Eiche

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel befasst sich mit den Eichbäumen; zu weiteren Bedeutungen siehe Eichen (Auswahlseite) und Eiche (Auswahlseite).
Eichenbaum.jpg

Die Eiche (lat. Quercus) gehört zur Pflanzenfamilie der Buchengewächse (Fagaceae) und ist mit einer Vielzahl von Arten vertreten. In Deutschland sowie im gesamten mitteleuropäischen Raum vorherrschend sind Stiel- oder Deutsche Eiche (Quercus robur) und Trauben- oder Stein-Eiche (Quercus petreae). In wärmeren Regionen und vor allem in Südeuropa sind die Flaum-Eiche (Quercus pubescens), die Stein-Eiche (Quercus ilex) und die Zerr-Eiche (Quercus cerris) die häufigsten Vertreter. Wirtschaftliche Bedeutung hat hierzulande die aus dem östlichen Nordamerika stammende Rot-Eiche (Quercus rubra) erlangen können.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung im alten Germanien

Während des Altertums wurde die Eiche überall in Europa als mächtig und heilig angesehen. Der Baum wurde mit Stärke und Schutz in Verbindung gebracht und war dem Himmelsvater gewidmet. Die Eichel, ihre Frucht, war ein heiliges Symbol der Potenz. Daher wurde der Baum zu einem beliebten Symbol bei Königen. Wegen seiner Assoziation mit Stärke und Schutz wurden Türen aus Eiche gemacht und Schilde für Krieger. Eichenholz wurde wegen seiner starken Struktur auch gern für massive Bauten, wie für Fachwerkhäuser und im Schiffsbau eingesetzt. In heidnischen Zeiten glaubte man, daß Eichen oft auf heiligen Plätzen mit besonderer Kraft wachsen. An einen solchen Baum eine Axt anzulegen, war ein schweres Vergehen.

Die Eiche wurde auch als bevorzugtes Ziel für Blitze angesehen. Dies verband sie mit der göttlichen Kraft Donarss (bzw. nordgerm. Thor), und ein Baum, der von einem Blitz getroffen wurde, strahlte danach starke magische Kraft aus. Die Eiche war der Baum des Mittsommers, und zur Wintersonnenwende wurde ein Scheit entzündet, den man mit kleiner Flamme so lange wie möglich am Brennen hielt.

Die mächtige Eiche soll Krankheiten heilen können. Wer ihre Heilungskräfte nutzen wollte, ging um den Stamm herum, zwängte sich durch Spalten oder begrub Haarbüschel oder Fingernägel unter dem Baum. Wenn der erste ausgefallene Milchzahn eines Kindes unter einer Eiche vergraben wurde, so glaubte man, daß der neue Zahn leichter kommen und schön wachsen würde. Wein aus Eichenblättern ist ein kraftvolles Getränk, und die Borke enthält Tannin, das zum Gerben von Leder verwendet wurde.

Germanische Mythologie

Im 2. Gudrunlied 22 werden gebratene Eicheln, Eingeweide von Opfertieren und gesottene Schweinsleber als Heilmittel genannt. In der Snorri Edda wird hjarta heitir ok akarn, d. h. der Genuß eines heißrohen Herzens mit Eichelkern (auf Kohlen geröstet) als Nahrung der Götter erwähnt. Havamal 137 empfiehlt die Eichelfrucht gegen windenden Ruhrschmerz. Eichenasche scheint volksmedizinisch häufig verwendet worden zu sein. Die Volsungsaga 2 berichtet von der Tempelhalle des Königs Wolsung, in der eine große Eiche stand, deren Zweige sich über das Dach hinaus ausbreiteten.

Vegetationsgeist

Deutsche Eiche (Quercus robur) zwischen Buckow und Feldhorge

Wie ein göttlich verehrtes Wesen erhielt der Eichengeist im ungefähren Gebiet des heutigen Dänemark Brot, Bier, Fleisch und Julgrütze als Opfergabe. Wie auch der Hollerbaum galt er als Schutzgeist der Sippe.

