Die zweite babylonische Gefangenschaft

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Buch

Titel: Die zweite baybylonische Gefangenschaft
Autor: Steffen Werner

Die zweite baybylonische Gefangenschaft ist ein Buch von Steffen Werner. Es erschien im Jahre 1990 im Selbstverlag in Pfullingen. Der Buchautor vertritt in diesem Buch die These, daß im Zuge der Gesamtlösung der Judenfrage das Gebiet Weißrutheniens als vorrangiges Siedlungsgebiet der aus Deutschland ausgesiedelten Juden vorgesehen gewesen sei.

Der Autor wurde wegen dieses Buches massiv staatlich verfolgt, sein Buch wurde eingezogen und alle erreichbaren Exemplare komplett in speziellen BRD-Zensur-Öfen verbrannt.

Inhaltsverzeichnis

Äußerungen und Zitate von Hitler

Werner stellt fest, daß in allen Zitaten von Hitler zur Judenfrage gefordert wird, daß die – von ihm definierten – Juden räumlich von den Völkern Europas zu trennen sind. Werner zitiert aus den „Monologen im Führerhauptquartier“.[1]

Weitere NS-Planungen

Werner führt bestimmte NS-Planungen zur Judenfrage an und stellt fest, daß in diesen Planungen die Ausweisung der Juden aus Europa als die sinnvollste und effektivste Lösung angesehen wird. Werner zitiert auch aus dem Dokument 344-EC, in welchem auf die kulturellen Gesichtspunkte eingegangen wird. Hier heißt es:

„Die Juden sind Zug um Zug aus der kulturellen Betätigung der übrigen Bevölkerung auszuscheiden und auf intern jüdische Einrichtungen zu beschränken. In einzelnen Gebieten bestehen zahlreiche jüdische Schulen mit Jiddisch als Unterrichtssprache; diese Schulen haben auch die bisher in anderssprachigen Schulen erzogenen Judenkinder aufzunehmen. Bei Bedarf können von Juden mit jüdischen Mitteln neue Schulen dieser Art errichtet werden. Neben dem Jiddischen ist das Hebräische als Sprache, die der Absonderung der Juden aus der übrigen Bevölkerung dient, zu fördern. Die jüdischen Schulen unterliegen nach Lehrpersonal und Lehrplan einer ständigen Aufsicht.“[2]

Wannseekonferenz

Auch die bekannten Zitate von der Wannseekonferenz werden angeführt.[3]

Weitere Abschnitte in Kapitel 3

In den Abschnitten C bis H des 3. Kapitels untersucht Werner die Weltkriegsereignisse und – veränderungen in Weißrußland bzw. „Ruthenien“ im Hinblick auf seine These der Deportationen. Interessant ist der Hinweis auf die Widersprüche im Lebenslauf des SED-Funktionärs Hermann Axen. Axen, später jahrzehntelang Mitglied des SED-Zentralkommitees in der DDR ist auf nicht ganz geklärte Weise aus dem NS-Machtbereich nach Moskau gelangt, möglicherweise mit einem Zwischenaufenthalt in Weißruthenien.

Kapitel 4

Hier wird die Entwicklung im Nachkriegsjahrzehnt untersucht. Interessant ist die Ermordung Michoels, des Vorsitzenden des Jüdischen Antifaschistischen Komitees der Sowjetunion. Dieses Komitee hatte sehr effektiv die kriegsentscheidende amerikanische Hilfe für die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg organisiert. Nach dem Krieg wurde er in Minsk ermordet. Angeblich soll nur ein einziges Mitglied des Komitees die Nachkriegsjahre überlebt haben. Auch in einer Reihe antijudaistischer Prozesse und Verfolgungen ging Stalin gegen die Juden, von ihm als „Kosmopoliten“ beschimpft, vor.

Schluß des Buches

Am Schluß des Buches faßt Werner den Forschungsstand zusammen. Er fügt folgende Liste offener Fragen als Forschungsdesiderate an:

