Darré, Richard Walther
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Richard Walther Darré (eigentlich Ricardo Walther Oscar Darré, auch Richard Walter Darré; * 14. Juli 1895 in Belgrano, Buenos Aires, Argentinien; † 5. September 1953 in München) war ein deutscher Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Leben
[bearbeiten] Ausbildung
R. Walther Darrè ist Auslandsdeutscher. Sein Geburtsort liegt in Belgrano bei Buenos Aires in Argentinien, wo er am 14. Juli 1895 zur Welt kam. Sein Vater war hier der Leiter eines großen Handelshauses, das für den Handel von und nach Südamerika eine bedeutende Rolle spielte. Mit dem Auftrag, diesen Handel aufzubauen, war der Vater Darrès nach Südamerika gekommen; seiner unermüdlichen Tatkraft und seinem Organisationstalent, beides Merkmale, die wir bei seinem Sohn wieder finden, gelang es auch sehr bald, diese Aufgabe so gründlich durchzuführen, daß der bis dahin herrschende politische und wirtschaftliche Einfluß der Engländer allmählich ausgeschaltet werden konnte und der deutsche an seine Stelle trat. So ist es nicht zuletzt ein Verdienst den deutschen Überseekaufmannes Darrè daß Argentinien während den Weltkrieges trotz aller Bitten und Drohungen seitens der Feindbundmächte seine Neutralität erklärte. Seine Kindheit und erste Schulzeit verlebt R. Walther Darrè noch in Argentinien, bis ihn sein Vater ihn nach Deutschland schickt, somit er — wie so viele der jungen Auslandsdeutschen — in seinem Mutterland sich das Rüstzeug für den schweren Kampf um die Geltung des Deutschtums in der Welt erwerbe.
So kommt R. Walther Darrè, in seinem 10. Lebensjahr nach Deutschland. Er kann zwar, wie so mancher deutsche Junge, der Schule gar keinen rechten Geschmack abgewinnen und ihm scheinen Soldaten und Manöver bedeutend interessanter als die tägliche Schularbeit. Doch bald weiß er, warum er lernen muß, und geht mit Feuereifer an die Arbeit.
[bearbeiten] Erster Weltkrieg
Nachdem sein Vater ihm seinen Lieblingswunsch, Soldat, Offizier zu werden, rundweg abschlägt, verläßt der Primaner Darrè kurzerhand die Schule, um zu Ostern 1914 nach Witzenhausen aus die Kolonialschule zu gehen. Zum tüchtigen Überseefarmer will er sich hier ausbilden, um sein Leben als deutscher Pionier in der fernen Welt zum Einsatz zu bringen. Ein Ziel, dem so viele Tausend der Deutschen in unseren ehemaligen Kolonien oder sonst in fremden Erdteilen dienten. Der erste Weltkrieg unterbricht sein Studium. Als kriegsfreiwilliger Artillerist zieht er ins Feld, vier Jahre lang kämpft er im Westen in 12 großen Schlachten und im dauernden Stellungskampf. In dieser Zeit wird ihm, wie so vielen Hunderttausend seiner Kameraden klar, daß dieser Krieg eine Zeitenwende einleitet: „bezweifle, daß unsere heutige Generation überhaupt wieder die alten Zeiten sehen wird! — Wir gehen einer bitterernsten Zukunft entgegen. Aber wir Soldaten ersehnen eben den Zeitpunkt, wo wir beginnen können, den Kampf um die Zukunft aufzunehmen", schreibt er im Sommer 1918 an seinen Vater. —
[bearbeiten] Weimarer Republik
Nach dem Zusammenbruch nimmt R. Walther Darrè sein Studium in Witzenhausen wieder auf, macht daß Diplomexamen des Kolonialwirtes, um nach kurzer praktischer Tätigkeit aus dem Bauernhof Hausleiten bei Neumarkt im bayerischen Rottal und als Verwalter auf Gut Aumühle bei Wildeshausen in Oldenburg Ostern 1922 die Universität Halle aufzusuchen. 1925 schließt er sein Studium als Diplomlandwirt ab. — Es folgen Jahre angestrengtester Arbeit, als deren Enderfolg 1927 daß große Werk des Reichsbauernführers sichtbar wird Gleichzeitig beweist R. Walther Darrè in seinem Buch, daß alle Völker der nordischen Rasse nur so lange Bestand haben; als ein gesundes Bauerntum die Quelle für ihre stete blutsmäßige Erneuerung bildet. Mit dieser Feststellung beginnt sein politischer Kampf.
