Der Patriot (1928)

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Der Patriot
Der Patriot (1928).jpg
Filmdaten
Deutscher Titel: Der Patriot
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1928
Stab
Regie: Ernst Lubitch
Drehbuch: Hans Kräly
Produktion: Paramount
Besetzung
Darsteller Rollen
Emil Jannings Zar Paul I.
Florence Vidor Gräfin Ostermann
Lewis Stone Graf Pahlen
Vera Voronina Madame Lopuchin, die Geliebte des Zaren
Neil Hamilton Der Kronprinz
Harry Cording Stephan

Der Patriot ist ein Stummfilm mit Emil Jannings, den er 1928 in Hollywood gedreht hat.

Handlung

Quelle
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Paul I, Herrscher aller Reussen, ist eine merkwürdige Mischung von Tyrannei, Feigheit, Schwäche und Irrsinn. Seine Untertanen fürchten und hassen ihn, doch ihre Gefühle sind unterdrückt und dürfen sich nach außen nicht bemerkbar machen. Aber im gleichen Maße, wie dieser Zar Schrecken und Weh über sein Land bringt, lebt er selbst ein entsetzliches, peinvolles Dasein, in ewiger Furcht vor seinem Volke. Er wird von Mißrauen und Zweifeln geplagt und getraut sich kaum an seinem eigenen Tisch zu essen und zu trinken und in seinem eigenen Bett zu schlafen. Er wird gepeinigt von der Vorstellung, daß er einst dasselbe Ende finden werde wie die meisten seiner Vorfahren. — Nur einen Menschen gibt es, dem Paul restlos vertraut. Es ist Graf Fahlen, der Kriegsgouverneur, der einzige Mensch auf der Welt, der Einfluß auf den Zaren hat. Pahlen behandelt den Zaren wie ein Kind. Dank des Vertrauens, das dieser ihm schenkt, darf er seine Stellung als unantastbar ansehen. — Graf Pahlen liebt die schöne Gräfin Ostermann. deren Gatte Offizier in der Kaiserlichen Garde ist. Eine Zusammenkunft zwischen ihm und seiner Geliebten wird durch das Dazwischentreten des Ehemanns gestört. Graf Ostermann hebt einen am Boden liegenden Stiefel Pahlens auf, um ihn aus dem Fenster zu werfen und wird dabei durch den Schuß eines Kosaken getötet, denn eines der Gebote des Zaren besagt, daß niemand sich am Fenster zeigen dürfe, wenn er in seinem Schlitten durch die Straßen fährt. In dem Augenblick, als der Offizier das Fenster öffnete, stürmte 1 gerade der Zar mit seiner Kosakenhorde vorbei. — Pahlen — „der Patriot' — hat Mitleid mit dem Zaren, aber gleichzeitig blutet sein Herz wegen der Leiden des Vaterlandes. Er ist entschlossen. ein gefährliches Spiel zu wagen; der Einsatz soll seine Geliebte, die schöne Gräfin, sein. — In seinem Palast beschäftigt sich der, Zar mit den Knöpfen an den Gamaschen seiner Wache weit mehr als mit politischen Dingen. Er stellt fest, daß Stephan, einem Mann aus der Leibgarde, ein Knopf fehlt, und schlägt ihm mit der Peitsche ins Gesicht. Stephan läßt diese Mißhandlung schweigend, mit haßerfülltem Gesicht, über sich ergehen. — Pahlen kommt hinzu, hat eine kurze Unterredung mit dem Zaren und tritt dann zu Stephan. Er befreit den Soldaten von der Strafe des Auspeitschen und befiehlt ihn zu seinem persönlichen Dienst. Der Günstling des Zaren plant dessen Entthronung und hat bereits mit mehreren Würdeträgern des Hofes Fühlung genommen. — Da stellt sich der Thronfolger Alexander gegen ihn. Auch Alexander will ein besseres Regime und liebt das Volk. Aber er schreckt vor dem Gedanken zurück, den Zaren, in dem er weniger den Vater als das von Gott gesalbte Haupt sieht, zu entthronen, und da Pahlen merkt, daß er den Kronprinzen nicht für seine Pläne gewinnen kann, verdächtigt er den Sohn beim Vater. — Seine Verdächtigungen fallen auf fruchtbaren Boden. Der Zar haßt seinen Sohn, da er weiß daß das Volk ihn liebt. Er befiehlt die Verhaftung Alexanders. — Pahlens nächster Schritt ist nun, seine Getreuen um sich zu sammeln und die Abdankung des Zaren vor zubereiten; für den Fall, daß dieser Plan nicht gelingen sollte, muß der Zar ermordet werden, damit Alexander der zum Herrscher gekrönt werden könne. — Am Tage vor der Nacht, in der der entscheidende Schlag geführt werden soll, beschließt der Zar plötzlich, die Stadt mit seiner Geliebten zu verlassen, Pahlen sieht seinen ganzen Plan zusammenbrechen und versucht nun, Paul mit allen Mitteln daran zu verhindern, diese Reise anzutreten. Da ihm der Zar, von seiner Geliebten beeinflußt, Widerstand entgegensetzt, greift Pahlen zu einem letzten Mittel: er bietet dem Zaren aus einer kunstvollen Schnupftabakdose Tabak an, drückt auf eine geheime Feder dieses Schmuckstücks und zeigt ihm das in einem Geheimfach der Dose sichtbare Bild der Gräfin Ostermann. Die Gräfin ist auf diesem Bilde, nach dem Geschmack der damaligen Zeit, als Nymphe, völlig unbekleidet, dargestellt und erregt so die Begierde des sinnlichen Herrschers. — Hingerissen von der Schönheit dieser Frau sagt der Zar die Lustreise sofort ab. Er befiehlt Pahlen, die Gräfin zu einem gemeinsamen Souper einzuladen. Pahlen arrangiert altes und läßt im kritischen Augenblick die Gräfin mit dem Zaren allein. — Von ihrem Geliebten verraten, erbittert und verzweifelt, verrät sie nun selbst dem Zaren Pahlens Verschwörung. — Der Zar läßt Pahlen holen. Dieser bestätigt, daß er von der Verschwörung weiß, — wie sollte er sonst Pläne vereiteln können? Er verpfändet sein eigenes Leben gegen das des Zaren. Paul ist befriedigt und zieht sich in seine Gemächer zurück. — Nachts, da der Zar friedlich schläft, versammeln sich die Offiziere im Schloß. Sie erzwingen den Eintritt in sein Schlafgemach. In Todesangst läuft der Zar durch die Gemächer des Schlosses und flüchtet schließlich in den Thronsaal, setzt sich auf den Thron und ruft den Verfolgern zu: „Ich bin der Zar nach göttlichem Recht!" — Die Verschwörer zaudern. Da bahnt sich Stephan von hinten durch die Reihen einen Weg. Er stürzt auf den Zaren zu und tötet ihn. — Während die Glocken dröhnend durch das Land läutert und das Volk seinen neuen Zaren bejubelt, sitzen sich Pahlen und Stephan im Palais des Grafen gegenüber. Stephan, der dem Grafen schwören musse, ihn nach vollbrachter Tat zu erschießen, hält eine Pistole in der Hand, vermag es aber nicht über sich zu bringen, seinen geliebten Herrn zu töten. Erst auf die energischen Befehle Pahlens drückt er ab. — In diesem Augenblick erscheint die Gräfin Ostermann. Sie nimmt den zu Tode getroffenen Pahlen in die Arme. Noch einmal öffnet er die Augen und spricht: "Ich war ein schlechter Freund und ein schlechter Liebhaber — aber ein guter Patriot". —

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