  1. Wieso hat sich die Bevölkerung Weißrußlands so beträchtlich erhöht?
  2. Warum gibt es diese eigentümlichen Bevölkerungsnester?
  3. Was sind das für neue Siedlungen, die 1943 auf deutschen Heereskarten auftauchen?
  4. Was heißt: Hitler schickt die Juden in den Morast?
  5. Warum vergleicht Hitler das Schicksal der Juden immer wieder mit dem der deutschen Auswanderer? Warum rechtfertigt er sich damit so oft?
  6. Wieso macht sich Hitler Gedanken, was mit den Juden nach dem (gewonnenen) Krieg geschehen soll?
  7. Was ist aus den Plänen Rosenbergs über die Umsiedlung der Juden nach Weißruthenien geworden?
  8. Warum wird die Planung für Weißruthenien plötzlich umgeworfen, warum wird es in eine zivil- und eine militärverwaltete Zone geteilt?
  9. Was soll im Protokoll der Wannseekonferenz die Formulierung „kommende Endlösung“? Haben die Aktionen der Wannseekonferenz demnach nicht irgendwie einen vorläufigen Charakter?
  10. Worin besteht die Sonderrolle Weißrutheniens?
  11. Worin besteht die Pflicht der Weißruthenen dem kommenden neuen Europa gegenüber?
  12. Was bedeutet: Weißruthenien muß neu geformt werden? Warum?
  13. Warum werden Bauern aus dem Ostteil Weißrutheniens in den Westteil umgesiedelt?
  14. Warum wird dieser Vorgang auf regionaler Ebene so groß her ausgestellt?
  15. Weshalb sollen nach dem Kriege neue Siedlungen in Weißruthenien gegründet werden?
  16. Warum sind die Dörfer in Weißruthenien übervölkert? Gibt es keine Kriegs- und Fluchtfolgen?
  17. Warum wird Weißruthenien in der Ostkartei so stiefmütterlich behandelt?
  18. Warum gibt es im Ostteil von Weißruthenien keine Dienstpostämter?
  19. Warum gibt es keinen Postverkehr für die Zivilbevölkerung in Weißrußland, wohl aber in der Ukraine?
  20. Weshalb ist das Zeitungswesen in Weißruthenien so schwach ausgebaut im Gegensatz zu anderen besetzten Gebieten?
  21. Warum fehlen plötzlich die Durchgangsstraßen im Raum Bobruisk?
  22. Ist es Zufall, daß die „Vernichtungslager“ alle an der Grenze von Eisenbahnverwaltungsbereichen liegen?
  23. Welche Transportkommandos konnte Höß an Zigeuner vergeben?
  24. Was heißt „SB nach sechs Monaten“?
  25. Warum gibt es 1942 so viele Transporte nach Minsk und Umgebung? Warum wurden diese Menschen nicht in den Vernichtungslagern getötet?
  26. Warum wurden die Insassen des Zuges, der am 31.7.1942 Minsk erreichte und aus Warschau kam, nicht in Treblinka getötet?
  27. Was heißt West-Ost-Verschiebung? Welche Hilfsarbeiten waren dafür nötig?
  28. Welche Siedler sollen nach Globocnik Leistungen in Brasilien oder im fernen Osten erhalten?
  29. Wieso kann das Abschieben rumänischer Juden die Evakuierung deutscher Juden stärkstens gefährden?
  30. Wieso spielt es eine Rolle, daß die deutschen Juden ein Vielfaches intelligenter sind als die Juden Weißrußlands?
  31. Was sollen die Kategorien: - Tote, - Sonderbehandelte, - Juden, - Gefangene beim Unternehmen Hornung?
  32. Wieso wird in den vertraulichen Informationen der NSDAP von „Vorbereitenden Maßnahmen zur Endlösung“ gesprochen? Und das Ende 1942?
  33. Wieso ist nach einem siegreichen Krieg, „der Augenblick für eine endgültige Lösung der Judenfrage gekommen“?
  34. Was veranlaßt Bormann 1943 zu erklären, daß jede Erörterung einer künftigen Gesamtlösung unterbleiben muß?
  35. Wieso konzentriert sich der Schwerpunkt der Partisanenbewegung auf Weißrußland?
  36. Wieso beginnt der Partisanenkampf nicht unmittelbar nach dem Abzug der sowjetischen Truppen, sondern erst ein Jahr später?
  37. Wieso kämpfen so viele Tschechen, Slowaken, Griechen, Spanier und Franzosen in Weißruthenien in der Partisanenbewegung? Wie kamen sie da hin?
  38. Warum stoppt Horthy plötzlich den Transport der ungarischen Juden nach Auschwitz?
  39. Ist es reiner Zufall, daß im selben Moment Weißruthenien von den sowjetischen Truppen überrannt wird?
  40. Wieso kommt es plötzlich zur Umkehr der Transporte?
  41. Warum wird in Auschwitz nicht bis 1945 weiter getötet?
  42. Weshalb läßt die Sowjetunion einen „eisernen Vorhang“ in ihren Einflußbereich herunter? Und das in dem Moment, in dem sie ihr Territorium befreit hat!
  43. Wieso entsteht in den von Deutschland besetzten sowjetischen Gebieten in dem Moment ein neuer Antisemitismus, in dem die Juden dort alle ermordet werden?
  44. Warum wird Raoul Wallenberg festgenommen?
  45. Wieso wird Weißrußland Gründungsmitglied der UN?
  46. Weshalb läßt Stalin Michoels ermorden?
  47. Warum werden plötzlich so viele jüdische Einrichtungen zerschlagen?
  48. Warum werden nach dem Krieg Sperrgebiete eingeführt? Warum sind diese Gebiete so groß?
  49. Warum werden plötzlich bestimmte deutsche Einheiten gesperrt? Warum geschieht dies nicht gleich nach dem Krieg? Warum kämpften so viele dieser Einheiten in Weißruthenien?
  50. Warum beginnen diese Maßnahmen alle 1948?
  51. Was soll der Vorwurf gegen Slansky, er habe eine „zionistische“ Verschwörung organisiert?
  52. Ist es rein zufällig, daß durch diese Prozesse die Juden in den sowjetisch kontrollierten Ländern aus Partei- und Staatsstellungen entfernt wurden?
  53. Warum will Stalin die verbliebenen sowjetischen Juden in die Ostbezirke der Sowjetunion deportieren lassen?
  54. Warum wird das Judentum in der SU systematisch zerstört?
  55. Wieso ist Israel der „schlimmste aller Staaten“?
  56. Welche Aufgabe hat die Jüdische Abteilung der Fünften Hauptverwaltung des KGB?
  57. Was verbirgt sich hinter den unterschiedlichen Bevölkerungsangaben von Weißrußland?
  58. Warum darf sich ein Sowjetbürger auch heute noch nicht frei bewegen?
  59. Warum werden ausländische Touristen in der Sowjetunion und vor allem im Raum Minsk so intensiv überwacht?
  60. Weshalb ist der Grenzübergang Brest geöffnet, wenn offenbar nur 15 Autos am Tag ihn passieren können?
  61. Warum hat Weißrußland ein so großes Gewicht innerhalb der KPdSU?
  62. Weshalb hat das Polizeiwesen eine so zentrale Bedeutung in Weißrußland?
  63. Wieso entstehen in Weißrußland Tausende Ortschaften und Dörfer neu? Ist das kein Widerspruch zu der Bevölkerungsabnahme?
  64. Wieso braucht Weißrußland 500.000 Hilfspolizisten?
  65. Warum investiert die Sowjetunion nach dem Krieg soviel in Weißrußland? Woher kommen die vielen qualifizierten Kader?
  66. Was verbirgt sich hinter Marina Gorka?
  67. Und was ist mit dem Gedicht zu Ehren Michoels?

