Dombrowski, Ernst von

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Graphiker, Maler, Erzähler Professor von Dombrowski

Ernst Karl Rudolf von Dombrowski (Lebensrune.png 12. September 1896 in Emmersdorf an der Donau, Niederösterreich; Todesrune.png 14. Juli 1985 in Siegsdorf) war ein deutscher Autor, Xylograph und Illustrator aus Österreich. Er war 1934/35 Gaupropagandaleiter, Leiter des vom Dollfuß-Regime bekämpften nationalsozialistischen Gaukulturamtes in der Kampfzeit und nach dem Anschluß Österreichs kommissarischer Leiter der Kammer für bildende Künste in der Reichskulturkammer Graz. Er wurde zu einer Professur an die Akademie für angewandte Kunst in München berufen. Diese hatte er von 1938 bis 1945 inne. Seine „Eulenspiegel“-Illustrationen sorgten für Aufsehen, aber auch seine Werke bei der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München. Ab 1941 war er auch immer wieder Offizier des Heeres an der Ostfront und nebenher Kriegskünstler.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kunstherberge

Ernst von Dombrowski wurde am 12. September 1896 als Sohn des gleichnamigen Jagdschriftstellers (1872–1917) in Emmersdorf bei Melk in Niederösterreich geboren. Ein schweres Schicksal hatte der Künstler nach dem Ersten Weltkrieg zu tragen. Nach vier Jahren Fronteinsatz kehrte der junge Offizier der k. u. k. Armee in die Heimat nach Graz zurück, wo seine Eltern seit 1903 lebten.

Zwischenkriegszeit

Sohn Ernst mußte so schnell wie möglich nach einem Broterwerb Ausschau halten. Schon als Bub wollte er Maler, Zeichner oder etwas ähnliches werden, so besuchte er jetzt – allerdings nur vorübergehend – die Landeskunstschule in Graz und gründete 1920 gleichzeitig den „Künstlerbund“ mit, der auch Ausstellungen veranstaltete, auf denen er mit ersten Werken als Maler vertreten war. In der Hauptsache hielt er sich aber mit werbegraphischen Arbeiten und Buchillustrationen in diesen entbehrungsreichen Jahren über Wasser. 1923 versuchte er sein Glück auch in Berlin, kehrte aber 1924 wieder nach Graz zurück und heiratete nun mit 28 Jahren seine Frau Rosa von Stähling, die ihn durch das ganze Leben begleiten und ihn auch noch überleben sollte. Ohne rechten Erfolg versuchte er sich auch noch bis in die 1930er Jahre hinein als Maler, stellte auch aus, aber ein Riesenbild, das nie fertig wurde, ließ ihn erkennen, daß er kein Maler werden sollte. Selbstbescheidung führte ihn zur Illustration und zur Buchkunst.

Zehn Jahre brauchte er nach seiner Heirat, bis ihn seine Frau auf den richtigen Weg und seine eigentliche Bestimmung, die Holzschneiderei, brachte. In einem seiner Bücher schreibt er über diese plötzliche Einsicht mit 38 Jahren:

„So lang hat es gebraucht, bis es meiner lieben Frau gelang, Ordnung in mein Leben und in meine Arbeit zu bringen.“

Als „Spätling“ kam er Mitte der 1930er Jahre des sozusagen in die ihm beschiedene Laufbahn, zur Holzschneiderei und zum Holzstich, worin er es zur handwerklichen Meisterschaft und künstlerischen Vollendung bringen sollte.

Er war als Hauptmann in der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, kämpfte an der Ostfront, wurde verwundet und zuletzt als Kriegsbeschädigter (70 %) entlassen. Doch die Freiheit währte nicht lange.

Kriegsgefangenschaft

Nun mußte er, nach dem Verlust der Professur für Grafik an der Akademie für angewandte Künste in München, an der er seit 1938 Vorlesungen gehalten hatte, für zwei Jahre in das Internierungslager Gladbach. Aus dieser Zeit trug der inzwischen über 50 Jahre alte Künstler weitere schwere gesundheitliche Schäden davon.

Nachkriegszeit

Mit 51 Jahren machte Ernst von Dombrowski 1947 im Chiemgau den Ort Siegsdorf zu seiner Wahlheimat. Hier, in der Stille, am Waldrand wohnte er und schaffte bis zu seinem Tod 1985 ein künstlerisches Werk von hohen Graden, vor allem als Holzschneider, und in wundersamen, tiefsinnigen Erzählungen in seinen späten Jahren. Er lebte zurückgezogen und war doch ein geachteter Mitbürger in der Gemeinde geworden. Das zeigte sich, als ihn der Gemeinderat 1965 nach 18 Jahren der Zugehörigkeit zum Ehrenbürger ernannte. Der Künstler belohnte seine zweite Heimat für die gute Aufnahme reichlich. So gestaltete er den Musikpavillon künstlerisch aus, schuf für die Kirche ein Altarbild – eine Madonna mit Kind –, und auch ein Gemälde von ihm schmückte den Kircheneingang.

Auch über seinen Tod hinaus sorgte er für junge Künstler. Die Gemeinde erhielt die Urheberrechte seiner Werke und verwaltet seinen Nachlaß, aus dem junge Künstler Stipendien erhalten, die alljährlich von einem Komitee – bestehend aus drei Persönlichkeiten der Gemeinde – vergeben werden. In der Galerie im Rathaus ist außerdem seit 1987 sein Arbeitsplatz aufgebaut, der besichtigt werden kann. Auch die Stadt Traunstein zeichnete den Künstler anläßlich seines 85. Geburtstages im Jahre 1981 durch die Verleihung seiner Ehrenmedaille aus. Schon drei Jahre früher hatte Dombrowski einen Teil seiner Werke der Stadt vermacht – rund 200 Zeichnungen, mehr als 700 Holzdruckstöcke, etliche Holzschnitte und signierte Reproduktionen – und angeregt, sie in einer neu zu schaffenden Galerie auszustellen, was auch geschah.

