Dorpmüller, Julius

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Reichsverkehrsminister Dr.-Ing. e. h. Dorpmüller

Julius Heinrich Dorpmüller (Lebensrune.png 24. Juli 1869 in Elberfeld; Todesrune.png 5. Juli 1945 in Malente-Gremsmühlen) war von 1926 bis 1945 Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn und von 1937 bis 1945 Reichsverkehrsminister. Er trug auch die inoffiziellen Titeln „Deutschlands Erster Eisenbahner“ sowie „Hindenburg der Reichsbahn“.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Julius Dorpmüller, 1932
„Zum Tag des deutschen Eisenbahners: Verdiente Eisenbahner mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feierstunde und aus Anlaß des ‚Tages des deutschen Einsenbahners‘ fand im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei in Berlin am 7.12.1943 ein Appell statt, bei dem Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und Staatssekretär Dr. Ing. Ganzenmüller im Fronteinsatz verdiente Eisenbahner auszeichneten. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller bei der Überreichung der Auszeichnungen.“
Julius Dorpmüller mit Albert Speer bei der Überreichung des Fritz-Todt-Ringes, Juli 1944

Dorpmüller studierte 1889 bis 1893 Eisenbahn- und Straßenbau. Nach der im Jahre 1898 bestandenen Baumeisterprüfung war Dorpmüller in der preußischen Staatseisenbahnverwaltung tätig. 1907 trat er als Vorstand des technischen Büros in den Dienst der Schantung-Eisenbahn in Tsingtau. 1908 wurde er Chefingenieur für den deutschen Teil am Neubau der Kaiserlich Chinesischen Staatseisenbahn Tientsin-Pukow ernannt. Nach der Kriegserklärung Chinas ans Deutsche Reich im Jahre 1917, kehrte er 1918 als Flüchtling über die Mandschurei, Sibirien und Rußland nach Deutschland zurück. Als Teil der Deutschen Kaukasus-Truppe unter Generalmajor Friedrich Kreß von Kressenstein in Georgien war er im Feldbahnwesen bei der Organisation der transkaukasischen Eisenbahnen tätig.

1919 wurde er Streckendezernent bei der Reichsbahndirektion Stettin und bautechnischer Oberbaurat bei der Reichsbahndirektion Essen. 1922 bis zum 30. September 1924 war er Präsident der Reichsbahndirektion Oppeln und ab 1. Oktober 1924 bis 1925 Präsident der Reichsbahndirektion Essen/Ruhr. Auf Grund seiner umfassenden Erfahrungen im Eisenbahnwesen wurde Dorpmüller zu den Beratungen über den Dawes-Plan hinzugezogen. 1926 wurde er vom Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft zum Generaldirektor gewählt.

Unter Anlaß der endgültigen Unterstellung der Deutschen Reichsbahn unter die Hoheit des Reiches ernannte Adolf Hitler am 2. Februar 1937 Dr. Julius Dorpmüller zum Reichsverkehrsminister und Staatssekretär des Reichssportministeriums und war ab 1939 auch Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn.

Chronologie

Dr. Robert Ley gratuliert Julius Dorpmüller
Grabstein in Malente
  • 1889 bis 1893 Studium an der Technischen Hochschule Aachen
  • 1893 Regierungsbauführer
  • 1893 bis 1907 bei der Preußischen Staatsbahn, zuletzt der Regierungsbaumeister bei der Eisenbahndirektion Saarbrücken
  • 1908 Chefingenieur bei der Kaiserlich-Chinesischen Staatsbahn, Bau der Strecke Tientsin-Pukow, dann Betriebsführer der Linie Tientsin-Pukow
  • 1917 Flucht über Sibirien nach Deutschland
  • 1918 im Feldeisenbahndienst an der Ostfront
  • 1919 bei der Reichsbahndirektion Essen, Oberbaurat
  • 1922 Präsident der Reichsbahn-Direktion Oppeln / Oberschlesien
  • 1924 Präsident der Reichsbahn-Direktion Essen (Wiederaufbau der Eisenbahn im Ruhrgebiet nach Abzug der französischen Besatzung)
  • 4.7.1926 Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn (DRB)
  • Juni 1933 Vorsitzender des Verwaltungsrates und des Vorstandes des Unternehmens „Reichsautobahnen“
  • 1935 Mitglied des Reichsverkehrsrates
  • Mitglied der Akademie für deutsches Recht
  • Vorstandsrat des Deutschen Museums, München
  • Februar 1937 Reichsverkehrsminister
    • seit 1942 im Hauptausschuß Schienenfahrzeuge (HAS); Mitglieder sind Gerhard Degenkolb als Vorsitzender, der Reichsminister für Kriegsproduktion und Bewaffnung Albert Speer, sowie der neue Staatssekretär für das Verkehrswesen Albert Ganzenmüller, dem es auch gelingt, mit den schwierigen Nachschubprobleme für die Ostfront fertig zu werden.

