Entnazifizierung

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Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen stehen 1949 vor der VS-Militär-Behörde in Berlin-Zehlendorf zur Entnazifizierung an.

Die Entnazifizierung war eine Zielsetzung bzw. ein Maßnahmenbündel der Alliierten nach ihrem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland, die ab Juli 1945 mit dem Ziel der Zerstörung der deutschen Volksseele umgesetzt wurden. Während sich die Westalliierten auf die psychische Zerstörung konzentrierten, wurde in der SBZ auch die physische Vernichtung als probates Mittel eingesetzt.

Nach der Potsdamer Konferenz sollten die deutsche Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Jurisdiktion und Politik in der BRD und der neuerlich abgetrennten Republik Österreich von allen Einflüssen des Nationalsozialismus befreit werden. Dies sollte im Zusammenhang mit einer umfassenden Demokratisierung und Entmilitarisierung geschehen.

Für Deutschland verabschiedete der Alliierte Kontrollrat in Berlin ab Januar 1946 eine Vielzahl an Entnazifizierungsdirektiven, mittels derer man bestimmte Personengruppen definierte und anschließend einer gerichtlichen Untersuchung zuführte.

Sefton Delmer äußerte sich in seinem Buch „Die Deutschen und ich" S. 682–683 wie folgt:

„Fast noch erschreckender aber fand ich das, was ich von der Arbeit der sogenannten Entnazifizierungsgerichte zu sehen bekam. [...] Jedesmal wenn ich nach Deutschland kam, ging ich zu diesen Gerichtssitzungen, und jedesmal war ich von neuem entsetzt. Denn ich hatte den Eindruck, daß hier die gleiche Rachsucht und der gleiche Mangel an Achtung vor den Regeln der Prozeßordnung herrschten, wie ich sie bei den kommunistischen ‚Volksgerichtshöfen‘ in Belgrad und Warschau erlebt hatte.“

Inhaltsverzeichnis

Entnazifizierungslager

Mehr als 500.000 deutsche Zivilisten wurden nach 1945 von den Alliierten oft völlig zu Unrecht in sogenannten „Entnazifizierungslagern“ eingesperrt.

VS-amerikanische Zone

Die VS-Amerikaner versuchten in ihrer Besatzungszone zunächst selbst eine scharfe „Entnazifizierung“ zu betreiben. Zuständig war die OMGUS-Dienststelle. Jeder der 13,4 Millionen Bürger über 18 Jahre mußte für die Amerikaner einen Bogen mit 131 von ihnen erstellten Positionen ausfüllen.

Am 5. März 1946 unterzeichneten die Ministerpräsidenten der drei Länder der amerikanischen Zone in München ein „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“ und am 13. Mai nahmen mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung die ersten deutschen Amateurgerichte, die sogenannten Spruchkammern zur Durchführung des „Befreiungsgesetzes“ ihre Tätigkeit auf. 545 regional zuständige Spruchkammern saßen – jedoch weiterhin unter Beaufsichtigung und gewünschter Urteilskorrektur durch das amerikanischen Militär – über mehr als 900.000 Fälle zu Gericht. Unter den deutschen Politikern engagierte sich insbesondere Gottlob Kamm in dieser Aufgabe.

Zitate

  • „Diese ganze Organisation der Entnazifizierung wurde durch die Untermenschen ins Leben gerufen, um alles, was natürlich, stark, schön, lebendig, intelligent und stolz und des Herrschens wert war, in Staub zu zermalmen – all das, was diese ‚Würmer‘ nicht verstehen können, und daher hassen.“Savitri Devi Mukherji[1]

Siehe auch

Verweise

Literatur

  • Kathrin Meyer: Entnazifizierung von Frauen: Die Internierungslager der US-Zone Deutschlands 1945–1952. Metropol, Berlin 2004
  • Hans-Jürgen Evert: Verschwiegene Zeitgeschichte. Wende zur Wahrheit. Evert-Verlag, Fischbachau, 2. Auflage 1989, ISBN 3-9800946-4-2

Fußnoten

  1. 96-book.png PDF Savitri Devi Mukherji: Gold im Schmelztiegel, Kritik Nr. 60, 1982, S. 29
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