Denunziant

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Darstellung des Wesens eines Denunzianten in einer Karikatur von A. Paul Weber

Ein Denunziant (auch Delator), ist ein Verräter, heimlicher Zuträger.

Inhaltsverzeichnis

Zur Psychologie des Verrats

Freiburger Zeitung vom 30. April 1934: Gegen das Denunziantentum[1]

Der Denunziant handelt zumeist aus niederen Motiven, selten aus innerer Überzeugung. Überzeugungen Anderer gelten ihm nichts. Ihm geht es vorrangig entweder um die eigene Reputation in der jeweiligen, von einem bestimmten Zeitgeist oder einer Doktrin beherrschten Gesellschaft (wobei den Denunzianten ein vorauseilender Opportunismus und Unselbständigkeit im Denken kennzeichnet) oder schlicht um persönliche materielle Vorteile (in diesem Fall wird sich vom Denunzianten, nach außen hin, zumeist umso strenger um eine Eigendarstellung als selbstlosem Idealisten bemüht).

Opportunismus und Denunziantentum sind weitaus häufiger verbreitet, als das menschliche Selbstbild es für gewöhnlich eingesteht. Tatsächlich treffen Historiker in allen geschichtlichen Konstellationen immer wieder auf das Phänomen, daß eine scheinbar fraglos und unangefochten in Geltung stehende Anschauung, Ideologie oder Zeitgeistmode in Wahrheit Anlaß zu unzähligen Lippenbekenntnissen gibt. Dort insbesondere, wo Mikro-Epochen aufeinander folgen (oder wo sich sogar ein scharfer Epochenbruch ereignet), melden sich sodann schlagartig Scharen von Renegaten, Umfallern und Bekennern zu Wort, von denen zuvor kein Mucks zu hören war. Der Denunziant fühlt sich — in Situationen dieser Art — vollauf bestätigt mit seiner Ansicht, daß Haltungen und Werte insgesamt nur Schauspielerei seien, und daß seine eigene Wetterwendigkeit der eigentliche Ausdruck „normaler“ Schlauheit sei.

Es macht einen schalen Geschmack im Mund, den Leisetreter und sogar den Verräter als ganz gängigen Typus von Homo Sapiens anerkennen zu sollen, da nun einmal seine gewaltige Überzahl den Typusbegriff kontaminiert und nicht abgeleugnet werden kann. Diese Einsicht ist ein bekanntes Grundmotiv des anthropologischen Pessimismus.

Zur Psychologie des Moralismus

Zu wenig wird bei politischen Debatten und Entscheidungen darauf geschaut, daß es eine moralistische Attitüde gibt, mittels Moralwarnungen, mittels Moralerklärungen und Moralpositionierungen gegen Tatsachen vorzugehen oder die Erörterung von Fakten zu verhindern. So verheerend das Wirken von Denunzianten ist, der noch größere Schaden geht zuerst von der Einstelllung aus, Politik und Streit und Interessenvertretung allein von der Anhöhe einer totalen moralischen Überlegenheit aus überhaupt nur zu führen.

Erst diese Haltung vergiftet Ethos, Charakter, Sittlichkeit (und Politik) so nachhaltig, daß kein Sachargument mehr vorgetragen werden kann, bevor es nicht zunächst mit einem moralischen Anspruch verziert oder durchmischt worden ist. Der besonders gute Charakter, den der Denunziant sich selbst für gewöhnlich attestiert, wird nie und nirgendwo dem Verräter zugesprochen. Der Grundirrtum des Denunzianten, ein moralisch höherwertiges Wesen zu sein, bestimmt die eigentliche Natur seines Vorgehens.

Zitat

Beispiele

Hauptartikel: Nazi-Outing

Dieser Beitrag läßt das Ausmaß des Denunziantentums und den Umfang der politischen Umerziehung in der BRD erkennen: Niemand sperrt sich gegen die Störung der Lehrveranstaltung. Die Lehrkraft geht, in feiger Mittäterschaft, mit diesem Schauspiel offenbar stillschweigend konform. Die Kommilitonen sehen ebenfalls duckmäuserisch zu, wie ihre Kollegin an den öffentlichen Pranger gestellt und stigmatisiert wird.


Ein weiteres Beispiel von Denunziation bietet dieses willkürlich ausgewählte Dokument, das einen nicht systemkonformen Menschen denunzieren soll. Vor Nennung persönlicher Details (Autokennzeichen, Namen der Kinder u. Ä.) wird ebenfalls nicht zurückgeschreckt (hier durch XXXX unkenntlich gemacht).

