Dagover, Lil

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Lil Dagover (1887-1980)
Lil Dagover (1887-1980)

Lil Dagover, geb. Maria Antonia Seubert (* 30. September 1887 in Madiun auf Java; † 23. Januar 1980 in München-Geiselgasteig) war eine deutsche Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Stummfilmzeit

Dagover kam erst als Zehnjährige nach Deutschland, um 1897-1903 besuchte sie die höhere Mädchenschule in Tübingen. 1913 heiratete sie den Schauspieler Fritz Daghofer und formte aus dessen Nachnamen ihren Künstlernamen. 1914 wurde ihre Tochter Eva geboren. Durch ihren Ehemann kam sie in Kontakt mit dem Film und hatte ihren ersten Filmauftritt. Ihre erste Filmaufnahme war 1913 als Serpentintänzerin in Weimar. Sie bekam einen Dreijahresvertrag bei der Decla. Sie erhält von ihrem "Entdecker" Robert Wiene die weibliche Hauptrolle in "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1919/20). 1920 ließ Lil Dagover sich von Daghofer scheiden. Im Abenteuerfilm "Die Spinnen: Der goldene See" erstmals unter der Regie von Fritz Lang, der ihr die Hauptrolle seiner altdeutschen Legende "Der müde Tod" anvertraut, von F. W. Murnau wird sie in "Phantom" und seiner Molière-Verfilmung "Tartüff" eingesetzt. Schon durch diese Filme wird ihr Ruf als "die Dame" geprägt. Seit 1920 war sie auch am Theater, dies bedeutete den Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm für den Star der 1920er Jahre keinen Karriereknick, wie für so viele Stummfilmstars. Sie spielte an Max Reinhardts Deutschem Theater oder auch bei den Salzburger Festspielen. 1926 heiratete sie den Produktionsleiter Georg Witt, der viele ihrer folgenden Filme produzierte.

[bearbeiten] Tonfilmzeit

Erste richtige Tonfilmrolle war 1930 in Erich Waschnecks Kriminalkomödie "Va Banque". 1931 ging sie nach Hollywood um den Film "The Woman from Monte Carlo" zu drehen, kam danach wieder nach Deutschland zurück. Sie bekam Hauptrollen u.a. in Heinz Hilperts Oscar Wilde-Adaption "Lady Windermeres Fächer" und in Detlef Siercks "Schlußakkord". 1936 war sie als Madame Pompadour in dem ersten deutschen Farb(kurz)spielfilm "Das Schönheitsfleckchen" (Rolf Hansen) zu sehen. Im Krieg war sie unter anderem in der Truppenbetreuung tätig.


[bearbeiten] Nachkriegszeit

Nach Kriegsende machte sie Theater- und Rundfunkarbeit in Berlin. Ab 1948 war sie wieder im Film tätig: "Die Söhne des Herrn Gaspary" (Rolf Meyer) und "Es kommt ein Tag" (Rudolf Jugert) waren Filme, die sich um den Nationalsozialismus und die Kriegsfolgen drehten.

Als spinnerte Hofdame in Harald Brauns "Königliche Hoheit" (1954) nach dem Roman von Thomas Mann bekam sie den Bundesfilmpreis für die beste weibliche Nebenrolle.

In den 50er Jahren war sie zumeist in Unterhaltungsfilmen zu sehen und ab 1958 auch im Fernsehen. 1962 bekam sie das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Anfang der 70er Jahre trat sie als Bertha von Suttner in Hans-Jürgen Syberbergs "Karl May" und "Comeback" und in Maximilian Schells "Der Fußgänger" auf.

Lil Dagover spielte bis Ende der 1970er Jahre in Filmen. Sie ruht auf dem Friedhof in Grünwald bei München, neben ihrem Gatten.

