1943 nachmittags wurde U 333 durch eine britische Fregatte mit Wasserbomben angegriffen und gerammt, das Boot konnte jedoch entkommen.

Im Herbst 1944 wurde Cremer Kommandant eines der damals modernsten U-Boote des Typs XXI. Am 1. August 1944 zum Korvettenkapitän befördert, befehligte er dieses Boot mit der Nr. 2519 von Oktober 1944 bis Februar 1945.

Ritterkreuzträger Peter Erich Cremer (links) und Heinz Franke im Januar 1944

Endkampf

Korvettenkapitän Cremer (mit Ritterkreuz) und Offiziere des Marine-Panzervernichtungs-Bataillons „Cremer“, April 1945

Als U 2519 zu Reparaturarbeiten ins Dock mußte, wurden unter Cremers Führung zeitweilig bootlose U-Boot-Fahrer als unfreiwillige Marine-Infanterie zu einem Marine-Panzervernichtungs-Bataillon zusammengefaßt, von deren Erfolgen der Wehrmachtbericht vom 25. April 1945 meldete:

„Ein von Korvettenkapitän Cremer geführter Panzervernichtungstrupp der Kriegsmarine, zusammengestellt aus Freiwilligen eines U-Boot-Stützpunktes, vernichtete innerhalb weniger Tage 24 Panzer.“

Dem Marine-Panzervernichtungs-Bataillon „Cremer“ wurde als Ia Paul Löser, Hauptmann der Fallschirmjäger, zugeteilt. Zu den weiteren Offizieren gehörten u. a. Kapitänleutnant Gerhard Thäter (Chef der 1. Kompanie; später Fregattenkapitän der Marine der Bundeswehr) und Kapitänleutnant Peschel. Bis zum 30. April 1945 konnte das Bataillon südlich von Hamburg über 40 Panzerkampfwagen (Armored Fighting Vehicle/AFV) der Briten zerstören und den Vormarsch des Feindes im Rahmen der Reichsverteidigung erheblich verzögern.

Gegen Kriegsende wurde daraus das feldgrau uniformierte Wachbataillon „Dönitz“ gebildet, dem auf dem Gelände der Marineschule Flensburg-Mürwik der Schutz des neuen Staatsoberhauptes Großadmiral Dönitz und der bislang letzten Reichsregierung oblag.

Kriegsgefangenschaft

Nach der völkerrechtswidrigen Verhaftung des deutschen Staatsoberhauptes, der deutschen Regierung und der Spitzen des Oberkommandos der Wehrmacht am 23. Mai 1945 durch die Engländer unter unwürdigen Umständen wurden Korvettenkapitän Cremer und seine Männer von Einheiten der 11. britischen Panzer-Division umstellt, entwaffnet und als „Kriegsgefangene“ in ein Lager bei Heide/Holstein entführt, allerdings wurde Cremer schon einen Monat später entlassen.

Nachkriegszeit

Cremer in der Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurde Cremer ein erfolgreicher Geschäftsmann und war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand jahrelang Geschäftsführer großer Firmen in Hamburg. Er soll beruflich den Doppelnamen Cremer-Thursby verwendet haben.

Tod

Korvettenkapitän a. D. Cremer starb am 5. Juli 1992 im Alter von 81 Jahren und wurde auf dem Friedhof Reinbek Hamburg mit militärischen Ehren von einer mehrhundertköpfigen Trauergemeinde zur letzten Ruhe geleitet.

Beförderungen

Kommandos

  • U-152 (29.1.1941–21.7.1941)
  • U-333 (25.8.1941–6.10.1942)
  • U-333 (18.5.1943–19.7.1944)
  • U-2519 (15.11.1944–Februar 1945)

Auszeichnungen (Auszug)

Literatur

  • Fritz Brustat-Naval: Ali Cremer – U 333 (= Ullstein. Nr. 33074, Zeitgeschichte), Ungekürzte Ausgabe, Ullstein, München 1986, ISBN 3-548-33074-6

Verweise

Fußnoten

  1. Nach anderen Nachkriegs-Quellen versenkte er nur sechs Schiffe und beschädigte zwei weitere schwer mit insgesamt 36.125 BRT.
  2. Ritterkreuzträger Peter Erich Cremerritterkreuztraeger-1939-45.de