Koch, Erich

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Erich Koch (1896–1986)
Unterschrift Koch, Erich.png
Eröffnung der 27. Deutschen Ostmesse in Königsberg am 20. August 1939; beim Rundgang durch die Ausstellung v.r.n.l: Arthur Greiser, Hans Pfundtner, Friedrich Landfried, Erich Koch
Alfred Meyer (rechts) und Alfred Rosenberg (groß in der Bildmitte) in der ukrainischen Stadt Kiew, Juni 1942. Zwischen den beiden ist der Reichskommissar für die Ukraine, Erich Koch, halb im Profil zu sehen.

Erich Koch (Lebensrune.png 19. Juni 1896 in Elberfeld, Rheinland [heute zu Wuppertal gehörig]; Todesrune.png 12. November 1986 in Wartenburg) war von 1928 bis 1945 Gauleiter der NSDAP in Ostpreußen und von 1941 bis 1944 auch Reichskommissar in der Ukraine.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Erich Koch wurde als Sohn des Werkmeisters Gustav Adolf Koch (1862–1932) und dessen Ehefrau Henriette, geb. Matthes (1863–1939) am 19. Juni 1896 in Elberfeld geboren. Er besuchte die Volks- und Mittelschule sowie die Handelsschule in Elberfeld, lernte drei Jahre Kaufmann und trat dann bei der Eisenbahn als Anwärter für die mittlere Beamtenlaufbahn ein.[1]

1915 meldete er sich freiwillig zum Heer und ging im Ersten Weltkrieg ins Feld. Bis 1918 stand er an der Front.

Weimarer Republik

Nach dem Kriege beteiligte er sich in einem Freikorps an den oberschlesischen Abwehrkämpfen und nahm als Rheinländer ganz besonders aktiv am Ruhrkampf teil. Mit Albert Leo Schlageter verband ihn eine persönliche Freundschaft. Schon 1922 war er zur NSDAP (Parteibuch Nr. 90) gekommen und Mitglied der Gauleitung Ruhr geworden. Der Abwehrkampf gegen die Franzosen trug ihm so manche Verfolgung ein. Als Albert Leo Schlageter durch Verrat den Franzosen in die Hände fiel, wurde auch Erich Koch verhaftet. Es gelang ihm jedoch, wieder frei zu kommen. 1925 übernahm Erich Koch seinen alten Posten in der Gauleitung Ruhr zum zweiten Male. 1926 wurde er wegen seines politischen Kampfes aus dem Reichsbahndienst entlassen. 1927 wurde er Bezirksführer der NSDAP in Essen, später stellvertretender Gauleiter des NSDAP-Gaues Ruhr. Im Januar 1928 wurde er Gauleiter von Ostpreußen und von September 1930 bis 1945 Mitglied des Reichstags.

Drittes Reich

Mit dem Ostpreußenplan und der Arbeitsbeschaffung war Koch derart erfolgreich, daß Ostpreußen als „Mustergau“ galt. 1938 wurde Koch zum SA-Obergruppenführer ernannt.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Erich Koch zum Reichsverteidigungskommissar für Ostpreußen ernannt. Nach dem Ende des Polenfeldzuges mußte er den Regierungsbezirk Westpreußen am 26. Oktober 1939 an den neuen Reichsgau Westpreußen, später Danzig-Westpreußen, abtreten, bekam dafür aber den neuen Regierungsbezirk Zichenau (bisher Ciechanów) hinzu. Dieser umfaßte nur bisher polnisches Gebiet und reichte bis an und über die Flußufer von Weichsel und Narew. Nach dem Beginn des Rußlandfeldzuges wurde Erich Koch mit dem 1. August 1941 zum Zivilkommissar, später zum Chef der Zivilverwaltung im Bezirk Bialystok ernannt (bis 1944). Ab dem 1. September 1941 nahm er auch die Funktionen eines Reichskommissars für das Reichskommissariat Ukraine wahr. Am 25. November 1944 wurde er zum Chef des Volkssturms im Gau Ostpreußen ernannt. Erich Koch floh zwischen 23. April und 7. Mai 1945 auf dem eigens für ihn bereitgehaltenen Hochsee-Eisbrecher Ostpreußen vor den Truppen der Roten Armee über die Ostsee. Über Pillau, die Halbinsel Hela, Rügen und Kopenhagen erreichte er Flensburg und nahm eine fremde Identität an. Er arbeitete deshalb zeitweise als Knecht in der Landwirtschaft.

Nachkriegszeit

1949 wurde Erich Koch, der sich als „ehemaliger Major der Reserve Berger“ ausgab, erkannt, von den britischen Besatzungsbehörden in Hamburg verhaftet und den polnischen Behörden übergeben. Auch die Sowjetunion verlangte seine Auslieferung. Am 9. Mai 1959 wurde er durch ein polnisches Gericht in Warschau wegen Kriegsverbrechen verurteilt. Die Hinrichtung blieb ihm wegen einer chronischen Erkrankung erspart (Todesurteile wurden nur an gesunden Verurteilten vollstreckt). 1960 wurde das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt. Außerdem vermutete man, daß Koch Informationen über den Verbleib des Bernsteinzimmers besaß. Koch wurde 1965 im Gefängnis in Wartenburg in Ostpreußen (derzeit polnisch: Barczewo) inhaftiert, wo er am 12. November 1986 verstarb. Als im Dezember 1970 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt bei seinem Besuch in Polen mit dem Kniefall von Warschau für Schlagzeilen sorgte, boten die Polen überraschend die sofortige Freilassung Kochs und seine sofortige Übergabe an Deutschland an.[2]

Völlig verblüfft von diesem Angebot und der Tatsache, daß Koch überhaupt noch am Leben war, lehnte Brandt das Angebot ab, den mittlerweile 74jährigen Koch mitzunehmen. Da man befürchtete, daß Koch mit seinem Wissen über die Vergangenheit verschiedener Bonner Nachkriegspolitiker plaudern könne, galt er als ungefährlich, solange er im polnisch besetzten Ostdeutschland im Gefängnis saß. Seine Verwandten bestätigten, daß Koch während der Haft an seinem Memoiren gearbeitet hatte. Koch war sich sicher, daß seine Memoiren „einschlagen werden wie eine Atombombe“. An einen Vertrauten schrieb er 1972: „Ewig schade wäre es, wenn ich alles mit ins Grab nehmen müßte. Ich denke, wir verstehen uns!“ Und weiter: „Weder Halder, Speer noch Schirach wissen Wirkliches.“ Eine in der Schweiz lebende Erbin von Koch wandte sich nach dessen Tod im Jahre 1986 vergeblich an die polnischen Behörden, um eine Herausgabe seiner Aufzeichnungen zu erreichen. Das Manuskript gilt bis heute als „verschollen“.[3] Selbst den Ort seiner Bestattung halten die polnischen Okkupanten bis heute geheim.[4]

Fußnoten

  1. Männer im Dritten Reich, Orientalische Cigaretten-Compagnie „Rosma“ GmbH, 1934
  2. Ralf Meindl: Ostpreußens Gauleiter, Erich Koch – eine politische Biografie, fibre Verlag, Osnabrück 2007, ISBN 978-3-938400-19-7
  3. Erich Koch. Hitlers brauner Zar: Gauleiter von Ostpreußen und Reichskommissar der Ukraine. Olzog Verlag, Januar 2010 ISBN 978-3789283-05-5
  4. Karl Höffkes: HpG. Die Gauleiter des Dritten Reiches, Grabert-Verlag, Tübingen, 2. Auflage 1997, S. 196
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