2. SS-Panzer-Division „Das Reich“

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Die 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ war eine Panzertruppe der Waffen-SS. Sie entstand aus der Entwicklung der SS-Verfügungsdivision (VT-Division), über die SS-Division „Reich“ (mot.) zur 2. Division.

Heinz Guderian (links) besucht die SS-Division „Reich“ (mot.) an der Ostfront, 1941

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung und Geschichte

Panzersoldat der Waffen-SS-Division „Das Reich“ in Turmluke eines Panzers VI (Tiger I)

SS-Division „Verfügungstruppe“ (1939)

SS-Panzer-Grenadier-Division „Das Reich“.jpg

Die SS-Verfügungsdivision (VT-Division) wurde am 10. Oktober 1939 aus der Zusammenlegung der SS-Verfügungstruppe mit Teilen der SS-Totenkopfverbände gebildet. Die VT-Division bestand aus drei als motorisierte Infanterieregimenter gegliederten SS-Standarten. Erster Kommandeur war der damalige SS-Gruppenführer Paul Hausser.

Die Division bildete zusammen mit den SS-Totenkopfverbänden und der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ den Grundstock der späteren Waffen-SS.

Während des Polenfeldzuges wurde die SS-Verfügungstruppe nicht im geschlossenen Verband eingesetzt, sondern war auf mehrere Großverbände der Wehrmacht verteilt worden. Die SS-Standarte „Deutschland“, die Nachrichten- und die Aufklärungsabteilung waren dem Stab der Panzer-Division „Kempf“ unterstellt. Die SS-Standarte „Germania“ wurde als Reserve der 14. Armee unter Generalmajor Wilhelm List eingesetzt. Der Pionier-Sturmbann der SS-Verfügungstruppe gehörte mit der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ zur 10. Armee unter General Walter von Reichenau. Die SS-Standarte „Der Führer“ wurde als Reserve der im Abschnitt des Westwalls eingesetzten Armee unter General Dollmann in Alarmbereitschaft gehalten und nahm nicht aktiv am Feldzug teil.

Westfeldzug

Ab Mai 1940 war die Division im Rahmen des Westfeldzuges in den Niederlanden, in Belgien und in Frankreich eingesetzt. Dort kämpfte sie nun gemeinsam mit den Einheiten der „Leibstandarte“ und den SS-Totenkopfverbänden.

Als Ersatz für die an die im November 1940 neu aufgestellte SS-Division „Wiking“ abgegebene SS-Standarte „Germania“ erhielt die Verfügungsdivision die SS-Totenkopf-Standarte 11 unter dem damaligen SS-Obersturmbannführer Karl Diebitsch, Standort Radom. Am 25. Februar 1941 wurde diese Standarte in SS-Infanterie-Regiment 11 umbenannt, die VT-Division erhielt nun den offiziellen Namen SS-Division „Reich“ (mot.).

Sowjetunion, Raum Charkow: Schwere Panzer-Abteilung 502 der Division „Das Reich“ mit neuem Panzer VI (Tiger I) bei Vorführung und Erprobung

SS-Division „Reich“ (mot.) (1941)

Im Zuge der Vorbereitungen für den Präventivschlag gegen die Sowjetunion am 22. Juni 1941 erfuhr die Waffen-SS eine grundlegende Reorganisation. Die SS-Verfügungsdivision wurde dabei im Winter 1940/41 in Südfrankreich in eine motorisierte Infanterie-Division umgegliedert. Sie erhielt eine Kradschützen-Abteilung und eine Sturmgeschütz-Batterie, während die Standarten in Regimenter umbenannt wurden.

Im März 1941 wurde die Division nach Temeschburg in Westrumänien verlegt, um an dem antikommunistischen Präventivfeldzug am Balkan teilzunehmen. Nach erfolgreichem Kampf wurde die Division in seinen Bereitstellungsraum für Unternehmen „Barbarossa“ westlich von Brest-Litowsk verlegt. Die Division gehörte zum XXIV. Armee-Korps (mot.), der Panzergruppe 2 (Generaloberst Heinz Guderian) der Heeresgruppe Mitte. In den Kämpfen in Rußland erlitt die Division schwere Verluste, in deren Folge sie im Frühjahr 1942 neu aufgestellt werden mußte.

SS-Panzer-Grenadier-Division „Das Reich“ (1942)

Am 15. Oktober 1942 wurde der Divisionsname von „Reich“ in „Das Reich“ geändert und wenige Wochen später wurde die Einheit zu einer Panzergrenadier-Division umbenannt. Im Oktober 1943 wurde diese SS-Panzergrenadier-Division „Das Reich“ dann unter Umgliederung in eine Panzer-Division in 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ umbenannt.

2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ (1943)

Aufgestellt am 22. Oktober 1943 durch die Umbenennung der SS-Panzergrenadier-Division „Das Reich“ und Umgliederung zur Panzerdivision einschließlich einer schweren Panzer-Abteilung (im SS-Panzer-Regiment 2).

Im Februar 1944 wurden die Reste der SS-Panzer-Division „Das Reich“ zur Auffrischung in die Gegend von Toulouse in Südwestfrankreich verlegt. Dort blieb sie bis zur alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944. Auf dem Weg zur Invasionsfront erlitt „Das Reich“ erhebliche Verluste durch kriminelle, mörderische Partisanen.