Beschreibung

Die Eiche ist ein Baum mit kätzchenförmigen männlichen Blütenständen. Die weiblichen Blüten wachsen einzeln, die Früchte sind von einer becherförmigen, verholzenden Hülle umgeben.

Arten

Rot-Eiche (Quercus rubra L.): Blätter 15-20 cm lang, beidseits mit 4-6 breiten Lappen und schmalen Buchten. Blattzipfel zugespitzt. Eichel bis 2,5 cm lang, im 2. Jahr reifend. Blütezeit Mai. Bis 25 m hoch. Vorkommen: Wälder und Parks

Sumpf-Eiche (Quercus palustris MÜNCHH.): Blätter 8-12 cm lang mit 2-4 fast waagerecht abstehenden schmalen Lappen und breiten Buchten. Blattzipfel zugespitzt. Eichel bis 1,5 cm lang, im 2.Jahr reifend. Blütezeit Mai. Bis 25 m hoch. Vorkommen: Wälder und Parks

Flaum-Eiche (Quercus pubescens WILLD.): Blattzipfel abgerundet. Junge Äste und Blattknospen filzig behaart, ebenso die Blattunterseiten. Eicheln im 1.Jahr reifend. Blütezeit Mai. 3-20 m hoch. Vorkommen: in Mittel- und Süddeutschland an sonnigen und steinigen Hügeln und Abhängen, selten.

Trauben-Eiche (Quercus petraea LIEBL.): Stamm fast bis zum Wipfel sichtbar. Blattzipfel abgerundet, Blätter deutlich gestielt. Junge Äste und Blattknospen kahl. Früchte im 1. Jahr reifend, sitzend oder sehr kurz gestielt. Blütezeit Mai. Bis 30 m hoch. Vorkommen: Wälder, buschige Abhänge, Felsen, verbreitet

Deutsche Eiche, Stieleiche (Quercus robur L.): Stamm zerteilt sich vom Beginn der Krone an in knorrig- gekrümmte Äste, Wipfel von unten kaum sichtbar. Blattzipfel abgerundet, Blätter fast sitzend. Früchte im 1.Jahr reifend, lang gestielt. Blütezeit Mai. Bis 40 m hoch. Vorkommen: Wälder, Auen, Flußtäler, verbreitet.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Eichenholz

Die Eiche besitzt nach wie vor große wirtschaftliche Bedeutung durch die Nutzung ihres Holzes für hochwertige Holzbauten und die Möbelherstellung. Eichenholz ist aufgrund seines hohen Gerbsäuregehaltes besonders haltbar gegen Insektenfraß und wurde in den zurückliegenden Jahrhunderten bevorzugt für den Wasser- und Schiffbau verwendet. So ist die Lagunenstadt Venedig beispielsweise auf tausenden Eichenpfählen errichtet.

Eichenlaub, -rinde, -gallen

Dem untergeordnet ist die Nutzung der Eiche zur Herstellung der sogenannten Gerberlohe, einer Brühe, die aus gekochter Eichenrinde, Eichenlaub und -gallen hergestellt wurde, um damit Felle und Häute zu gerben (haltbar zu machen). Diese Nutzung ist heute nur noch historisch.

Aus den Eichengallen, einer krankhaften Bildung der Eichenblätter, die sich nach dem Stich der Gallwespe bilden, wurde hauptsächlich im Mittelalter die sogenannte Gallustinte als dokumentenechte Schreibtinte hergestellt. Auch diese Nutzung ist heute, von gelegentlichen Ausnahmen abgesehen, nur noch historisch zu nennen.

Eichelmast

Bereits der römische Meisterkoch Apicius riet im 1. Jh. n. Chr. zur Eichelmast von Schweinen, um einen besonderen Geschmack des Fleisches zu erreichen. Auch heute noch wird diese Methode in verschiedenen südeuropäischen Ländern angewendet, um eine spezielle Fleischqualität zur Herstellung von Schinkenspezialitäten zu erzielen.