[bearbeiten] Filme

  • (Schlangentanz) (1913)
  • Die Retterin (1916)
  • Das Rätsel der Stahlkammer (1916)
  • Siegende Sonne. Die schwarze Gasse (1917)
  • Lebendig tot (1918)
  • Die Rache ist mein (1918/1919)
  • Der Volontär (1918)
  • Das Lied der Mutter (1918)
  • Clown Charly (1918)
  • Bettler-G.m.b.H. (1918/1919)
  • Phantome des Lebens (1919)
  • Harakiri (1919)
  • Die blonde Loo (1919)
  • Die Spinnen. 1. Teil: Der goldene See (1919)
  • Die Spinnen (2 Teile) (1919/1920)
  • Die Maske (1919)
  • Der Tänzer. 1.Teil (1919)
  • Der Richter von Zalamea (1919)
  • Das Cabinet des Dr. Caligari (1919/1920)
  • Toteninsel (1920)
  • Spiritismus (1920)
  • Die Kwannon von Okadera (1920)
  • Die Jagd nach dem Tode. 3. Teil: Der Mann im Dunkel (1920/1921)
  • Die Jagd nach dem Tode. 1. Teil (1920)
  • Die Jagd nach dem Tode. 2. Teil: Die verbotene Stadt (1920)
  • Die Frau im Himmel (1920)
  • Die Augen der Maske (1920)
  • Das Medium (1920/1921)
  • Das Geheimnis von Bombay. Das Abenteuer einer Nacht (1920)
  • Das Blut der Ahnen. Eine Tragödie für den Film in einem Vorspiel und fünf Akten (1920)
  • Der müde Tod (1921)
  • Der Mord in der Greenstreet (1921)
  • Tiefland (1922)
  • Phantom (1922)
  • Luise Millerin (1922)
  • Die Prinzessin Suwarin (1922/1923)
  • Die Macht der Versuchung (1922)
  • Zur Chronik von Grieshuus (1923-1925)
  • Seine Frau, die Unbekannte (1923)
  • Komödie des Herzens (1924)
  • Der Demütige und die Sängerin (1924/1925)
  • Tartüff (1925)
  • Liebe macht blind (1925)
  • Die Brüder Schellenberg (1925/1926)
  • Die Lady ohne Schleier (1926/1927)
  • Der Veilchenfresser (1926)
  • Bara en danserska (1926)
  • Orientexpreß (1927)
  • Der Anwalt des Herzens (1927)
  • Ungarische Rhapsodie (1928)
  • Rund um die Liebe (1928/1929)
  • Die Ehe (1928/1929)
  • Der geheime Kurier (1928)
  • Spielereien einer Kaiserin (1929)
  • Es gibt eine Frau, die dich niemals vergißt (1929/1930)
  • Es flüstert die Nacht ... (1929)
  • Der weiße Teufel (1929/1930)
  • Der Günstling von Schönbrunn (1929)
  • Va Banque (1930)
  • Madame Blaubart (1930/1931)
  • Die große Sehnsucht (1930)
  • Der Fall des Generalstabs-Oberst Redl (1930/1931)
  • Das alte Lied (1930)
  • Boykott (Primanerehre) (1930)
  • Le congrès s'amuse (1931)
  • Elisabeth von Österreich (1931)
  • Der Kongreß tanzt (1931)
  • Congress Dances (1931)
  • Die Tänzerin von Sanssouci (1932)
  • Das Abenteuer einer schönen Frau (1932)
  • Johannisnacht (1933)
  • Der Flüchtling aus Chicago (1933/1934)
  • Ich heirate meine Frau (1934)
  • Lady Windermeres Fächer (1935)
  • Der höhere Befehl (1935)
  • Der Vogelhändler (1935)
  • August der Starke (1935/1936)
  • Schlußakkord (1936)
  • Fridericus (1936/1937)
  • Die Kreutzersonate (1936/1937)
  • Das Schönheitsfleckchen (1936)
  • Das Mädchen Irene (1936)
  • Streit um den Knaben Jo (1937)
  • Rätsel um Beate (1937/1938)
  • Es leuchten die Sterne (1937/1938)
  • Maja zwischen zwei Ehen (1938)
  • Dreiklang (1938)
  • Umwege zum Glück (1939)
  • Friedrich Schiller (1940)
  • Bismarck (1940)
  • Wien 1910 (1941/1942)
  • Kleine Residenz (1941/1942)
  • Musik in Salzburg (1942-1944)
  • Die Söhne des Herrn Gaspary (1948)
  • Man spielt nicht mit der Liebe (1949)
  • Vom Teufel gejagt (1950)
  • Es kommt ein Tag (1950)
  • Das Wunder einer Stiftruine (1951)
  • Das Geheimnis vom Bergsee (1951/1952)
  • Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein (1953)
  • Königliche Hoheit (1953)
  • Schloß Hubertus (1954)
  • Verwegene Musikanten (1955/1956)
  • Rosen im Herbst (1955)
  • Mayerling (1955)
  • Ich weiß, wofür ich lebe (1955)
  • Die Barrings (1955)
  • Der Fischer vom Heiligensee (1955)
  • Unter Palmen am blauen Meer (1957)
  • Das gab's nur einmal (1958)
Mitwirkung
  • Bäume sterben aufrecht (1958)
  • Buddenbrooks (Teil I) (1959)
  • Buddenbrooks (Teil II) (1959)
  • Ich fand Julia Harrington (1960)
  • Eine etwas sonderbare Dame (1960)
  • Die seltsame Gräfin (1961)
  • Siedlung Arkadien (1967)
  • Lösegeld für Mylady (1967)
  • Unwiederbringlich (1968)
  • Hotel Royal (1969)
  • Das Interview (1969)
  • Bitte recht freundlich, es wird geschossen! (1969)
  • Professor Sound und die Pille (1970)
  • Paradies der alten Damen (1970)
  • Der Fußgänger (1972/1973)
  • Wodka Bitter-Lemon (1974/1975)
  • Memento mori (1974)
  • Karl May (1974)
  • Der Richter und sein Henker (1975)
  • Die Standarte (1976/1977)
  • Die Teufelsbraut (1977)
  • Geschichten aus dem Wiener Wald (1978/1979)
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