Honecker, Erich

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Erich Honecker (1912–1994)

Erich Honecker (geb. 25. August 1912 in Neunkirchen (Saar); gest. 29. Mai 1994 in Santiago de Chile) war Vorsitzender der FDJ, Staatsratsvorsitzender des Besatzungskonstrukts DDR und Generalsekretär des Zentralkomitees der SED. Er leitete die Planungen des Mauerbaus.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Erich Honecker wurde 1912 in Neunkirchen/Saar als Sohn eines Bergmanns geboren und wuchs im „roten“ Wiebelskirchen in einer achtköpfigen Familie auf. Sein Vater, ein engagierter „roter“ Sozialist, gehörte zuerst der SPD, dann der USPD und schließlich ab 1919 der KPD an. Honecker selbst war von 1922 bis 1926 Mitglied der kommunistischen Kinderorganisation „Jung-Spartakus-Bund“, bevor er 1926 in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) eintrat. Da der Wunschberuf Lokführer einem Arbeiterkind verwehrt war, entschloß sich Honecker nach der Volksschule eher halbherzig zu einer Dachdeckerlehre, die er jedoch abbrach. 1929 wurde er in die KPD aufgenommen. 1930 besuchte er die Schule der Jugendinternationale in Moskau.[1]

Erich Honecker (links) empfängt 1972 Angela Davis

Wirken

1930 bzw. 1931 wurde Erich Honecker Mitglied des Roten Frontkämpferbundes (RFB) und der Roten Hilfe Deutschlands. Wieder in Deutschland, wurde er 1931 hauptamtlicher KJVD-Funktionär und Agitprop-Leiter des Bezirks Saar. Nach 1933 arbeitete er illegal im Auftrag des Zentralkomitees (ZK) des KJVD, dem er seit 1934 auch selbst angehörte. Unter Decknamen bereiste er benachbarte Staaten und nahm u. a. an der Internationalen Antifaschistischen Jugendkonferenz 1933 in Paris teil. Er organisierte Jugendarbeit im Westen und Süden Deutschlands und war schließlich unter dem Decknamen „Martin Tjaden“ Leiter der illegalen Arbeit des KJVD in Berlin.

Im sogenannten kommunistischen „Saarkampf“ stellte er sich vehement gegen den Wiederanschluß des Saargebietes, das französisch besetzt war, an das Deutsche Reich. Der Rückkehr stimmten dann 90 % der Bewohner in einer Volksabstimmung zu. Nach kurzer Inhaftierung wegen kommunistischer Umtriebe im Jahre 1934 wurde er dann wieder entlassen, setzte seine kommunistische Wühltätigkeit jedoch unbekümmert fort – bis er am 4. Dezember 1935 der Gestapo in die Hände fiel. 1937 wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im März 1945 floh er aus der Haft und suchte Kontakt zur Gruppe Ulbricht.

Nach dem Zusammenbruch 1945 war er in der SBZ Jugendsekretär der KPD. Im selben Jahr wirkte er bei der Gründung der FDJ mit, deren Vorsitzender er bis 1955 blieb. 1946 wurde er Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED, 1958 Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK. 1955 besuchte er die Parteihochschule des ZK der KPdSU in Moskau. Im Jahre 1961 leitete er den Bau der Mauer, die fast 30 Jahre lang Mitteldeutschland von Westdeutschland weitgehend hermetisch abriegelte.

Am 3. Mai 1971 wurde er als Nachfolger von Walter Ulbricht erster Sekretär des Zentralkomitees der SED. Seit 1976 war er auch Generalsekretär des ZK und von 1949 bis 1989 ebenso Abgeordneter der Volkskammer der DDR. 1971 wurde er Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates.

Anfang der 1970er Jahre lenkte er Investitionsmittel aus der Wirtschaft in den Konsum um, um durch eine verbesserte Versorgungslage die Zustimmung zur Politik der SED in der Bevölkerung Mitteldeutschlands zu erhöhen. Die zur Aufrechterhaltung des Konsums aufgenommenen Kredite schränkten den Spielraum der SED jedoch immer mehr ein und führten letztlich zum kompletten Zusammenbruch des Wirtschaftssystems der DDR.

Am 29. Oktober 1976 wurde Honecker als Nachfolger von Willi Stoph Vorsitzender des Staatsrates. 1987 distanzierte er sich von den Reformkonzepten des Ostblocks unter Gorbatschow. Im September 1987 fuhr Honecker zu seinem ersten und letzten „Staats“-Besuch in die West-BRD.

Nach den Massenfluchten aus der DDR aufgrund der sich stetig verschlechternden wirtschaftlichen Lage, zuerst in westliche Botschaften und später auch über die deutsch-ungarische Grenze nach Österreich, wurde Honecker am 18. Oktober 1989 zunächst als Vorsitzender des Politbüros aus vorgeblichen „gesundheitlichen Gründen“ abgewählt.

