Denglisch

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Mit der Wortkomposition bzw. dem Kofferwort Deng­lisch (zusammengesetzt aus Deutsch und Englisch), auch Anglizismisch oder Engleutsch, wird ein gesprochenes oder geschriebenes Deutsch bezeichnet, welches mit auffallend vielen englischen Ausdrücken vermengt ist. Der Ausdruck steht auch für eine Vermischung von beiden Sprachen in neuen „Wortschöpfungen“ (→ Neudeutsch), die jedoch nicht zur Bereicherung, sondern zur Verarmung der deutschen Sprache führen.

Inhaltsverzeichnis

Kritik

Von Sprachschützern kritisiert wird hierbei vor allem, daß dadurch das Kulturgut der deutschen Sprache immer mehr verlorengeht, ebenso wie die kulturelle Identität. Eine zunehmend häufige Verwendung von Anglizismen in der deutschen Sprache wird zum Aussterben vieler deutscher Wörter führen und bewirken, daß künftige Generationen nicht mehr in der Lage sein werden, Werke von deutschen Klassikern wie Goethe oder Schiller zu lesen, da sie die deutsche Sprache in der ursprünglichen Form nicht mehr kennen. Ursprünglich wurden Anglizismen für Fachsprachen (etwa im Rechnerbereich) verwendet, inzwischen sind sie aber in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft gebräuchlich und gelten als chic, „modern“, „fortschrittlich“, „weltoffen“ und „inklusiv“.

Häufig wird als Argument zur Rechtfertigung dieser Entwicklung vorgebracht, daß sich die deutsche Sprache in ihrem Bestehen schon immer verändert habe. So wurden im Mittelalter eine Unzahl Wörter aus der lateinischen Sprache übernommen und entsprechend germanisiert, vom Barock-Zeitalter bis zur Napoleonischen Zeit wiederum französische Ausdrücke. Allerdings hatte man es im Fall des Römischen Reiches mit einer doch auf vielen Gebieten überlegenen Hochkultur zu tun, was bei Konkurrenten des Deutschen Reiches, wie England oder den VSA, nicht der Fall ist.

Ebenso wird oft als Scheinargument vorgebracht, daß es für manche Gegenstände und Sachverhalte im Deutschen (noch) keine eigenen Begriffe gebe. Einstmals wurden in diesem Fall aber knappe und klare neue Bezeichnungen geprägt, wie zum Beispiel Straßenbahn oder Fernsehen bzw. fremde Ausdrücke der deutschen Schreibung und Aussprache angepaßt und damit als Lehnwörter umgeformt (wie z. B. Kekse aus engl.: cakes). Vollkommen überflüssig und identitätsverleugnend ist die Einführung englischer Ausdrücke dort, wo damit deutsche Begriffe wie „Laden“ oder „Fahrschein“ vollends von englischen verdrängt werden. Im Widerspruch zu der Behauptung, man könne nicht auf Anglizismen verzichten, steht auch, daß die deutsche Sprache über einen größeren Wortschatz als die englische verfügt (diese Tatsache hängt allerdings ursächlich mit dem Gebrauch von Substantivkomposita im Deutschen zusammen; wegen ihrer Verbindung keltischer, lateinischer und germanischer Wurzeln hat die englische Sprache faktisch mehr Wortstämme als die deutsche).

Gefördert wird jene Entwicklung vor allem durch die Werbung, die mit der Verwendung von Anglizismen und Sprachvermischungen einen Anschein von Modernität und Weltbürgertum erwecken will.

Beispiel

  • „Mit neuem Design, verbesserter Usability und modernerem Look and Feel – der aktuelle Relaunch sticht dem User sofort ins Auge.“[1]

Filmbeiträge

Steffen Königer zur Änderung der Verfassung des Landes Brandenburg
Hoch gepokert mit Denglisch

Siehe auch

Deutsche Sprache in Vollendung:

Literatur

  • Rudolf Lubeley: Sprechen Sie Engleutsch? – Eine scharfe Lanze für die deutsche Sprache. Verlag Gartenstadt, Gartenstadt 1993, ISBN 3-9803355-1-8
  • Reiner Pogarell / Markus Schröder / Rudolf Bartzsch (Hgg.): Wörterbuch überflüssiger Anglizismen. IFB Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 1999, ISBN 978-3931263331
  • Myriam Grobe (Hg.): Der Anglizismen-Index – Gewinn oder Zumutung. Ausgabe 2014; IFB Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 2014, ISBN 9783942409384

Verweise

Fußnoten

  1. Relaunch der ZDFmediathek, ZDF-Presseportal
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