Mit 60 Jahren fing Dombrowski an, schriftstellerisch zu arbeiten und diese Werke mit Holzstichen zu illustrieren. „Räuberlegende“ hieß sein Erstling, der schon eine beachtliche dichterische Reife aufwies. Bald folgten weitere Erzählungen. Seit ca. 1957 hatte sich der Künstler von der Malerei abgewandt. Ein nie fertig gewordenes Riesengemälde gab den Ausschlag. Im Alter entdeckte er die Malerei wieder und fand sich in eine neue Schaffensperiode hinein.

Zitate

  • „Es ist nicht Großes dabei, wenn ein Volk seine Krieger ehrt, die siegreich heimkehren. Aber wie groß und edel müßte ein Volk sein, das seinen Männern, die geschlagen zurückkommen, noch Kränze flicht.“

Bildergalerie

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Verwundetenabzeichen (1939)
  • Steirischer Staatspreis (zweimal)
  • Goldene Staatsmedaille, Silberne Medaille und Jubiläumsmedaille der Stadt Graz, 1925–1938
  • Professur an die Akademie für angewandte Kunst in München, 1938
  • Erzherzog-Johann-Medaille, 1959
  • Wappennadel der Stadt Krems, 1959
  • Rosegger-Ehrenpreis, 1959
  • Ehrenzeichen der Landeshauptstadt Graz in Gold, 1971
  • Ehrenkreuz für Verdienste um Kunst und Wissenschaft der Republik Österreich, 1971
  • Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark, 1971
  • Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1983
  • Mitglied des akademischen Rates der Humboldt-Gesellschaft, 1983
  • Ehrenbürger von Siegsdorf

Werke (Auswahl)

Winterhilfswerk des Deutschen Volkes, Hg. Ewiges Deutschland, Ein deutsches Hausbuch, Westermann, Braunschweig 1942.jpg

Holzstichzyklen

  • Der Bauernkrieg, 1935
  • Bedeutende Männer der Geschichte, zunächst 12 Graphiken mit Sprüchen von Prinz Eugen über Adolf Hitler zu Immanuel Kant und Heinrich Himmler
  • Troubadourgeschichten, 1940
  • Spruchbilder für das deutsche Heim, 23 Spruchbilder ungerahmt und gerahmt
  • Und es begab sich, 1953

Bücher und Schriften

  • Winterhilfswerk des Deutschen Volkes, Hg. Ewiges Deutschland: Ein deutsches Hausbuch, Westermann, Braunschweig 1942
  • Junge Kunst im Deutschen Reich, 1943
  • Bildband „Herzhafter Soldatenkalender“ (Kalender der tapferen Soldaten), 1944
  • Hanns Wiedmann / Ernst von Dombrowski (Einband): Landser, Tod und Teufel. Aufzeichnungen aus dem Feldzug im Osten, R. Piper Verlag, München 1943
  • Victoria und andere Erzählungen, Leopold Stocker Verlag, Graz 1960
  • Geliebter Holzkopf, R. Schneider, München 1965
  • Das Micherl, Leopold Stocker Verlag, Graz 1963
  • Das Roserl, Leopold Stocker Verlag, Graz 1959
  • Gabriel, kein Erzengel, R. Schneider, München 1966
  • Geträumte Welt, Engelhornverl. A. Spemann, Berlin 1953
  • Clemens Brentano: Geschichte vom braven Kasper und dem schönen Annerl, R. Schneider, München 1969
  • Nur ein Hund, R. Schneider, München 1966
  • Gefährliche Reise, R. Schneider, München 1967
  • Das Glück, R. Schneider, München 1968
  • Gottes ist die Stille, des Teufels ist der Lärm, R. Schneider, München 1967
  • Der Holzschneider Dombrowski, R. Schneider, München 1966
  • Hutzel und Wutzel, R. Schneider, München 1967
  • Johann und Johanna, R. Schneider, München 1968
  • Das Lamm im verlorenen Haufen, R. Schneider, München 1966
  • Liebes, kleines Pferd, R. Schneider, München 1970
  • Mirabell, R. Schneider, München 1970
  • Uschi und die Rache an Camarillis, R. Schneider, München 1970
  • Das Tagebuch der Eva-Maria, R. Schneider, München 1969
  • Räuberlegenden, R. Schneider, München 1967
  • Seht, ein Kind ist uns geboren, R. Schneider, München 1967
  • Von unserer lieben Frau, R. Schneider, München 1968
  • Der Verlobungsring, R. Schneider, München 1971
  • Das Dasein ist köstlich, Stifterbibliothek, Salzburg 1970 (mit Texten von Peter Rosegger)

Verweise

Fußnoten

  1. „Im zweiten Weltkrieg wurde er wieder Soldat und Offizier und so wurde durch Fronteinsätze seine Lehrtätigkeit immer wieder unterbrochen. Im Jahre 1944 hat der Hauptmann Ernst von Dombrowski im Auftrag des Stellvertretenden Generalkommandos des VII AK den ‚Herzhaften Soldatenkalender‘ geschaffen.“, in: Hans Steiner: In memoriam Ernst von Dombrowski, Chiemgau-Blätter 24/2010
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