Bei der Schlacht in der Normandie und auf dem Rückzug aus Frankreich erlitt die Division wiederum schwere Verluste und mußte im Oktober 1944 in Paderborn aufgefrischt werden. Danach bereitete sie sich auf die Teilnahme an der Ardennen-Offensive im Dezember 1944 vor. Nach dem Scheitern der Offensive und hinhaltendem Widerstand im Winter 1944/45 wurde die Division zusammen mit anderen SS-Divisionen im März 1945 für das Unternehmen „Frühlingserwachen“ nach Ungarn verlegt. Nach dem erfolglosen Versuch, die vorrückende Rote Armee aufzuhalten, zog sie sich kämpfend nach Österreich zurück, wo sie sich im Mai 1945 nach der Schlacht um Wien VS-amerikanischen Truppen in der Nähe von Linz ergab.

Kommandeure der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“

Kommando und Gliederung

Divisionskommandeure

Paul Hausser (1880-1972)
  • 19. Oktober 1939  bis  14. Oktober 1941 SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Paul Hausser
  • 14. Oktober bis 31. Dezember 1941 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Wilhelm Bittrich (mit der Führung beauftragt)
  • 31. Dezember 1941 bis  19. April 1942 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Matthias Kleinheisterkamp
  • 19. April 1942 bis  10. Februar 1943 SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Georg Keppler
  • 10. Februar  bis  18. März 1943 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Herbert-Ernst Vahl (mit der Führung beauftragt)
  • 18. März bis 3. April 1943 SS-Standartenführer Kurt Brasack
  • 3. April  bis   1. November 1943 SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Walter Krüger
  • 9. Dezember 1943 bis  26. Juli 1944 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Heinz Lammerding
  • 26. bis 28. Juli 1944 SS-Obersturmbannführer Christian Tychsen (mit der Führung beauftragt)
  • 28. Juli bis   Anfang Dezember 1944 SS-Oberführer Otto Baum (mit der Führung beauftragt)
  • Anfang Dezember 1944  bis  20. Januar 1945 SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Heinz Lammerding
  • 20. Januar  bis   4. Februar 1945 SS-Standartenführer Karl Kreutz (in Vertretung)
  • 4. Februar  bis   9. März 1945 SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Werner Ostendorff
  • 9. bis 12. März 1945 SS-Standartenführer Karl Kreutz (in Vertretung)
  • 12. März  bis   13. April 1945 SS-Standartenführer Rudolf Lehmann (mit der Führung beauftragt)
  • 13. April  bis   8. Mai 1945 SS-Standartenführer Karl Kreutz (in Vertretung)

Gliederung

2. SS-Division „Das Reich“ (mot.)

  • SS-Regiment „Der Führer“
  • SS-Regiment „Deutschland“
  • SS-Infanterie-Regiment 11
  • Flak-MG-Bataillon SS-Division „Reich“
  • Kradschützen-Abteilung SS-Division „Reich“
  • Artillerie-Regiment SS-Division „Reich“
  • Aufklärung-Abteilung SS-Division „Reich“
  • Panzerjäger-Bataillon SS-Division „Reich“
  • Pionier-Bataillon SS-Division „Reich“
  • Sturmgeschütz-Batterie SS-Division „Reich“
  • Nachrichten-Abteilung SS-Division „Reich“
  • Nachschubtruppen SS-Division „Reich“

2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ 1944 Westfront

  • SS-Panzer-Regiment 2 „Das Reich“
  • SS-Panzer-Grenadier-Regiment 3 „Deutschland“
  • SS-Panzer-Grenadier-Regiment 4 „Der Führer“
  • SS-Infanterie-Regiment (mot) „Langemarck“
  • SS-Panzer-Artillerie Regiment 2
  • SS-Flak-Artillerie-Abteilung 2
  • SS-Sturmgeschütz-Abteilung 2
  • SS-Nebelwerfer-Abteilung 2
  • SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 2
  • SS-Panzerjäger-Abteilung 2
  • SS-Panzer-Pionier-Bataillon 2
  • SS-Panzer-Nachrichten-Abteilung 2
  • SS-Versorgungs-Einheiten 2

Ritterkreuzträger (Auswahl)

Literatur

  • Otto Weidinger: Division Das Reich. Der Weg der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“. Die Geschichte der Stammdivision der Waffen-SS, Band 1 bis 5: 1934–1945, Munin-Verlag, Osnabrück 1967 bis 1982
  • Otto Weidinger: Division Das Reich im Bild, Munin-Verlag, Osnabrück 1981, S. 287
  • Regimentskameradschaft Deutschland (Hg.): Das Regiment „Deutschland“ 1934–1945, Gerhard Eichelmann, Freinsheim 1988, S. 322
  • Otto Weidinger: Kameraden bis zum Ende. Das SS-Panzergrenadier-Regiment 4 "DF" 1938–1945. Die Geschichte einer deutsch-österreichischen Kampfgemeinschaft, Schütz, Preußisch Oldendorf 1978, S. 477
  • Hans Hauser: Regiment D.F. vom 9. Mai 1945 bis 17. Mai 1946, Selbstverlag, Gaggenau 1984, S. 104
  • Willi Hille: III. Btl. SS-Regiment „Germania“. Bataillonsgeschichte 1935–1939, Selbstverlag, Radolfzell/Bodensee 1967, S. 62
  • Ernst Deutsch / Karl Pichler: SS-Bataillon „N“ (Nürnberg) 1936–1939, Selbstverlag, 1988, S. 145
  • C. Rupp: Erlebnisband der SS-Panzerjäger-Abteilung 2 Das Reich 1939–1943
  • Reinhold Sellner: Chronik der 3./SS-Flak-Abteilung 2 „Das Reich“, Selbstverlag, Hanau 1997
  • Fritz Wilhelm Schütter: Männer der Waffen-SS. Der Weg einer Truppe 1935–1945 (Nachr.Abt. 2), Schütz, Preußisch Oldendorf 1982, S. 438
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