Dirschau

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Dirschau

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Westpreußen
Landkreis: Dirschau
Provinz: Westpreußen
Einwohner (1890): 11.897
Bevölkerungsdichte: 533 Ew. p. km²
Fläche: 22,3 km²
Höhe: 25 m ü. NN
Koordinaten: 54° 6′ N, 18° 43′ O
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Dirschau befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Dirschau ist eine deutsche Stadt in Westpreußen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Stadt liegt am südlichen Rand des Weichseldeltas, 30 Kilometer von der Mündung der Weichsel in die Ostsee entfernt. Die Verkehrsverhältnisse sind sehr günstig, südlich der Stadt kreuzen sich die Reichsstraßen R 2 bzw. R 1, über die die Nachbarstädte Danzig, Marienburg, Graudenz und Preußisch Stargard zu erreichen sind.

Geschichte

Ältere Zeit

Anhand archäologischer Funde konnte nachgewiesen werden, dass südlich des Weichseldeltas schon in der jüngeren Steinzeit (um 2000 v. Chr.) Menschen lebten. Eine dauerhafte Besiedlung der Gegend belegen Funde aus der vorrömischen Eisenzeit (um 500 v. Chr.) bis zum frühen Mittelalter. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1198 durch den Pommerellen-Herzog Grimslaw, als dieser den damals als Dersow bezeichneten Ort zusammen mit weiteren Gütern dem Johanniterorden als Lehen überließ.

Danach wurde zur Sicherung der den Ort berührenden Handelswege durch den Pommerellen-Herzog Sambor I. eine Burg errichtet, und auf Grund dieser günstigen Verhältnisse begann der Ort an wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung zu gewinnen (nach Weise – s. Quellen – entstand eine deutsche Kaufmannssiedlung mit Johannes von Wittenborg als Schulze 1256). Dies veranlasste Herzog Sambor II., seine Residenz 1252 von Liebschau nach Dirschau zu verlegen. Noch bevor es über städtische Strukturen verfügte, verlieh der Herzog dem Ort das Recht zur Bildung eines Stadtrates. 1258 wurden Alardus von Lübeck und Heinrich Scilder als Ratsmannen erwähnt. Erst 1260 verlieh Sambor II. Dersow das lübische Stadtrecht. 1289 rief der Herzog von Pommerellen den Dominikanerorden in die Stadt, der dort ein Kloster und eine Kirche errichtete.

Im Jahre 1309 wurde Dersow nach dreimonatiger Belagerung von Heinrich von Plötzke, dem Landmeister von Preußen des Deutschen Ritterordens, erobert. Ab 1334/43 ist Pomerellen ein Teil des Ordensstaates Preußens. Der Orden vertrieb die Einwohner, und die Stadt blieb bis 1364 unbewohnt. Nachdem es dem Orden gelungen war, die Stadt mit deutschen Einwanderern zu besiedeln, wurde der Stadt durch den Orden das Kulmer Stadtrecht verliehen. Sie trug nun den deutschen Namen Zursau. Als der Ritterorden 1410 von den Polen geschlagen wurde, kam Zursau kurzzeitig unter polnische Herrschaft, doch mit dem Ersten Frieden von Thorn von 1411 wurde dem Deutschen Orden Pommerellen wieder zugesprochen, sodass der Ort weiterhin deutsch blieb. Bei einem Überfall durch Hussiten kam es 1434 zu einem großen Brand. 1440 trat die Stadt dem Preußischen Bund bei, einer Schutzgemeinschaft mehrerer deutscher Städte gegen den Deutschen Orden. Die Auseinandersetzungen zwischen Bund und Orden führten 1454 schließlich zum Dreizehnjährigen Krieg, der nach der Niederlage des Ordens am 19. Oktober 1466 mit dem Zweiten Thorner Frieden endete. Während der Kriegshandlungen war das Dirschauer Schloß zerstört worden. Mit dem Friedensvertrag kam Pommerellen im westliche Preußen als Königliches Preußen unter die Krone Polens.

1468 wurde Dersau zum Sitz einer Starostei und eines Kreises. Es entwickelte sich zu einem wichtigen Handels- und Handwerkerzentrum und profitierte vor allem vom Getreidehandel. In den Wirren des Niedergangs Polens verursachten Soldaten des vorübergehend herrschenden Ungarn Stephan Bathory 1577 einen verheerenden Stadtbrand, dem bis auf die Kirchen alle Gebäude zum Opfer fielen. Auch während des Konflikts mit Schweden und der Nordischen Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts litt die Stadt unter dem Durchzug kriegerischer Truppen. Blaeu's Prussia Karte Anfang 1600s, basiert auf Caspar Hennebergers Prussia Karte, zeigt Dirschaw. 1626 wird es durch Truppen des schwedischen Königs Gustav Adolf II. besetzt, der vor der Stadt für mehrere Jahre sein Hauptquartier aufschlug. Am 2. September 1657 erlitt Polen bei einem Gefecht mit brandenburgisch-schwedischen Truppen in der Nähe von Dirschau eine schwere Niederlage.

Jüngere Zeit

Bereits bei der Ersten Polnischen Teilung von 1772 kam Dirschau im westlichen Preußen zum Königreich Preußen. Während des Einmarsches Napoleons in Preußen stand das französische Heer zusammen mit den verbündeten polnischen Legionen am 17. Januar 1807 vor Dirschau, und unter verräterischer Unterstützung polnischen Einwohner wurde die Stadt am 23. Februar eingenommen. Die Franzosen errichten vor der Stadt Schanzen und zwölf Basteien.

Nach der Niederlage Napoleons und durch den Wiener Kongress von 1815 war das gefährdete deutsche Gebiet wieder gefestigt. In Dirschau wurden große Teile der Befestigungsanlagen abgetragen, auch die Ruine der alten Burg wurde beseitigt. Mit der preußischen Verwaltungsreform von 1815 kam Dirschau zunächst in den Kreis Preußisch Stargard im Regierungsbezirk Danzig. Am 1. Oktober 1887 wurde Dirschau Kreisstadt des neu gebildeten gleichnamigen Kreises. Zu dieser Zeit hatte sich die Stadt, begünstigt durch den Bau neuer Straßen und Eisenbahnstrecken, zu einem bedeutenden Industrie- und Verkehrszentrum entwickelt. 1857 wurde bei Dirschau eine damals die rund 800 Meter lange Weichselbrücke Dirschau eingeweiht, die zu dieser Zeit die längste Brücke in Nordeuropa war. 1888 wurde in nur 30 Metern Entfernung eine zweite Brücke für den Eisenbahnverkehr gebaut. Der industrielle Aufschwung in Deutschland machte sich auch in Dirschau bemerkbar. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier eine Eisenbahnwerkstatt, zwei Zuckerfabriken, eine Landmaschinenfabrik sowie mehrere Mühlen und Ziegeleien. Auch verfügt Dirschau über einen Weichselhafen.

Nach dem Ersten Weltkrieg mußte Deutschland aufgrund des Versailler Schanddiktats von 1919 unter anderem auch den westlichen Teil Westpreußens mit Dirschau an Polen abtreten. Die offizielle Übergabe erfolgte am 10. Januar 1920. Sofort begann Polen mit der Terrorisierung und Verdrängung der deutschen Bevölkerung Dirschaus. Bereits am 31. August 1939 wurde dann durch Polen der Eisenbahnverkehr nach Ostpreußen durch die Sprengung der Dirschauer Brücke unterbrochen.

Bekannte, in Dirschau geborene Personen

In Dirschau geborene Nichtdeutsche

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