Vorwort des Buchs von Werner

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

In diesem Buch wird eine sehr ungewöhnliche These vorgestellt, die deshalb auch ein etwas ungewöhnliches Vorwort verdient. Ich habe Bedenken, diese These zu Papier zu bringen, da sie sich unglaublich, ja geradezu ungeheuerlich anhört. Sie erscheint völlig absurd, aber sie ist – so meine feste Überzeugung – wahr und auch beweisbar!

Die These befaßt sich mit einem der schauerlichsten Vorgänge der Zeitgeschichte, der sogenannten Endlösung der Judenfrage. Ich behaupte, 1. die Endlösung der Judenfrage bestand darin, daß die Juden im Ostteil von Weißruthenien angesiedelt wurden; 2. Dort werden sie heute noch von der Sowjetunion in einer Art Gefangenschaft gehalten! Ich weiß, das klingt völlig unsinnig, und ich erwarte von niemandem, daß er dieser These einfach so Glauben schenkt! Ich erwarte allerdings von jedem – oder besser von jedem an der Wahrheit Interessierten – , daß er diese These prüft, zumindest insoweit, als er dieses und das nächste Kapitel – sie sind beide kurz - liest, und sich erst dann entscheidet, ob diese These tatsächlich so absurd ist, wie es zunächst erscheint. Vielleicht gelingt es mir – und das hoffe ich –, den Leser so weit nachdenklich zu machen, daß er die folgenden etwas umfangreicheren Kapitel ebenfalls prüft. Ich bin davon überzeugt, daß ich den gewissenhaften Leser, der sich die Mühe macht, die Arbeit aufmerksam durchzulesen, von der Richtigkeit der These überzeugen kann. Ich bin auch sicher, daß alle Punkte, die offensichtlich zunächst gegen diese These zu sprechen scheinen, letztlich für mich sogar hilfreich sind, wenn der Leser erst mit bestimmten Fakten vertraut gemacht ist, die zwar weitgehend den Fachleuten bekannt, aber bislang nur isoliert betrachtet wurden. Ich muß allerdings auch darauf hinweisen, daß es sich bei dem Beweis um einen Indizienbeweis handelt, mit allen Vorzügen und Nachteilen eines solchen.