Anwendung in der Kräuterheilkunde

  • Standorte: Wälder, Parks, einzeln stehende Exemplare
  • Pflanzenteile: Blätter, Rinde junger Zweige, Galläpfel
  • Sammelzeit: Blätter Mai-Juli, Rinde und Galläpfel ganzjährig
  • Inhaltsstoffe:
  • Rinde enthält 7-20 % Tannin in Form einer Zuckerverbindung (kein freies Tannin) und den Bitterstoff Quercin.
  • Eicheln enthalten 7-8 % Gerbstoff und größere Mengen Stärke, Zucker, Eiweiße und Fette.
  • Eichengallen enthalten bis zu 30 % Gerbstoff, getrocknet bis zu 70 %.

Wirkungen in der Naturheikunde

Gesammelt wird die Rinde (Cortex Quercus) von dünnen Zweigen im Frühsommer und die Frucht (Glandex Quercus) im Herbst. Sie enthalten überwiegend gerbstoffreiche Tannine.[2]

Äußere Anwendung zur Behandlung kleinerer Wunden und Einrisse in Form von Umschlägen und Bädern, z. B. bei Fissuren im Analbereich oder Hämorrhoiden, bei Ekzemen und Frostbeulen.

Innere Anwendung bei Entzündungen (Katarrhen) des Magendarmtraktes.

Eichenrindentee: Die noch glatte Rinde junger Eichenzweige kann ganzjährig gesammelt und frisch oder getrocknet als Kaltwasserauszug oder als Tee (1-2 TL entsprechen 3g auf eine Tasse Wasser, 10 Minuten kochen) verwendet werden.

Getrocknete und gemahlene Galläpfel sollten wegen des höheren Gerbsäuregehaltes nur messerspitzenweise für Tees verwendet werden! (Tagesmenge höchstens 2 Tassen)

In früherer Zeit wurde beobachtet, daß die Gerber, die regelmäßig mit der Gerberlohe umgingen, nicht an der Tuberkulose erkrankten, die als Schwindsucht oder Auszehrung eine der schlimmsten damalig herrschenden Krankheiten darstellte. Daraus wurde geschlossen, daß die Einnahme kleiner Dosen von Eichentee oder Eichenrindenpulver dieser schweren Krankheit vorbeugt.

Eichenrindenpulver: Statt dem Eichentee aus Blättern kann auch eine Messerspitze Eichenrindenpulver auf eine Tasse Wasser, Milch oder Brühe oder auf Zucker eingenommen werden.

Personen, die damit rechnen müssen, mit ihren Füßen längere Zeit im Nassen verweilen zu müssen, können sich gegen Fußschäden (Wundsein usw.) dadurch schützen, daß sie kleine Mengen von Eichenrindenpulver in die Socken bzw. Schuhe stäuben.

Eichelkaffee: In schweren Zeiten, wie z. B. während der englischen Hungerblockade im Ersten Weltkrieg wurde aus gerösteten Eicheln Kaffeeersatz gekocht. Zeitgenössische Quellen empfehlen, höchstens die Hälfte des Kaffees durch geröstete Eichelfrüchte zu ersetzen und den Gebrauch nicht über zwei Wochen hinaus fortzusetzen. Andernfalls treten durch den hohen Gerbsäuregehalt des Kaffeeersatzes Magen- und Darmprobleme auf. Der Kaffeeersatz wurde selbst in Notzeiten nur sehr ungern verwendet, und das sagt wohl alles! Der Eichelkaffee schmeckt einfach nur bitter und ist kein wirklicher Ersatz für richtigen Bohnenkaffee.

Gegenanzeigen Nicht bei kleinen Kindern und nicht über das angegebene Maß (höchstens 2 Tassen Tee täglich) hinaus anwenden, da durch den hohen Gerbsäuregehalt andernfalls Magenprobleme auftreten könnten.

Siehe auch

Literatur

  • H. E. Manteuffel: Die Eiche, deren Anzucht, Pflege und Abnutzung, 1874 (PDF-Datei)
  • Paul Wagler: Die Eiche in alter und neuer Zeit. Eine mythologisch-kulturhistorische Studie (1891) (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Rothmaler, W. Exkursionsflora. Volk und Wissen Berlin 1952.
  2. Wendelberger, E. Heilpflanzen. BLV Naturführer. München 2005.
Meine Werkzeuge