Deutsch-Ostafrika
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| Hauptstadt: | Berlin, Deutsches Reich |
| Verwaltungssitz: | 1885–1890: Bagamayo ab 1890: Daressalam |
| Verwaltungsorganisation: | 22 Bezirke |
| Einwohner: | zirka 7,7 Mio Einwohner (1913), davon zirka 5.300 Weiße, davon 4.100 Deutsche |
| Währung: | 1885–1918: Rupie |
| Besitzergreifung: | 1885–1918 |
| Mandat: | Belgien, Großbritannien, Portugal |
| Heutige Gebiete: | Tansania Ruanda Burundi |
Deutsch-Ostafrika war von 1885 bis 1918 eine deutsche Kolonie an der Ostküste Afrikas. Sie war die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Geschichte
[bearbeiten] Der Erste Weltkrieg
Die Kolonie war während der gesamten Dauer des Ersten Weltkrieges umkämpft. Bis 1915 gelang es der deutschen Schutztruppe, das Gebiet gegen Angriffe zu halten und einen Landungsversuch britisch-indischer Truppen bei Tanga abzuwehren. Nach schweren Kämpfen zog sich der Kommandant Paul von Lettow-Vorbeck im November 1917 mit seiner Truppen zurück, wobei er sich mehrmonatige Rückzugsgefechte mit alliierten Truppen lieferte. Erst am 25. November 1918 kapitulierte Paul von Lettow-Vorbeck.
Den Askari und Trägern der deutschen Schutztruppe Ostafrikas gewidmet, steht noch heute ein imposantes Denkmal in der jetzt 1,5 Millionen zählenden Hauptstadt Daressalam. Es zeigt einen Askari in deutscher Uniform in Angriffsstellung mit aufgepflanztem Seitengewehr. Darunter die mehrsprachige, von Lettow-Vorbeck selbst entworfene Inschrift:
- „IM GEDENKEN AN DIE EINGEBORENE KÄMPFENDE TRUPPE, AN DIE TRÄGER, DIE FÜßE UND HÄNDE DIESER TRUPPE WAREN, AN ALLE ANDEREN MÄNNER, DIE IN DEUTSCH-OSTAFRIKA 1914-1918 STARBEN. EURE SÖHNE WERDEN EURE NAMEN IN EHREN HALTEN."
[bearbeiten] unter Mandatsverwaltung
Der sogenannte Versailler Vertrag bestimmte, daß das Deutsche Reich alle Kolonien abzugeben hatte. Deutsch-Ostafrika wurde am 20. Januar 1920 der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt. Die Mandate über das Land wurden Belgien (Kontrolle über Burundi und Ruanda) und Großbritannien (Tanganjika) zugesprochen. Im Süden fiel das Kionga-Dreieck an Portugiesisch-Ostafrika (Mosambik).
[bearbeiten] Bevölkerung
[bearbeiten] Kolonialgesellschaften
Folgende Kolonialgesellschaften haben sich Deutsch-Ostafrika als Wirkungsfeld gewählt:
- die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft
- die Deutsch-Ostafrikanische Plantagengesellschaft
- die L. & O. Hansing, Mrima Land- und Plantagengesellschaft in Hamburg
- die Usambara-Kaffeebaugesellschaft in Berlin, gegründet 1893
- die Pangani-Gesellschaft
- die Rheinische Handeï-Plantagengesellschaft in Köln, gegründet 1895
- die Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft Düsseldorf, gegründet 1895
- Sigi-Pflanzungsgesellschaft m.b.H. in Essen an der Ruhr, gegründet 1897
- Montangesellschaft m.b.H. in Berlin, gegründet 1895
- die Irangi-Gesellschaft
- Usindja-Gold-Syndikat, später Victoria-Njansa-Gold-Syndikat, Berlin, gegründet 1896
- Kilimandjarao-Handels- und Landwirtschaftsgesellschaft, vormals Kilimandjaro-Straußenzuchtgesellschaft in Berlin, gegründet 1895
- Kaffeeplantage Sakarre AG in Berlin, gegründet 1898
- Lindi-Hinterland-Gesellschaft m.b.H. in Koblenz, vormals Karl Perrot & Co., Deutsche Lindi-, Handels- und Plantagengesellschaft in Wiesbaden, gegründet 1900
- Deutsche Agaven-Gesellschaft in Berlin, gegründet 1902
- Bergbaufeld Luisenfelde G.m.b.H. in Berlin, gegründet 1902
[bearbeiten] Liste der Gouverneure von Deutsch-Ostafrika
- 1885 - 1888 Carl Peters (Reichskommissar)
- 1888 - 1891 Herrmann von Wissmann (Reichskommissar)
- 1891 - 1893 Julius Freiherr von Soden
- 1893 - 1895 Friedrich Radbod Freiherr von Scheele
- 1895 - 1896 Hermann von Wissmann
- 1896 - 1901 Eduard von Liebert
- 1901 - 1906 Gustav Adolf Graf von Götzen
- 1906 - 1912 Georg Albrecht Freiherr von Rechenberg
- 1912 - 1918 Heinrich Albert Schnee
[bearbeiten] Literatur
- Hans Meyer - Deutsch-Ostafrika
- Blöcker - Deutschland einst und jetzt
- von Lettow-Vorbeck - Heia Safari
- Jacob - Deutsche Kolonialkunde