„Mit seinem stoischen Festhalten am orthodoxen Kommunismus, dessen Ritualen und Lügen, vor allem aber mit seiner Ignoranz des Volkswillens, trug Erich Honecker [...] maßgeblich zum eigenen Sturz bei. In einer dramatischen Sitzung des Politbüros am 17. Oktober 1989 zwang ihn seine Führungselite zum Rücktritt.“[2]

In seiner daraufhin erfolgten Abschiedsrede vom 18. Oktober 1989 sagt er:[3]

„Liebe Genossinnen und Genossen!
Nach reiflichem Überlegen und im Ergebnis der gestrigen Beratung im Politbüro bin ich zu folgendem Entschluß gekommen: Infolge meiner Erkrankung und nach überstandener Operation erlaubt mir mein Gesundheitszustand nicht mehr den Einsatz an Kraft und Energie, den die Geschicke unserer Partei und des Volkes heute und künftig verlangen. Deshalb bitte ich das Zentralkomitee, mich von der Funktion des Generalsekretärs des ZK der SED, vom Amt des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR und von der Funktion des Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates der DDR zu entbinden. Dem Zentralkomitee und der Volkskammer sollte Genosse Egon Krenz vorgeschlagen werden, der fähig und entschlossen ist, der Verantwortung und dem Ausmaß der Arbeit so zu entsprechen, wie es die Lage, die Interessen der Partei und des Volkes und die alle Bereiche der Gesellschaft umfassenden Vorbereitungen des XII. Parteitages erfordern.
Liebe Genossen!
Mein ganzes bewußtes Leben habe ich in unverrückbarer Treue zur revolutionären Sache der Arbeiterklasse und zu unserer marxistisch-leninistischen Weltanschauung der Errichtung des Sozialismus auf deutschem Boden gewidmet. Die Gründung und die erfolgreiche Entwicklung der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik, deren Bilanz wir am 40. Jahrestag gemeinsam gezogen haben, betrachte ich als die Krönung des Kampfes unserer Partei und meines eigenen Werkes als Kommunist.
Dem Politbüro, dem Zentralkomitee, meinen Kampfgefährten in der schweren Zeit des antifaschistischen Widerstandes, den Mitgliedern der Partei und allen Bürgern unseres Landes danke ich für jahrzehntelanges gemeinschaftliches und fruchtbares Handeln zum Wohle meines Volkes.
Meiner Partei werde ich auch in Zukunft mit meinen Erfahrungen und mit meinem Rat zur Verfügung stehen.
Ich wünsche unserer Partei und ihrer Führung auch weiterhin die Festigung ihrer Einheit und Geschlossenheit und dem Zentralkomitee weiteren Erfolg.“
Zum Anhören:


Zu Honeckers politischem Ende heißt es:

„Wenn man sich vorstellt, daß es niemand geringeres war, als Offiziere des Ministeriums für Staatssicherheit, die im November 1989 ein Ermittlungsverfahren gegen den vor wenigen Tagen gestürzten Generalsekretär der SED eröffneten, ahnt man die Dimension dieses gnadenlosen Opportunismus der eigenen Genossen. [...] Hier funktionierten wieder einmal Mechanismen, die Machiavelli bereits im 16. Jahrhundert in ‚Der Fürst‘ beschrieb. Wenn der Fürst gestürzt ist, sind die Höflinge, die Paladine von einst, an nichts so sehr interessiert, wie an ihrer eigenen Reinwaschung sowie daran, das Andenken an den einst Gehuldigten vergessen zu machen.“[2]

Nach Ausschluß aus der SED trat Honecker wieder der neugegründeten KPD bei. Kurzzeitig in Untersuchungshaft, floh er am 13. März 1991 nach Moskau. Nach dem Ausweisungsbeschluß der russischen Regierung kam er in der Groß-BRD erneut in Untersuchungshaft und wurde wegen der Opfer, welche an der Mauer und innerdeutschen Grenze zu Tode kamen, angeklagt. 1993 wurde das Verfahren gegen ihn aus Gesundheits- und Altersgründen eingestellt. Er übersiedelte daraufhin nach Chile und verstarb dort ein Jahr später.


„Erich Honecker unterschied sich in der Hauptsache nicht von einem Castro oder einem Ceaucescu, da alle kommunistischen Führer die gleiche politisch-doktrinäre Linie vertraten, totalitär ausgerichteten Staaten vorstanden und diese mit allen Machtmitteln, die einer Diktatur zur Verfügung stehen, regierten. [...] Erich Honecker liebte die Macht einzig und allein um der Macht Willen. [...] Die sogenannte ‚Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ war – abgesehen davon, daß sie nicht funktionierte – nichts anderes als ein Mittel zum Machterhalt. [...] Honecker und die SED hatten in erster Linie nicht irgendeine Rechtsordnung gebrochen, sondern ein kriminelles Rechtswesen geschaffen, das als solches selbst vor Gericht gehört hätte.“[2]

Zitate

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„Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind.“
– Erich Honecker, im Januar 1989


Familie

Erich Honeckers Enkel ist Roberto Yánez Betancourt y Honecker (* 1974). Er ist der Sohn von Honeckers Tochter Sonja und eines Chilenen und lebte bis 1990 in Ost-Berlin. Heute (2010) wohnt Betancourt y Honecker im Haus seiner Großmutter Margot Honecker (1927–2016) in Santiago de Chile.

Verweise

Fußnoten

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