„Lieber XXXX,
es ist so weit. Jetzt erfahren deine Nachbarn und Nachbarinnen, deine Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, deine Familie und natürlich auch dein Freundeskreis, dass du ein Nazi bist.
Sie alle sollen erfahren, dass du, XXXX, vor etwa einem Jahr die "XXXX", eine rechtsradikale, nationalistische Gruppe gegründet und mit aufgebaut hast.
Noch wohnst du bei XXXX in der XXXX in XXXX. Du bist jetzt Mitte 20 und hast eine Ausbildung zum XXXX bei XXXX abgeschlossen. Die XXXX möchtest du also besuchen, um dort zu studieren?
Weiß deine neue XXXX und deine zukünftigen XXXX und XXXX eigentlich schon was du so in deiner Freizeit treibst?
Wissen die Menschen in deinem Umfeld, dass es deine Nazi-Gruppierung war, die in der Nacht vom XXXX auf XXXX den Infoladen angriffen hat?
Wissen sie, dass du bei dem versuchten Einbruch dabei warst?
Bis vor anderthalb Jahren warst du noch politisch unauffällig und jetzt wirbst du schon selbst die kleinen Kids an und trichterst ihnen dein menschenverachtendes Weltbild ein.
Wie geht es eigentlich XXXX? Und XXXX?
Hinter deiner Verbreitung von Rassenideologie und Fremdenhass verbirgt sich inhaltlich nichts anderes als nationalsozialistische Propaganda. Vielleicht versteht ihr es heute diese Inhalte besser zu verpacken und nennt euch lieber autonome Nationalisten, anstatt Nazis. Das ist alter Wein aus neuen Schläuchen, wobei bei eurem Gedankengut wohl eher die Rede von kaltem Kaffee ist.
Finden die Kids dich eigentlich nur cool, weil du schon älter bist und einen XXXX in XXXX fährst (XXXX), oder weil du die faschistische Theorie bietest, die sie als Anreiz brauchen, wenn ihr wieder mal Linken auflauert? Habt ihr euch jemals die Frage gestellt wohin eure Identitätskrise noch hätte führen können?
XXXX, du nimmst deine Sprösslinge mit zu Veranstaltungen, wie der XXXX von der XXXX in XXXX. Bist du dir da eigentlich deiner Verantwortung bewusst? Auch sehr interessant ist, dass du auf den Bildern von der Demo neben Mitgliedern des ehemaligen "XXXX" zu sehen bist. Scheinst ja gut vernetzt zu sein in deinem braunen Sumpf.
Und jetzt, da es die "XXXX" angeblich nicht mehr gibt, biederst du dich mit XXXX zusammen den "XXXX" an? Oder trefft ihr euch doch weiter, wie vor wenigen Wochen, als ihr euch schon mal der Öffentlichkeit entzogen habt? Nazis seid ihr ja schließlich noch, oder habt ihr die schwarz-weiß-rote Fahne, die Wewelsburg oder die Wehrmacht nur so zum Spaß als Profilbilder bei Facebook? Auch die Hitler-Zitate die du postest, lassen da wenig Fragen offen.
Warst du es auch, der den "XXXX", die jetzige Kneipe "XXXX", als Treffpunkt, ausgewählt hat? Was für ein Zufall, die NPD traf sich dort über Jahre und auch mit Mitgliedern der faschistischen Hooligan-Gruppierung "XXXX" habt ihr dort schon zusammen gesessen.
Lieber XXXX, du weißt jetzt, dass wir alles tun werden, um Nazis wie dich endgültig aus dieser Gesellschaft zu verdrängen.
Mit freundlichen Grüßen
Deine autonomen Gruppen“[2]

Siehe auch

Literatur

  • Johann Friedrich Reichardt: „Ueber die Schändlichkeit der Angeberei (Denunciren)“, 1795 (PDF-Datei)
  • Günter Jerouschek / Inge Marßolek / Hedwig Röckelein (Hgg.): Denunziation. Historische, juristische und psychologische Aspekte. [= Forum Psychohistorie, Bd. 7] Edition Diskord, Tübingen 1997, ISBN 3-89295-616-2

Verweise

Fußnoten

  1. Freiburger Zeitung, 30. April 1934, Seite 2: Gegen das Denunziantentum
  2. Veröffentlicht auf der Denunziationsseite „linksunten.indymedia“ am 20.12.2013
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