„Organisieren Sie mir die Bauern, ich lasse Ihnen freie Hand." Mit diesen Worten beauftragt Adolf Hitler im Frühjahr 1930 den noch unbekannten Diplomlandwirt Darrè Er soll das deutsche Bauerntum, das noch in unzählige Parteien, Vereine, Organisationen zersplittert zum politischen Einsatz völlig unfähig ist, dem Nationalsozialismus zuführen. In kürzester Zeit wird diese Aufgabe durchgeführt. R. Walther Darrè schafft sich ein schlagkräftiges bäuerliches Führertum im sogenannten agrarpolitischen Apparat. Wie ein Netz überspannt er mit seiner Hilfe das ganze Land, die Organisationen, Vereine und ständischen Einrichtungen der Landwirtschaft und des Bauerntums werden von unten her mit diesem nationalsozialistischen Führertum durchsetzt, eine Stellung nach der anderen fällt dem Nationalsozialismus zu, ohne daß zunächst eine eigene nationalsozialistische Bauernorganisation in Erscheinung tritt. Allein, jede Wahl ist ein untrügliches Zeichen, wie stark die nationalsozialistische Idee auf dem Lande an Ausbreitung gewinnt.
[bearbeiten] Drittes Reich
Nach der Machtübernahme reist die Saat der Arbeit des Reichsbauernführers. Die Bauernschaft schließt sich zu einer berufständischen Selbstverwaltungsorganisation unter Führung Walther Darrès zusammen. Zu ihr stoßen sehr bald die landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Landhandel und nach und nach auch die Bearbeiter und Tierarbeiter der land- wirtschaftlichen Erzeugnisse. Die Voraussetzungen für eine großartige Zusammenfassung der gesamten Landwirtschaft und darüber hinaus aller Glieder der Ernährungswirtschaft froh geschaffen.
Im Juni 1933 tritt Hugenberg, der bisherige Reichsernährungsminister, zurück, R. Walther Darrè zieht in das Haus mit der breiten Ausfahrtrampe in der Wilhelmstraße 72, dem Sitz des Reichsministeriums zur Ernährung und Landwirtschaft ein. Die Stunde für die Rettung des deutschen Bauerntums ist gekommen. Am 13. September wird das Reichsnährstandsgesetz erlassen, mit ihm wächst der Bau des Reichsnährstandes empor, der alle wieder der deutschen Ernährungswirtschaft zusammenfaßt.
Dieser Aufgabe dient besonders die nationalsozialistische Markordnung. Mit ihrer Hilfe wurde es möglich, dem deutschen Bauern nach den langen Jahren der Not wieder einen ausreichenden Lohn für seine Arbeit zu sichern, ohne daß der Verbraucher in der Stadt seine Lebensmittel nun wesentlich teurer bezahlen muß als früher. Die Marktordnung mit ihren Festpreisen schießt jede eigennützige Bereicherung einzelner aus. So kann beispielsweise der Kaufmann in der Zeit, wo die Butter knapp war, den Butterpreis nicht nach seinem Gutdünken heraufsetzen, weil er sich sagt, daß seine Kunden die Butter um jeden Preis haben möchten. Genau so ist es mit den anderen wichtigen Lebensmitteln. Die Marktordnung sorgt aber auch dafür, daß der Bauer zu jeder Zeit für seine Erzeugnisse einen ausreichenden Preis erhält. Die Bauern im Lande atmen auf. Schon lange reichte der Erlös ihrer reicht nicht mehr aus, um das lieben zu fristen. Ihre Höfe waren mit Schulden überlastet, täglich drohten ihnen Gläubiger mit der Zwangsversteigerung, der Vertreibung von Haus und Hof. Nun endlich wird Wandel geschaffen. Feste Preise sichern ihnen den Ertrag ihrer schweren Arbeit. zeitig aber werden auch ihre Höfe selbst geschützt. Auf dem ersten deutschen Erntedanktag auf dem Bückeberg verkündet ihnen der Reichsbauernführer das Reichsverbotsgesetz. Mit ihm werden die Erbhöfe sie müssen ihrer Größe nach ausreichen, um einer Bauernfamilie als Lebensgrundlage dienen zu können und dürfen die Grenze von 125 Hektar nach oben nicht überschreiten) zur unverkäuflichen, unteilbaren und Unverschuldbahren Lebensgrundlage der Bauernfamilien gemacht, deren Eigentum sie sind. Wirtschaftliche Not wird nunmehr keinen Bauern mehr zwingen können, seine abgestammte Scholle zu verlassen.
[bearbeiten] Nachkriegszeit
Die letzten Kriegsjahre verbrachte er zurückgezogen in einem Jagdhaus in der Schorfheide. 1945 wurde er verhaftet und auf dem Gelände der Flakkaserne Ludwigsburg inhaftiert. Vom amerikanischen Militärgericht wurde er wegen der Beschlagnahme des Eigentums polnischer und jüdischer Bauern angeklagt. Am 14. April 1949 wurde Darré im Wilhelmstraßen-Prozess wegen Verbrechen gegen die "Menschlichkeit", "Plünderung und Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation" zu sieben Jahren Haft verurteilt, aber bereits 1950 wieder entlassen.
Die letzten Lebensjahre verlebte er in Bad Harzburg und starb am 5. September 1953 in einer Münchner Privatklinik; beerdigt ist er auf dem Friedhof an der Hildesheimer Straße in Goslar.
[bearbeiten] Verweise
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