Böhm-Ermolli, Eduard von

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Dr. h. c. Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli

Eduard Böhm, seit 1885 von Böhm-Ermolli, seit 1917 Freiherr von Böhm-Ermolli (Lebensrune.png 12. Februar 1856 in Ancona, damals Kirchenstaat; Todesrune.png 9. Dezember 1941 in Troppau, Sudetenland) war ein deutscher Feldmarschall der k.u.k. Armee, Heerführer und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ mit Eichenlaub im Ersten Weltkrieg sowie charakterisierter Generalfeldmarschall der Wehrmacht.

Leben

König Ludwig von Bayern empfängt General der Kavallerie von Böhm-Ermolli anläßlich der Verleihung des Großkreuzes des Königlich Bayerischen Militärverdienstordens mit Schwertern im Sommer 1915.
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Eduard war der Sohn des Offiziers der k. k. Armee sowie Gemeinsamen Armee Major Georg Böhm (1813–1893) aus Kunewald bei Neutitschein, eines ehemaligen Unteroffiziers, der wegen Tapferkeit in der Schlacht bei Novara (1849) zum Offizier befördert, bei Versetzung in den Ruhestand (1877) zum Major ernannt und in den erblichen Adelsstand (14. September 1885) erhoben worden war. Schon am 24. Juni 1885 hatte der Vater die Erlaubnis erhalten, seinem eigenen Namen den Geburtsnamen seiner Ehefrau (Maria Josepha Ermolli; Todesrune.png 1906) hinzuzufügen. Seitdem hieß die in der Garnisonsstadt Troppau lebende Familie nun „von Böhm-Ermolli“.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde ihm die Führung der 2. Armee übertragen. Später kam noch die Heeresgruppe Böhm-Ermolli hinzu. Zuerst am Feldzug gegen Serbien beteiligt, wurde die 2. Armee von Franz Conrad von Hötzendorf zu spät gegen die eindringenden russischen Truppen in Galizien herangezogen.

Am 1. Mai 1916 erfolgte, wegen seiner Beteiligung an der der Schlacht von Gorlice-Tarnów und der Rückeroberung von Lemberg, die Beförderung zum Generaloberst, im August 1917 die Erhebung in den erblichen Freiherrenstand, die Mitgliedschaft im österreichischen Herrenhaus und am 31. Januar 1918 die Ernennung zum Feldmarschall.

Nach der Befreiung des Sudetenlandes 1938 wurde er als einziger der noch lebenden k. u. k. Feldmarschälle im Oktober 1940 mit dem „Charakter“, also Ehrenrang eines Generalfeldmarschalls ausgezeichnet und zum Chef des in Troppau stationierten Infanterie-Regiments 28 ernannt. Als der 85jährige Feldmarschall 1941 starb, wurde er auf den Wiener Heldenplatz mit einem Staatsakt geehrt, bei dem Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die Wehrmacht vertrat.

Chronologie

  • Besuch des Kadetteninstituts in Sankt Pölten
  • 1.9.1875 als Leutnant aus der Theresianischen Militärakademie ausgemustert und in das Dragoner-Regiment 4 „Erzherzog Albrecht“ überwiesen
  • 1875 bis 1876 Besuch der Brigadeschule Enns
  • 1.11.1878 kommandiert zur Kriegsschule in Wien
  • 1.11.1880 dem Generalstab zugeteilt und der 21. Infanterie-Brigade in Lemberg überwiesen
  • 26.4.1882 der 15. Kavallerie-Brigade in Debreczin zugeteilt
  • 18.1.1884 zum Landesbeschreibungsbureau in Wien eingeteilt
  • 1.4.1884 in die Militär-Abteilung des 10. Korps-Kommandos in Brünn versetzt
  • 1.5.1884 unter Belassung in dieser Stellung in das Generalstabskorps übernommen
  • 24.6.1885 Annahme des Namenszusatzes „Ermolli“
  • 14.9.1885 erblicher Adelsstand
  • 1.5.1888 in die IV. Mappierungs-Abteilung, Klagenfurt, versetzt
  • 1.5.1889 Eskadrons-Kommandant im Ulanen-Regiment 13 in Brzezany
  • 20.4.1891 zum General-Kavallerie-Inspektor, Wien, versetzt
  • 15.10.1895 Kommandant der 1. Division des Ulanen-Regiments 13, Brody
  • 2.12.1896 Kommandant des Ulanen-Regiments Nr. 3, Grodek
  • 15.4.1901 Kommandant der 16. Kavallerie-Brigade, Preßburg
  • 14.4.1905 Kommandant der Kavallerie-Truppendivision in Krakau
  • 28.4.1909 Kommandant der 12. Infanterie-Truppendivision, Krakau
  • 7.2.1911 Kommandant des I. Korps und Kommandierender General in Krakau
  • 4.2.1913 Oberstinhaber des Ulanen-Regiments Nr. 13
  • 26.7.1914 Oberkommandant der 2. Armee
    • beteiligt an der 1. Offensive gegen Serbien über die Save; ging dann nach dem nördlichen Kriegsschauplatz.
    • Eingreifen in die Schlacht bei Lemberg
    • führte seine Armee zum Schutze Preußisch-Schlesiens, deckte dieses nördlich Krakau-Czenstochau, um wieder in die Karpathen zurückzukehren, an deren Verteidigung im Winter 1914–15 die 2. Armee hervorragenden Anteil hatte.
    • Während der Offensive 1915 gelang Böhm-Ermolli am 22. Juni die Wiedereroberung Lembergs und das Vordringen bis an den Sereth
    • 8.9.1915 bis 15.6.1916 zugleich Oberkommandant der Heeresgruppe „Böhm-Ermolli“
    • erfolgreiche Abwehrschlachten in Ostgalizien
    • 1917 Gegenoffensive bis zum Zbrucz und Befreiung von Czernowitz
    • 1918 Besetzung der Ukraine und Einnahme von Odessa
  • 21.5.1917 Mitglied des österreichischen Herrenhauses des Reichsrates auf Lebenszeit
  • 10.5.1918 zur Disposition
  • 1.12.1918 pensioniert
  • 31.10.1940 Charakter eines Generalfeldmarschalls der Wehrmacht und Chef des in Troppau stationierten Infanterie-Regiments 28

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Grabstätte (Bild: WW2 Gravestone)

Ehrungen

  • kaiserlicher und königlicher Geheimer Rat am 25. Dezember 1911
  • Oberstinhaber des Ulanen-Regiments Nr. 13 am 4. Februar 1913
  • erblicher Freiherrnstand am 17. August 1917
  • Chef des Infanterie-Regiments 28, 1940
  • Böhm-Ermolli-Straße im Salzburger Stadtteil Maxglan, 1946