Bevor ich direkt zur Sache komme, möchte ich – und das erscheint mir notwendig – beschreiben, wie ich dazu gekommen bin, diese anscheinend so widersinnige These aufzustellen, da ich meine, daß das für den Leser hilfreich ist. Ich bin Mathematiker und freiberuflich in der Datenverarbeitung tätig. In meiner Freizeit befasse ich mich mit wissenschaftlichen Fragen aus dem Bereich der Zeitgeschichte. Durch persönliche Umstände – ich komme aus Dresden – waren das Probleme der sogenannten DDR-Forschung, und ich habe hierzu auch verschiedene Arbeiten veröffentlicht. Der Problemkreis „Drittes Reich“ hatte mich zunächst überhaupt nicht interessiert. Bezüglich der Endlösung der Judenfrage habe ich die allgemeine Meinung der meisten politisch Interessierten in der Bundesrepublik Deutschland geteilt, daß die Juden in Auschwitz ermordet wurden. Diese Meinung stützte sich dabei weniger auf detaillierte Kenntnisse, sondern mehr auf allgemeine Eindrücke.

1978 begann ich, mich mit der Totalitarismus-Theorie zu befassen, da ich hierzu eine in verschiedenen Punkten abweichende Meinung von der allgemein vertretenen Theorie hatte. In diesem Zusammenhang wollte ich die Endlösung der Judenfrage als Beleg für eine bestimmte These heranziehen. Für die Ermordung von Millionen Juden schien mir die nationalsozialistische Weltanschauung verantwortlich zu sein.

Eichmann, der Organisator der Judenvernichtung, mußte sich doch irgendwie gerechtfertigt haben, als er in Jerusalem vor Gericht stand. Ich erwartete, daß Eichmann sein Morden mit der nationalsozialistischen Weltanschauung begründete. Ich suchte in einer öffentlichen Bücherei nach Material und wurde, wie ich zunächst meinte, auch fündig. Ein Buch mit Dokumenten über die nationalsozialistischen Verbrechen war rasch gefunden, darunter ein Abschnitt mit dem sinngemäßen Titel: „Eichmann über die Endlösung“. Zu Hause begann ich, den einschlägigen Abschnitt zu überfliegen, da ich sofort zum Kern kommen wollte, nur erlebte ich eine Überraschung. Der Text war schockierend ob seiner „Belanglosigkeit“! Zwar kamen schreckliche Dinge zur Sprache, aber über Auschwitz, über den Massenmord wurde nicht gesprochen. Erst bei erneutem genauen Lesen fand ich sinngemäß den Nebensatz: „ … das war im Osten, und da wurde ja gemordet“‘. Doch kein Aufschrei, kein energisches Nachfragen, das Gespräch ging weiter, als sei Belangloses gesagt. Zunächst war ich irritiert, zum Schluß nur noch verärgert, weil ich mit meiner Arbeit nicht weiter kam, ich suchte letztlich ja nur das erwartete Zitat.

Doch wie weiter? Ich überlegte und erinnerte mich an eine Beilage der Wochenzeitung Das Parlament zu dem Thema. Zwar setzte sich diese Nummer mit den „ewig Gestrigen“ auseinander, die den Massenmord an den Juden leugneten, aber vielleicht kam ich über Literaturangaben weiter. Doch dann stieß ich auf die Arbeit von Georges Wellers Die Zahl der Opfer der Endlösung und der Korherr-Bericht. Wellers befaßte sich mit dem Buch eines Paul Rassinier Was ist Wahrheit?

Die Arbeit beeindruckte mich einerseits durch klare logische Ausführungen, andererseits war ich verblüfft, daß im Kern des Aufsatzes weder von Eichmann noch von Höß oder anderen die Rede war, sondern daß – in einem wesentlichen Bereich – statistisch auf der Basis sowjetischer Volkszählungen argumentiert wurde. Wellers stellte die Ergebnisse der sowjetischen Volkszählung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gegenüber mit dem Ergebnis: Millionen sowjetischer Juden waren verschwunden, um dann die rhetorische Frage an Paul Rassinier zu stellen: „Wo hat man sie versteckt, damit man sie nirgends finden konnte?“ Das zu fragen, fand ich nur recht und billig. Aber wieso war die Frage überhaupt stellbar? War der Massenmord nicht unwiderleglich eindeutig bewiesen? Die Sache schien so doch etwas komplizierter und ganz anders zu sein, als ich gedacht hatte. Damit geriet die logische Kette der Endlösung, so wie ich sie gesehen hatte, ins Wanken. Und ich wurde neugierig, was eigentlich in diesen dubiosen Büchern stand