Kriegsgefangenschaft

Er gehörte 1945 der Reichsregierung Dönitz[1] an und wurde am 23. Mai 1945 in Flensburg-Mürwik von den Briten gefangengenommen. In Le Chesnay wurde Dorpmüller trotz der fortgeschrittenen Krebserkrankung zusammen mit anderen deutschen Wirtschaftsführern wie etwa Hjalmar Schacht, Albert Speer und Ernst Heinkel interniert und verhört.

Adlerschild

Der Adlerschild des deutschen Reiches von Julius Dorpmüller:

Tod

Dr.-Ing. e. h. Julius Dorpmüller starb am 5. Juli 1945, nachdem er sich von einer am 23. Juni 1945 erfolgten Operation nicht erholte. Er wurde in Malente beigesetzt.

Schäbiges Verhalten der BRD

Im Treppenhaus des Verkehrsmuseums Nürnberg und im Dorpmüllersaal des Hauptbahnhofs von Hannover befanden sich bis 1985 Büsten von Dorpmüller, die bei den Vorbereitungen zu den Feiern zum 150-jährigen Bestehen der Eisenbahnen in Deutschland entfernt wurden. Bei der Bundesbahndirektion Essen befand sich ein Dorpmüllerzimmer, das ebenfalls 1985 in „Kleiner Sitzungssaal“ umbenannt wurde. Die dort aufgestellte Büste ist verschwunden. Nach Dorpmüller benannte Straßen gab es in den Städten Wuppertal, Magdeburg, Minden und Hameln. Sie wurden inzwischen umbenannt.

Ein Diplomingenieur aus Ratingen wandte sich im September 1994, bestürzt ob des, gelinde gesagt, „wenig gepflegten“ Grabes, an die Deutsche Bahn AG. In einem Brief des Bundeseisenbahnvermögens vom 2. Januar 1995 wurde ihm mitgeteilt, daß die ehemalige BD Hamburg bis zum 31. Dezember 1991 die Grabstelle Julius Dorpmüllers gepflegt habe. Einer Entscheidung des ehemaligen Vorstandes der Deutschen Bundesbahn zufolge würden derartige Pflegearbeiten danach nicht mehr ausgeführt. Mitte 1995 kaufte ein junger Arzt aus Hamburg die inzwischen völlig verwahrloste Grabstätte und übernahm auf eigene Kosten die weitere Pflege.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Literatur

  • Hans Bock & Franz Garrecht: Julius Dorpmüller. Ein Leben für die Eisenbahn, Ritzau Verlag
  • Alfred Gottwaldt: Dorpmüllers Reichsbahn, EK-Verlag
  • Alfred Gottwaldt: Julius Dorpmüller, die Reichsbahn und die Autobahn. Verkehrspolitik und Leben des Verkehrsministers bis 1945

Fußnoten

  1. Mit dabei waren Reichsernährungsminister Herbert Backe, Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti, Reichsverkehrsminister Julius Heinrich Dorpmüller, Reichsfinanz- und Reichsaußenminister Lutz Schwerin von Krosigk, Reichsminister Otto Meißner, Reichsminister für die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg, Reichserziehungsminister Bernhard Rust, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, Reichsrüstungsminister Albert Speer und Reichsjustizminister Otto Georg Thierack; daneben militärische Befehlshaber wie die Generalfeldmarschälle Fedor von Bock, Walther von Brauchitsch und Erich von Manstein.
  2. Amtliche Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 33. Jahrgang, Nr. 15 (22. Februar 1913), S. 105
  3. Alfred Gottwald: Julius Dorpmüller, die Reichsbahn und die Autobahn. S. 87.
  4. Klaus D. Patzwall: Das Goldene Parteiabzeichen und seine Verleihungen ehrenhalber 1934-1944, Studien der Geschichte der Auszeichnungen, Band 4, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2004, S. 67, ISBN 3-931533-50-6
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