Deutsch, Julius

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Julius Deutsch (* 2. Februar 1884 in Lackenbach, Burgenland; † 17. Januar 1968 in Wien) war ein jüdischer Politiker der SDAP und Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat zwischen 1920 und 1933.[1]

Werdegang

Julius Deutsch wurde am 2. Februar 1884 im burgenländischen Lackenbach geboren. In Wien besuchte er die Volks- und Bürgerschule, kam als Lehrling in eine Druckerei und arbeitete später in einer Putzfederfabrik. In seinen freien Stunden bereitete er sich auf die Reifeprüfung vor. Später besuchte er mit Hilfe von Viktor Adler die Universitäten Wien, Zürich, Paris und Berlin. Von der Universität Zürich erhielt er 1906 für das umfangreiche Buch „Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung“ den 1. Preis. 1908 erschien „Die Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung“. Außerdem veröffentlichte er noch zahlreiche andere wirtschaftliche, historische und politische Schriften. Bereits mit 15 Jahren trat Julius Deutsch dem Verein jugendlicher Arbeiter bei, wurde in den Vorstand gewählt, trat als Redner auf und spielte eine maßgebende Rolle bei der im Jahre 1902 durchgeführten Gründung der sozialdemokratischen Zeitschrift „Der jugendliche Arbeiter“. Während des 1. Weltkrieges war Julius Deutsch 1914-18 Artillerie-Offizier. 1918 erhielt er von der Front weg eine Berufung ins k.u.k. Kriegsministerium, wo er auf Vorschlag der Gewerkschaftskommission als Vertrauensmann der Arbeiter tätig war.

Julius Deutsch vertrat die SPÖ von 1919 bis 1934 im Wiener Nationalrat. 1918-1920 organisierte er als Heeresminister die Volkswehr, danach den Republikanischen Schutzbund, den er von 1923 bis 1934 leitete.[2] Dann ging er in die CSR und nach Spanien, wo er als General der Roten wirkte. 1939 ging er nach Paris, 1940 in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er sich vom US-Geheimdienst als Mitarbeiter anheuern ließ.[2] 1946 kehrte er nach Wien zurück und betätigte sich als sozialistischer Publizist und SPÖ-Verlagsleiter. 1956 erhielt er von den SED-Herrschern die „Hans-Beimler-Medaille“.[2] In dritter Ehe war er mit der Schriftstellerin Adrienne Thomas verheiratet. Sein Sohn aus erster Ehe, Gustav Deutsch, war aktiv im Republikanischen Schutzbund, emigrierte 1934 in die Sowjetunion und wurde 1939 auf Stalins Geheiß liquidiert.[2]

Fußnoten

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