Durch Zufall gelangte ich an zwei derartige Bücher, Eines war das oben erwähnte Was ist Wahrheit?, das andere von Arthur R. Butz Der Jahrhundertbetrug. Rassiniers Buch fand ich wenig aufschlußreich, überrascht war ich nur, daß Rassinier im KZ Buchenwald gewesen und im übrigen Franzose war. Zu dem Thema war er gekommen, als er in Berichten von Mithäftlingen ausführliche Schilderungen von Gaskammern in Buchenwald gelesen, aber in Buchenwald nie etwas davon gehört oder gesehen hatte. Substantieller war das Buch von Butz. Er stellte eine Vielzahl von Dokumenten zum Massenmord an Juden vor, um dann Einwände vorzutragen. Diese schienen mir durchaus plausibel. Da er immer mit Quelle zitierte, waren seine Angaben vollständig überprüfbar, für jene sonderbare Literatur, zu der ich das Buch zunächst gerechnet hatte, sehr ungewöhnlich. Auch auf die Frage: „Wo hat man sie versteckt?“ hatte Butz eine Antwort. Vereinfacht: Die Juden haben alle überlebt und in einer Art von kollektiver Übereinkunft beschlossen, unauffindbar zu sein, damit später von den Deutschen Wiedergutmachung gefordert werden konnte!

Mir erschien das unsinnig, da aber meine These vielen Lesern ähnlich unsinnig erscheinen mag, will ich logische Einwände vortragen. Wenn sich die Juden, was die These impliziert, im Osten befanden, so wurden sie 1944/45 von der Roten Armee befreit. Da die Wiedergutmachungsleistungen der Bundesrepublik Deutschland zum überwiegenden Teil an den Staat Israel gezahlt wurden, hätte das bedeutet, daß sich alle diese Menschen veranlaßt gesehen hätten, ihr persönliches Schicksal hintanzustellen, damit ein noch nicht existierender Staat (Israel) von einem darniederliegenden Deutschland, das 1945 mehr der Hilfe bedurfte, als daß es Hilfe geben konnte, dereinst Geld fordern konnte.

Vom Hilfsarbeiter bis zum Professor, vom Kind bis zum Greis hätte nicht nur die Gründung des Staates Israel, sondern auch das deutsche Wirtschaftswunder (man beachte Wunder!) erwartet werden müssen, eine wahrlich unglaubliche Leistung. Oder anders herum: Was soll eigentlich einen jüdischen Kaufhausbesitzer veranlassen, auf sein Eigentum, das er doch einfordern konnte, zu Gunsten eines nicht existierenden Staates zu verzichten? Oder noch anders: Was soll eine Mutter – und nicht nur eine – veranlassen, für ihr Kind unauffindbar zu sein? Jüdische Kinder, die ihre Mütter suchen, gibt es genügend!

Nach derartigen Überlegungen nahm ich mir vor, mich mit diesem Thema später einmal ausführlich zu beschäftigen, die Texte von Butz genau an Hand der Quellen zu überprüfen und, falls die Einwände von Butz standhielten, die Schlüsselfrage: „Was ist aus den Juden geworden?“ anzugehen. Vorerst sollte das Thema zurückgestellt werden, da ich spürte, daß es ein typisches Thema ist, in das man sich „verrennen“ kann. Die zentrale Frage aber, was aus den Menschen geworden ist, hat mich nicht mehr losgelassen. Denn setzt diese Frage nicht voraus, daß die herrschenden Mächte, so auch das Dritte Reich, eine Antwort verhindern wollten? Was war da auszurichten? Wie war da überhaupt ein Ansatz zu finden, wo eine mögliche Antwort zu suchen? War es nicht aussichtslos, ja vermessen? Es schien zunächst einfach unmöglich. Wie ich dann doch einen Ansatz gefunden, wie ich eine Entdeckung gemacht habe, das soll im nächsten Kapitel beschrieben werden. Davon ausgehend habe ich gezielt Nachforschungen angestellt, die unter Fakten I und Fakten II vorgestellt werden.


Verweise

Achtung 2.png Bitte beachten Sie zu den aufgeführten Verweisen auch diesen Warnhinweis!


Fußnoten

  1. Adolf Hitler. Monologe im Führerhauptquartier 1941–1944. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann. Hamburg 1980
  2. IMT-Dokumente. Band 34
  3. zitiert nach: Holocaust. Materialien. Landeszentrale für politische Bildung. 1978
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